09.510
Erhalt des Viehexportes aus der Schweiz
Verfahrensbeitrag
Antrag der Mehrheit
Eintreten
Antrag der Minderheit
(Fässler, Favre Charles, Fehr Hans-Jürg, Gysin, Leutenegger Oberholzer, Müller Philipp, Rechsteiner Paul, Rennwald, Schelbert, Theiler, Thorens Goumaz, Zisyadis)
Nichteintreten
Proposition de la majorité
Entrer en matière
Proposition de la minorité
(Fässler, Favre Charles, Fehr Hans-Jürg, Gysin, Leutenegger Oberholzer, Müller Philipp, Rechsteiner Paul, Rennwald, Schelbert, Theiler, Thorens Goumaz, Zisyadis)
Ne pas entrer en matière
Zemp Markus · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp
Wir sprechen heute darüber, ob wir wieder eine Gesetzesgrundlage schaffen, damit der Bund den Export von Vieh, sprich von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden, finanziell unterstützen kann. Was steht dahinter? Am 11. Dezember 2009 reichte Kollege Elmar Bigger die parlamentarische Initiative 09.510, "Erhalt des Viehexportes aus der Schweiz", ein, die verlangt, dass die auf Anfang 2010 beschlossene Aufhebung der Unterstützung des Viehexportes rückgängig gemacht wird.
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates beschloss an ihrer Sitzung vom 28. Juni 2010 mit 14 zu 11 Stimmen, der parlamentarischen Initiative Bigger Folge zu geben. Die WAK des Ständerates entschied am 22. Oktober 2010, mit 3 zu 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen dieser parlamentarischen Initiative ebenfalls Folge zu geben. Am 17. Januar 2011 arbeitete Ihre Kommission eine Vorlage aus und gab diese in die Vernehmlassung. Vernehmlassungsteilnehmer waren Kantone, Parteien, Wirtschaftsorganisationen und die interessierten Kreise. 36 Vernehmlassungsteilnehmer unterstützen die Vorlage, 12 lehnen sie ab und 2 verzichteten auf eine Stellungnahme. Insbesondere stimmten zwei Drittel der Kantone dieser Vorlage zu.
Gemäss dem Bericht der WAK-NR sollen insgesamt 4 Millionen Franken pro Jahr zur Förderung des Viehexportes zur Verfügung stehen. Die Finanzierung dieser Ausfuhrbeihilfe soll mittels einer Umlagerung von Mitteln für die Direktzahlungen innerhalb des Landwirtschaftskredits sichergestellt werden. Falls Sie diesem Projekt zustimmen, würde das bedeuten, dass Korrekturen im Zahlungsrahmen 2012/13 erfolgen würden, nämlich minus 8 Millionen bei den Direktzahlungen und plus 8 Millionen Franken bei Produktion und Absatz. Kompensiert würde das über eine moderate Reduktion der Raufutterbeiträge, nämlich um rund 5 Franken. Sollte diese Unterstützung bereits 2011 wirksam werden - das ist vom Fahrplan her möglich, wenn Sie und der Ständerat zustimmen und diesen Viehexport wieder unterstützen -, müsste sie via Nachtragskredit geleistet werden.
Warum empfiehlt Ihnen die Mehrheit unserer Kommission, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben? Im Rahmen der AP 2011 hat unser Rat entschieden, die Unterstützung des Viehexportes nicht mehr weiterzuführen. Es gab eine Übergangsfrist, und seit dem 1. Januar 2010 gibt es keine Unterstützung mehr. Man ist damals davon ausgegangen, dass der WTO-Abschluss schnell kommt, dass er im Jahre 2013 sicher in Kraft ist, und beim WTO-Abkommen - das Landwirtschaftsdossier ist ja praktisch abgeschlossen - ist vorgesehen, dass man alle Exportsubventionen abschafft.
Wie Sie alle wissen, ist die WTO weit davon entfernt, überhaupt zu einem Abschluss zu kommen; alle Prognosen diesbezüglich waren falsch. Das bedeutet, dass wir beispielsweise im Bereich Fleisch unverändert einen relativ hohen Grenzschutz haben. Die Folge davon ist, dass in der Schweiz die Schlachtviehpreise und damit - das hängt direkt zusammen - die Nutzviehpreise zwischen 30 und 50 Prozent höher liegen als im benachbarten Ausland. Abgesehen von den hohen Kosten veterinärmedizinischer Art an der Grenze sind wir damit ohne Beiträge absolut nicht mehr konkurrenzfähig. Die Zahlen zeigen das eindrücklich: 2009 konnten wir 5700 Stück Vieh exportieren; letztes Jahr, ohne diese Beiträge, waren es nur noch 500. Bei diesen 500 handelt es sich um Spitzentiere, die ohnehin eine eigene Preiskategorie haben - aber Spitzentiere sind eben nur Spitzentiere, wenn es sehr wenige sind; das ist ja auch die Definition. Wir verlieren jetzt Marktanteile, wir verlieren Kunden. Italien, der wichtigste Importeur von Zucht- und Nutztieren - es geht hier vor allem um junge Kühe zum Melken -, importiert eben jetzt aus Holland, aus Norddeutschland und aus Österreich. Es kommt hinzu, dass die EU nach wie vor Exportunterstützung leistet, wenn es um Drittstaaten geht, und derzeit baut sich in der Türkei, aber vor allem auch in Osteuropa eine moderne Milchwirtschaft auf. Dort geht es darum, dass man im Markt ist, und wenn man mit Tieren im Markt ist, ist man auch bei den Folgegeschäften, z. B. beim Sperma, dabei. Wir sind auch hier nicht konkurrenzfähig.
Die Mehrheit ist überzeugt, dass es Sinn macht, die Überbrückungszeit, bis ein WTO-Abschluss kommt, zu nutzen, damit wir im Markt bleiben und längerfristig bei offenen Grenzen ebendiesen Trumpf ausspielen können und die Märkte nicht von ausländischen Konkurrenten besetzt sind.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
L'initiative Bigger 09.510 prévoit de réintroduire les aides à l'exportation pour les animaux d'élevage suisse. La base légale pour de telles aides a été abrogée fin 2009, dans le cadre de la Politique agricole 2011.
