RRB Nr. 704/2009
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 3. Serie
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 29. April 2009
704. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 3. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio Franken bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 3 796 500 gesprochen (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/2007 bewilligten jährlichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2009 noch Fr. 6 203 500 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 3. Serie 2009 die folgenden Beitragsleistungen aus dem Lotteriefonds:
Erwägungen
1. Publikation «Mehl und Brot, Macht und Geld im alten Zürich» Bereich Kultur(geschichte) Gesuchstellende Zunft zum Weggen, Zürich: Die Zunft der Pfis- Organisation ter und Müller wurde 1336 gegründet, 1798 erfolgte ihre Auflösung. 1802 kam es zur Neugründung. Projektrahmen Die Zunft veröffentlicht im Verlag NZZ-libro voraussichtlich 2010 eine Publikation über die Versorgung von Stadt und Landschaft Zürich mit Getreide und Brot von 1200 bis in die Gegenwart. Die Zunft verfügt über einen grossen Quellenbestand zum Thema. Zudem kann der Verfasser, ein Zürcher Historiker, auch die Aktenbestände des Staatsarchivs beiziehen. Projektinhalt Das Thema wird über rund 300 Seiten in fünf Grosskapiteln («Mehl», «Macht», «Geld», «Brot» und «Ausblicke») ausgebreitet. Die reich illustrierte Veröffentlichung wird voraussichtlich in einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheinen. Als Verkaufspreis ist Fr. 80 vorgesehen. Gesamtkosten Fr. 420 000 Gewünschter Betrag Fr. 50 000
Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf wird ein Ertrag von Fr. 9800 erwartet. Die Eigenleistung der Zunft und Beiträge von Stiftungen und Privaten betragen rund Fr. 350 000. Der Restbetrag muss durch Sponsoren gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständige Fachdirektion befürwortet eine Beitragsleistung. Das Thema hat engen Bezug zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Kantons. Die Buchveröffentlichung dürfte qualitativ hohen Erwartungen genügen. Im Vergleich zur Unterstützung ähnlicher Buchprojekte ist ein Beitrag von Fr. 20 000 angemessen. Bewilligter Betrag Fr. 20 000 Auflage Die Gewährung des Betrages ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton gratis 15 Belegexemplare zugestellt werden.
2. Publikation «Gluschtigi Traditionen» Bereiche Freizeit/Kulturgeschichte Gesuchstellende Walter Messmer, Bubikon: Messmer hat schon Organisation mehrere Artikel und Broschüren mit Rezepten bzw. über Rezepte aus dem Zürcher Oberland verfasst. Projektrahmen Messmer möchte unter dem Titel «Gluschtigi Traditionen» eine grössere Auswahl von Zürcher Rezepten veröffentlichen. Noch ist offen, in welchem Verlag das Buch erscheinen soll. Projektinhalt Das Buch ist in drei grosse Teile gegliedert: «Historische Rezepte», «Mutters Rezepte» und «Moderne Rezepte». Insgesamt bietet es auf 260 Seiten mehr als 550 typische und weniger typische Kochvorschläge. Vorgesehen ist eine Auflage von 1000 Exemplaren. Es ist das Ziel des Autors, den Verkaufspreis seiner Rezeptsammlung unter Fr. 100 zu halten. Gesamtkosten Fr. 150 000 Gewünschter Betrag Fr. 5 000 Übrige Finanzierung Der geschätzte Verkaufserlös dürfte Fr. 7000 betragen. Die Gemeinde Bubikon unterstützt das Vorhaben finanziell. Der grosse Restbetrag ist durch den Autor bzw. durch Beiträge von Dritten zu decken.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Staatskanzlei befürwortet eine Beitragsleistung. Die Publikation weist einen inhaltlichen Bezug zum Kanton auf. Allerdings beschränkt sie sich nicht ausschliesslich auf Zürcher Rezepte. Im Vergleich zur Unterstützung ähnlicher Buchprojekte ist ein Beitrag von Fr. 5000 gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 5 000 Auflagen Die Gewährung des Betrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Dem Kanton werden gratis fünf Belegexemplare zugestellt. – Die Auszahlung des Betrages erfolgt, sobald die Gesamtfinanzierung des Vorhabens sichergestellt ist.
