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Keine Verjährungsfristen für Schwerstverbrecher

70434 · Amtliches Bulletin

Dals 2 mars 2026

https://lexipedia.io/rm/docs/ch/ab-bo-bu/70434/de/keine-verjahrungsfristen-fur-schwerstverbrecher

Consultà ils 4 sett. 2026

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Funtauna

Fatschenta parlamentara: Keine Verjährungsfristen für Schwerstverbrecher (19.300)

19.300

Keine Verjährungsfristen für Schwerstverbrecher

Page Pierre-André · P-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Antrag der Mehrheit

Eintreten

Antrag der Minderheit

(Schneider Meret, Dandrès, Funiciello, Gaillard Benoît, Jaccoud, Mahaim, Maitre, Nantermod, Schmezer, Töngi)

Nichteintreten

Proposition de la majorité

Entrer en matière

Proposition de la minorité

(Schneider Meret, Dandrès, Funiciello, Gaillard Benoît, Jaccoud, Mahaim, Maitre, Nantermod, Schmezer, Töngi)

Ne pas entrer en matière

Le président (Page Pierre-André, président): Nous allons mener un seul débat sur l'entrée en matière et la discussion par article.

Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion

Es ist etwas schwierig, nach dem Gedenkmoment zu Crans-Montana einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen.

Die Standesinitiative St. Gallen wurde am 7. Januar 2019 eingereicht. Sie verlangt eine Änderung des Strafgesetzbuchs mit dem Ziel, die heutige 30-jährige Verjährungsfrist für lebenslange Strafen aufzuheben und Mord für unverjährbar zu erklären. Der Ständerat beschloss am 10. März 2020 zunächst, der Initiative keine Folge zu geben. Der Nationalrat gab ihr am 1. Juni 2021 äusserst knapp - mit einer Stimme Unterschied - Folge, worauf sich am 16. Dezember 2021 der Ständerat, wiederum sehr knapp, diesem Ergebnis anschloss.

Zur Umsetzung der Initiative erarbeitete die Kommission für Rechtsfragen des Ständerates einen Entwurf, der die Unverjährbarkeit von Mord vorsieht. Der Ständerat nahm diesen Entwurf am 13. März 2025 deutlich an. Der Bundesrat beantragt in seiner Stellungnahme vom Februar 2025 jedoch, die Umsetzung im Lichte der Vernehmlassung zu überprüfen und insbesondere die generellen Verjährungsfristen bei schweren Delikten sowie die Differenzen zwischen Mord und vorsätzlicher Tötung genauer anzuschauen. Das Bundesamt für Justiz zog zusätzlich die KKJPD und die Schweizerische Staatsanwaltschaftskonferenz bei; Ihrer Kommission lagen entsprechende Arbeitspapiere vor.

Nach einer ersten Aussprache beschloss Ihre Kommission für Rechtsfragen am 10. Oktober 2025, Anhörungen durchzuführen, und hörte am 8. Januar 2026 Vertreterinnen und Vertreter der Strafverfolgung, der Forensik, der Anwaltschaft, der Staatsanwaltschaft, der Justiz und der Wissenschaft an. Alle diese Teilnehmer rieten davon ab, diese starre Unverjährbarkeit bei Mord so einzuführen. Der Entwurf des Ständerates sah nämlich vor, ausschliesslich Mord für unverjährbar zu erklären. Die Unverjährbarkeit sollte sowohl für die Strafverfolgung als auch für die Vollstreckung der Strafe gelten.

An ihrer Sitzung vom 12. Februar 2026 ist die Kommission dann mit 14 zu 10 Stimmen auf die Vorlage eingetreten und hat sie beraten. In der Diskussion stellte sich die Frage der Verjährung als Abwägung zwischen technischem Fortschritt und Rechtsfrieden. Einerseits erschienen 30 Jahre angesichts moderner DNA-Analysen und der digitalen DNA-Beweismöglichkeiten als nicht unbedingt zu lange. Andererseits verlangt der Rechtsfrieden, dass Verfahren irgendwann einmal abgeschlossen werden. Die vollständige Unverjährbarkeit würde vor allem die Staatsanwaltschaft faktisch dazu zwingen, ständig weiter zu ermitteln, ohne jemals damit aufzuhören, bis der Täter allenfalls gefunden würde.

Als besonders problematisch erachtet die Mehrheit Ihrer Kommission die isolierte Unverjährbarkeit des Mordes. Die Abgrenzung zwischen Mord und vorsätzlicher Tötung ist anspruchsvoll und hängt vom Motiv sowie von der besonderen Skrupellosigkeit der Tat ab - Aspekte, die oft erst nach umfassender Beweisaufnahme beurteilt werden können. Wäre nur Mord unverjährbar, entstünde ein systemisches Dilemma. Zudem garantiert auch ein späterer DNA- ...

Page Pierre-André · P-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Le président (Page Pierre-André, président): Monsieur Flach, permettez-moi de vous interrompre, le temps que le calme revienne dans la salle.

Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion

Wenn man sich selber fast nicht mehr hört, wird man immer lauter, und das möchte ich nicht.

Es ist ein ganz wichtiger Punkt. Besonders problematisch ist der Aspekt, dass Mord erst aufgeklärt werden kann, wenn der Täter vor einem steht. Es kommt noch hinzu, dass auch ein DNA-Treffer nicht bedeutet, dass es zu einer Verurteilung kommt. Nehmen Sie zum Beispiel den Mord von Seewen vor vielen Jahren: Die Mordwaffe wurde gefunden, der Täter nie. Vielleicht gab es DNA-Spuren. Aber selbst wenn wir den Täter irgendwann einmal doch noch finden würden, wäre es nicht möglich, ihm nur anhand der Waffe und allfälliger DNA-Beweise diesen Mord auch tatsächlich nachzuweisen. Man schürt also Hoffnungen, die sich in der Realität nicht erfüllen lassen.

Die Kommission unterstützte deshalb den Vorschlag der Verwaltung, also den Antrag des Bundesrates. Dieser verzichtet auf die Unverjährbarkeit des Mordes, verlängert jedoch die Verjährungsfristen in wesentlichen Punkten: Erstens sollen Delikte mit einer Mindeststrafe von drei Jahren oder mehr künftig auch der 30-jährigen Verjährungsfrist unterstellt werden. Dadurch kommt es zu einer Verschärfung, und die Verjährungsfristen werden in wesentlichen Punkten entsprechend auch mit den Fristen betreffend Mord synchronisiert. Zweitens wird bei Delikten mit einer Höchststrafe von mehr als drei Jahren die Verjährungsfrist von 15 auf 20 Jahre erhöht. Darunter fällt beispielsweise die qualifizierte Vergewaltigung. Damit gelten für Mord und vorsätzliche Tötung künftig einheitlich 30 Jahre. Das bedeutet keine Abgrenzungsproblematik mehr. Die weiteren Anpassungen sind dann noch redaktioneller Natur. Die Übergangsregelung sieht vor, dass die neuen Fristen nur für Taten gelten, die beim Inkrafttreten noch nicht verjährt sind. Das entspricht auch der übrigen gesetzgeberischen Praxis.

Die Kommission kam insgesamt zum Schluss, dass eine vollständige Unverjährbarkeit vor allem symbolischen Charakter hätte. Der Vorschlag der Verwaltung hingegen trägt dem Bedürfnis nach längeren Verjährungsfristen bei schweren Delikten Rechnung, wahrt aber gleichzeitig die Systematik des Strafrechts und den Grundsatz des Rechtsfriedens.

Ich bitte Sie, der Mehrheit der Kommission zu folgen, einzutreten und in der Detailberatung den Anträgen der Mehrheit Ihrer Kommission zuzustimmen.

Gianini Simone · Mit-M · Nationalrat · Tessin · FDP-Liberale Fraktion

L'iniziativa presentata il 7 gennaio 2019 dal Canton San Gallo chiede una modifica del Codice penale nel senso di rendere imprescrittibili i reati puniti con la detenzione a vita. È una richiesta comprensibile che però, come si vedrà, non raggiunge l'effetto desiderato.

Nella trattazione della prima fase, il Consiglio degli Stati aveva inizialmente deciso di non darvi seguito. Il 1° giugno 2021 questo Consiglio l'aveva invece approvata con 90 voti contro 89 e 10 astensioni. Successivamente, il 16 dicembre 2021, anche il Consiglio degli Stati ha deciso di darvi seguito, con 21 voti contro 20.

La Commissione degli affari giuridici del Consiglio degli Stati ha così elaborato un progetto che prevede quale nuovo reato imprescrittibile unicamente l'assassinio. Il Consiglio degli Stati ha adottato quel progetto il 13 marzo 2025.

Nel suo parere del 12 febbraio 2025, alla luce dei risultati della consultazione, il Consiglio federale aveva invece proposto di rinunciare all'imprescrittibilità e agire invece sui termini di prescrizione per i reati gravi in generale, così come sull'attuale differenza tra l'assassinio - con un termine di prescrizione di 30 anni - e l'omicidio intenzionale, con un termine di 15 anni. Per elaborare una soluzione il più possibile condivisa, l'Ufficio federale di giustizia ha inoltre richiesto i pareri della Conferenza delle direttrici e dei direttori dei dipartimenti cantonali di giustizia e polizia e della Conferenza svizzera dei Ministeri pubblici.

Dopo una prima discussione, la CAG-N ha deciso di procedere con delle audizioni, ascoltando l'8 gennaio 2026 i rappresentanti della Conferenza delle direttrici e dei direttori dei dipartimenti cantonali di giustizia e polizia, della Magistratura inquirente, della medicina forense, dell'avvocatura, della Magistratura giudicante e del mondo accademico, i quali - per i motivi di cui si dirà nel seguito - si sono espressi quasi unanimemente contro l'imprescrittibilità dell'assassinio.

Nella seduta del 12 febbraio 2026 la vostra commissione è entrata in materia e ha proceduto all'esame del progetto, rilevando quanto segue: la prescrizione dei reati si muove tra le possibilità probatorie, oggi favorite dal progresso tecnico, e il concetto di "pace giuridica". Da un lato, alla luce delle moderne analisi del DNA e delle prove digitali, 30 anni di prescrizione per l'assassinio non appaiono in effetti più un termine così lungo. Dall'altro, occorre però anche salvaguardare il principio in base al quale i casi irrisolti devono un giorno, ahinoi, poter essere chiusi. Un'imprescrittibilità totale conferirebbe infatti al ministero pubblico un obbligo investigativo illimitato nel tempo, soluzione ritenuta né opportuna, né sostenibile dal profilo delle risorse. Soprattutto sarebbe problematica proprio anche dal profilo delle aspettative dei famigliari delle vittime che l'iniziativa cantonale vorrebbe invece sostenere e non frustrare.

