24.090
Loi sur la radioprotection (LRaP). Modification
Fässler Daniel · Mit-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Int. · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Mit der Botschaft vom 27. November 2024 hat der Bundesrat dem Parlament den Entwurf für eine Änderung des Strahlenschutzgesetzes vom 22. März 1991 sowie des Kernenergiegesetzes vom 21. März 2003 unterbreitet. Mit der vorgesehenen Revision soll im Bereich des Strahlenschutzes das Verursacherprinzip präzisiert und mit Kostenregelungen ergänzt werden. Der Bundesrat sieht zudem Anpassungen bei den Strafbestimmungen vor. Diese sollen mit dem Ziel, die Strafverfolgungsbehörden bei Übertretungen zu entlasten, unter anderem mit einer Bagatellklausel ergänzt werden. Schliesslich sollen mit der Revision die nötigen Rechtsgrundlagen im Datenschutz geschaffen werden.
Der Nationalrat hat die Vorlage am 3. Juni des vergangenen Jahres als Erstrat beraten. Er trat mit 126 zu 65 Stimmen auf den Entwurf ein und hiess ihn ohne Änderungen in der Gesamtabstimmung mit 125 zu 66 Stimmen gut.
Unsere Kommission befasste sich an drei Sitzungen mit der Revisionsvorlage. Sie trat ohne Gegenantrag auf die Vorlage ein und hiess sie nach durchgeführter Detailberatung einstimmig gut. Der Fahne können Sie entnehmen, dass unsere Kommission einige wenige Änderungen beantragt. Bei zwei dieser Änderungen gibt es eine Minderheit, auf die wir in der Detailberatung zu sprechen kommen werden.
Ich beantrage Ihnen namens der Kommission Eintreten auf die Vorlage.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura
La loi sur la radioprotection est en vigueur depuis 1994. Ses principes fondamentaux ont largement contribué, ces trente dernières années, à assurer la protection de la population contre les rayons ionisants. La jurisprudence récente relative au principe de causalité ainsi que les exigences actuelles en matière de protection des données et de droit pénal rendent toutefois nécessaire, je dirais même indispensable, une révision de la loi. Par cette révision partielle, le Conseil fédéral entend combler les lacunes existantes et répondre aux exigences actuelles.
Die Revision zielt darauf ab, die Übernahme der Kosten für die Jodtabletten-Verteilung zu regeln. Der Bundesrat misst dem Bevölkerungsschutz und dem Gesundheitsschutz grosse Bedeutung bei. Die Bevölkerung wird deshalb im Rahmen der Jodtabletten-Verteilkampagne im Ereignisfall mit Jodtabletten versorgt.
Jodtabletten werden eingenommen, wenn bei einem nuklearen Ereignis radioaktives Jod freigesetzt wird und dadurch in die Atmosphäre gelangt. Durch die Einnahme der Jodtabletten soll verhindert werden, dass sich das freigesetzte radioaktive Jod in der Schilddrüse anreichert und zu Schilddrüsenkrebs führt. In einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern um die Kernkraftwerke werden die Jodtabletten direkt an die Haushalte verteilt, während sie in den übrigen Gebieten ausserhalb des 50-Kilometer-Bereichs dezentral gelagert werden.
Eine Anpassung des Gesetzes ist erforderlich, da die Finanzierung der Jodtabletten-Verteilkampagne nach einem Urteil des Bundesgerichts unklar bleibt. Das Gericht befand, dass die aktuellen Rechtsgrundlagen nicht ausreichen, um die Kosten auf die Betreiber der Kernkraftwerke abzuwälzen. Mit dieser Vorlage wird nun eine einfache und eine klare Kostenregelung geschaffen, damit die Verteilung der Jodtabletten auch in Zukunft finanziert werden kann. Die Betreiber der Kernkraftwerke tragen die gesamten Kosten in einem vom Bundesrat bestimmten Umkreis und die Hälfte der Kosten ausserhalb dieses Umkreises. Die restlichen Kosten tragen der Bund, die Kantone und die Gemeinden. Das Gesetz legt die Kriterien fest, nach denen der Bundesrat diesen Perimeter bestimmt, und berücksichtigt dabei den Stand von Wissenschaft und Technik.