3. Büro-Erneuerung Bereich Kultur Gesuchstellende Theater Katerland: Das Winterthurer Tournee- Organisation theater feiert 2009 sein 20-jähriges Jubiläum. Es erhält regelmässig Produktionsbeiträge der Fachstelle Kultur. Projektrahmen Die mittlerweile z. T. störungsanfällige Büroeinrichtung des Theaters muss erneuert werden. Projektinhalt Vorgesehen ist der Kauf eines Notebooks und eines leistungsfähigen Druckers (Herstellung von Massenversand-Materialien) sowie eines Beamers. Hinzu kommen einzelne Kleinanschaffungen (Schrank, Bürostuhl, Falzmaschine usw.). Gesamtkosten Fr. 24 907 Gewünschter Betrag Fr. 17 435 Übrige Finanzierung Die Stadt Winterthur prüft ein Gesuch um einen Beitrag. Das Theater selbst kann einen kleinen Anteil der Kosten übernehmen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständige Fachdirektion befürwortet eine Beitragsleistung. Die Neuanschaffungen sind ausgewiesen: Eine leistungsfähigere Büro-Infrastruktur hilft dem Theater, seine Administrativarbeiten mit geringerem Aufwand zu erledigen. Da das Theater qualita- tiv hochstehende Arbeit leistet, ist es gerechtfertigt, einen Jubiläumsbeitrag von Fr. 18 000 zu gewähren. Bewilligter Betrag Fr. 18 000
4. Zürichdeutsches Wörterbuch Bereiche Kultur, Bildung Gesuchstellende Verlag NZZ-libro Organisation Projektrahmen Ein erstes Zürcher Wörterbuch erschien 1756. 1961 wurde das «Zürichdeutsche Wörterbuch» veröffentlicht, die zweite Auflage erfolgte 1968, die dritte 1983. Das Wörterbuch ist vergriffen. Nun drängt sich nicht nur eine Neuauflage, sondern eine Neuerarbeitung des Wörterbuches auf, denn in den bisherigen Auflagen – wurden die Scharnierfunktion des Zürichdeutschen und seine Aussenbezüge zu den benachbarten Dialekten nicht dargestellt, – fehlten die sogenannten Randgebiete (Zürcher Weinland, Rafzerfeld, Knonaueramt) und – wurde auf die Darstellung der zürcherischen Dialekteigenheiten kein grosser Wert gelegt. Projektinhalt Das rund 600-seitige Werk enthält zwölf Karten und erscheint in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Der Verkaufspreis beträgt voraussichtlich Fr. 44. Gesamtkosten Fr. 584 238 Gewünschter Betrag Fr. 250 000 Übrige Finanzierung Der Verkaufserlös ist mit Fr. 60 000 budgetiert. Von den Städten Zürich und Winterthur werden insgesamt Fr. 70 000 erwartet. Stiftungen und Private haben den Restbetrag zu decken. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständigen Fachdirektionen befürworten eine Beitragsleistung. Der thematische Bezug des Wörterbuches zum Kanton ist gegeben. Die Publikation wird das Wort- und Sprachgut des Kantons auf gegenwärtigem wissenschaftlichem Stand wiedergeben. Verlag und Herausgeber bieten zudem Gewähr für ein gut benutzbares Standard- werk, das ein grosses Bedürfnis bei Laien und Fachleuten abdecken dürfte. Deshalb ist ein grosszügiger Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 250 000 Auflage Die Gewährung des Betrages ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton gratis 15 Belegexemplare abgegeben werden.