Se si rende imprescrittibile l'assassinio e non, come in effetti non è nemmeno richiesto, l'omicidio intenzionale, l'eventualità - comunque non garantita nemmeno dall'analisi del DNA - di poter risalire all'autore dopo più di trent'anni si scontrerebbe con l'esigenza di provare con certezza le condizioni qualificate che differenziano il primo rispetto al secondo, ciò che dopo più di trenta, quaranta o cinquant'anni sarebbe tutt'altro che scontato. Ci si troverebbe quindi di fronte a un dilemma: da un lato le comprensibili aspettative dei famigliari si riaccenderebbero, per essere poi però frustrate dall'impossibilità di provare le condizioni del reato qualificato. Rendendo l'assassinio imprescrittibile esiste quindi un alto rischio di alimentare aspettative di giustizia che, di fatto, non possono essere soddisfatte.

La vostra Commissione degli affari giuridici ha pertanto deciso di sostenere la proposta dell'amministrazione, rinunciando alla più che problematica imprescrittibilità dell'assassinio. Proprio per venire incontro al senso di giustizia che spesso si infrange contro termini di prescrizione troppo brevi, ha prolungato in modo significativo in generale i termini di prescrizione dei reati gravi, portando il termine di prescrizione da 15 a 30 anni per i reati con una pena minima di 3 anni o più - in tal modo varrà dunque un termine di prescrizione uniforme di 30 anni per l'omicidio intenzionale e l'assassinio - rispettivamente da 15 a 20 anni per i reati con una pena massima superiore a 3 anni.

Nel complesso, la commissione è quindi giunta alla conclusione che un'imprescrittibilità dell'assassinio avrebbe soprattutto un carattere simbolico, ma problematico, se non addirittura controproducente per le aspettative, che verrebbero deluse, delle famiglie delle vittime, mentre la proposta dell'amministrazione, nata grazie al tema sollevato dall'iniziativa del Canton San Gallo, rappresenta una soluzione adeguata nel merito e coerente dal punto di vista sistematico.

La maggioranza della vostra commissione vi invita quindi a entrare nel merito del progetto che verrà poi illustrato nella discussione di dettaglio.

Schneider Meret · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion

Schwere Verbrechen erschüttern, sie gehen uns nahe. Das Bedürfnis nach Strafe und Gerechtigkeit ist gross. Warum sollte ein Mörder straffrei davonkommen, nur weil eine Verjährungsfrist abgelaufen ist? Das ist intuitiv kaum verständlich, und der Wunsch nach Strafe und Vergeltung ist gross. Wir sind aber hier, um praktikable Gesetze zu erlassen, die umsetzbar sind und aufseiten der Opfer und Angehörigen keine falschen Hoffnungen wecken oder Enttäuschungen provozieren.

Die Unverjährbarkeit von Mord hätte ausser der symbolischen Wirkung vor allem negative Konsequenzen, und zwar gerade für die Angehörigen und die Opfer. Mit zunehmender zeitlicher Dauer lässt sich ein Tathergang nämlich kaum mehr rekonstruieren. Nach mehreren Jahrzehnten ist es kaum mehr möglich, ein Strafverfahren nach rechtsstaatlichen Grundsätzen durchzuführen, also die Schuld der beschuldigten Person zweifelsfrei nachzuweisen, was für eine Verurteilung durch ein Strafgericht notwendig ist.

In der Begründung zur Standesinitiative werden DNA-Analysen als neue technische Möglichkeiten der Ermittlungen angeführt. Es ist aber wichtig, klarzustellen, dass ein DNA-Treffer in der Datenbank allein keinen rechtsgenügenden Beweis darstellt, um eine Verurteilung durch ein Strafgericht zu erreichen. Finden sich DNA-Spuren an einem Tatort, stellt dieser naturwissenschaftliche Befund weder einen rechtsgenügenden Beweis dar, um die Tatbegehung einer Person eindeutig nachzuweisen, noch kann mit dieser wissenschaftlichen Analysemethode festgestellt werden, dass die Tatbestandsmerkmale des Mordes nach Artikel 112 des Strafgesetzbuches erfüllt sind; dies ist beispielsweise die besondere Skrupellosigkeit der Tathandlung oder die besondere Verwerflichkeit des Tatmotivs oder die Ausführung der Tötung. Neben einer Übereinstimmung der DNA-Proben mit der beschuldigten Person müssen durch die Strafverfolgungsbehörden zwingend weitere Indizien und Beweise vorgelegt werden, anhand derer die Umstände der Tat rekonstruiert werden können.

Damit ein Gericht eine beschuldigte Person des Mordes schuldig sprechen kann, muss die Staatsanwaltschaft somit die besondere Skrupellosigkeit der Tathandlung, die besondere Verwerflichkeit des Tatmotivs oder die besondere Art der Ausführung der Tötung belegen können. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Elemente mehrere Jahrzehnte nach der Tat weder zuverlässig festgestellt noch rechtsgenügend bewiesen werden können. Da unser Rechtssystem das Prinzip "In dubio pro reo" kennt, würde es durch die Unverjährbarkeit zu vielen Freisprüchen kommen, weil die Tat nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, was zu grosser Frustration und Enttäuschung aufseiten der Angehörigen führen würde. Die Verfolgung dieser aussichtslosen Fälle würde massiv Ressourcen beanspruchen, ohne Aussicht auf Erfolg und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von Freisprüchen. Ausserdem wissen wir, dass Mordfälle in der Vergangenheit kaum je verjährt sind, denn die heute geltende 30-jährige Verjährungsfrist ist ausreichend.

Zu guter Letzt hat die Verjährung auch eine verfahrensökonomische Funktion. Die Verjährungsfristen wirken nämlich auch disziplinierend. Sie setzen die Institutionen unter Druck, Verfahren effizient zu führen und zeitnah zu einem Abschluss zu bringen. Wenn Fristen pauschal verlängert werden, reduziert dies den institutionellen Anreiz, komplexe Verfahren zügig zu bearbeiten. Gerade bei grossen Wirtschaftsstrafverfahren oder im Bereich der organisierten Kriminalität ist dies nicht nur ein abstraktes Risiko. Dort drohen ohnehin lange Verfahrensdauern, und eine gewisse Entlastung vom Zeitdruck erhöht die Gefahr von Konflikten mit dem Beschleunigungsgebot.

Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, auf die Standesinitiative nicht einzutreten und meiner Minderheit zu folgen - nicht aus Sympathie für die Schwerverbrecher, sondern im Sinne der Angehörigen und der Opfer.

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ich spreche zuerst zu meinem Minderheitsantrag bei Artikel 59 Absatz 1 Buchstabe f betreffend die Verjährung von Mord, danach äussere ich mich zum Eintreten - nur damit keine Missverständnisse entstehen, da ich das ebenfalls verwechselt habe. Bei meiner Minderheit geht es aber gewissermassen auch um den Kern der Debatte. Wir beraten hier nämlich nicht irgendeine Einzelinitiative, sondern heute geht es um die Umsetzung einer Standesinitiative, der Initiative eines Kantons also, die eine grosse Mehrheit auf sich vereint. Ich kann Ihnen auch sagen - und das nehme ich für mich in Anspruch -, dass ein solches Anliegen in der Bevölkerung wohl eine Mehrheit fände. Das wissen auch Sie.

Natürlich geht es bei meiner Minderheit um das Delikt Mord. Die Standesinitiative St. Gallen verlangt von uns eine Umsetzung zum Delikt Mord, wonach dafür keine Verjährung gelten soll. Das ist das Anliegen dieser Initiative. Beide Räte haben diese Standesinitiative unterstützt. Warum beraten wir nun heute darüber? Das hat, wie Sie wissen, eine lange Vorgeschichte. Und ich sage Ihnen: Hinter diesen grausamen Verbrechen wie Mord stehen immer Betroffene - nicht die Opfer selbst, aber Menschen, die die Opfer gekannt haben. Für sie geraten diese grausamen Taten nicht nach ein paar Jahren in Vergessenheit.

Die Technik hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten massiv verändert. Heute gibt es nicht nur Fingerabdrücke oder Zeugenaussagen wie damals, sondern heute gibt es detaillierte DNA-Proben, dank derer auch solche Schwerstverbrechen doch noch aufgeklärt werden können. Wir wollen, dass Mord in Zukunft unverjährbar ist. Die Schweiz wäre nicht das einzige Land. Wenn ich zum Beispiel nach Deutschland schaue, so stelle ich fest, dass die Unverjährbarkeit auch in Deutschland im Strafgesetzbuch verankert ist. Es gibt in keinem Gesetz, und das ist mir wichtig zu betonen, ein Recht auf irgendeine Verjährung, auch nicht in der Europäischen Menschenrechtskonvention; Sie berufen sich ja vielfach auf diese Menschenrechtskonvention. Heute haben wir die Möglichkeit, diesen Schritt zu tun und umzusetzen, was die Initiative des Kantons St. Gallen im Wortlaut verlangt, nämlich Unverjährbarkeit bei Mord.

Ich möchte Sie bitten, diesen Weg jetzt zu gehen, diese Verantwortung wahrzunehmen und entsprechend die Minderheit Tuena zu unterstützen.

Egger Mike · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Geschätzter Kollege Tuena, welches Zeichen setzen wir gegenüber dem Täter, wenn Mord einfach eine Ablauffrist hat?

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Kollege Egger, das ist ein völlig falsches Zeichen. Es ist eine Abschwächung dessen, was der Kanton St. Gallen aus meiner Sicht völlig zu Recht wollte. Wenn ich mich nicht irre, waren Sie damals im Kantonsrat St. Gallen. Es geht darum, das klare Zeichen zu setzen, dass Mord unter keinen Umständen geduldet werden darf.

Maitre Vincent · Mit-M · Nationalrat · Genf · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Notre collègue Mike Egger a parlé d'un éventuel message qui serait donné aux auteurs de crimes. Pouvez-vous confirmer, cher collègue Tuena, que tous les praticiens et tous les professionnels que l'on a entendus en commission, notamment les procureurs eux-mêmes, mais également les représentants de la Schweizerischer Anwaltsverband, ont tous, à l'unanimité, affirmé que l'on ne résoudrait pas un crime supplémentaire si l'on rendait imprescriptibles les crimes graves, en l'occurrence l'assassinat ?