Dans la continuité, et conformément à l'arrêt du Tribunal fédéral, le Conseil fédéral souhaite, par cette modification de loi, apporter des précisions au principe de causalité. Il estime que les pollueurs doivent prendre en charge les coûts liés aux mesures d'assainissement nécessaires en raison de la présence de radioactivité artificielle. Il est important de mentionner la question de la radioactivité artificielle. Une prise en charge systématique des coûts par la Confédération irait à l'encontre du principe de causalité. Le projet de loi précise également que la Confédération supporte les coûts de défaillance, c'est-à-dire la part des coûts dus par les pollueurs qui ne peuvent pas être identifiés ou qui seraient insolvables. Il en va de même pour les coûts de défaillance liés à l'élimination des déchets radioactifs.
Dans le cadre du plan d'action Radium 2015-2023, plus de 160 bienfonds ont dû être assainis, et ce, en raison de contaminations liées à l'utilisation passée de peintures luminescentes au radium, en particulier dans l'industrie horlogère. Dans la grande majorité des cas, les pollueurs n'ont pas pu être identifiés, et c'est donc la Confédération qui a pris les coûts en charge. Concernant la radioactivité d'origine naturelle, telle que celle du radon, le projet vise à ancrer la pratique actuelle déjà définie en grande partie dans l'ordonnance sur la radioprotection.
La dernière précision apportée au principe de causalité concerne la surveillance des émissions au voisinage des entreprises titulaires d'une autorisation de rejet de substances radioactives dans l'environnement. Dans ce cas aussi, ce sont les pollueurs qui doivent supporter les coûts. Toutefois, seules quelques entreprises sont concernées. Une autre disposition concerne les adaptations des dispositions pénales - on y reviendra lors de la discussion par article.
En conclusion, le Conseil fédéral estime que le projet comble les lacunes réglementaires de manière appropriée et équilibrée, et qu'il garantit la sécurité juridique. Dès lors, au nom du Conseil fédéral, je vous remercie d'entrer en matière.
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Strahlenschutzgesetz
Loi sur la radioprotection
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I Einleitung; Ersatz eines Ausdrucks; Art. 2 Abs. 3; 3 Bst. a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Titre et préambule, ch. I introduction ; remplacement d'une expression ; art. 2 al. 3 ; 3 let. a
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Art. 9a
Antrag der Mehrheit
Titel
Verhältnismässigkeit der Ausführungsbestimmungen und Massnahmen
Text
Die Ausführungsgesetzgebung sowie die Massnahmen müssen verhältnismässig sein. Sie haben sich differenziert am konkreten Risiko und an den zu erwartenden Vorteilen zu orientieren. Die angeordneten Massnahmen müssen technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar sein.
Antrag der Minderheit
(Crevoisier Crelier, Graf Maya)
Streichen
Art. 9a
Proposition de la majorité
Titre
Proportionnalité des dispositions d'exécution et des mesures
Texte
La législation d'exécution et les mesures doivent être proportionnées. Elles doivent être adaptées en fonction des risques concrets et des avantages escomptés. Les mesures or données doivent être réalisables sur le plan de la technique et de l'exploitation et économiquement supportables.
Proposition de la minorité
(Crevoisier Crelier, Graf Maya)
Biffer
Fässler Daniel · Mit-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Int. · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Ich werde mich im Rahmen der Detailberatung nur zu den drei Themen äussern, bei denen die Kommission Änderungen am Entwurf des Bundesrates bzw. an den Beschlüssen des Nationalrates vorgenommen hat. Das betrifft die Artikel 9a, 24, 24a und dann noch die Strafbestimmung in Artikel 44.