5. Zeltstadt des Wissens, Winterthur Bereich Bildung Gesuchstellende Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur Organisation (NGW): Ihr Ziel ist es, das an Hochschulen vorhandene naturwissenschaftliche Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die NGW feiert 2009 ihr 125-jähriges Jubiläum. Projektrahmen An Freitag und Samstag, 23./24. Oktober 2009, finden auf dem Neumarkt Winterthur in einem Grosszelt zwei Tage der offenen Tür der NGW statt. Besucherinnen und Besucher haben an thematisch gegliederten Ständen die Gelegenheit, auf interaktive, lehrreiche Art Einblicke in verschiedene Bereiche der Naturwissenschaften – zum Teil mit Bezug zu Winterthur – zu bekommen. Der Freitag ist eher auf Schülerinnen und Schüler, der Samstag eher auf Familien ausgerichtet. Das Ganze läuft unter der Bezeichnung «Zeltstadt des Wissens». Projektinhalt Die beiden Veranstaltungstage umfassen Aktionen, Experimente, Demonstrationen, Ausstellungen und Vorträge unter anderem zu den Themen «Der Winterthurer Wald: Forschung und Nutzung», «Wie wird das Winterthurer Wetter», «Physik und Mathe im Alltag», «Kommunikation heute» oder «Gute Gesundheit». Gesamtkosten ohne Gratisarbeit der NGW Fr. 83 500 Gewünschter Betrag Fr. 20 000 Übrige Finanzierung Die NGW leistet umfangreiche Gratisarbeit und gewährt zudem eine Defizitgarantie. Von der Stadt Winterthur erwartet die NGW einen Beitrag, der dem des Kantons entspricht. Von privater Seite erhofft sich die NGW Fr. 25 500, gegenwärtig liegen Zusagen über Fr. 10 000 vor. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständige Fachdirektion befürwortet eine Beitragsleistung.
Mit einem Beitrag kann der Kanton die bisherigen Verdienste der NGW zugunsten der Öffentlichkeit würdigen. Ein Beitrag ist zudem gerechtfertigt, weil die NGW für ihren Jubiläumsanlass eine publikumsgerechte Form gefunden hat. Bewilligter Betrag Fr. 20 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auflage gebunden, dass die Stadt Winterthur sich ebenfalls mit Fr. 20 000 am Vorhaben beteiligt. Fällt ihr Beitrag geringer aus, wird der Beitrag des Kantons entsprechend gekürzt.
6. «Soccermobile+» Bereiche Ökologie, Freizeit Gesuchstellende Büro synergo: Das Büro hatte von Bund, Stadt Organisation Zürich und Zürcher Kantonalverband für Sport den Auftrag, Massnahmen zur nachhaltigen und umweltschonenden Verkehrsabwicklung bei Kinder- und Juniorenfussballturnieren zu entwickeln. Projektrahmen Beim Projekt handelt es sich um ein Vorhaben an der Schnittstelle zwischen Verkehr, Umweltschutz und Sport: In Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich wurde im Rahmen eines Vorprojektes («Soccermobile») an insgesamt fünf Fussballturnieren versucht, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur An- und Abreise mit dem öffentlichen Verkehr zu bewegen. Aufgrund der ersten Erfahrungen soll nun für das gesamte ZVV-Gebiet ein erweitertes Pilotprojekt «Soccermobile+» durchgeführt werden. Projektinhalt Das Vorhaben umfasst einerseits Massnahmen, damit Sportveranstalter das Angebot des öffentlichen Verkehrs zur Kenntnis nehmen, es bei ihrer Planung berücksichtigen und ihre Informationen an die Kinder, Jugendlichen und Trainerinnen und Trainer weitergeben (z. B. über eine Homepage), anderseits die Abgabe von kostenlosen Gruppenbilletten an die teilnehmenden Teams zur gemeinsamen An- und Abreise. Der Versuch ist auf zwei Jahre befristet. Die gewonnenen Erfahrungen werden in die geplante schweizweite Anwendung von «Soccermobile» einfliessen.
Gesamtkosten Fr. 267 352 Gewünschter Betrag Fr. 70 000 Übrige Finanzierung Von Bund und Stadt Zürich erwartet synergo eine Beteiligung von insgesamt Fr. 197 352. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständigen Fachdirektionen befürworten eine Beitragsleistung. Ein Beitrag ist gerechtfertigt, weil das Projekt «Soccermobile+» ländliche Regionen des Kantons mit einbezieht und dadurch Erkenntnisse ausserhalb der urbanen Zonen gewonnen werden können. Diese Ergebnisse sind für den Kanton von Nutzen. Bewilligter Betrag Fr. 70 000 Auflagen Die Gewährung des Betrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Auszahlung des Betrages erfolgt erst, wenn die Finanzierung des Projektes gesichert ist. – Mindestens 50% aller teilnehmenden Vereine müssen von ausserhalb der Stadt Zürich kommen. – Ein weiterer Beitrag an «Soccermobile» bzw. an ein Folgevorhaben ist ausgeschlossen. – Der Koordinationsstelle für Umweltschutz ist ein Exemplar des umfassenden Schlussberichtes zuzustellen.