Après examen préalable de cette initiative par les Commissions de l'économie et des redevances des deux conseils, qui ont décidé d'y donner suite, une procédure de consultation a été organisée parmi les milieux concernés. Cette procédure s'est déroulée du 20 janvier au 4 mars 2011. Sur l'ensemble des participants, 36 soutiennent le projet, 12 le rejettent et 2 ont renoncé à se prononcer. Après avoir examiné les résultats de la consultation, la commission a décidé, par 13 voix contre 10 et 1 abstention, de soumettre à son conseil le projet de modification de la loi fédérale sur l'agriculture et de l'arrêté fédéral sur les moyens financiers destinés à l'agriculture pour les années 2012/13. Une minorité rejette globalement le projet et propose de ne pas entrer en matière sur cet objet.
Vu la difficulté de vendre le bétail - surtout en automne, après la désalpe - et les rapports concurrentiels inégaux avec l'Union européenne, cette initiative parlementaire prévoit de mettre à disposition, pour promouvoir l'exportation du bétail de rente, un montant de 4 millions de francs. La mise en oeuvre serait identique à celle qui a eu lieu en 2009. Il est prévu d'assurer le financement des aides à l'exportation en transférant des moyens pris sur le compte des paiements directs au compte financier destiné à l'agriculture. Cette réallocation nécessite une correction des crédits-cadres pour l'agriculture pour les années 2012/13. Les réductions touchent les contributions pour la détention d'animaux de rente consommant du fourrage grossier.
Pour la majorité de la commission, l'exportation de bétail d'élevage est nécessaire pour garantir la pérennité de l'économie animale sur l'ensemble du territoire suisse, et notamment dans les régions des collines et de montagne. Ces aides permettent de promouvoir l'exportation de 4000 à 5000 animaux de l'espèce bovine et ainsi de désengorger le marché au moment de la désalpe. Avec ce projet, le budget de l'agriculture ne doit pas être augmenté, mais des montants seront réalloués en transférant une somme prise sur les paiements directs au soutien au marché.
Pour la minorité de la commission, l'agriculture doit être soutenue par le biais d'incitations à fournir des prestations d'intérêt général et non par le biais d'instruments inefficaces déstabilisant le marché. Un autre effet serait de renchérir les prix pour les agriculteurs indigènes. C'est pourquoi, selon la minorité, le soutien aux régions de montagne doit se faire par le biais du système des paiements directs. La minorité considère aussi que la réintroduction des aides à l'exportation pour le bétail irait à l'encontre des décisions déjà prises par le Parlement et donnerait ainsi un signal négatif par rapport aux négociations actuelles et futures dans le domaine économique international.
Cela étant, la commission vous propose, par 13 voix contre 10 et 1 abstention, d'accepter de modifier la loi fédérale sur l'agriculture dans le sens proposé à son article 53, et d'accepter l'arrêté fédéral sur la modification de l'arrêté fédéral sur les moyens financiers destinés à l'agriculture pour les années 2012/13, afin de permettre d'allouer des aides pour l'exportation du bétail de rente.
Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Ich spreche im Namen der SP-Fraktion zu meinem Minderheitsantrag.
Ich bitte Sie, auf dieses Geschäft nicht einzutreten. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie wir Politik für wenige statt Politik für alle machen. Man könnte meinen, es werde hier etwas für die Landwirtschaft im Gesamten getan, das ist aber nicht der Fall: Mit einer Wiedereinführung der Exportsubventionen unterstützen Sie nur einige wenige. Ich wäre froh, wenn Herr Bundesrat Schneider-Ammann die Zahlen, die letzthin in verschiedenen Zeitungen abgedruckt worden sind, kommentieren und allenfalls bestätigen könnte. Von diesem Geschäft werden vielleicht vier oder fünf Exporteure im grossen Stil profitieren und nicht etwa alle Bauern, wie man meinen könnte. Man sieht ja schon, dass die 4 Millionen Franken, die für Exportsubventionen verwendet werden sollen, bei den Direktzahlungen eingespart werden, vermutlich bei den raufutterverzehrenden Grossvieheinheiten. Das trifft viel mehr Bauern, es sind viel mehr als jene, die von den Exportsubventionen profitieren können.
Warum findet die Minderheit - die übrigens beim Entscheid für Eintreten aus 12 Kommissionsmitgliedern besteht; es stand damals 12 zu 12, der Präsident gab den Stichentscheid, worauf wir auf die Vorlage eingetreten sind - ein Zurückgehen zu alten Zeiten falsch? Es ist ganz klar, dass solche Ausfuhrbeihilfen marktverzerrend und ökonomisch ineffizient sind. Auf solche Instrumente sollten wir verzichten, das haben wir ja eigentlich bereits beschlossen. Wir sind der Ansicht, dass die Landwirtschaft über Anreize zur Erbringung von gemeinwirtschaftlichen Leistungen gefördert werden soll und nicht über solche Instrumente. Ausfuhrbeihilfen helfen eben wirklich nicht den Bauern, sondern den wenigen Viehhändlern. Mit einer solchen Unterstützung werden auch die Preise für inländische Käufer verteuert. Das sollte nicht der Fall sein.
Es ist argumentiert worden, dass man gedacht hat, dass es wegen des WTO-Abkommens dann sowieso nicht mehr möglich sei, solche Exportbeihilfen zu zahlen. Jetzt habe man das WTO-Abkommen nicht, also könne man die Beihilfen weiterhin behalten. Es wird auch mit dem Argument der kürzeren Spiesse gegenüber der EU gefochten. Das ist falsch - innerhalb der EU gibt es keine solchen Exportbeihilfen, und dass wir nicht in der EU sind, hat auch damit zu tun, dass eben gerade jene Kreise, die für diese Geschichte hier stehen, gar nicht dazugehören wollen. So sind eigentlich unsere Spiesse in Bezug auf die Verkäufe innerhalb der EU die gleichen. Etwas anderes ist es nur, wenn EU-Mitglieder über die Grenze hinaus verkaufen. Aber das ist trotzdem kein Grund, eine solche ineffiziente Massnahme weiterzuführen.