Zu Artikel 9a: Die Kommission möchte das Strahlenschutzgesetz mit einer Bestimmung ergänzen, welche den Bundesrat explizit verpflichtet, in der Ausführungsgesetzgebung das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten. Die gleiche Verpflichtung soll für die Anordnung von Massnahmen gelten, die gestützt auf die Strahlenschutzgesetzgebung verfügt werden. Das Verhältnismässigkeitsprinzip ist demnach bei Massnahmen nur dann gewahrt, wenn sich diese am konkreten Risiko und an den damit zu erwartenden Vorteilen orientieren und wenn die Massnahmen technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar sind. In der Kommission wurde die Notwendigkeit dieser Ergänzung damit begründet, dass der Strahlenschutz in der Schweiz heute auf Verordnungsebene zum Teil für Spitäler und Therapiezentren mit zu starren und zu undifferenzierten Vorgaben umgesetzt werde, ohne das tatsächliche Risiko und den Nutzen für Patientinnen und Patienten angemessen zu berücksichtigen. Spitäler und Therapiezentren würden deswegen zu unverhältnismässigen Investitionen gezwungen, was die Kosten erhöhe und insbesondere in der Onkologie die Einführung innovativer Therapien verzögere.
Der Bundesrat lehnte diese Ergänzung in der Kommission insbesondere mit dem Argument ab, dass das Verhältnismässigkeitsprinzip von Verfassungs wegen immer zu beachten sei. Eine Regelung auf Gesetzesebene sei daher nicht notwendig. Die nach Risiko abgestufte Vorgehensweise sei zudem bereits als Grundsatz auf Verordnungsebene festgeschrieben.
Die Kommission sieht das in der Mehrheit anders. Sie beschloss diese Änderung daher mit 10 zu 2 Stimmen. Die Minderheit Crevoisier Crelier beantragt dem Rat, darauf zu verzichten.
Crevoisier Crelier Mathilde · 2VP-F · Conseil des Etats · Jura · Groupe socialiste
Comme l'a détaillé le rapporteur, la commission était globalement en faveur de cette révision de la loi sur la radioprotection. Toutefois, on peut déplorer certaines modifications de notre commission qui ont amoindri la portée du projet, parfois de manière assez conséquente.
Concernant cet ajout d'article 9a, il s'agit plus simplement de renoncer à énoncer dans la loi des principes qui sous-tendent déjà la loi, qui y sont inhérents, à savoir la proportionnalité, le calcul des risques et la prise en compte des techniques qui sont évidemment implicites dans tous textes de loi. Si nous devions à chaque fois le préciser au niveau légal, cela contribuerait à alourdir considérablement les textes de loi qui sont déjà relativement compliqués. C'est pourquoi il semble inutile à la minorité d'introduire cet article qui énonce explicitement la proportionnalité.
Nous sommes tous attachés à une législation réduite au nécessaire. C'est pourquoi je vous invite à suivre la minorité et le Conseil national et à éviter ainsi de créer une divergence.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura
La majorité de votre commission a décidé de proposer l'insertion d'un article qui prévoit que les dispositions d'exécution et les mesures de radioprotection doivent être proportionnées, techniquement réalisables et économiquement supportables. Le principe de proportionnalité joue un rôle central en radioprotection, mais il s'agit d'un principe juridique supérieur à la loi, inscrit dans la Constitution fédérale, et qui s'applique dès lors à toute action de l'État, tant à la prise de mesures qu'à l'adoption de dispositions d'exécution.
Dans le domaine de la radioprotection, ce principe est notamment concrétisé par l'article 8 de l'ordonnance sur la radioprotection. Cet article stipule que toutes les mesures de radioprotection doivent être proportionnées au risque qui en est à l'origine, ce qu'on appelle donc l'approche graduée en fonction du risque, reconnue internationalement dans le domaine.
Artikel 8 der Strahlenschutzverordnung, der die nach Risiko abgestufte Vorgehensweise bei Massnahmen bereits regelt, stützt sich direkt auf die Bundesverfassung und ist eine Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips. Die Verankerung auf Verordnungsstufe stellt daher keinen Widerspruch dar. Die technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten von Betroffenen werden im Rahmen der Verhältnismässigkeit bereits heute berücksichtigt, da eine ergriffene Massnahme immer geeignet, erforderlich und zumutbar sein muss.