7. Ausstellung «Ökologischer Supermarkt» Bereiche Ökologie, Bildung Gesuchstellende Verein Natur liegt nahe: Der Verein besteht Organisation seit 2003. Er setzt sich dafür ein, einer breiten Bevölkerung Natur- und Tierschutzanliegen näher zu bringen. Projektrahmen Er plant eine Wanderausstellung «Ökologischer Supermarkt». Sie besteht aus einem begehbaren Container, eingerichtet als kleiner Supermarkt, in dem man einkaufen und dadurch sein eigenes (ökologisches) Einkaufsverhalten überprüfen kann. Projektinhalt Besucherinnen und Besucher können in mindestens acht Abeilungen (u. a. Lebensmittel, Beleuchtung, Mode, Kosmetika, Putz- und Waschmittel) umweltfreundliche Produkte kaufen. Diese sind mit Zusatzinformationen ver- sehen. An der Kasse wird (im Sinne einer Rechnung) auch Bilanz über den Mehrwert des Einkaufs (Artenvielfalt, Einfluss auf Landschaftsbild, Energiebilanz usw.) gezogen. Für Schulen wird der Verein besondere Führungen anbieten und für Lehrpersonen ein Informationsdossier zur Verfügung stellen. Die Ausstellung startet in Zürich (Zoo, evtl. Pestalozzi-Wiese), geht dann nach Winterthur und danach in kleinere Ortschaften (Uster, Bülach, Wetzikon usw.). Gesamtkosten Fr. 293 700 Gewünschter Betrag Fr. 125 000 Übrige Finanzierung Über Gratisarbeit deckt der Verein rund einen Fünftel der Kosten. Aus dem Produkteverkauf und den Beiträgen der jeweiligen Standortgemeinden werden insgesamt Fr. 24 000 erwartet, von Stiftungen Fr. 91 900. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständigen Fachdirektionen befürworten eine Beitragsleistung. Eine Direktion wünscht genauere Unterlagen. Mit den Auflagen wird diesem Wunsch entsprochen. Das Vorhaben ist praxisnah und dürfte zum Umweltbewusstsein von Kindern und Jugendlichen beitragen. Da die Ausstellung an mehreren Orten im Kanton gezeigt werden wird, ist ein grosszügiger Beitrag gerechtfertigt. Zudem bürgt der Verein für eine hohe Qualität des Vorhabens. Bewilligter Betrag Fr. 125 000 Auflagen Die Gewährung des Betrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Ein Beitragsanteil von Fr. 60 000 wird ausbezahlt, sobald die Gesamtfinanzierung des Vorhabens sichergestellt ist. – Fr. 65 000 werden ausbezahlt, nachdem der Verein zusätzliche Angaben zu den schulspezifischen Zielsetzungen und Materialien
(Angaben zum Dossier für Lehrkräfte, Inhalt, Umfang) vorgelegt hat. Die Bildungsdirektion hat dazu ihr Einverständnis zu geben.
8. Aufbau Rechtsberatungsstelle MIRSAH Bereich Soziales Gesuchstellende Schweizerisches Arbeiterhilfswerk Zürich Organisation (SAHZ): Das SAH wurde 1936 gegründet. Seit 2005 ist die Zürcher Sektion, das SAHZ, ein eigenständiger Verein, der sich in den Bereichen Erwerbslosigkeit und Migration mit Bildungsprogrammen, Sozial- und Rechtsberatung sowie der Vermittlung von kurzfristigen Arbeitseinsätzen für sozial benachteiligte, schwächere Menschen im Kanton einsetzt. Das SAHZ führt diese Angebote im Auftrag kantonaler und kommunaler Behörden. Projektrahmen Der Pilotversuch mit der Beratungsstelle MIRSAH (Beratung für Migrations- und Integrationsrecht) läuft seit dem 19. Juni 2007. Die Beratungsstelle bietet einerseits gezielte Hilfe – vor allem Hilfe zur Selbsthilfe – für Eingewanderte (Beratung, Erläuterung des Verfahrens, Abklärung bei Behörden und allenfalls Vermittlung) vor allem in den Bereichen Aufenthaltsrecht, Familienzusammenführung und Arbeitsbewilligung. Anderseits berät MIRSAH Institutionen wie z. B. die Fachstelle für Integrationsfragen des Kantons und die Integrationsförderung der Stadt Zürich. Das MIRSAH- Angebot wird so stark genutzt, dass ein zweiter Ausbauschritt mit räumlichem Ausbau und der Anstellung einer zweiten Juristin (Teilzeitstelle von 20%) notwendig geworden sind. Für das erste Betriebsjahr 2007/08 hatte MIRSAH von der Fachstelle für Integrationsfragen einen Betriebsbeitrag von Fr. 30 000 erhalten. Projektinhalt MIRSAH muss einen zweiten Arbeitsplatz einrichten und gleichzeitig einen bis zwei behindertengerechte Räume hinzumieten. Dadurch entstehen Investitionskosten (Mobiliar, technische Geräte) von Fr. 25 000. Hinzu kommen der seit Beginn von MIRSAH notwendige Auf- und Ausbau einer kleinen Fachbibliothek, eine zusätzliche Ausbildung/Betreuung der beiden Fachjuristinnen sowie Übersetzungsarbeiten für insgesamt Fr. 20 000. Zudem muss