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Herr Kollege Maitre, Herr Egger zielte mit seiner Frage auf etwas anderes ab. Es mag sein, dass diese Experten das in der Kommission gesagt haben. Ich muss Ihnen aber sagen, dass sich Experten in der Vergangenheit schon des Öfteren geirrt haben. Wir sind Gesetzgeber. Jetzt geht es darum - und dahin gehend war die Frage von Kollege Egger -, dass wir das Zeichen setzen, dass wir Mord nicht dulden.

Schmezer Ueli · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Herr Tuena, wir haben ja ganz viele Experten angehört. Diese sind sich alle einig, dass das eine schlechte Idee ist. Wollen Sie also sagen, dass die versammelten Experten sich irren? Können Sie bitte genau diese Frage beantworten?

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Nun, Sie sind Mitglied der Kommission für Rechtsfragen und waren bei diesen Anhörungen dabei. Ich müsste das Sekretariat fragen, wie weit ich mich hier aus dem Fenster lehnen darf. Wir haben aber sehr abenteuerliche Beispiele dieser sogenannten Experten gehört, warum wir die Verjährung nicht aufheben sollen. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, diese Minderheit so einzureichen - dies auch aus Verantwortung gegenüber den Hinterbliebenen, gegenüber den Opfern dieser grausamen Taten.

Dandrès Christian · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion

Je crois que l'on doit revenir ici à deux ou trois aspects assez fondamentaux. Tout d'abord, il faut rappeler que la sécurité est un bien de grande importance, mais que si on veut préserver ce bien et le garantir, on ne doit pas modifier le code pénal et la partie générale du code pénal à chaque fait divers. La justice est une institution qui est assez complexe, et son efficacité va dépendre de la capacité à établir une vérité. En Europe, depuis plus d'un siècle, on ne condamne pas uniquement un acte, on condamne une personne. Cela veut dire que l'on ne doit pas uniquement s'intéresser à savoir qui a tué, mais que l'on doit aussi comprendre quelles sont les circonstances dans lesquelles l'infraction a été commise. C'est particulièrement vrai pour l'assassinat. Il faut non seulement des preuves, mais il faut aussi apprécier l'attitude, le comportement de la personne, du prévenu, au moment de l'acte, et les circonstances qui entourent les faits. Si l'on ne remplit pas ces conditions, on ne peut pas condamner une personne pour assassinat. Et pour faire ce travail, le facteur temps est le facteur décisif, parce que les moyens de preuve, au fil du temps, perdent de leur pertinence. Passé un certain délai, les preuves, peut-être, ne seront même plus exploitables. C'est pour cela que des délais de prescription sont fixés dans la loi. Le but n'est pas de garantir l'impunité à des assassins, mais de faire en sorte que la justice puisse fonctionner ; c'est cela qui est fondamental. On doit aussi condamner le fait que cette proposition repose sur une forme de croyance qu'il y a des possibilités extraordinaires qui sont ouvertes par les nouvelles technologies forensiques mises au service de l'action pénale et que l'on pourrait résoudre des affaires sur lesquelles la justice se serait cassé les dents pendant des années. Mais on doit se méfier, parce que c'est utilisé par les personnes qui portent ce texte comme une forme de pensée magique sur les capacités réelles de la technologie. Je l'ai dit et j'insiste, pour condamner une personne pour assassinat, il ne suffit pas d'arriver à trouver la personne qui a tué. C'est une infraction toute particulière, et je vous invite à lire le code pénal, parce qu'il faut aussi un mobile particulier, une faute très lourde. Pour établir la faute, le juge doit procéder à une appréciation d'ensemble des circonstances - le Tribunal fédéral est revenu maintes fois sur cet aspect -, on doit prendre le dossier sous toutes ses facettes. C'est cela, le travail du juge.

Or, comment va-t-on faire 60 ans après les faits ? Est-ce que vous imaginez 2 secondes un juge entendre un témoin de 85 ans se prononcer sur des faits qui ont eu lieu 60 ans plus tôt ? Évidemment que ce n'est pas possible ! Pire encore, la défense ; la défense voudra entendre des témoins, parce qu'on n'avait pas le prévenu, puis, après, on a le prévenu. Il faut que la défense puisse également faire son job. Comment la défense pourra-t-elle faire entendre des témoins à décharge des décennies plus tard ? Les personnes seront sans doute mortes. Si elles ne le sont pas, qui se souvient de ce qu'il a fait il y a 30 ou 40 ans ? Voici l'élément fondamental.

Si le juge fait correctement son boulot, que doit-il faire ? Si on ne peut pas faire cette appréciation, alors, comme l'a dit Mme Meret Schneider, il doit acquitter le prévenu. C'est ce qui risque de se passer. C'est l'argument de point en défaveur de cette révision. Si on passe le délai de prescription qui est applicable pour l'assassinat, qu'on a la personne qui a tué, mais qu'on n'arrive pas à établir quel était le mobile ou qu'il y avait un mobile particulièrement odieux, on ne peut pas requalifier après le délai de prescription existant l'assassinat en meurtre. On doit donc l'acquitter.

Il fallait poser ce décor avant de parler de la proposition que j'ai déposée et qui fait l'objet de ma minorité. Le Conseil fédéral, à juste titre et dans un sain esprit de fonctionnement de la justice, s'est opposé à cette initiative du canton de Saint-Gall. Mais, comme il avait sans doute conscience de la dynamique politique, il a formulé une proposition, en espérant qu'elle puisse supprimer toute prescription pour l'action pénale en lien avec l'assassinat. Du coup, il a fait une révision en général des délais de prescription. Je pense que cela va, et notre délégation le pense, bien au-delà de ce qui est nécessaire.

Dans le cadre de l'examen, il ressort qu'il y a un problème. Le problème principal est qu'on a, pour l'assassinat, un délai de prescription de 30 ans, et, pour le meurtre, un délai de prescription de 15 ans. Donc, si une personne est identifiée après 15 ans, soit c'est l'assassinat, soit ce n'est rien du tout, la personne est acquittée, parce que le juge ne peut pas requalifier l'infraction en meurtre, passé le délai de 15 ans. Ce que je veux faire avec ma minorité, c'est faire en sorte de ne pas mettre cette pression sur les épaules du juge qui sait qu'il y a une personne qui a commis un acte, un acte odieux, mais qui n'arrive pas à établir que le mobile est suffisamment grave pour justifier une condamnation pour assassinat. Il sait que, à ce moment, s'il fait correctement son boulot, il devra l'acquitter, ce qui n'est évidemment pas acceptable. Je pense que cela doit être modifié, mais il est inutile de revoir l'intégralité des délais de prescription, ce qui ouvrira un chantier très complexe à mettre en oeuvre pour la justice pénale.

Schmezer Ueli · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Unverjährbarkeit von Mord tönt gut, das ist uns allen hier in diesem Saal bewusst. Warum? Weil Mord etwas Unvorstellbares, etwas Furchtbares ist. Aber Unverjährbarkeit von Mord bringt keine Verbesserung, weder für die Angehörigen noch für die Gesellschaft. Unverjährbarkeit von Mord wird nicht zu mehr Verurteilungen führen, das müssen wir in aller Nüchternheit festhalten, und wir müssen das akzeptieren, wenn wir Gesetze machen. Ich finde, wir sollten Gesetze nicht aufgrund von Gefühlen machen, die es sicher gibt, sondern aufgrund der vorliegenden Fakten.

Wenn DNA-Spuren, die man an einem Tatort gefunden hat, nach Jahren einer Person zugeordnet werden können, dann ist das eine Spitzenleistung; es ist eine Spitzenleistung der Technik, aber es reicht eben noch nicht für eine Verurteilung wegen Mordes. Wir haben es gehört, ich führe es nicht nochmals im Detail aus: Für eine Verurteilung wegen Mordes braucht es den Nachweis der besonders verwerflichen Gesinnung, der Skrupellosigkeit usw. Das ist eben der Punkt, denn Experten, Expertinnen sind sich völlig einig, dass dies praktisch nicht möglich ist. Es werden falsche Hoffnungen geweckt, denn mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird es keine zusätzlichen Verurteilungen geben. Es wird eher Freisprüche geben, und zwar Freisprüche, die den Angehörigen richtig wehtun. Das heisst, die Gefahr, dass Symbolpolitik betrieben wird, ist riesig gross.

Die Schwierigkeit, Mord nachzuweisen, zeigt uns aber auf - und das ist für uns der springende Punkt -, wo das wirkliche Problem liegt, nämlich im Unterschied zwischen den Verjährungsfristen für vorsätzliche Tötung und für Mord. Dazu ein Beispiel: Nach 28 Jahren wird ein potenzieller oder mutmasslicher Täter gefasst. Man will ihn für Mord verurteilen, schafft es aber nicht, weil das nach so langer Zeit gar nicht mehr geht. Der Täter hat richtig Glück, er kommt dann nämlich frei. Aber eigentlich ist ein Freispruch, weil sich ein Mord nicht mehr nachweisen lässt, ein unhaltbares Ergebnis. Man könnte den Täter eigentlich wegen vorsätzlicher Tötung verurteilen. Und das ist ja das Gleiche: Vorsätzliche Tötung und Mord basieren beide auf der Absicht eines Menschen, einen anderen umzubringen. Es versteht wirklich niemand, dass es da einen Unterschied bei den Verjährungsfristen gibt. Deshalb ist es wichtig - und das ist wirklich das Herzstück -, dass diese beiden Fristen angepasst werden. Das ist das, was wir vorsehen, nämlich einheitlich 30 Jahre sowohl für vorsätzliche Tötung als auch für Mord. Das wird bestimmt zu mehr Verurteilungen führen.

Was darüber hinausgeht und von der Mehrheit der Kommission auch beantragt wird, ist wirklich problematisch. Die Mehrheit der Kommission will für diverse Verbrechen, für alle Verbrechen, für die drei Jahre Mindestfreiheitsstrafe angedroht sind, generell auf 30 Jahre hinaufgehen. Da fällt sehr vieles darunter, was doch ziemlich unterschiedlich ist; das sind dann qualifizierter Raub, qualifizierte Geiselnahme, qualifizierte Vergewaltigung, aber auch qualifizierte Brandstiftung. Das sind Verbrechen, die man nicht ernsthaft in einer Gruppe zusammenfassen kann, das ist einfach zu grob.