Ich möchte noch darauf hinweisen, was gestern passiert ist: Hier im Saal hat der oberste Bauer mit Verve dafür gekämpft, dass weiterhin nicht gegen die Steuerhinterzieher aus dem Ausland gekämpft werden darf. Praktisch alle Bauern aus der SVP, mit wenigen Ausnahmen, waren gegen die Doppelbesteuerungsabkommen. Das war ganz klar wirtschaftsfeindlich. Dort macht man das eine, man hilft also nicht einmal der Wirtschaft, man schützt lieber weiterhin Steuerhinterzieher aus dem Ausland. Hier macht man jetzt wieder mit unsinnigen marktverzerrenden Massnahmen eine Wirtschaftspolitik für einige wenige. Ich bitte Sie, Wirtschaftspolitik zu machen, die allen hilft, und nicht nur ständig in das Portemonnaie von ganz wenigen zu schielen.
Bitte machen Sie bei der sehr grossen Minderheit mit, und lehnen Sie diesen Entwurf als nicht mehr zeitgemäss ab.
Büchler Jakob · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion CVP/EVP/glp
Frau Fässler, Sie sind Mitglied der WAK. Sie wissen genau, dass es hier nicht um vier oder fünf Viehexporteure geht, sondern um eine kleine Verschiebung innerhalb des Zahlungsrahmens. Es gibt Währungsprobleme wegen des Wechselkurses zwischen dem Euro und dem Schweizerfranken. Warum sind Sie trotzdem dagegen? Es geht um viel mehr als nur um vier oder fünf Viehexporteure.
Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Es ist eben nicht so; genau das habe ich in der WAK gelernt. Die Währungsprobleme, da gebe ich Ihnen Recht, gibt es in allen Branchen. Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft; das ist etwas, was Herr Bundesrat Schneider-Ammann im Gesamten angehen muss. Ich kann mich einfach nicht damit einverstanden erklären, dass für jedes ins Ausland verkaufte Tier dem Verkäufer mehrere Hundert Franken bar auf die Hand gegeben werden.
Schibli Ernst · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Fässler, darf ich Sie bitten, die Ausführungen von Herrn Walter so wiederzugeben, wie er sie gestern gemacht hat, und sie nicht in ein völlig falsches Licht zu stellen und zu verzerren?
Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Ich kann Ihnen genau sagen, wie Sie und er gestimmt haben: bei jedem Doppelbesteuerungsabkommen ohne "OECD 26" mit Nein.
Favre Charles · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Le groupe libéral-radical est opposé à cette modification de loi et à ce crédit de financement, tout simplement pour des raisons de cohérence.
Nous avons défini une politique agricole, depuis de nombreuses années, et en particulier par le biais de la Politique agricole 2011. Cette décision remonte à 2007, et nous avons donc poursuivi notre politique agricole qui consiste à augmenter les paiements directs et à diminuer les soutiens au marché. Dans ce cadre-là, nous avons décidé de supprimer la subvention à l'exportation de bovins. Cette suppression est entrée en vigueur au début 2010, c'est-à-dire il y a un peu plus d'une année à peine et, déjà, nous revenons sur le principe même de cette politique agricole. Bien entendu, il ne s'agit pas là de milliards, mais seulement de 4 millions de francs. Cependant, pour une question de cohérence politique, nous devons poursuivre dans la voie que nous avions tracée à l'époque.
Pourquoi avions-nous été dans la direction d'une suppression progressive des soutiens au marché? Tout simplement pour nous préparer à des échéances inéluctables, notamment dans le cadre de l'OMC, puisque vous savez que ce genre de subventions sera interdit. Bien entendu, les négociations du cycle de Doha piétinent, nous le savons toutes et tous, mais ce n'est ni une raison pour piétiner de notre côté aussi, ni même pour emprunter le chemin opposé.
De plus, réfléchissons à cette mesure sous l'angle économique: nous parlons de 6000 bovins sur 700 000 bovins dans tout le pays, et nous voulons en subventionner l'exportation alors que nous importons chaque année environ 20 000 têtes de bétail.
Ainsi, nous allons dans la fausse direction avec cette modification légale. Nous devons poursuivre la politique que nous avons voulue. Il est du reste extrêmement étonnant que, dans le cadre d'une consultation des cantons - qui, normalement, assument cette politique et l'approuvent -, ceux-ci nous répondent: "Dans ce cadre-là, nous pourrions revenir en arrière."
Les propositions qui vous sont faites dans le cadre de cette modification légale sont à notre avis inefficaces. Elles vont à l'encontre de notre politique agricole et n'ont pas d'avenir.
C'est la raison pour laquelle nous vous proposons de ne pas entrer en matière sur cette modification légale et de rejeter l'arrêté de financement.
Schelbert Louis · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Grüne Fraktion
Die Fraktion der Grünen beantragt Ihnen, nicht auf den Entwurf gemäss parlamentarischer Initiative "Erhalt des Viehexportes aus der Schweiz" einzutreten. Die Initiative steht quer zur beschlossenen Landwirtschaftspolitik: Sie will eine Subventionsart wiedereinführen, die erst auf Anfang 2010 abgeschafft worden ist. Leider ist auch eine Mehrheit der Kommission für Wirtschaft und Abgaben der Meinung, dass die Subventionierung des Viehexportes keine zwei Jahre nach ihrer Abschaffung wieder zum Instrumentarium der Landwirtschaftspolitik gehören solle.