MIRSAH ein Fundraisingkonzept ausarbeiten lassen, um dadurch die finanziellen Grundlagen für den zukünftigen Normalbetrieb sicherstellen zu können. Für dieses Konzept wird mit Kosten von Fr. 15 000 gerechnet. Gesamtkosten Investitionen und Betrieb 2009 Fr. 112 000 Gewünschter Betrag Fr. 72 000 Zusatzinformation MIRSAH hat den Kanton um eine Starthilfe für den erweiterten Pilotbetrieb von Fr. 60 000 für Investitionen und Fr. 12 000 für den Betrieb ersucht. Bei Starthilfen aus dem Lotteriefonds kann der eigentliche Investitionsbeitrag um höchstens 20% mit einem Betriebsbeitrag aufgestockt werden. Da MIRSAH vom Kanton für 2009 keinen Betriebsbeitrag erhält, ist die Gewährung eines anteiligen Betriebs-Starthilfebeitrages aus dem Lotteriefonds möglich. Übrige Finanzierung Die Eigenleistung des SAHZ wird in Form von Gratisarbeit erbracht. Von der Stadt Zürich erwartet es einen wiederkehrenden Betriebsbeitrag. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständigen Direktionen haben das Gesuch geprüft. Für Eingewanderte ist die Orientierung im schweizerischen Aufenthalts-, Arbeits- und Zivilrecht schwierig. Sie sind deshalb auf Hilfe angewiesen. MIRSAH ist zurzeit die einzige kostengünstige Rechtsberatung im Kanton, die sich dieser Aufgabe widmet. Die fachliche Qualifikation der Beratungsstelle zeigt sich auch darin, dass Kanton und Stadt die Dienstleistungen von MIRSAH nutzen. Ein Beitrag ist gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 72 000
9. Europride Zürich 09 Bereiche Feste, Kultur Gesuchstellende Verein EuroPride 09: Der Verein wurde zur Organisation Durchführung des Grossanlasses EuroPride 09 gegründet. Er ist zuständig für Planung, Koordination, Organisation und Mittelbeschaffung. Projektrahmen EuroPride ist das grösste lesbische und schwule Festival in Europa. Der Anlass wird seit 1992 jedes Jahr in einer anderen Stadt durchge- führt. Für 2009 erhielt Zürich den Zuschlag. Der Anlass dauert vom 2. Mai 2009 bis zum 7. Juni 2009. Zum Zeitpunkt der Bewerbung um die Durchführung der EuroPride 09 in Zürich ging der Trägerverein von der Annahme aus, genügend finanzielle Mittel über Sponsoring zu erhalten. Die gegenwärtige Wirtschaftslage führt jedoch dazu, dass Gelder von Unternehmen nur spärlich fliessen. Projektinhalt Unter dem Motto «Celebrating 40 Years with Pride» lädt der Veranstalter die Öffentlichkeit ein, an einem vielseitigen Programm von kulturellen, sportlichen und wissenschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Es umfasst ein Filmfestival, rund 30 Kulturanlässe (u. a. Theater, Konzerte, Ballette), Konferenzen, einen Gottesdienst im Fraumünster und als Schluss- und Höhepunkt eine Parade durch die Innenstadt mit begleitendem Stadtfest. Für den gesamten Anlass werden rund 100 000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Gesamtkosten Fr. 995 000 Zusatzinformationen Aufgrund der zögerlichen Sponsoring-Zusagen muss der Verein für den schlimmsten Fall mit Fr. 200 000 Defizit rechnen. Gewünschter Betrag Fr. 100 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich unterstützt den Anlass mit Dienst- und Sachleistungen. Sie wurde zusätzlich um einen A-fonds-perdu-Beitrag ersucht. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständige Fachdirektion und die Staatskanzlei befürworten eine Beitragsleistung. Der EuroPride 09 kommt nationale und internationale Ausstrahlung zu. Der Anlass bietet Stadt und Kanton Zürich die Möglichkeit, sich als weltoffenen Gastgeber zu zeigen. Bewilligter Betrag Fr. 100 000 Auflage Der Beitrag wird je hälftig als A-fonds-perdu- Beitrag und als Defizitgarantie gewährt.