Die Mehrheit der Kommission will die Verjährung bei Delikten, für die eine Höchststrafe von drei Jahren angedroht ist, von 15 auf 20 Jahre erhöhen. Da sind wir schon fast im Bereich von Alltagsdelikten, wenn man das so sagen kann. Es geht dann um Vermögensdelikte über 300 Franken, es geht um Urkundendelikte, was mit Schwerstkriminalität wirklich nichts mehr zu tun hat. Ich frage mich, was das hier zu suchen hat. Wenn man schon das gesamte Verjährungssystem harmonisieren möchte, dann müsste man das sorgfältig anschauen und sauber abklären und nicht ohne zwingenden Grund ändern, zumal es wirklich keinen Nachweis dafür gibt, dass wir überhaupt ein Problem damit haben. Harmonisieren muss man von uns aus gesehen hingegen zwingend die Verjährungsfristen für Mord und vorsätzliche Tötung, weil es hier darum geht, eine Nichtbestrafung - das ist das Herzstück - zu vermeiden. Genau dafür sorgt unsere Minderheit.

Ich bitte Sie deshalb, die Minderheit Dandrès zu unterstützen.

Nantermod Philippe · Mit-M · Nationalrat · Wallis · FDP-Liberale Fraktion

Le groupe libéral-radical a soutenu le principe de cette initiative lors des débats de première phase. S'agissant de la discussion par article, nous soutenons ici la proposition de la majorité de la commission pour les raisons suivantes.

Sur le principe, nous sommes favorables à une révision du droit de la prescription pour tenir compte des évolutions techniques qui permettent, aujourd'hui, de résoudre des cas plus longtemps après que ceux-ci ont été commis. On pense aux fameux "cold cases" qui, des années après, trouvent une issue grâce aux technologies modernes, notamment aux technologies de l'ADN. Toutefois, l'imprescriptibilité de l'assassinat n'est pas une réponse ultime. Au contraire, cela vend une solution à certains qui espèrent trouver là une réponse des années après. Mais, en pratique, c'est très compliqué à mettre en oeuvre, comme d'ailleurs les auditions l'ont montré au sein de la commission. En pratique, poursuivre un assassinat signifie chercher, en réalité, l'intention de l'auteur. L'assassinat et le meurtre visent des éléments constitutifs relativement proches. L'intention de l'auteur et la manière d'agir diffèrent seulement, ce qui poussera les autorités pénales à chercher systématiquement à punir un assassinat là où il y a eu un meurtre particulièrement grave. On peut se retrouver dans une situation où, des années après, c'est au moment du jugement que l'on constate que les faits constitutifs du meurtre sont réunis, mais pas ceux de l'assassinat, laissant les victimes dans une situation encore plus pénible, connaissant l'auteur du crime, mais le crime n'étant pas puni, et ce, uniquement pour une raison de prescription.

Cette situation pousse le groupe libéral-radical à suivre la majorité de la commission qui estime que poursuivre toutes ces infractions par 30 ans résout, en réalité, la plupart des cas. Il faut être clair: au-delà de 30 ans, il y a peu de possibilités concrètes de poursuivre réellement des infractions qui ont été commises par le passé. Ce sont plutôt des erreurs judiciaires qui pourraient être commises. À l'inverse, une refonte du système de prescription tel qu'il est proposé ici permet d'avoir une meilleure harmonie entre les divers crimes qui sont poursuivis.

La proposition de la majorité, par contre, nous paraît meilleure que la proposition de la minorité Schneider Meret pour la raison suivante : certes, l'assassinat est une situation qui mérite d'être poursuivie par 30 ans, mais il y a aussi d'autres crimes qui méritent d'être poursuivis, comme le meurtre de sang-froid. On pense, par exemple, si on lit le code pénal, au brigandage grave, à la prise d'otage ou au viol aggravé, qui sont des infractions qui ne sont, en soi, pas tellement moins graves que le meurtre aggravé et qui doivent aussi être poursuivies par 30 ans comme le propose la majorité. Si l'on suivait la proposition de la minorité, on ferait à nouveau une espèce d'exception particulière pour le meurtre, que l'on mettrait sur le même plan que l'assassinat. Pour nous, il est important d'avoir une cohérence entre l'ensemble des infractions pénales, y compris dans les peines, mais aussi dans les modes de prescription, afin que nous ayons un système pénal qui soit, dans l'ensemble, cohérent.

Pour ces raisons, le groupe libéral-radical suivra la proposition avisée de la majorité et espère que le Conseil des États se ralliera à cette version.

Mahaim Raphaël · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion

Si l'on souhaite, et je crois que c'est le cas de tout le monde dans cet hémicycle, une justice qui fonctionne aussi dans l'intérêt des victimes, alors, il faut résister à la tentation de jouer aux apprentis sorciers et d'allonger artificiellement, de façon aveugle, les délais de prescription. Je dis "jouer aux apprentis sorciers", car c'est réellement cela que l'on est en train de faire. Si l'on augmente de façon aveugle les délais de prescription, on vend un miroir aux alouettes en disant aux victimes et aux familles de victimes, pour les cas d'atteinte à la vie : "rassurez-vous, quel que soit l'écoulement du temps, de toute façon, à un moment ou à un autre, on trouvera un coupable et on le condamnera". Cette promesse est une illusion, c'est de la poudre aux yeux, cela ne fonctionne pas, simplement en raison des garanties évidentes de l'État de droit dans un procès.

Cela m'amène, au nom du groupe des Verts, à vous inviter à refuser d'entrer en matière sur ce projet de façon générale et, ensuite, si d'aventure vous deviez entrer en matière, à refuser l'imprescriptibilité complète du crime d'assassinat et à suivre la minorité Dandrès pour aligner - c'est le seul pas qui est sensé dans cette révision - le délai de prescription du meurtre sur le délai de prescription de l'assassinat. Il y a deux catégories d'infractions en Suisse qui sont imprescriptibles. Ce sont les infractions les plus graves définies en droit international : crimes contre l'humanité et crimes de guerre, selon le statut de Rome. Cette imprescriptibilité a une histoire. Elle s'inscrit aussi dans la tradition du droit international. Elle a du sens du point de vue des institutions de la justice. L'autre catégorie d'imprescriptibilité, c'est celle, vous le savez, qui a été introduite à la suite de l'acceptation de l'initiative populaire pour l'imprescriptibilité des actes de pornographie enfantine. Là aussi, il y a une raison que l'on peut mettre en avant, c'est le fait que les victimes, lorsqu'elles sont mineures, n'ont pas à leur disposition les armes pour lancer un procès pénal, pour dénoncer les agissements qu'elles subissent. C'est souvent l'écoulement du temps qui va permettre de libérer la parole. Cela ne résout pas tous les problèmes de preuves, mais permet de donner une justification aux deux exceptions qui existent.

Pour les infractions dont il est question aujourd'hui d'une prescription plus longue, nous n'avons pas ce type de raisonnement et, en réalité, ce que nous allons faire, c'est créer un procès pénal qui dysfonctionnera, qui sera extraordinairement difficile à manier pour les praticiens du droit. La plupart, pour ne pas dire la totalité, des praticiens qui se sont exprimés ont fermement et catégoriquement rejeté cette réforme, justement avec cette crainte immense que cela ne cause plus d'espoir que cela ne résolve de situations délicates.

Soyons un peu concrets, que signifie, dans un procès pénal, une prescription allongée ? Cela signifie que, après des dizaines et des dizaines d'années, puisqu'en l'occurrence, pour l'assassinat, on a déjà une prescription de 30 ans, qui n'est pas rien, donc après 40, 50 ou 60 ans, pourquoi pas même davantage si c'est imprescriptible, on devrait faire un procès pénal pour reconnaître quelqu'un, qui est par hypothèse toujours vivant, coupable ou non coupable d'un crime d'assassinat. Or, le procès pénal se base sur des preuves, sur des témoins, sur ce qu'on appelle le débat contradictoire : on confronte les idées, les récits, on fait aussi parfois des expertises de crédibilité, on peut faire toute une série de choses pour essayer, petit à petit, de permettre au tribunal de se forger ce qu'on appelle l'intime conviction. Comment peut-on mener un tel exercice de façon convaincante pour le justiciable et pour les victimes des décennies après les faits ?

En réalité la seule catégorie de preuves qui subsiste, c'est la preuve dite scientifique, la preuve ADN, mais, si tous les procès pour meurtre se résolvaient grâce à des preuves ADN, cela se saurait. Ce n'est qu'une toute petite partie du procès pénal. Parfois, cela peut jouer un rôle, mais cela ne joue jamais un rôle déterminant, c'est l'une des preuves dans le procès pénal. Si l'on accorde trop d'importance à cette preuve scientifique, alors on tue le principe de l'équité dans un procès pénal, à savoir le débat contradictoire.

Enfin, "last but not least", cela crée un risque d'erreur judiciaire, j'en suis convaincu. Cela va probablement créer un mauvais effet incitatif pour les juges, qui va, là aussi, dans le sens contraire des intérêts des victimes pour une raison simple : si vous vous trouvez des années et des années après les faits, le juge est confronté à des preuves branlantes, à des récits incertains, à des souvenirs vagues. Et qu'est-ce qu'il va dire ? Il va dire, dans ce doute, dans cette situation : "moi, je ne peux pas condamner". On a promis aux victimes qu'on a enfin trouvé un potentiel coupable, mais la justice ne pourra pas le condamner faute de preuves, faute d'éléments suffisants.

C'est donc pour toutes ces raisons une illusion qu'il faut rejeter avec la dernière énergie, à l'exception de la minorité Dandrès, dont j'ai dit un mot tout à l'heure.

Addor Jean-Luc · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Maître Mahaim, vous qui êtes avocat, vous avez parlé de victimes, alors que tout votre discours revient à priver les victimes d'un auteur, en particulier dans le cas que vous avez explicitement évoqué, où une preuve scientifique permet, après l'expiration des délais de prescription en vigueur, d'identifier l'auteur. Il y a une nuance par rapport à ce que vous avez dit, c'est que, contrairement à ce que vous avez soutenu, la preuve par l'ADN n'est nullement considérée par les tribunaux comme une preuve parmi d'autres, mais comme une preuve qui est bien souvent décisive. Comment pouvez-vous prétendre agir dans l'intérêt des victimes ?