Die aktuelle Landwirtschaftspolitik baut Marktstützungsmassnahmen Schritt für Schritt ab und setzt stattdessen verstärkt auf Direktzahlungen. Das halten wir Grünen im Grundsatz für richtig, deshalb unterstützen wir die entsprechenden Bestrebungen des Bundesrates. Nach unserem Dafürhalten müssen in Zukunft aber die leistungsbezogenen Direktzahlungen noch stärker zum Zug kommen. Die pauschalen Direktzahlungen führen nicht wirklich zum Ziel, sie sind nicht effizient genug. Für entscheidend halten wir, dass die Mittel für das Erbringen von gemeinwirtschaftlichen Leistungen eingesetzt werden; die Direktzahlungen sind an konkrete Leistungen zu knüpfen. Das bäuerliche Einkommen würde damit nicht geschmälert, die Landwirtschaft aber besser, zielgerichteter steuerbar.
Von dieser Zielsetzung weicht die vorliegende Initiative komplett ab, und wir halten das für ebenso komplett falsch. Wie verkehrt es ist, zeigt sich am klarsten daran, dass die Mittel für die Exportsubventionen von den Direktzahlungen stammen würden: Die Kredite würden bei den Beiträgen für die Haltung von raufutterverzehrenden Nutztieren abgezwackt. Dabei ist zweifelhaft, dass tatsächlich die Viehverkäufer, die Bauern, als grösste Nutzniesser aus dem Ganzen hervorgehen würden. Zu befürchten ist vielmehr, dass einige wenige Viehhändler ein gutes Geschäft machen würden.
Wir Grünen halten dafür, dass Viehhaltung und Viehzucht gezielt unterstützt werden sollen. Das ist auch mit dem geltenden Recht möglich, auch und gerade im Berggebiet; das geht wie gesagt mit Direktzahlungen. Dieser Weg ist im Übrigen - im Unterschied zu den jetzt zur Diskussion stehenden Exportsubventionen - mit dem internationalen Recht vereinbar.
Aus den dargelegten Gründen bitten wir Sie, den Antrag der Kommissionsmehrheit abzulehnen, der Minderheit zu folgen und nicht auf die Vorlage einzutreten.
Aebi Andreas · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich spreche als Präsident von Swissherdbook mit 10 000 Züchtern und auch als Auktionator. Herr Schelbert, ist Ihnen bewusst, dass bei einem gutfunktionierenden Viehexport, so, wie es bis anhin der Fall war, der Bergbauer für seine Aufzuchttiere im Herbst 200 bis 300 Franken mehr löst? So habe ich das bis jetzt immer erfahren.
Schelbert Louis · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Grüne Fraktion
Schauen Sie, Herr Aebi, wir stehen gewissermassen vor einer Entscheidung bezüglich der Landwirtschaftspolitik. Sie wissen, dass wir in Bälde den neuen Landwirtschaftsbericht zur Diskussion erhalten werden. Ich stelle fest, dass in der letzten Zeit bestimmte Kreise versuchen, in der Landwirtschaftspolitik das Rad zurückzudrehen. Wir sind der ganz klaren Meinung, dass die Zukunft den leistungsbezogenen Direktzahlungen gehört. Diese kommen auch den Bauern im Berggebiet zugute. Von daher können Verluste, die sich aus der einen wirtschaftlichen Tätigkeit, nämlich dem Export, ergeben können, durch zusätzliche Mittel, die für Leistungen im ökologischen Bereich erbracht werden, aufgefangen werden. Diese Landwirtschaftspolitik halte ich für viel zukunftsfähiger.
Thorens Goumaz Adèle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
Les Verts n'entreront pas en matière sur les projets issus de l'initiative parlementaire Bigger, "Maintien des exportations suisses de bétail". Ceux-ci prévoient de revenir sur une décision récente puisqu'elle date du début de 2010, qui consistait en la suppression des subventions à l'exportation du bétail. Or cette décision était justifiée du point de vue des Verts. En effet, elle s'inscrit dans l'évolution actuelle de la politique agricole, qui implique la suppression des soutiens à la production ou au marché au profit des paiements directs, qui rétribuent de manière plus efficace et plus ciblée les prestations, notamment dans le domaine du bien-être animal ou de la gestion durable des ressources.
Les Verts souhaitent bien sûr apporter un soutien fort à une agriculture suisse dynamique et durable. Mais ils considèrent que l'instrument proposé par cette initiative n'est pas le bon. La réintroduction de telles subventions à l'exportation constituerait un retour en arrière que nous ne savons pas comment justifier. Nous ne pensons en effet pas que l'exportation de quelques milliers de têtes de bétail par année soit décisive pour garantir la pérennité de l'agriculture suisse. Il existe en outre d'autres moyens que nous soutenons avec conviction, qui sont plus efficaces et plus ciblés et qui permettent de soutenir tout aussi bien les agriculteurs, et en particulier ceux d'entre eux qui sont actifs dans les régions de montagne.
Walter Hansjörg · 1VP-M · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es trifft zu, dass im Dezember 2005 die WTO-Ministerkonferenz in Hongkong den Ausstieg aus den Exportsubventionen bis 2013 empfohlen hat. Und wir wissen jetzt alle, dass die Doha-Runde stockt, nicht weitergeht und möglicherweise abgebrochen wird, weil sie überaltert ist. Die Beratungen dauern nun schon zehn Jahre, die Welt hat heute andere Probleme als die, worüber 2001 in Doha verhandelt wurde. Weder die EU noch die USA haben die Agrargesetzgebung im Hinblick auf Exportsubventionen bis heute angepasst, die Schweiz mit der AP 2011 schon.
Der Schweizerische Bauernverband unterstützt den Ausstieg aus den Exportsubventionen, sofern das überall gemacht wird. Die Verwaltung hat es aber unterlassen, zu diesem Ausstieg Alternativen zu bieten, und das hat uns natürlich schon enttäuscht. Wir haben in der Schweiz einen hohen administrativen Aufwand für den Export: tierärztliche Kosten, Quarantänekosten. Die entsprechenden Handelsorganisationen müssen das volle Delkredererisiko übernehmen. Wir haben keine Exportrisikogarantie für den Viehexport, und es trifft also nicht zu, dass diese Viehhandelsorganisationen, die dieses Geschäft betreiben, entsprechend vergoldet werden. Hier ist eine Leistung dahinter. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen.