10. Jubiläum Theater Spektakel Bereich Kultur Gesuchstellende Stadt Zürich, Abteilung Kultur: Diese Abtei- Organisation lung fördert das kulturelle Schaffen in der Stadt und führt auch eigene Veranstaltungen durch, so u. a. jährlich das internationale Theater- und Tanzfestival «Theater Spektakel». Projektrahmen Das «Spektakel» fand erstmals 1980 statt und verstand sich als Ergänzung und Reaktion auf das etablierte Theater- und Kulturleben der Stadt Zürich. Sein Ziel ist es, den Besucherinnen und Besuchern zu zeigen, was im nationalen und internationalen freien Theaterschaffen aktuell ist. Im Laufe der Jahre hat es sich zu einem bedeutenden und unverwechselbaren Bestandteil des Zürcher Kulturangebotes entwickelt, das einerseits mit Einzelbeiträgen der Fachstelle Kultur und mehrmals mit Jubiläumsbeiträgen aus dem Lotteriefonds Unterstützung erhielt. Seit 1980 gingen insgesamt rund 970 Produktionen über die verschiedenen Bühnen des Festivals. Projektinhalt 2009 findet das Spektakel zum 30. Mal statt. Deshalb wird das Programm um einen «Rückblick» erweitert, der ein Querschnitt durch das nationale und internationale freie Theater- und Tanzschaffen der letzten drei Jahrzehnte sein soll. Dieser Rückblick umfasst zwei Schwerpunkte: einerseits die Theaterlandschaft Holland, die für das hiesige Schaffen grosse Bedeutung hat und deren Vertreterinnen und Vertreter häufige Gäste des Spektakels waren, anderseits die Theaterlandschaft Deutschschweiz, was zu einem Wiedersehen mit Pionieren der freien Schweizer Szene (Christoph Marthaler, Ruedi Häusermann, Ueli Bichsel u. a.) führt. Gesamtkosten Fr. 3 676 000 Gewünschter Betrag Fr. 300 000 Übrige Finanzierung Durch eine Beitragsleistung des Gönnervereins und mit budgetierten Erträgen aus dem Billettverkauf und der Restauration entstehen Einnahmen von voraussichtlich insgesamt 1,114 Mio. Franken. Die Stadt Zürich unter- stützt das Festival mit mehr als 1 Mio. Franken. Drei private Hauptsponsoren beteiligen sich mit insgesamt Fr. 720 000. Der Rest muss durch Beiträge von Stiftungen und anderen Institutionen gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die zuständige Fachdirektion befürwortet eine Beitragsleistung. Dem Theater Spektakel kommt – weit über die Stadt Zürich hinaus – grosse Bedeutung zu. Darüber
hinaus ermöglicht es den zahlreichen Besuchenden, zu denen auch viele Familien mit Kindern – das künftige Publikum – zählen, einen unkomplizierten Zugang zur Bühnenkultur. Deshalb – und um das ausgewiesene Jubiläum zu würdigen – ist ein grosszügiger Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 300 000
11. Pfadihaus «SiriHuus» Bereich Freizeit Gesuchstellende Pfadiabteilung Wetzikon-Bäretswil «Sirius»/ Organisationen Pfadihaus-Genossenschaft Wetzikon-Bäretswil. Die Pfadiabteilung besteht seit 1917, die Pfadihaus-Genossenschaft wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, ein neues Abteilungspfadihaus zu erstellen. Projektrahmen Der «Sirius» gehören rund 200 Jugendliche aus dem Grossraum Wetzikon an. Während der letzten rund 50 Jahre verfügte sie über eine kleine Hütte in einem ehemaligen Industriepark. Da die Hütte abgebrochen werden musste, begann die Pfadi mit der Suche nach einem Ersatzlokal bzw. mit dem Planen eines Neubaus. Erst als die Gemeinde Wetzikon ein gemeindeeigenes Grundstück im Baurecht (kostenlos) zur Verfügung stellte, konnte konkret mit der Ausarbeitung eines Neubauprojektes begonnen werden. Projektinhalt Das neue Pfadihaus besteht aus mobilen sogenannten Raumzellen-Elementen (notfalls zügelbar). Es verfügt über einen grossen Aufenthaltsraum, eine kleine Küche, Toiletten und drei abschliessbare und belüftete Materialräume.