Pour ces raisons, le Conseil fédéral considère que l'ajout d'un article spécifique dans la loi, en complément des trois principes fondamentaux de radioprotection définis aux articles 8, 9 et 10, serait à la fois inutile et redondant, les objectifs poursuivis par la commission étant donc pleinement atteints par la Constitution et l'ordonnance existante.
Dès lors, je vous propose de renoncer à l'insertion de cet article 9a.
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 31 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 12 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Art. 17 Abs. 1bis; 22
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 17 al. 1bis ; 22
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Art. 24 Abs. 2
Antrag der Kommission
Streichen
Art. 24 al. 2
Proposition de la commission
Biffer
Art. 24a
Antrag der Kommission
Titel
Untersuchungen und Sanierungen bei Radioaktivität nicht natürlicher Herkunft
Abs. 1
Geht von Standorten und Liegenschaften eine Gefährdung von Mensch und Umwelt durch ionisierende Strahlung nicht natürlicher Herkunft aus, so sind diese durch den Eigentümer zu sanieren. Der Bundesrat legt nach dem Stand von Wissenschaft und Technik fest, ab welcher Strahlenexposition eine Pflicht zur Sanierung besteht.
Abs. 3
Sind mehrere Verursacher beteiligt, so tragen sie die Kosten entsprechend ihren Anteilen an der Verursachung ...
Abs. 2, 4
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 24a
Proposition de la commission
Titre
Examens et assainissements en cas de radioactivité d'origine non naturelle
Al. 1
Si un site ou un bien-fonds présente un danger pour l'homme et pour l'environnement dû au rayonnement ionisant d'origine non naturelle, le propriétaire est tenu de l'assainir. Le Conseil fédéral fixe, en tenant compte de l'état de la science et de la technique, à partir de quelle exposition aux radiations un assainissement est obligatoire.
Al. 3
Si plusieurs personnes sont impliquées, elles assument les frais de l'assainissement proportionnellement à leur part de responsabilité ...
Al. 2, 4
Adhérer à la décision du Conseil national
Fässler Daniel · Mit-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Int. · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Bei den durch die Kommission vorgeschlagenen Änderungen zu den Artikeln 24 und 24a StSG gibt es zwar keine Minderheit, ich gehe aber davon aus, dass der Bundesrat an seinem Entwurf festhält. Insbesondere möchte ich zuhanden des Nationalrates für den Fall, dass unser Rat der Kommission folgt, die Überlegungen der Kommission zu den vorgenommenen Änderungen darlegen.
Gemäss geltendem Recht kann der Bundesrat besondere Anordnungen zur Begrenzung der Strahlenexposition treffen, wenn erhöhte Radioaktivität natürlicher oder anderer Herkunft festgestellt wird. Für den Vollzug kann der Bund die Kantone beiziehen. In der heutigen Strahlenschutzverordnung finden sich Ausführungsbestimmungen unter anderem zu radiologischen Altlasten und in den Artikeln 155 ff. zu Radon, d. h. zur Radioaktivität natürlicher Herkunft.
Gemäss Artikel 158 Buchstabe a Ziffer 1 sind die Kantone für den Vollzug von Radonschutzmassnahmen zuständig, wenn diese Räume betreffen, in denen sich Personen regelmässig während mehrerer Stunden pro Tag aufhalten. Die Kantone können gemäss Artikel 164 der Strahlenschutzverordnung in Erfüllung dieser Aufgabe Radonmessungen durchführen lassen. In Schulen und Kindergärten sind sie dazu verpflichtet. Bei Neu- und Umbauten ist es gemäss Artikel 163 der Verordnung Sache der Baubewilligungsbehörden, bei Bedarf auf die Anforderungen betreffend Radonschutz aufmerksam zu machen. Es ist dann Sache der Gebäudeeigentümer bzw. der Bauherrschaft, die notwendigen präventiven baulichen Massnahmen zu treffen.