Was hat das für Auswirkungen gehabt? Vor der BSE-Krise hat die Schweiz zwischen 12 000 und 15 000 Rinder exportiert, und 2009 immerhin noch 5900, 2010 waren es noch 555, bei gleichen Marktverhältnissen. Das kann es wohl nicht sein. Deshalb schlagen wir mit der parlamentarischen Initiative Bigger vor, nun - um die Märkte nicht zu verlieren - wieder Exportsubventionen zu sprechen, und zwar einen Pauschalbetrag nicht von 1000, sondern von etwa 600 Franken pro Stück Vieh. Das entspricht den administrativen Exportkosten, die entstehen.
Sollte in einer späteren Phase wirklich auf diese Exportsubventionen verzichtet werden müssen, dann gäbe es Alternativen. Es könnten zum Beispiel, wie in der EU, auch Transportentschädigungen bezahlt werden; es könnten Delkredererisiken à la Exportrisikogarantie übernommen werden, Tierarztkosten könnten direkt vergütet werden - was dann wieder WTO-konform wäre. Wir dürfen jetzt die Märkte nicht verlieren. Die Bauern profitieren davon - Herr Aebi hat in seiner Frage darauf hingewiesen -; es gibt einen höheren Preis. Der Viehexport ist wirklich etwas Sinnvolles. Man überlastet damit die Märkte nicht. Wenn die Tiere von den Alpen kommen - das ist praktisch nur im Herbst der Fall, wenn der Winter kommt -, wenn die Tiere wieder eingestallt werden müssen, kommt es immer wieder zu einem Marktzusammenbruch im Fleischbereich.
Ich bitte Sie also höflich, einzutreten, hier zuzustimmen und damit diese Massnahme zu unterstützen. Die Finanzierung erfolgt innerhalb des Zahlungsrahmens für die Landwirtschaft.
Wenn wir jetzt noch einen Ausblick auf die Agrarpolitik 2014-2017 machen, so ist gerade das wieder ein klares Beispiel für ein Ziel: Wir wollen den Export von Schweizer Vieh ins Ausland fördern, vor allem auch in den Osten, für den unser robustes Bergvieh geeignet ist; es kann dort unter schwierigen Verhältnissen in Produktion gehen. Wir haben hier mit diesen Beiträgen eine solche Massnahme, wie auch immer man diese Beiträge bezeichnet. Wir machen damit Exportförderung - das wäre der korrekte Begriff - und sprechen nicht Subventionen oder Exportsubventionen.
Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.
Hassler Hansjörg · Mit-M · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD
Der Viehexport ist ein wichtiges Instrument des einheimischen Nutz- und Schlachtviehmarktes. Besonders im Herbst, wenn zahlreiche Tiere von den Alpen zurückkehren, sind wir auf den Viehexport angewiesen: Er trägt dazu bei, dass die Viehpreise bei einer saisonalen Zunahme des Angebotes nicht zusammenbrechen. Die Möglichkeit des Viehexports hilft mit, die Nutz- und Schlachtviehpreise stabiler zu halten; davon kann jeder Landwirt direkt profitieren.
Es ist nicht so, dass beim Viehexport, wie von Frau Fässler behauptet wird, nur die Exporteure verdienen. Vielmehr hilft der Viehexport der ganzen Viehwirtschaft in unserem Land. Wenn das Exportgeschäft so lukrativ wäre, wie sie meint, würden viel mehr Viehhändler Vieh exportieren. Die Zahl der Viehhändler ist in den letzten Jahren aber im Gegenteil zurückgegangen, weil der Viehexport relativ aufwendig ist und nur wenige diesen Aufwand in Kauf nehmen.
Der Nutzen des Viehexportes für die Landwirtschaft ist aus unserer Sicht unbestritten. Die Viehexportbeiträge des Bundes wurden ja bekanntlich mit der AP 2011 entgegen dem Willen der Landwirtschaft gestrichen. Die Streichung wurde dem Parlament vor allem damit schmackhaft gemacht, dass die Exportbeiträge nicht WTO-tauglich seien und dass die WTO diese Beiträge in Zukunft also sowieso nicht mehr zulassen werde. Nun konnte die Doha-Runde der WTO aber nicht abgeschlossen werden, dadurch ist eine Ungleichbehandlung gegenüber dem Viehexport aus der EU entstanden. Wie es mit der Doha-Runde der WTO weitergeht, ist aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen; jedenfalls kennt die EU weiterhin Ausfuhrbeihilfen für Vieh, welches in Drittstaaten exportiert wird.
Die Schweiz ist gegenüber der EU auch ein Drittland. Wenn also Tiere aus der EU in die Schweiz exportiert werden, gibt es für diese Exportbeihilfen; wenn aber Tiere aus der Schweiz in die EU exportiert werden, gibt es dafür keine Exportbeiträge mehr. Oder wenn z. B. Schweizer Tiere in die Türkei ausgeführt werden, gibt es keine Exportbeiträge, wenn sie aber aus einem EU-Land in die Türkei ausgeführt werden, schon. Dadurch haben wir beim Viehexport nicht mehr gleich lange Spiesse wie unsere Konkurrenz. Das ist nicht akzeptabel und hatte im letzten Jahr auch drastische Auswirkungen: Im Jahr 2009 konnten mit Exportbeiträgen noch rund 5800 Tiere exportiert werden, im Jahr 2010 - ohne Exportbeiträge - noch 555 Tiere. Der Export und damit auch die Nutzviehpreise sind im Herbst 2010 regelrecht eingebrochen. Diese Zahlen zeigen klar und deutlich auf, dass die Schweiz ohne Viehexportbeiträge nicht konkurrenzfähig ist. Darum verlangen wir die Wiedereinführung dieser Beiträge für den Viehexport.