Mahaim Raphaël · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion

Je ne suis pas sûr d'avoir compris quelle était votre question, car le propos était assez large. Je relève que, dans votre question, vous avez probablement commis un lapsus : vous avez dit que les victimes veulent un auteur. C'est exactement la promesse que vous leur faites. On leur donne un auteur, on leur donne quelqu'un, une personne sur laquelle déverser leur colère, leur sentiment d'injustice, pour étancher leur soif de justice. Mais si cette personne, 50 ans après, ne peut pas être condamnée sur la base de preuves, je maintiens qu'on leur vend des illusions.

Je répète ce que j'ai dit tout au long de mon intervention : dans l'intérêt des victimes, la justice doit bien fonctionner. Un bon fonctionnement de la justice suppose que l'on puisse administrer les preuves de façon correcte et équitable, ce qu'un écoulement de temps trop important exclut.

Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Geschätzter Kollege Mahaim, ich komme aus Oberriet, wo vor 44 Jahren der Kristallhöhlenmord stattgefunden hat. Im Dorf werden einige Männer verdächtigt und von Teilen der Bevölkerung quasi angeklagt, der Mörder zu sein. Glauben Sie nicht, dass eine Annahme der Standesinitiative dazu führen würde, diese Menschen von dieser unglaublichen Last zu befreien?

Mahaim Raphaël · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion

Danke, Herr Kollege Büchel, für die Frage. Ich kenne die Umstände zu wenig; das muss ich ehrlich sagen. Ich stelle jedoch fest, dass eine Verurteilung nach vielen, vielen Jahren unrealistisch, wenn nicht unmöglich ist. Das heisst, die Anzahl Fälle, bei denen jemand nach 50 Jahren tatsächlich verurteilt werden könnte, ist sehr gering, wenn nicht gleich null. Ich sage deshalb, dass dies illusorisch gegenüber Opfern, Familien und Opferangehörigen ist.

Golay Roger · Mit-M · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

On a pu le constater : dans certains pays, comme l'Allemagne, il n'y a pas de prescription pour l'assassinat. Aux États-Unis, le record de temps pour élucider un assassinat est de 65 ans. Cela a été possible grâce à l'ADN. Ne pensez-vous pas que le droit à la vérité pour les familles des victimes doit être plus fort que toutes considérations selon lesquelles les preuves peuvent s'effacer, comme cela a été dit par le pouvoir judiciaire, qui a certainement beaucoup influencé la commission au départ ? Il n'y a pas de prescription pour la douleur des victimes, qui peuvent faire face à une attente plus longue pour obtenir la vérité.

Mahaim Raphaël · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion

Pas de prescription à la douleur, je suis entièrement d'accord avec vous. Reste la question de savoir si la vérité que cherchent les victimes, on peut la leur donner avec une prescription plus élevée. Je crains que la réponse soit non, pour les raisons déjà exposées. Si on en vient à citer le système de justice américain en exemple, c'est que vraiment on n'est plus capable de raisonner par nous-mêmes, parce que je crois que s'il y a bien un système pénal qui souffre de toute une série de défauts, dont celui-ci, c'est le système américain.

Bregy Philipp Matthias · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Beim Strafrecht stellt sich die Frage, von woher man es denkt: Denken wir das Strafrecht von den Opfern her, oder denken wir es von den Täterinnen und Tätern her? Für die Mitte ist klar, dass wir das Strafrecht von den Opfern und sicher nicht von den Täterinnen und Tätern her denken, und so kommen wir hier zu einer zweiten Frage, die entscheidend ist: Wie lange soll jemand bestraft werden können, der nachweislich eine Straftat begangen hat? Diese Frage betrifft zwei Aspekte, einerseits die generellen Verjährungsfristen in Artikel 97 und andererseits die Frage, ob Mord gar nicht mehr verjähren soll.

Ich beginne mit dem ersten Punkt, nämlich der Verlängerung der Verjährungsfristen in Artikel 97. Dieser Antrag der Mehrheit ist absolut richtig. Wir eröffnen hiermit die Chance, dass Täterinnen und Täter länger verfolgt und auch bestraft werden können. Dies trägt auch dem Umstand Rechnung, dass die Kriminalistik und die Forensik in den letzten Jahren unheimliche Fortschritte gemacht haben. Ich frage Sie: Warum soll eine Täterin oder ein Täter sich irgendwann sicher fühlen können oder sich schneller sicher fühlen können, wenn er oder sie genau weiss, dass er oder sie eine Straftat begangen hat? Es gibt keinen einzigen Grund, die Täterinnen und Täter hier besser zu behandeln. Es ist somit, auch im Sinne aller angehörten Experten, richtig und wichtig, dass man gewisse Verjährungsfristen verlängert und insbesondere die 15-jährige Frist auf 20 Jahre erhöht. Das ist absolut unbestritten, und die Mitte-Fraktion wird diesem Antrag der Mehrheit auch geschlossen folgen.

Der zweite Punkt betrifft die Frage, ob Mord als eine der möglichen Straftaten gar nicht verjähren soll. Herr Schmezer hat heute hier gesagt, die Unterschiede zwischen vorsätzlicher Tötung und Mord seien ja quasi nicht gegeben. Das stimmt nicht, es gibt rechtlich massive Unterschiede. Mord ist klarerweise eine stark qualifizierte Straftat gegenüber der vorsätzlichen Tötung - sonst schauen Sie sich einmal die Delikte an, die hier betroffen sind. Ja, es gibt Experten, die davon abraten, die Verjährung für Mord komplett aufzuheben. Es gibt aber auch Experten, die darin durchaus eine Chance sehen. Es gibt schlussendlich quasi einen "Glaubenskrieg", ob man hier die Verjährung immer gelten lassen oder ob man sie aufheben soll.

Für eine Mehrheit unserer Fraktion ist klar: Es gibt keinen Grund dafür, dass Mord verjährt. Es ist die mit Abstand schwerste Straftat im Strafgesetzbuch. Sie weist eine massive Qualifizierung gegenüber der vorsätzlichen Tötung auf, und es ist richtig, dass man diese Straftaten nicht verjähren lässt. Es gibt aber auch bei uns eine Minderheit, die der Kommissionsmehrheit folgen und sich gegen den Ständerat stellen wird.

Schlussendlich aber bleibt bei all diesen Punkten die Frage, ob wir das Strafrecht von den Opfern oder von den Täterinnen und Tätern her denken. Ich lade Sie alle herzlich ein, es von den Opfern und nicht von den Täterinnen und Tätern her zu denken, denn dies wäre Täterschutz, und damit würde man den Opfern Leid zufügen.

In diesem Sinne danke ich Ihnen, wenn Sie insbesondere bei Artikel 97 der Mehrheit folgen und hier mehrere Straftaten länger verfolgbar machen, als dies heute der Fall ist.

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ich spreche jetzt zum Eintreten auf und zur Gesamtabstimmung über die Vorlage. Mein Kollege Manfred Bühler wird den französischen Teil machen.

Das eine tun und das andere nicht lassen. Die SVP-Fraktion wird jenem Teil dieser Vorlage zustimmen, welcher längere Verjährungsfristen bei Schwerstdelikten will; ich komme dann noch zur genauen Stelle. Hier ist eine Anpassung sicherlich richtig. Ich hoffe, dass der Ständerat auf diesen Teil der Vorlage einschwenken wird. Ich habe es vorhin in Bezug auf Mord gesagt: Wir sprechen heute über modernere Mittel. Und ich staune schon, wie zum Beispiel Herr Dandrès sagen kann, es gebe nach 30 Jahren keine Möglichkeiten. Wir wissen nicht, welche Techniken in 30 Jahren verfügbar sein werden. Vor 30 Jahren hätte niemand von Ihnen gesagt, dass DNA-Proben plötzlich zu Verurteilungen wegen Mordes führen können. Es ist völlig klar, dass nach diesen 30 Jahren irgendeine Aussage eines damaligen Zeugen für eine Verurteilung nicht reichen soll, vielmehr geht es um klare Beweise wie DNA-Proben usw. Hier stimmt die SVP-Fraktion, ich habe es gesagt, für die Erhöhung der Verjährungsfristen.

Bei Mord ist es völlig klar, und das ist der zweite Teil dieser Vorlage: Wie die Minderheit Tuena dies will, Sie sehen es auch am Titel, soll es für Mord keine Verjährung geben. Wir sprechen hier nicht von irgendeinem Tötungsdelikt, das zum Beispiel im Affekt oder als Unfall passiert ist; Sie wissen das. Mord ist etwas, das geplant ist; man wollte das Opfer umbringen.

Ich muss Ihnen sagen, dass ich da grösstes Verständnis für den Kanton St. Gallen habe, welcher sagt, dass es für einen solchen Fall keine Verjährung geben darf. Herr Kollege Büchel, der neben mir sitzt, hat gesagt, worum es damals ging.

Ich glaube, dass wir in Zukunft Techniken haben werden, die uns immer präziser werden sagen können, ob jemand beteiligt war oder nicht. Damals gab es Fingerabdrücke, heute sind es aufwendige DNA-Proben; es reicht ein Haar, ein Hautpartikel oder zum Beispiel auch Körperflüssigkeit. Sie wissen das, wir haben über das DNA-Profil-Gesetz intensiv debattiert.

Ich möchte Sie bitten, auf diese Vorlage einzutreten, die Minderheit Tuena zu unterstützen und die Vorlage in der Gesamtabstimmung anzunehmen.

Badran Jacqueline · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion

Geschätzter Kollege Tuena, gefühlsmässig kann ich Ihre Ausführungen gut nachvollziehen. Aber was ich nicht ganz verstehe: Warum stellen Sie die vorsätzliche Tötung oder den vorsätzlichen Totschlag nicht auf die gleiche Stufe wie Mord? Denn kann man die besondere Bösartigkeit, die für die Qualifikation als Mord erforderlich ist, unter Umständen nicht nachweisen, wird es eventuell zu keiner Verurteilung kommen; dann wäre es nicht Mord, sondern nur vorsätzlicher Totschlag. Machen Sie damit nicht Versprechungen, die Sie gar nicht einlösen können, wenn Sie die beiden Tatbestände nicht auf die gleiche Stufe stellen? Verstehen Sie meine Frage? Ihr Blick lässt mich etwas zweifeln.