Gemäss Botschaft des Bundesrates soll das geltende Recht dahin gehend ergänzt werden, dass Eigentümer von Grundstücken mit erhöhter, natürlich bedingter Radioaktivität zur Sanierung verpflichtet sind. Um eine allfällige Sanierungspflicht feststellen zu können, sollen die Eigentümer zudem gesetzlich verpflichtet werden, entsprechende Untersuchungen durchführen zu lassen. Die bei Untersuchungen und Sanierungen anfallenden Kosten sollen gemäss Entwurf des Bundesrates und Beschluss des Nationalrates von den Eigentümern getragen werden.
Im Rahmen der Kommissionsberatung stellte sich die Frage, ob es angezeigt ist, Eigentümer von Grundstücken mit möglicherweise erhöhter Radioaktivität natürlichen Ursprungs gesetzlich zu verpflichten, auf eigene Kosten eine Untersuchung in Auftrag zu geben und bei erhöhter Strahlenexposition eine Sanierung vorzunehmen. Nach eingehender Beratung kam die Kommission zu folgenden Schlüssen:
1. Radioaktivität nicht natürlicher Herkunft soll im Gesetz präziser geregelt werden.
2. In Bezug auf Radioaktivität natürlicher Herkunft besteht kein gesetzgeberischer Handlungsbedarf.
Die Kommission beantragt Ihnen daher, Artikel 24 Absatz 2 StSG zu streichen und es im Grundsatz beim geltenden Recht zu belassen. Der Bundesrat behält damit seine Kompetenz, Anordnungen zur Begrenzung von Strahlenexpositionen zu treffen und die Kantone beizuziehen. Die Kommission anerkennt, dass in Bezug auf Radioaktivität nicht natürlicher Herkunft auf Gesetzesebene ein Präzisierungsbedarf besteht. In diesem Sinne soll in Artikel 24a Absatz 2 StSG gemäss Entwurf des Bundesrates festgelegt werden, dass in solchen Fällen der Bund die Untersuchungskosten trägt.
Weiter erachtet es die Kommission als richtig, dass für den Fall einer ionisierenden Strahlung nicht natürlicher Herkunft in Artikel 24a Absatz 1 festgelegt wird, dass der betroffene Grundeigentümer zur Sanierung verpflichtet ist. Abgesehen von der Einschränkung auf Radioaktivität nicht natürlicher Herkunft entspricht die Regelung der vom Bundesrat vorgeschlagenen Bestimmung in Artikel 24 Absatz 2. Aus systematischen Gründen soll sie jedoch als Absatz 1 in Artikel 24a verschoben werden.
Muss ein Standort mit einer erhöhten Strahlenexposition aus nicht natürlicher Herkunft saniert werden, sollen die dabei anfallenden Kosten gemäss dem im Umweltrecht geltenden Verursacherprinzip durch den Verursacher getragen werden müssen. Den entsprechenden Antrag des Bundesrates in Artikel 24a Absatz 2 übernimmt die Kommission unverändert.
Der Standortinhaber, sprich der Grundeigentümer, soll nach Artikel 24a Absatz 3 von einer Kostenbeteiligung befreit sein, wenn er bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt die Kontamination nicht kennen konnte.
Kann der Verursacher nicht ermittelt werden oder ist dieser zahlungsunfähig, soll gemäss Entwurf des Bundesrates und Artikel 24a Absatz 4 der Bund die entsprechenden Sanierungskosten tragen.
Die Kommission lehnt es hingegen ab - und damit komme ich zum Kerngehalt der Änderung -, Eigentümer von Grundstücken mit möglicherweise erhöhter Radioaktivität natürlicher Herkunft stärker in die Pflicht zu nehmen und den Bund von jeglichen Beiträgen zu entlasten. Das ist die wesentliche Änderung im Vergleich zum Entwurf des Bundesrates.