Der Export von Zuchtvieh stärkt den Weiterbestand der einheimischen Viehwirtschaft in allen Gebieten in unserem Land, vor allem aber in den Berg- und Hügelgebieten. Es ist uns wichtig, dass die Beiträge rasch wieder eingeführt werden, damit die bestehenden Handelsbeziehungen der Schweizer Viehhändler erhalten bleiben können, denn wenn sie einmal verlorengegangen sind, können sie nur schwer zurückgewonnen werden. Es ist uns deshalb wichtig, dass diese Beiträge ab dem kommenden Herbst wieder ausgerichtet werden können.
Der Vorschlag der Kommission für die Wiedereinführung der Exportbeiträge ist sehr moderat und massvoll: Die Mehrheit der WAK fordert keine zusätzlichen Mittel für die Exportbeiträge, sie sollen innerhalb des Landwirtschaftsbudgets von den Direktzahlungen zu den Marktstützungen umgelagert werden. Wir von der BDP-Fraktion sind überzeugt, dass die Beiträge für den Viehexport sinnvoll sind und dass die einheimische Viehwirtschaft dadurch effizient unterstützt werden kann. Sie tragen zur Stabilität der Nutz- und Schlachtviehpreise bei und stärken so das Einkommen jedes Viehhalters in unserem Land.
Die BDP-Fraktion unterstützt daher die Wiedereinführung der Exportbeiträge und stimmt der parlamentarischen Initiative Bigger zu. Ich bitte Sie, das Gleiche zu tun.
Darbellay Christophe · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion CVP/EVP/glp
Il faut d'abord rappeler le contexte dans lequel nous avions renoncé à des subventions en faveur de l'exportation de bétail. Il s'agissait du débat sur la Politique agricole 2011. On nous a alors certifié que la conclusion d'un accord de l'OMC qui aurait conduit à la suppression pure et simple des subventions à l'exportation était éminente. Aujourd'hui, ce n'est toujours pas le cas, et la conclusion d'un tel accord n'est toujours pas en vue. Par conséquent, la protection à la frontière demeure mais pas les subventions à l'exportation, comme nous l'avions décidé à l'époque.
Le bétail de boucherie et le bétail d'élevage sont deux fois plus chers en Suisse que dans les pays qui nous entourent. Par conséquent, nous n'avons strictement aucune chance d'exporter du bétail d'élevage à l'étranger. La statistique est des plus limpides: nous exportions environ 5000 à 5700 têtes de bétail à l'étranger; ce chiffre est tombé à un niveau extrêmement bas, de l'ordre de 500 bêtes par année. La demande reste forte pour le bétail suisse en Italie, en Europe, en Europe de l'Est de plus en plus. Par conséquent, la disparition des subventions en faveur de l'exportation nous fait perdre beaucoup de clients. Ainsi, les Italiens préfèrent acheter le bétail en Hollande ou en Allemagne du Nord. Il s'agit ici uniquement de bétail d'élevage, de jeunes vaches ou de génisses.
La Suisse reste un pays extraordinaire pour l'élevage du bétail. Nos éleveurs - et cela fait aussi notre fierté - sont aussi parmi les meilleurs du monde. Il s'agit ici de donner à l'agriculture, et en particulier à l'agriculture de montagne, un bol d'oxygène. Il s'agit aussi de dire que le bétail de très haut niveau, parmi les meilleures bêtes du monde, peut s'exporter sans subventions. Mais lorsqu'il s'agit de bêtes normales, de bétail moyen dira-t-on, il est impossible d'exporter à des prix pareils. Et cette situation est évidemment rendue plus aiguë encore par un cours du franc suisse très élevé. Aujourd'hui, une vache coûte 2800 à 3000 francs en Suisse; en Europe, elle coûte 1800 à 2000 francs. Par conséquent, il faut trouver ici une solution. Cela permettra aussi, en réintroduisant les subventions à l'exportation, pour un montant relativement modeste, d'avoir un effet collatéral très positif sur le marché du lait, dont vous savez qu'il connaît des difficultés actuellement.
Il s'agit aussi de donner un signe à l'agriculture de montagne. La saison essentielle pour l'exportation de bétail reste l'automne, au moment où les bêtes descendent de l'alpage. Et nous pourrions, avec un montant modeste, compensé dans le budget destiné à l'agriculture, conserver et garantir nos marchés, ne pas perdre nos clients et prendre une mesure en faveur de l'agriculture de montagne.
Je vous invite, comme la majorité du groupe PDC/PEV/PVL, à suivre la majorité, c'est-à-dire à entrer en matière sur ces projets.
Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern
Der Bundesrat lehnt die Wiedereinführung von Ausfuhrbeihilfen für Schweizer Zuchtvieh aus folgenden sieben Gründen ab:
1. Subventionierte Zuchtviehexporte haben eine negative Wirkung auf den Zucht- und Nutzviehmarkt in der Schweiz: Sie verknappen das Angebot im Inland, und in der Folge steigen die Kosten für inländische Produzenten, welche Tiere zur Zucht und Nutzung zukaufen.
2. Die Unterstützung der Landwirtschaft vor allem im Hügel- und Berggebiet kann gezielter und effizienter über Direktzahlungen erfolgen als mit finanziell unterstützten Zuchtviehexporten. Von Ausfuhrbeihilfen profitieren in erster Linie die Viehhändler, welche die Tiere exportieren. Frau Fässler hat gefragt, ob die Zahlen, die genannt worden seien, stimmten. Ich bestätige, dass fünf Viehhändler für 80 Prozent des Exports zuständig sind. Ich bemerke aber auch, dass bei diesen Viehhändlern damit eine Leistung verbunden ist und es nicht einfach Nettoeinkommen ist; das ist für mich selbstverständlich. Ich bestätige auch, um mit Herrn Hassler zu sprechen, dass damit eine Wertschöpfungskette verbunden ist, dass also nicht nur der Handel per se verdient, sondern dass diejenigen, die die Tiere dem Handel zuführen, mit von der Partie sind.