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ich spreche gut Deutsch, Frau Badran, selbstverständlich verstehe ich Ihre Frage. Ich bin nicht Richter, Frau Badran; wir in diesem Saal sind Gesetzgeber. Wir müssen die Gesetze so anpassen, wir wir finden, dass es richtig ist. Ich vertrete hier nicht irgendwelche Verbrecher oder dergleichen, sondern ich vertrete die Opfer und, speziell bei diesem grauenhaften Delikt, die Hinterbliebenen der Opfer; diese verlangen, dass es hier keine Verjährung gibt.

Schmezer Ueli · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Herr Tuena, Sie haben jetzt wieder von einer Weiterentwicklung und von kommenden neuen Möglichkeiten der Technik gesprochen. Aber der entscheidende Punkt ist ja, dass nach sehr langer Zeit eben die verwerfliche Gesinnung nicht mehr nachgewiesen werden kann. Ist dieses Faktum bei Ihnen angekommen?

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Bei mir ist einiges angekommen, Herr Kollege Schmezer! Bei Ihnen ist aber nicht angekommen, dass wir heute nicht mehr von Fingerabdrücken, sondern von klaren Beweisen wie DNA-Nachweisen sprechen. Um diese Dinge geht es, bitte nehmen Sie das in Ihren Argumenten zur Kenntnis!

Bregy Philipp Matthias · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Sehr geehrter Herr Kollege Tuena, hier kommt es zu einer Vermischung der Tatbestände von Mord, vorsätzlicher Tötung und Totschlag. Können Sie zumindest zuhanden des Amtlichen Bulletins bestätigen, dass es sich hierbei um drei unterschiedliche Tatbestände handelt, damit wir keine weiteren Verwechslungen erzeugen?

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ja, selbstverständlich, Herr Kollege Bregy. Sie sind ebenfalls Mitglied der Kommission für Rechtsfragen. Ich kann bestätigen, dass das unterschiedliche Straftatbestände sind.

Bühler Manfred · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

En tant que groupe UDC, nous souhaitons soutenir l'initiative du canton de Saint-Gall, qui vise à rendre l'assassinat imprescriptible. Je rappelle que l'assassinat est le fait de tuer avec une absence particulière de scrupules, notamment si le mobile, le but ou la façon d'agir sont particulièrement odieux, et que ceci est puni d'une peine privative de liberté qui peut aller jusqu'à la peine perpétuelle, la peine de prison à vie.

Nous soutiendrons bien sûr, à l'article 97, les allongements qui sont prévus pour les différents délais de prescription, et ce, également dans tous les cas. Si d'aventure la majorité de ce conseil ne devait pas suivre le point principal, nous souhaiterions tout de même aller dans la bonne direction en allongeant certains délais de prescription. Dans un contexte où il y a de plus en plus de possibilités techniques de prouver la présence de quelqu'un sur une scène de crime même après 30 ou 40 ans, et dans un contexte où le public attend, à juste titre, que la justice passe là où un crime a été commis, un allongement et l'imprescriptibilité d'un crime comme l'assassinat paraissent, effectivement, pleinement justifiés.

Je ne partage pas du tout - et le groupe UDC non plus - les excuses qui visent à dire que l'on ne pourrait plus démontrer le mobile odieux après 30 ou 40 ans. Dans d'innombrables situations, la simple manière dont la victime a été tuée démontre la volonté de commettre un assassinat et non pas un simple meurtre, puisque les circonstances le montrent. Par exemple, quand la personne a été tuée après avoir été torturée, lors de la découverte de l'assassinat, celui-là est prouvé d'une manière suffisamment indiscutable pour qu'il n'y ait plus, même 40 ans après, à démontrer l'absence particulière de scrupules. Dès lors, une condamnation, si d'aventure une preuve matérielle pouvait être exploitée après un long délai, peut avoir lieu sans le moindre doute. Si quelqu'un, par exemple, avoue un assassinat alors que l'on n'a pas trouvé la personne après 35 ou 40 ans, mais que l'on avait constaté, au moment où la victime avait été tuée, qu'il s'agissait manifestement d'un assassinat, puisque la victime avait été gravement torturée ou violée plusieurs fois - que sais-je -, alors, à ce moment-là, un aveu permettra, même après 40 ans, de condamner la personne pour assassinat. Pour ce genre de situation, plus personne ne comprendrait, dans le contexte du XXIe siècle, qu'il ne s'ensuive pas une condamnation pour assassinat, d'où l'intérêt de l'imprescriptibilité du crime d'assassinat. Je crois que c'est l'un des crimes les plus odieux, voire même le plus odieux, du code pénal ordinaire, si l'on excepte les crimes contre l'humanité. De ce point de vue, il se justifie pleinement de rendre ce crime imprescriptible pour les cas où cela sera facile à prouver.

Je vous remercie donc de soutenir les positions défendues par le groupe UDC dans la révision du code pénal.

Jans Beat · BR-M · Bundesrat · Basel-Stadt

Sie haben die grundsätzlichen Pro- und Kontra-Argumente bereits gehört. Sie finden sie auch in der publizierten Stellungnahme des Bundesrates; ich will sie deshalb nicht im Einzelnen wiederholen.

Am Anfang dieser Debatte steht die Frage, die von Befürworterinnen und Befürwortern gestellt wird: Was soll man Angehörigen sagen, wenn kurz nach Ablauf der Verjährung festgestellt wird, dass eine DNA-Probe zugeordnet werden kann, einer Tatwaffe zum Beispiel? Was soll man dann den Angehörigen sagen? Der Punkt ist, dass es für eine Verurteilung zusätzlich das Schuldgeständnis der betroffenen Person braucht. Deshalb ist die Frage, die Eingangsfrage, die Sie stellen, hypothetischer Natur; dem Bundesrat sind keine Beispiele von solchen späten Geständnissen nach Ablauf der Verjährung bekannt.

Gleichzeitig - davon dürfen wir ausgehen - werden die technischen Möglichkeiten, die wir heute haben, dazu führen, dass es in Zukunft noch weniger hypothetische Fälle geben wird. Die DNA-Analyse ist besser geworden, wir werden schneller feststellen können, zu wem die DNA gehört.

Verjährung oder nicht - es wird immer so sein, dass ein Geständnis allein für eine Verurteilung nicht ausreicht. Das Strafrecht verlangt die Zuordnung einer Tat, nicht nur die Zuordnung einer DNA-Spur. Die Zuordnung zu einer Tat wird mit der Zeit schwieriger, das haben alle Praktikerinnen und Praktiker im Hearing in der Kommission gesagt. Bei Mord reicht es zudem, wie auch schon gesagt wurde, nicht aus, die Täterschaft für das Tötungsdelikt zu finden und die Tat nachzuweisen. Für eine Verurteilung muss insbesondere die besondere Skrupellosigkeit bewiesen werden. Machen Sie das mal 30 Jahre später, das ist praktisch unmöglich.

Damit wird klar, dass die Erwartungen, die mit der Forderung der Unverjährbarkeit von Mord geweckt werden, Herr Tuena, Herr Egger, wahrscheinlich enttäuscht werden müssen, falls es je zu einem solchen Fall kommen sollte. Es gibt dazu übrigens ein gutes Beispiel, ein aktuelles Beispiel: Nehmen Sie den Freispruch im Mordprozess vor dem Bundesstrafgericht vom 6. Februar 2025; Sie haben bestimmt von diesem Fall gehört. Ein Autohändler soll 1995, also vor mehr als 30 Jahren, einen ägyptischen Diplomaten in Genf erschossen haben. Die DNA-Spuren wurden zwar schon im Jahr 1995 am Tatort auf dem Schalldämpfer der Tatwaffe gesichert, konnten dem Autohändler aber erst viele Jahre danach zugeordnet werden. Das reichte gemäss Bundesstrafgericht aber nicht aus, um seine Täterschaft ohne jeden vernünftigen Zweifel zu beweisen. Er ist deshalb vom Mordvorwurf freigesprochen worden. Das ist ein Beispiel, das zeigt, dass die Erwartungen der Angehörigen bei solchen Rechtsprechungen dann auch enttäuscht werden können und dass die eingangs gestellte Frage selten zu dem führt, was die Antragsteller sich erhoffen.

In den Anhörungen in Ihrer vorberatenden Kommission haben sämtliche Fachleute gesagt, dass die Unverjährbarkeit von Mord nicht praxisnah ist, also nichts bringt. Die heute geltende Frist sei ausreichend. Es ist bemerkenswert, wenn sich Wissenschaft, Polizei, Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gerichte in einer so zentralen Frage einig sind. Die Sicht der Praxis bestätigt aber auch, dass angesichts der technologischen Entwicklungen ein Angleichen der Verjährungsfristen von Mord und vorsätzlicher Tötung sinnvoll sein könnte, um den legitimen Erwartungen der Angehörigen nach einer strafrechtlichen Aufklärung der Tat besser zu entsprechen.

Der Bundesrat verzichtet auf einen Antrag zum Eintreten. Gleichwohl verdienen aus seiner Sicht die Anregungen der Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmenden zur Vorlage der ständerätlichen Kommission für Rechtsfragen und Ihrer vorberatenden Kommission die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Eine Mehrheit Ihrer Kommission möchte die Verjährungsfristen bei den schweren und sehr schweren Delikten anheben. Damit wird namentlich die grosse verjährungsrechtliche Lücke zwischen Mord und vorsätzlicher Tötung geschlossen. So wird die Schwierigkeit entschärft, dass sich vorsätzliche Tötung und Mord nicht scharf trennen lassen. Es kann deshalb nicht mehr die Situation eintreten, dass ein Täter wegen Verjährung von der vorsätzlichen Tötung freigesprochen wird, falls zwar die vorsätzliche Tötung, nicht aber der Mord nachweisbar ist. Dies schafft aus Sicht des Bundesrates einen echten Mehrwert.

Mit dieser Änderung von Artikel 97 Absatz 1 Buchstabe a des Strafgesetzbuches und der Verlängerung der Verjährungsfrist bei Buchstabe b wird die Verjährungsfrist bei verschiedenen schweren Delikten verlängert. Damit wird den Opferinteressen und den Interessen von Angehörigen jedenfalls wesentlich besser Rechnung getragen als mit der vorwiegend symbolhaften und vermutlich sogar kontraproduktiven Unverjährbarkeit von Mord.

