05.047
Voranschlag 2006
Büttiker Rolf · P-M · Ständerat · Solothurn · Freisinnig-demokratische Fraktion
1. Finanzrechnung
1. Compte financier
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Département de la défense, de la protection de la population et des sports
525 Verteidigung
525 Défense
Antrag der Einigungskonferenz
3210.001 Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB)
Mehrheit
Fr. 143 000 000
Minderheit
(Frösch, Dormond)
Ablehnung
Proposition de la Conférence de conciliation
3210.001 Etudes de projets, essais et préparatifs d'achats
Majorité
Fr. 143 000 000
Minorité
(Frösch, Dormond)
Rejeter
Lauri Hans · Mit-M · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Wir kommen zur letzten Pendenz im Voranschlag 2006, und zwar im Bereich des VBS mit der Position "Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB)". Wir erinnern uns: Der Beschluss des Nationalrates belief sich stets auf 135 Millionen Franken. Wir entschieden uns bei dieser Position immer für 150 Millionen Franken und damit gleich wie der Bundesrat.
Die Einigungskonferenz hat sich für das angenäherte mathematische Mittel entschieden, das bei 143 Millionen Franken liegt; Sie finden das auf Ihrer Fahne. Dazu gibt es einen Minderheitsantrag der beiden Nationalrätinnen Frösch und Dormond. Sollte sich der Minderheitsantrag durchsetzen, so würde der Beschluss der dritten Beratung, der den tieferen Betrag vorsieht, als angenommen gelten. Das wäre also der Betrag von 135 Millionen Franken.
Wir haben hier eine interessante parlamentsrechtliche Besonderheit vor uns. Weil die Einigungskonferenz eine gemeinsame Konferenz der beiden Räte ist, kommen wir in die Situation, dass wir über einen Minderheitsantrag abstimmen dürfen, der seinen Ursprung im Nationalrat hat. Es muss also auch hier über Mehrheit und Minderheit abgestimmt werden.
Wie in den beiden Räten jetzt auch immer entschieden wird, sind wir damit am Ende unserer Budgetberatungen angelangt. Wie bereits vor einem Jahr musste bis zum Vorliegen eines gültigen Budgets auch heuer von den Räten der ganze gesetzlich vorgesehene Verfahrensweg beansprucht werden. Das ist selbstverständlich nicht zu kritisieren. Es zeigt sich, dass das aus der Verfassung fliessende Budgetrecht des Parlamentes eine politisch nach wie vor grosse Bedeutung hat. Daran wird sich voraussichtlich so rasch nichts ändern. Je knapper die Mittel, umso intensiver die Diskussion um ihre Zuteilung. Reibungsflächen ergeben sich natürlich auch daraus, dass sich im politischen Budgetprozess die Planungs- und die Führungskompetenz des Bundesrates mit der Budgetkompetenz des Parlamentes überschneiden.
Die Frage muss allerdings gestattet sein, ob wir uns mit unseren Budgetberatungen auf dem richtigen Weg befinden. Ein Blick zurück zeigt mir, dass von den ursprünglich über 50 Differenzen - bei einer ganz persönlichen Betrachtung aus meiner Optik - gegen 20 echte politische Priorisierungsentscheide darstellten. Den Rest möchte ich dem mehr operativen Bereich zuordnen, in welchem es für das Parlament sehr schwierig ist, anstelle des Bundesrates letztlich bessere Entscheide zu fällen. Meines Erachtens muss es daraus vorab eine Schlussfolgerung geben: Die Diskussion zwischen Bundesrat und Finanzkommissionen muss beim Start des Budgetprozesses und während dieses Prozesses noch intensiver und präziser als bisher geführt werden. Im Idealfall sollte meines Erachtens das Parlament dem Bundesrat im rein operativen Bereich innerhalb von globalen Vorgaben einen ausreichenden Handlungsspielraum zugestehen und sich im Rahmen der knappen verfügbaren Zeit vermehrt auf die echten politischen Prioritätsentscheide konzentrieren. Die Darstellung aufgrund des neuen Rechnungsmodells, mit dem wir uns, gleichzeitig mit dem Voranschlag 2007, schon bald befassen werden, wird uns hier eine formelle Hilfe sein, weil im Eigenbereich der Bundesverwaltung über weniger Einzelpositionen zu befinden sein wird. Trotzdem gilt natürlich auch hier "affaire à suivre".
Eine letzte Bemerkung: Wie bereits das alte Geschäftsverkehrsgesetz bestimmt auch das neue Parlamentsgesetz, dass - sofern ein Antrag der Einigungskonferenz zum Voranschlag verworfen wird - der Beschluss der dritten Beratung als angenommen gilt, der den tieferen Betrag vorsieht. Diese Bestimmung ist eine Folge des Umstandes, dass der Bund auch dann über ein Budget verfügen soll, wenn sich die Räte in einer der Hunderten von Positionen nicht einigen können. So verständlich die Bestimmung somit ist, so problematisch kann sie sich in der Praxis auswirken, indem sich ein Rat, der beharrlich zugunsten eines tieferen Betrages entscheidet, letztlich dann auch durchsetzen kann. Ich glaube, die Finanzkommissionen sollten im neuen Jahr einmal eine vertiefte Diskussion zu diesem Thema durchführen. Das ist aber jetzt nicht die Frage, sondern es geht darum, über Mehrheit und Minderheit abzustimmen.
Gentil Pierre-Alain · Mit-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
Je souhaiterais, en prolongement de la réflexion que vient de faire le président de la commission, dire deux mots sur le processus et sur la manière de traiter les divergences dans la procédure budgétaire, jusqu'au terme des opérations. Le rejet de la proposition de la Conférence de conciliation m'est inspiré par le souci de démontrer qu'il y a urgence à réformer la procédure que nous employons pour établir le budget.
La procédure qui est employée incite les gens à faire preuve d'intransigeance. Pour parler un peu plus clairement: le DDPS, qui a soutenu jusqu'au bout son point de vue, obtient, au terme de la procédure, un compromis - ce que vous appelez en allemand "ein fauler Kompromiss" - qui revient simplement à dire que, pour avoir la paix et en finir, à un certain moment, on partage la poire en deux et puis on arrête la discussion - pas tellement par conviction, mais par lassitude.
Imaginons que d'autres départements aient eu le même entêtement, qu'ils aient dit eux aussi: "Il n'y a rien à faire! Nous avons besoin de cette dépense, c'est capital: il y a des projets auxquels nous ne pouvons pas renoncer", alors nous serions arrivés au bout de la procédure budgétaire avec cinq, six, sept ou huit rubriques pour lesquelles, de guerre lasse, on aurait dit: "Il faut trouver une solution: on coupe la poire en deux." Cela, ce n'est pas de la politique budgétaire.
Mon rejet ne vise pas tant le domaine considéré que la fameuse règle qui veut qu'on dise: "Au terme de la procédure, c'est le montant le plus bas qui s'applique", car cette procédure conduit à des comportements tactiques qui n'ont rien à voir avec une politique budgétaire digne de ce nom et qui, de plus, constituent une prime à l'entêtement.
C'est dans ce sens que je vous propose, au nom de la minorité, de rejeter la proposition de la Conférence de conciliation.
Bieri Peter · 1VP-M · Ständerat · Zug · Christlichdemokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 30 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 6 Stimmen