3. Die vorgeschlagene Finanzierung der Ausfuhrbeihilfen würde Kürzungen bei den Direktzahlungen, namentlich bei den Beiträgen für die Haltung raufutterverzehrender Nutztiere, erforderlich machen und würde somit zulasten aller Rindviehhalter gehen.
4. Ursprünglich, in den Siebziger- und Achtzigerjahren, bezweckten die Ausfuhrbeihilfen eine Entlastung des Schweizer Nutz- und Schlachtviehmarktes. Die Situation hat sich seither, wie Sie alle wissen, stark verändert. Die Rindviehbestände in der Schweiz sind seit 2006 um rund 20 Prozent gesunken, und zwischenzeitlich werden jährlich mehrere Tausend Tonnen Kuhfleisch importiert. Allein im letzten Jahr wurden umgerechnet über 20 000 Tiere für die Versorgung des Inlandmarktes eingeführt. Auf eine spezifische Entlastung des inländischen Rindviehmarktes im Herbst nach Alpabzug kann deshalb auch verzichtet werden. Bei dieser Marktlage wäre es auch nicht auszuschliessen, dass sogar subventionierte Exporttiere letztlich als Schlachtkörper wieder in die Schweiz eingeführt würden.
5. Ausfuhrbeihilfen werden vom Bundesrat nach wie vor als eine marktverzerrende und ökonomisch ineffiziente Massnahme eingestuft. Zudem können sie aufgrund der internationalen Verpflichtungen der Schweiz mittelfristig kaum aufrechterhalten werden. Es wurde erwähnt: Gemäss der WTO-Ministererklärung von Hongkong vom Dezember 2005 wollen die WTO-Mitgliedstaaten alle Formen von Ausfuhrbeihilfen bis Ende 2013 abschaffen. Falls die Doha-Runde tatsächlich scheitern sollte - ich weiss weniger als einzelne von Ihnen, wenn ich richtig zugehört habe -, werden die Ausfuhrbeihilfen in der WTO anfechtbar, da die während der Doha-Verhandlungen noch respektierte Stillhaltevereinbarung definitiv auslaufen würde. Es muss also damit gerechnet werden, dass ab dem 1. Januar 2014 keine Ausfuhrbeihilfen mehr ausgerichtet werden dürfen bzw. diese infrage gestellt werden.
6. Eine gezielte Unterstützung der schweizerischen Viehhaltung und Viehzucht ist mit Absatzförderungsmitteln und mit der Unterstützung der tierzüchterischen Massnahmen durch den Bund sichergestellt. Dank diesen Finanzmitteln kann zum Beispiel der Besuch von Messen und Tierausstellungen im In- und Ausland unterstützt werden. Die Führung von Herdebüchern und die Durchführung von Leistungsprüfungen fördert der Bund jährlich mit über 30 Millionen Franken.
7. Die qualitativ sehr guten Schweizer Zuchttiere können - das wurde bereits gesagt - auch ohne staatliche Unterstützung exportiert werden. Das zeigt sich darin, dass im Jahre 2010 über 500 Stück Rindvieh und rund 200 Schafe und Ziegen ausgeführt worden sind. Das ist, wenn man diese Zahlen einfach nur hört, natürlich nicht alle Welt. Es ist aber der Beweis dafür, dass es auch ohne Ausfuhrbeihilfen geht.
Lassen Sie mich zusammenfassend sagen, dass die Ausfuhrbeihilfen marktverzerrend und ökonomisch fehllenkend, nämlich ineffizient sind. Es kommt hinzu, dass diese Subventionen international stark umstritten sind und deshalb kaum aufrechterhalten werden können; insbesondere dann nicht, wenn das Stillhalteabkommen aufgrund der hängigen Doha-Verhandlungen aufgehoben werden sollte. Eine Wiedereinführung der Ausfuhrbeihilfen für Zuchtvieh würde nach Ansicht des Bundesrates die Zucht- und Nutzviehpreise für inländische Käufer verteuern. Die Unterstützung der Landwirtschaft im Berggebiet über Direktzahlungen ist deshalb zielführender und entspricht den bisherigen Entscheiden des Parlamentes. Ich will auch noch einmal mit aller Deutlichkeit darauf verweisen, dass dieses Parlament das Thema bei der AP 2007-2011 äusserst intensiv diskutiert und damals auch ganz klare Entscheide getroffen hat.
Der Bundesrat beantragt Ihnen also, auf die Gesetzesvorlage zur Wiedereinführung der Ausfuhrbeihilfen für Zuchtvieh nicht einzutreten.
Zemp Markus · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp
Gestatten Sie mir, zu einigen Punkten noch Stellung zu nehmen. Frau Fässler, aber auch Herr Schelbert und der Herr Bundesrat haben von den Viehhändlern gesprochen: Viehexport ist heute nicht mehr, ein Vieh bei einem Bauern zu kaufen und es einem Italiener zu verkaufen. Dahinter sind hochkomplexe Abläufe, Veterinärkontrollen, spezielle Zeugnisse, Transportpläne. Man kann die Tiere nicht einfach so ins Ausland bringen: Es gibt enorme Tierschutzvorschriften, man muss der EU melden, wohin die Tiere gebracht werden, wo die Ruhepausen gemacht werden, die Händler müssen zertifiziert sein. Ein normaler kleiner Händler ist nicht mehr imstande, diese Bürokratie, diese Professionalität zu bieten; dazu kommt das Delkredererisiko. Das hat dazu geführt, dass sich einige wenige auf dieses Metier spezialisiert haben. Die kleinen Händler, aber auch die Bauern sind dann Zulieferer - also es ist sehr wohl mehr dahinter. Immerhin hat der Bundesrat bestätigt, dass es eine Wirkung auf die Preise hat, indem er gesagt hat, dass der Zucht- und der Nutzviehmarkt die Preise steigert. Damit kommt sehr wohl etwas an, vor allem bei den Bauern im Berggebiet. Lassen Sie mich hier etwas sagen: Wir haben einen strukturellen Überschuss, wenn Sie so wollen, an Jungvieh, an Remonten, weil die Schweiz sehr viele Alpengebiete hat, den weitläufigen Jura, und dort, auf diesen extensiven Weiden, ist eigentlich die standortgerechteste Art der Nutzung die Aufzucht. Im Herbst haben wir dann am Markt Probleme, wenn die Tiere keine ausländischen Käufer finden.