Eine Minderheit der Kommission möchte lediglich die Verjährungsfrist bei der vorsätzlichen Tötung nach Artikel 111 StGB an jene des Mordes nach Artikel 112 StGB angleichen. Das kann man selbstverständlich tun. Es ist jedoch zu bedenken, dass dadurch etwa die qualifizierte Vergewaltigung nach Artikel 190 Absatz 3 StGB fünfzehn Jahre früher verjähren würde als die versuchte vorsätzliche Tötung. Das erscheint nicht ganz angemessen.

Der Bundesrat zeigte sich in seiner Stellungnahme zum Entwurf der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates etwas skeptisch gegenüber der Unverjährbarkeit von Mord. Die Anhörungen Ihrer Kommission für Rechtsfragen haben ein glasklares Bild ergeben. Sämtliche Fachleute aus Praxis und Wissenschaft haben die Unverjährbarkeit abgelehnt und sogar davor gewarnt. Die meisten Vernehmlassungsteilnehmenden waren übrigens ebenfalls gegen die Unverjährbarkeit insgesamt. Die Mehrheit Ihrer Kommission folgt diesen klaren Zeichen und beantragt Ihnen, dem Ständerat in diesem Punkt nicht zu folgen und beim geltenden Recht zu bleiben. Das erscheint pragmatisch und vernünftig.

Ich komme zum Schluss und fasse zusammen: Der Bundesrat stellt Ihnen den Antrag, der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen.

Egger Mike · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Geschätzter Herr Bundesrat, Sie haben als Argument die Skrupellosigkeit ins Feld geführt, die bei einem Mord nachgewiesen werden müsste. Nehmen wir als Beispiel den tragischen Fünffachmord von Seewen, der 1976 passierte und jetzt verjährt ist. Wäre dieser skrupellos genug?

Jans Beat · BR-M · Bundesrat · Basel-Stadt

Die Herausforderung besteht darin, dass Sie den Unterschied zwischen vorsätzlicher Tötung und Mord einwandfrei nachweisen müssen und dass dies 30 Jahre später enorm schwierig ist. Das habe ich ausgeführt, das haben die Praktiker und die Wissenschafter ausgeführt. Das ist der Grund, warum wir - auch wenn Ihr Anliegen durchaus legitim ist - vermuten, dass es dann doch nicht zu einer Bestrafung wegen Mordes käme. Deshalb bringt es nichts.

Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Geschätzter Herr Justizminister, ich komme aus dem Dorf, in dem vor 44 Jahren der Kristallhöhlenmord stattgefunden hat. Sie haben erwähnt, dass Sie in der Kommission für Rechtsfragen zahlreiche Fachleute angehört haben. Was haben die Fachleute für den Fall gesagt, dass die Standesinitiative aus dem Kanton St. Gallen angenommen würde? Was war ihre Einschätzung? Wäre das für die Verdächtigten und Beschuldigten - und davon gibt es viele in meinem Dorf und auch anderswo - relevant? Haben die Fachleute etwas dazu ausgeführt, ob eine solche Lösung den betroffenen Menschen helfen könnte, von dieser enormen Last befreit zu werden?

Jans Beat · BR-M · Bundesrat · Basel-Stadt

Ich glaube, diesen Leuten würde die Zuordnung einer DNA-Analyse zu einer Person tatsächlich helfen; das würde sie enorm entlasten, davon bin ich überzeugt. Hier wird aber eine andere Frage gestellt, nämlich jene, ob nachher aufgrund dieser Zuordnung auch ein Mordurteil stattfinden kann. Das ist recht viel schwieriger, und dort würde man gewisse Erwartungen vielleicht enttäuschen.

Es gibt auch den Punkt, dass die Unschuldigen, die vielleicht zu Unrecht verdächtigt werden, durch entsprechende technische Hilfsmittel entlastet werden können. Das hat aber nichts mit dieser Entscheidung zu tun.

Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion

Es gibt hier insgesamt drei Minderheiten, die ich noch kurz erläutern möchte.

Die erste Lösung ist die der Minderheit Tuena; das ist die Minderheit, die die Fassung des Ständerates unterstützt. Diese Lösung besagt, dass Mord in Zukunft nicht verjähren soll. Das gilt nicht für die vergangenen Fälle, sondern wir sprechen hier von jenen in der Zukunft. Das Problem der Abgrenzung zwischen vorsätzlicher Tötung auf der einen und Mord, einer wegen der skrupellosen Art und Weise qualifizierten Form der vorsätzlichen Tötung, auf der anderen Seite bleibt auch mit dieser Fassung bestehen und wird für die Zukunft nicht gelöst. Wenn nach vierzig Jahren am Ende tatsächlich irgendjemand gefunden wird, dem man eine DNA-Spur zuordnen kann, dann heisst das noch lange nicht, dass diese Person tatsächlich der Täter ist; dann heisst das noch lange nicht, dass man ihn tatsächlich verurteilen kann; und dann heisst das vor allen Dingen noch lange nicht, dass man ihn auch wegen Mordes verurteilen kann. Denn dazu braucht es die gesamte Auslegeordnung zum Tathergang und auch zur Motivation des Täters selbst. Wenn kein Geständnis vorliegt, wird man so wahrscheinlich nur sehr viel Aufwand produzieren. Diese Lösung ist in den Augen der Mehrheit der Kommission also nur eine Lösung auf dem Papier, vor allem leider auf Zeitungspapier - so schlimm diese Taten auch sind.

Dann gibt es eine zweite Lösung. Das ist die, welche die Mehrheit der Kommission will. Sie möchte nämlich bei Artikel 97 dafür sorgen, dass die Diskrepanz zwischen vorsätzlicher Tötung und Mord in Bezug auf die Frage der Verjährung nicht mehr besteht, sondern dass die Verjährungsfrist für beide auf jeden Fall bei 30 Jahren liegt. Damit besteht nicht mehr die Problematik, dass man bei einem Tötungsdelikt bezüglich der Verjährung unterscheiden muss, ob es sich um eine vorsätzliche Tötung oder um Mord handelt. Gleichzeitig ist in diesem Konzept aber enthalten, dass für schwerste Verbrechen, nämlich solche, die mit Freiheitsentzug von mindestens drei Jahren bestraft werden, ebenfalls eine 30-jährige Verjährungsfrist gilt. Damit wird eine relativ grosse Zahl von besonders schlimmen Verbrechen ebenfalls erfasst. Das ist eine Verschärfung. Die dritte Verschärfung der Mehrheitslösung beinhaltet eine Verlängerung der Verjährungsfrist von 15 auf 20 Jahre auch bei Straftaten, welche mit Freiheitsentzug von höchstens drei Jahren bestraft werden. Das ist der Tatsache geschuldet - es wurde schon häufig erwähnt -, dass beispielsweise der Nachweis von DNA-Spuren und andere forensische Techniken natürlich weiterentwickelt werden und entsprechend mehr Aufklärungsmöglichkeiten bestehen. Diese Techniken schaffen heute aber vor allen Dingen die Möglichkeit, Morde sehr schnell aufzuklären. Ich erinnere beispielsweise an den schrecklichen Mehrfachmordfall von Rupperswil, der eben dank technischer Möglichkeiten der Forensik aufgeklärt wurde und bei dem der Täter relativ rasch gefunden werden konnte.

Die Minderheit Dandrès, die dritte Lösung, möchte im Gegensatz zum Konzept der Mehrheit nur Mord und vorsätzliche Tötung in die Liste der Verbrechen mit einer Verjährungsfrist von 30 Jahren aufnehmen. Dies widerspricht der Idee des anderen, des grösseren Teils der Kommission, der sagt, dass auch andere besonders verwerfliche Taten unter diese längere Verjährungsfrist fallen sollen. Das Abstimmungsverhältnis in der Kommission betrug 16 zu 9 Stimmen gegen den Antrag Dandrès, der eine 30-jährige Verjährungsfrist nur für Mord und vorsätzliche Tötung verlangte.

Bei Artikel 101 beschloss die Kommission mit 14 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die Unverjährbarkeit von Mord nicht aufzunehmen, dem Beschluss des Ständerates also nicht zu folgen, weil die erwähnten Hürden bestehen und dieser Ansatz insofern hinsichtlich der Abgrenzung nicht ganz ausgegoren ist, sondern eine grössere Revision erfordern würde.

Ich bitte Sie, der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen.

Gianini Simone · Mit-M · Nationalrat · Tessin · FDP-Liberale Fraktion

Pian piano arriviamo alla fine di questo lungo ma importante e doveroso dibattito su un tema che ovviamente scatena tante emozioni.

Due parole sull'articolo 97 capoversi 1 e 5 del Codice penale e sull'articolo 55 del Codice penale militare: la proposta della minoranza Dandrès intende unicamente uniformare i termini di prescrizione dell'omicidio intenzionale e dell'assassinio; ciò è possibile. Occorre tuttavia considerare che il tentato omicidio intenzionale potrebbe così essere perseguito per 15 anni in più rispetto, ad esempio, a uno stupro qualificato o a una presa d'ostaggio con minaccia di morte o tortura - un viol aggravé ou une prise d'ôtage avec menace de mort ou torture - che si prescrive già dopo 15 anni, ciò che sarebbe contro la sistematica che si vuole invece introdurre.

La maggioranza propone infatti, in primo luogo, che il termine di prescrizione di 30 anni sia esteso in futuro anche ai reati puniti con una pena minima di 3 anni o più, sottoponendo in particolare l'omicidio intenzionale allo stesso termine previsto per l'assassinio. In secondo luogo, per i reati con una pena massima superiore a 3 anni, il termine di prescrizione verrebbe aumentato da 15 a 20 anni. Si tratta di un inasprimento significativo rispetto alla normativa vigente, poiché coinvolge un numero molto maggiore di reati gravi.

In tutti i casi, la disposizione transitoria prevede che i nuovi termini si applichino solo ai reati che al momento dell'entrata in vigore del nuovo diritto non sono ancora prescritti, evitando quindi una retroattività che nel diritto penale è estranea al sistema.

Agli articoli 101 del Codice penale e 59 del Codice penale militare si tratta invece di decidere se introdurre o meno l'imprescrittibilità dell'assassinio accanto a quella già prevista per il genocidio, i crimini contro l'umanità, i crimini di guerra, i crimini che, come mezzi d'estorsione o coazione, mettono o minacciano di mettere in pericolo la vita e l'integrità fisica di molte persone, segnatamente con l'impiego di mezzi di distruzione di massa, lo scatenamento di una catastrofe o una presa d'ostaggio, così come gli atti sessuali con fanciulli e tutta una serie di altri reati carnali, se commessi su fanciulli minori di 12 anni.