Die Änderungen bei den Artikeln 24 und 24a wurden durch die Kommission mit 11 zu 2 Stimmen beschlossen. Eine Minderheit liegt dazu nicht vor.
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Der Bundesrat schliesst sich den Anträgen der Kommission an.
Angenommen - Adopté
Art. 26 Titel, Abs. 2, 3; 27; Gliederungstitel nach Art. 27; 35 Abs. 1, 2; 36 Abs. 2; 37 Titel, Abs. 1, 2; Gliederungstitel nach Art. 40; 41; 42 Bst. b; 43a Abs. 1 Bst. a, 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 26 titre, al. 2, 3 ; 27 ; titre suivant l'art. 27 ; 35 al. 1, 2 ; 36 al. 2 ; 37 titre, al. 1, 2 ; titre suivant l'art. 40 ; 41 ; 42 let. b ; 43a al. 1 let. a, 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Art. 44
Antrag der Mehrheit
Abs. 1 Einleitung, Bst. e, 3, 4
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Abs. 2
Aufheben
Antrag der Minderheit
(Crevoisier Crelier, Graf Maya)
Abs. 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 44
Proposition de la majorité
Al. 1 introduction, let. e, 3, 4
Adhérer à la décision du Conseil national
Al. 2
Abroger
Proposition de la minorité
(Crevoisier Crelier, Graf Maya)
Al. 2
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Fässler Daniel · Mit-M · Conseil des Etats · Appenzell Rh.-Int. · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Das ist die dritte und letzte Differenz, die die Kommission im Vergleich zum Entwurf des Bundesrates bzw. zum Beschluss des Nationalrates schaffen möchte. Dieses Thema kennen Sie von anderen Geschäften. Es geht um die Frage, wann die Fahrlässigkeit unter Strafe gestellt werden soll und wann nicht.
Der Bundesrat weist in seiner Botschaft darauf hin, dass die Strafverfolgungsbehörden heute im Bereich des Strahlenschutzes unnötig mit Übertretungsfällen belastet werden, die bei einem sehr geringen radiologischen Gefährdungspotenzial einen unverhältnismässig grossen Aufwand verursachen. Er schlägt daher vor, Artikel 44 in einem neuen Absatz 4 mit einer Bagatellklausel zu ergänzen: In leichten Fällen soll auf eine Strafanzeige, Strafverfolgung und Bestrafung verzichtet werden können.
In einem von der Kommission in Auftrag gegebenen Bericht hat die Verwaltung mögliche Anwendungsfälle aufgelistet. Ich beschränke mich auf zwei Beispiele: die falsche Entsorgung von Uhren mit radiumhaltiger Leuchtfarbe und die zu spät durchgeführte Wartungs- und Zustandsprüfung von Kleinröntgenanlagen in Zahnarztpraxen.
Mit dem erwähnten Bericht hat die Verwaltung auftragsgemäss eine Übersicht über potenzielle Straftaten nach den Artikeln 43a und 44 des Strahlenschutzgesetzes und auch die Anzahl der in der Vergangenheit eröffneten Verfahren vorgelegt. Der Bericht zeigt eindrücklich auf, dass die Strafbestimmungen bei den als Verbrechen oder Vergehen einzuordnenden Tatbeständen nur sehr selten angewendet werden müssen. Dass sowohl bei vorsätzlicher als auch bei fahrlässiger Begehung solcher Delikte eine Bestrafung zu erfolgen hat, ergibt sich schon aus den Artikeln 226bis und 226ter des Strafgesetzbuches.
Artikel 43a Absatz 2 des Strahlenschutzgesetzes, das schon heute auch den fahrlässigen Umgang mit radioaktiven Stoffen und die ungerechtfertigte Bestrahlung von Sachen unter Strafe stellt, blieb in der Kommission daher unbestritten.