Dann hat Frau Fässler gesagt, dass innerhalb der EU keine Exportsubventionen gemacht werden: Das bestreite ich nicht, das ist so, aber sie haben viel schlauere Instrumente, Frau Fässler. Ich sage Ihnen ein Beispiel: Österreich hat in Imst - Sie können es dort überprüfen - vor etwa sechs Monaten ein riesiges internationales Ausstellungs- und Vermarktungscenter für die Landwirtschaft eröffnet. Die Kosten betrugen 7 Millionen Euro, und die Finanzierung lief zu 86 Prozent via EU, Staat Österreich und Bundesland Tirol. Dazu gibt es spezielle Dienste, die vom Staat gratis zur Verfügung gestellt werden. Das ist also ein indirekter Nutzen, den wir so nicht haben. Was das bedeutet, hat mir vor einigen Monaten ein Bauer gezeigt, der selber ein Zuchtkalb nach Südtirol exportiert hat. Die Kosten für Veterinäruntersuchungen, Zeugnisse usw. betrugen 950 Franken; das Kalb war etwa 1200 Franken wert. Sie sehen: Es sind enorme Zahlen, die wir hier haben.
Die Kommission hat dieser Vorlage mit 13 zu 10 Stimmen bei 1 Enthaltung zugestimmt. Ich bitte Sie, das entsprechend auch zu tun.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Dans cette discussion, deux visions s'opposent: uniquement les paiements directs ou le maintien du soutien au marché. Pour les partisans de la première, la politique agricole doit aller vers moins de soutien au marché et plus d'incitations à fournir des prestations d'intérêt général. Selon eux, cette subvention devrait aller non pas aux agriculteurs mais aux marchands de bétail. Pour la majorité de la commission, en revanche, le soutien au marché de l'exportation est nécessaire et permet de soutenir directement les éleveurs de bétail bovin des régions de montagne en particulier. Ceux-ci doivent assumer des frais spécifiques importants pour pouvoir exporter leurs animaux: entre autres des frais vétérinaires, de transport ou d'assurance.
Ces aides à l'exportation permettront aussi de rétablir la compétitivité sur les marchés étrangers. En outre, il s'agit d'une redistribution à l'interne des moyens financiers destinés à l'agriculture, sans augmentation de l'enveloppe budgétaire. Tant qu'aucun accord de l'OMC n'aura été mis en oeuvre, la protection tarifaire dont bénéficie la viande de boeuf reste élevée, de sorte que les prix pratiqués en Suisse pour le bétail de boucherie restent nettement supérieurs à ceux pratiqués au sein de l'Union européenne. Cela a une influence directe sur le prix des animaux de rente, qui est également plus élevé en Suisse que dans les pays voisins. Sans aides à l'exportation, la Suisse n'est pas du tout compétitive.
Je vous rappelle le résultat de la consultation: 16 cantons - ceux d'Appenzell Rhodes-Extérieures, d'Appenzell Rhodes-Intérieures, de Fribourg, de Glaris, des Grisons, de Lucerne, de Neuchâtel, d'Obwald, de Nidwald, de Saint-Gall, de Soleure, de Thurgovie, du Tessin, d'Uri, de Vaud et du Valais - ont accepté cette manière de faire. D'autre part, 17 organisations et associations approuvent la réintroduction de ces aides à l'exportation.
Je vous rappelle également que la commission vous propose, par 13 voix contre 10 et 1 abstention, d'entrer en matière et d'adopter ces deux projets.
Hämmerle Andrea · Mit-M · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion
Zunächst bin ich erstaunt, dass die Kommissionssprecher die Argumente der Minderheit mit keinem Wort erwähnen, obwohl per Stichentscheid entschieden wurde. Meine Frage ist die: Wie erklären Sie denn, meine Herren, der grossen Mehrheit der Bauern, die mit Viehexport überhaupt nichts zu tun haben, dass sie das Geschäft weniger Exporteure finanzieren sollen, indem ihnen die Direktzahlungen gekürzt werden?
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
La décision n'a pas été prise en dernier ressort avec la voix prépondérante du président puisque, lors du vote sur l'ensemble, c'est par 13 voix contre 10 et 1 abstention que la commission a décidé de vous proposer d'adopter ces projets.
D'autre part, il est vrai que cela ne touche pas tous les agriculteurs. Mais néanmoins, dans le cadre de l'agriculture, il faut une certaine solidarité. Quand on touche au bétail de rente, on a aussi une influence sur le marché laitier. C'est par une vision globale des aides à l'agriculture qu'on peut rétablir une certaine confiance dans l'agriculture suisse.
Abstimmung
Le président (Germanier Jean-René, président): Nous votons sur la proposition de non-entrée en matière de la minorité Fässler, soutenue par le Conseil fédéral.
Abstimmung - Vote
Für Eintreten ... 96 Stimmen
Dagegen ... 62 Stimmen
Germanier Jean-René · P-M · Nationalrat · Wallis · Freisinnig-demokratische Fraktion
1. Bundesgesetz über die Landwirtschaft
1. Loi fédérale sur l'agriculture
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I, II
Antrag der Kommission: BBl
Titre et préambule, ch. I, II
Proposition de la commission: FF
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Ziff. I Art. 53 - Ch. I art. 53
Ausgabenbremse - Frein aux dépenses
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe ... 98 Stimmen
Dagegen ... 65 Stimmen
Das qualifizierte Mehr ist nicht erreicht
La majorité qualifiée n'est pas acquise
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 96 Stimmen
Dagegen ... 63 Stimmen
Le président (Germanier Jean-René, président): Comme le frein aux dépenses n'a pas été levé, l'examen du projet 2 est suspendu.