Le motivazioni della minoranza sono comprensibili e dal lato emotivo anche condivisibili. Noi siamo però qui chiamati ad operare quali legislatori, come ha giustamente ricordato il collega Tuena, e non possiamo legiferare in base soltanto alle emozioni, dobbiamo invece legiferare con la ragione.

Per questo e per i motivi illustrati nel dibattito sull'entrata in materia, in particolare per l'alto rischio di creare false aspettative nelle famiglie delle vittime che verrebbero poi frustrate in sede di eventuale processo dopo più di 30 anni, la vostra Commissione degli affari giudici, con 14 voti contro 9 e 2 astensioni, vi invita a seguire quanto detto in precedenza. Una minoranza Tuena sostiene il testo del Consiglio degli Stati.

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Le président (Page Pierre-André, président): Nous votons sur la proposition de non-entrée en matière de la minorité Schneider Meret.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Eintreten ... 130 Stimmen

Dagegen ... 60 Stimmen

(1 Enthaltung)

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Bundesgesetz über die Unverjährbarkeit von Mord (Änderung des Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes)

Loi fédérale sur l'imprescriptibilité de l'assassinat (Modification du code pénal et du code pénal militaire)

Detailberatung - Discussion par article

Le président (Page Pierre-André, président): La proposition de la minorité Tuena concerne plusieurs articles. Nous voterons sur cette proposition au chiffre 1 article 101 alinéa 1 lettre f et alinéa 3.

Ingress, Ziff. I Einleitung

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Préambule, ch. I introduction

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil des États

Angenommen - Adopté

Ziff. 1 Art. 97

Antrag der Mehrheit

Abs. 1

Die Strafverfolgung verjährt, wenn für die Tat folgende Strafe angedroht ist:

a. als Höchststrafe eine lebenslängliche Freiheitsstrafe oder als Mindeststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren oder mehr: in 30 Jahren;

b. als Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren: in 20 Jahren;

c. als Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren: in 10 Jahren;

d. als Höchststrafe eine andere Strafe: in 7 Jahren.

Abs. 5

Absatz 1 Buchstaben a und b gelten, wenn die Strafverfolgung beim Inkrafttreten der Änderung vom ... dieses Gesetzes nach dem bis zu jenem Zeitpunkt geltenden Recht noch nicht verjährt war.

Antrag der Minderheit

(Dandrès, Funiciello, Gaillard Benoît, Jaccoud, Mahaim, Schmezer, Schneider Meret, Töngi)

Abs. 1

Die Strafverfolgung verjährt:

a. bei vorsätzlicher Tötung (Art. 111) oder wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine lebenslängliche Freiheitsstrafe ist: in 30 Jahren;

b. wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren ist: in 15 Jahren;

c. wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren ist: in 10 Jahren;

d. wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine andere Strafe ist: in 7 Jahren.

Abs. 5

Absatz 1 Buchstabe a gilt, wenn die Strafverfolgung beim Inkrafttreten der Änderung vom ... dieses Gesetzes nach dem bis zu jenem Zeitpunkt geltenden Recht noch nicht verjährt war.

Ch. 1 art. 97

Proposition de la majorité

Al. 1

L'action pénale se prescrit :

a. par 30 ans si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté à vie ou que la peine minimale encourue est une peine privative de liberté de trois ans ou plus ;

b. par 20 ans si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté de plus de trois ans ;

c. par 10 ans si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté de trois ans ;

d. par 7 ans si la peine maximale encourue est une autre peine.

Al. 5

L'alinéa 1 lettres a et b s'applique si, au moment l'entrée en vigueur de la modification du ... du présent code, la poursuite pénale n'était pas encore prescrite en vertu de l'ancien droit.

Proposition de la minorité

(Dandrès, Funiciello, Gaillard Benoît, Jaccoud, Mahaim, Schmezer, Schneider Meret, Töngi)

Al. 1

L'action pénale se prescrit :

a. par 30 ans pour le meurtre (art. 111) ou si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté à vie ;

Let. b-d

Adhérer à la décision du Conseil des États

(la modification ne concerne que le texte allemand)

Al. 5

L'alinéa 1 lettre a s'applique si, au moment de l'entrée en vigueur de la modification du ... du présent code, la poursuite pénale n'était pas encore prescrite en vertu de l'ancien droit.

Le président (Page Pierre-André, président): Le vote vaut également pour le chiffre 2 article 55 alinéas 1 et 5.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 129 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 59 Stimmen

(2 Enthaltungen)

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Ziff. 1 Art. 101

Antrag der Mehrheit

Abs. 1 Bst. f

Streichen

Abs. 3

Gemäss geltendem Recht

Antrag der Minderheit

(Tuena, Buffat, Bühler, Glur, Golay Roger, Nicolet, Riner, Sormanni)

Abs. 1 Bst. f, 3

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Ch. 1 art. 101

Proposition de la majorité

Al. 1 let. f

Biffer

Al. 3

Selon droit en vigueur

Proposition de la minorité

(Tuena, Buffat, Bühler, Glur, Golay Roger, Nicolet, Riner, Sormanni)

Al. 1 let. f, 3

Adhérer à la décision du Conseil des États

Le président (Page Pierre-André, président): Le vote vaut également pour le titre du projet et pour le chiffre 2 article 59 alinéa 1 lettre f et alinéa 3.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Minderheit ... 109 Stimmen

Für den Antrag der Mehrheit ... 73 Stimmen

(9 Enthaltungen)

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Ziff. 2 Art. 55

Antrag der Mehrheit

Abs. 1

Die Strafverfolgung verjährt, wenn für die Tat folgende Strafe angedroht ist:

a. als Höchststrafe eine lebenslängliche Freiheitsstrafe oder als Mindeststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren oder mehr: in 30 Jahren;

b. als Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren: in 20 Jahren;

c. als Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren: in 10 Jahren;

d. als Höchststrafe eine andere Strafe: in 7 Jahren.

Abs. 5

Absatz 1 Buchstaben a und b gelten, wenn die Strafverfolgung beim Inkrafttreten der Änderung vom ... dieses Gesetzes nach dem bis zu jenem Zeitpunkt geltenden Recht noch nicht verjährt war.

Antrag der Minderheit

(Dandrès, Funiciello, Gaillard Benoît, Jaccoud, Mahaim, Schmezer, Schneider Meret, Töngi)

Abs. 1

Die Strafverfolgung verjährt:

a. bei vorsätzlicher Tötung (Art. 111) oder wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine lebenslängliche Freiheitsstrafe ist: in 30 Jahren;

b. wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren ist: in 15 Jahren;

c. wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren ist: in 10 Jahren;

d. wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine andere Strafe ist: in 7 Jahren.

Abs. 5

Absatz 1 Buchstabe a gilt, wenn die Strafverfolgung beim Inkrafttreten der Änderung vom ... dieses Gesetzes nach dem bis zu jenem Zeitpunkt geltenden Recht noch nicht verjährt war.

Ch. 2 art. 55

Proposition de la majorité

Al. 1

L'action pénale se prescrit :

a. par 30 ans si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté à vie ou que la peine minimale encourue est une peine privative de liberté de trois ans ou plus ;

b. par 20 ans si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté de plus de trois ans ;

c. par 10 ans si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté de trois ans ;

d. par 7 ans si la peine maximale encourue est une autre peine.

Al. 5

L'alinéa 1 lettres a et b s'applique si, au moment l'entrée en vigueur de la modification du ... du présent code, la poursuite pénale n'était pas encore prescrite en vertu de l'ancien droit.

Proposition de la minorité

(Dandrès, Funiciello, Gaillard Benoît, Jaccoud, Mahaim, Schmezer, Schneider Meret, Töngi)

Al. 1

L'action pénale se prescrit :

a. par 30 ans pour le meurtre (art. 111) ou si la peine maximale encourue est une peine privative de liberté à vie ;

Al. 1 let. b-d

Adhérer à la décision du Conseil des États

(la modification ne concerne que le texte allemand)

Al. 5

L'alinéa 1 lettre a s'applique si, au moment de l'entrée en vigueur de la modification du ... du présent code, la poursuite pénale n'était pas encore prescrite en vertu de l'ancien droit.

Le président (Page Pierre-André, président): Nous nous sommes déjà prononcés sur la proposition de la minorité Dandrès au chiffre 1 article 97 alinéas 1 et 5.

Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit

Adopté selon la proposition de la majorité

Ziff. 2 Art. 59

Antrag der Mehrheit

Abs. 1 Bst. f

Streichen

Abs. 3

Gemäss geltendem Recht

Antrag der Minderheit

(Tuena, Buffat, Bühler, Glur, Golay Roger, Nicolet, Riner, Sormanni)

Abs. 1 Bst. f, 3

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Ch. 2 art. 59

Proposition de la majorité

Al. 1 let. f

Biffer

Al. 3

Selon droit en vigueur

Proposition de la minorité

(Tuena, Buffat, Bühler, Glur, Golay Roger, Nicolet, Riner, Sormanni)

Al. 1 let. f, 3

Adhérer à la décision du Conseil des États

Le président (Page Pierre-André, président): Nous nous sommes déjà prononcés sur la proposition de la minorité Tuena au chiffre 1 article 101 alinéa 1 lettre f et alinéa 3.

Angenommen gemäss Antrag der Minderheit

Adopté selon la proposition de la minorité

Titel

Antrag der Mehrheit

Bundesgesetz über die Änderung der Fristen der Verfolgungsverjährung

Antrag der Minderheit

(Tuena, Buffat, Bühler, Glur, Golay Roger, Nicolet, Riner, Sormanni)

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Titre

Proposition de la majorité

Loi fédérale sur la modification des délais de prescription de l'action pénale

Proposition de la minorité

(Tuena, Buffat, Bühler, Glur, Golay Roger, Nicolet, Riner, Sormanni)

Adhérer à la décision du Conseil des États

Le président (Page Pierre-André, président): Nous nous sommes déjà prononcés sur la proposition de la minorité Tuena au chiffre 1 article 101 alinéa 1 lettre f et alinéa 3.

Angenommen gemäss Antrag der Minderheit

Adopté selon la proposition de la minorité

Ziff. II

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Ch. II

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil des États

Angenommen - Adopté

Abstimmung

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble

Für Annahme des Entwurfes ... 132 Stimmen

Dagegen ... 53 Stimmen

(5 Enthaltungen)

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Le président (Page Pierre-André, président): L'objet retourne au Conseil des États.