Anders sieht es aber bei den fahrlässig begangenen Übertretungen aus. Die fahrlässige Missachtung der in Artikel 44 Absatz 1 aufgeführten Pflichten soll nach Auffassung der Kommission nicht mehr unter Strafe gestellt werden. Dies entspricht einer von unserem Rat auch in anderen Bereichen eingenommenen Haltung. Vor allem würde damit die auch vom Bundesrat angestrebte Entlastung der Strafjustiz effektiv erreicht. Ansonsten ist es nur mit der Einführung einer Bagatellklausel noch nicht getan.
Die Kommission beantragt Ihnen in diesem Sinne mit 10 zu 2 Stimmen die Streichung von Artikel 44 Absatz 2 des Strahlenschutzgesetzes. Die Minderheit Crevoisier Crelier beantragt dem Rat, auf die Streichung zu verzichten.
Crevoisier Crelier Mathilde · 2VP-F · Conseil des Etats · Jura · Groupe socialiste
Il s'agit ici de suivre une tendance de fond, que le rapporteur a mentionnée, visant à rayer de la législation fédérale l'infraction par négligence. Ce n'est pas sans conséquence. Si l'on éradique ici explicitement toute mention de la négligence, on affaiblit considérablement la portée des dispositions. D'une part, les infractions commises par négligence constituent la majorité des infractions qui sont constatées dans le droit de la radioprotection. D'autre part, le Conseil fédéral proposait justement, à l'article 44 alinéa 1, d'augmenter la valeur maximale des sanctions, qui peuvent être prononcées, de 10 000 francs actuellement à 40 000 francs, pour les actes qui ont été commis intentionnellement, et de la fixer à 20 000 francs - c'est l'alinéa que la majorité de la commission propose d'abroger - pour les actes commis par négligence. Quand on prévoit de sanctionner une infraction à hauteur de 20 000 francs, c'est qu'il ne s'agit pas d'une bagatelle. Il s'agit, certes, d'infractions par négligence, mais qui ont un réel impact sur la santé publique. Il faut faire bien attention, si l'on souhaite simplifier, alléger la législation, en alléguant que les infractions par négligence viennent alourdir les travaux déjà lourds des tribunaux. Il faut tout de même bien faire attention et effectuer une pondération, une pesée des intérêts. En l'occurrence, il est clair que les dangers qui peuvent être causés par la radioactivité, par le radium et par le radon ont des conséquences sur la santé publique. Ce sont 200 à 300 cas de cancer des poumons, par exemple, qui sont constatés chaque année.
Ainsi, si l'on prive la législation sur la radioprotection de cette possibilité de sanctionner les infractions, fussent-elles commises par négligence, on se rend coupable d'une forme de facilitation de l'extension des dégâts causés par la radioactivité. Cette levée de la négligence s'inscrit aussi dans deux faits d'actualité. Je rappelle qu'au cours de cette session même nous allons traiter l'initiative "Stop au blackout" qui vise à rouvrir et à autoriser de nouvelles centrales nucléaires. Comme vous le savez, la majorité de la commission vous recommandera également d'accepter le contre-projet qui prévoit en substance la même chose. Envoyer en même temps, lors de la même session, le signal que l'on souhaite rouvrir des centrales nucléaires tout en se privant de protéger la population des méfaits de la radioactivité n'est pas forcément très judicieux en matière de signal politique et de ce qu'on veut dire à la population sur la valeur qu'on accorde à la protection de sa santé, notamment.
On discute également beaucoup actuellement de la négligence. L'une des plus épouvantables tragédies de notre histoire s'est déroulée en début d'année. Là non plus, le signal que l'on envoie en biffant ainsi la notion de négligence d'un texte de loi alors qu'elle est justifiée, que c'est une infraction qui est constatée, qui est fréquente et qu'il est justifié de poursuivre, n'est pas non plus des plus judicieux.