Zusatzinformationen Die Projektträgerschaft gelangte 2008 korrekterweise an den Zürcher Kantonalverband für Sport und ersuchte um einen Beitrag von Fr. 44 000. Da zu diesem Zeitpunkt mit dem Bau des Hauses bereits begonnen worden war, der Verband aber keine Gesuche nach Baubeginn prüft, lehnte er eine Beitragsleistung ab. In der Regel leistet auch der Lotteriefonds keine Nachfinanzierungen. Allerdings sind in gut begründbaren Fällen Ausnahmen möglich. Beim «SiriHuus» kann geltend gemacht werden, dass das Gesuch von mehrheitlich jungen, wenig projekterfahrenen Pfadfinderinnen und Pfadfindern stammt, die in der Menge der Planungs- und Umsetzungsarbeiten den richtigen Zeitpunkt für das Einreichen des Gesuches verpasst haben. Gesamtkosten Fr. 195 000 Gewünschter Betrag Fr. 44 000 Übrige Finanzierung Die Standortgemeinde Wetzikon erlässt den Baurechtszins. Durch eigene Mittel, Spenden und langfristige Darlehen ist das Vorhaben – mit dem Beitrag des Kantons – finanziell gesichert. Beurteilung In der Regel werden über den Lotteriefonds keine Nachfinanzierungen gewährt. In gut begründbaren Einzelfällen sind jedoch Ausnahmen möglich. Der vorliegende Fall ist eine solche Ausnahme: Aufgrund des grossen Einsatzes der beteiligten Jugendlichen für das Vorhaben ist es gerechtfertigt, eine Nachfinanzierung zu gewähren und den Jugendlichen ein motivierendes Zeichen für ihr Engagement zukommen zu lassen. Zudem erfüllt das «Siri- Huus» einen wichtigen und sinnvollen Zweck für zahlreiche Jugendliche der Region. Die zuständigen Fachdirektionen befürworten – im Sinne einer Ausnahme – eine Beitragleistung. Bewilligter Betrag Fr. 44 000 Auflage Die Gewährung des Betrages ist an die Auflage gebunden, dass der Betrag dem Lotteriefonds zurückzuzahlen ist, wenn das «SiriHuus» nicht mehr für Zwecke der Pfadi genutzt wird. Diese Bestimmung gilt bis 31. Dezember 2024.
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000): Fr. 1. Zunft zum Weggen Druckkostenbeitrag 20 000 2. W. M. Druckkostenbeitrag 5 000 3. Theater Katerland Investitionsbeitrag 18 000 4. Verlag NZZ-libro Druckkostenbeitrag 250 000 5. Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur Jubiläums-Projektbeitrag 20 000 6. Synergo Projektbeitrag Soccermobile+ 70 000 7. Verein Natur liegt nahe Ausstellungsbeitrag 125 000 8. Schweizerisches Arbeiterhilfswerk Zürich Investitions- und Starthilfebeitrag 72 000 9. EuroPride 09 Festivalbeitrag à fonds perdu 50 000 Defizitgarantie 50 000 10. Zürcher Theater Spektakel Jubiläumsbeitrag 300 000 11. Pfadiabteilung Wetzikon-Bäretswil / Pfadihaus-Genossenschaft Wetzikon-Bäretswil Investitionsbeitrag 44 000 Total 1 024 000
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanzdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:
Hösli