Par conséquent, vu tous ces éléments, je vous invite vivement à adopter le projet du Conseil fédéral, qui a été suivi par le Conseil national, et à soutenir ainsi la minorité.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura
Le Conseil fédéral a souhaité préciser l'alinéa 2 de l'article 44 en ayant une gradation par rapport à l'infraction par négligence. La loi sur la radioprotection permet de protéger efficacement la santé de la population et l'environnement contre les dangers liés au rayonnement ionisant. Toutefois, cette loi repose sur un principe fondamental : la responsabilité, et donc le fait qu'une personne puisse être tenue juridiquement responsable d'un acte qu'elle a commis. Or, la proposition de supprimer la possibilité de poursuivre pénalement les infractions commises par négligence affaiblit considérablement le dispositif de protection. En effet, le droit pénal ne sert pas uniquement à sanctionner après coup. Il joue également un rôle préventif, un rôle dissuasif majeur, en incitant chacune et chacun à respecter ses obligations. Si les comportements négligents ne sont plus sanctionnables, le signal envoyé peut être plutôt clair : le respect des règles et des obligations de diligence devient optionnel. À terme, cela affaiblit la protection de la santé et toute la culture de la société et de la sécurité à ce niveau.
Offenbar bezweckt der Antrag, die Verwaltung und die Unternehmen von unnötigen Strafverfahren zu entlasten. Der Entwurf des Bundesrates trägt diesem Anliegen bereits Rechnung, indem er mit Artikel 44 Absatz 4 eine Bagatellklausel für Übertretungen einführt. Diese ermöglicht es den Behörden, bei geringem radiologischem Gefährdungspotenzial auf eine Strafverfolgung zu verzichten und damit den Verwaltungsaufwand sowie die Kosten zu reduzieren.
L'impunité des infractions par négligence ne réduirait guère la charge administrative. C'est seulement au cours de la procédure qu'il est déterminé s'il y a eu intention ou négligence. L'impunité en cas de négligence n'entraînerait donc pas une diminution du nombre de procédures, mais seulement une diminution du nombre des condamnations. En revanche, voulons-nous réellement revenir à une situation où des comportements négligents et gravement négligents resteraient sans conséquence, comme à l'époque où des sources radioactives pouvaient être jetées avec les ordures ménagères ? Ce sont précisément ces pratiques qui ont conduit à la découverte en 2014 de la contamination au radium de jardins familiaux à Bienne - vous vous en souvenez peut-être - liée à des déchets radioactifs jetés dans les années 1960. De même, si une source fortement radioactive est volée et utilisée à des fins malveillantes en Suisse ou à l'étranger, parce que son propriétaire n'a pas respecté les prescriptions légales en matière de sécurité, il doit, aux yeux du Conseil fédéral, pouvoir être sanctionné.
Die bestehenden Aufsichts- und Vollzugsinstrumente im Strahlenschutz sowie die Strafmittel bilden ein aufeinander abgestimmtes System, das in der Praxis von den Behörden angewendet wird. Änderungen an diesem System sollten nicht isoliert erfolgen.
Die Straflosigkeit bei Fahrlässigkeit birgt das Risiko, dass Aufsichts- und Vollzugslücken entstehen und das System und damit der Gesundheitsschutz gesamthaft geschwächt werden.
Vous l'aurez compris, le Conseil fédéral considère le projet comme proportionné, raisonnable et durable. Il permet de cibler les cas graves tout en évitant les poursuites inutiles, selon l'adjonction de l'alinéa 4, qui indique clairement que "dans des cas de peu de gravité, il peut être renoncé à la dénonciation, à la poursuite pénale et à la peine".
C'est pourquoi le Conseil fédéral vous propose de rejeter la proposition de la majorité de votre commission et d'en rester au projet du Conseil fédéral.
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 31 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 11 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Art. 45; 46 Abs. 2; Gliederungstitel nach Art. 46; 46a; 46b; 47 Abs. 2; Ziff. II, III
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 45 ; 46 al. 2 ; titre suivant l'art. 46 ; 46a ; 46b ; 47 al. 2 ; ch. II, III
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Vote
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 43 Stimmen
Dagegen ... 1 Stimme
(0 Enthaltungen)
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Das Geschäft geht an den Nationalrat zurück.