24.090
Loi sur la radioprotection (LRaP). Modification
Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Strahlenschutzgesetz
Loi sur la radioprotection
Le président (Page Pierre-André, président): Nous en sommes au stade des divergences.
Masshardt Nadine · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste
Ich vertrete bei Artikel 9a eine grosse und breit abgestützte Minderheit. Im Namen dieser Minderheit bitte ich Sie, bei unserem ursprünglichen Beschluss und beim Entwurf des Bundesrates zu bleiben und auf diesen Einschub zu verzichten.
Weshalb? Der Ständerat hat hier mehrheitlich beschlossen, dass das Verhältnismässigkeitsprinzip auch noch auf Gesetzesstufe verankert werden soll. Genau das ist aber aus unserer Sicht unnötig und bringt auch keinen Mehrwert. Dies ist uns in der Kommission auf Nachfrage auch von der Vertretung der Verwaltung bestätigt worden.
Das Verhältnismässigkeitsprinzip ist ein in der Bundesverfassung verankertes Rechtsprinzip, das der Gesetzgebung übergeordnet ist. In Artikel 5 Absatz 2 der Bundesverfassung steht: "Staatliches Handeln muss im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein." Das gilt natürlich auch für das Strahlenschutzgesetz und die Strahlenschutzverordnung. Staatliches Handeln muss verhältnismässig sein, sowohl beim Erlassen von Massnahmen als auch bei Ausführungsbestimmungen.
Im Bereich des Strahlenschutzes wird dieses Prinzip dann durch Artikel 8 der Strahlenschutzverordnung konkretisiert. Dort steht: "Sämtliche Massnahmen im Strahlenschutz müssen nach dem zugrunde liegenden Risiko abgestuft sein." Die nach Risiko abgestufte Vorgehensweise ist als Grundsatz des Strahlenschutzes also bereits in Artikel 8 der Verordnung geregelt. Es ist also unnötig und wäre auch unüblich, wenn wir dieses Prinzip zusätzlich im Gesetz verankern würden.
Deshalb bitte ich Sie, den Antrag meiner breit abgestützten Minderheit anzunehmen.
Kolly Nicolas · Mit-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Notre conseil traite aujourd'hui, pour la deuxième fois, de la modification de la loi sur la radioprotection. Cette révision vise principalement à renforcer le principe du pollueur-payeur en clarifiant la prise en charge des coûts liés aux contaminations radioactives. Après examen par le Conseil des États, plusieurs divergences subsistent.
La principale concerne l'article 9a. Cette disposition se rattache à l'article 9 qui prévoit que, pour limiter l'exposition aux rayonnements ionisants, les personnes concernées doivent prendre toutes les mesures commandées par l'expérience ainsi que par l'état de la science et de la technique. Cette disposition ne remet pas en cause le niveau de protection contre les rayonnements ionisants garanti par notre législation. Elle vise simplement à rappeler un principe fondamental de tout État de droit, à savoir que les mesures d'exécution doivent être proportionnées aux risques réels qu'elles entendent prévenir. En matière de radioprotection, les évolutions technologiques et médicales sont très rapides. Il est donc essentiel que les prescriptions d'application puissent tenir compte de la réalité scientifique, du niveau de risque effectif et des possibilités techniques existantes afin d'éviter des contraintes administratives ou financières excessives sans bénéfice concret pour la sécurité. L'article 9a permet ainsi de trouver un équilibre raisonnable entre la protection des personnes concernées, qui demeure la priorité, et une application pragmatique fondée sur les risques des règles de radioprotection. Il garantit que les ressources disponibles soient investies là où elles apportent le plus de sécurité et de bénéfices.
Le groupe UDC se rallie à la décision du Conseil des États qui précise expressément que les dispositions d'exécution doivent respecter ces principes de proportionnalité.
L'article 24a concerne les mesures d'assainissement en présence de radioactivité, qu'elle soit d'origine naturelle ou non naturelle. Le Conseil des États a précisé cette disposition en limitant l'obligation d'assainissement à la charge des propriétaires aux cas de radioactivité d'origine non naturelle exclusivement. Le groupe UDC pourrait se rallier à cette solution qui permet de distinguer de manière appropriée les situations résultant d'une activité humaine de celles découlant d'un phénomène naturel. Cependant, le Conseil des États pourra aussi y renoncer, puisque cette disposition inscrit dans la loi une pratique existante.
Finalement, et pour les raisons qui avaient amené notre groupe à ne pas entrer en matière, je vous informe que le groupe UDC rejettera cette modification législative lors du vote final.
Suter Gabriela · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste
Die vorliegende Teilrevision des Strahlenschutzgesetzes ist in ihren Grundzügen eine sachgerechte und notwendige Aktualisierung. Sie setzt ein Bundesgerichtsurteil um, das festhielt, dass die gesetzliche Grundlage für die Anwendung des Verursacherprinzips bei der Finanzierung der Jodtablettenverteilung zu unbestimmt war.
Die SP-Fraktion begrüsst, dass diese Revision das Verursacherprinzip an mehreren Stellen stärkt. Allerdings hat sich in der zentralen Frage der Finanzierung der Jodtablettenverteilung das Verursacherprinzip nur teilweise durchgesetzt. Die Lösung bleibt ein politischer Kompromiss. Aus Sicht der SP-Fraktion wäre eine konsequentere Umsetzung überzeugender gewesen. Es ist nicht einzusehen, weshalb die AKW-Betreiber innerhalb eines bestimmten Radius die Kosten vollständig tragen sollen, ausserhalb dieses Radius aber plötzlich nur noch die Hälfte. Das Risiko eines schweren Störfalls endet nicht an einer administrativ festgelegten Linie. Wenn Jodtabletten als Schutzmassnahme erforderlich sind, dann wegen eines Risikos, das von den Kernkraftwerken ausgeht. Folglich müssten die Betreiber auch die gesamten Kosten übernehmen. Nun, das steht jetzt aber nicht mehr zur Debatte, es geht ja nur noch um die Differenzen.
Hier ist die Regelung positiv hervorzuheben, die die UREK-N zur radioaktiven Belastung natürlicher Herkunft gefunden hat. Neu wird ausdrücklich festgehalten, dass bei Gefährdungen durch natürliche Radioaktivität die Eigentümerinnen und Eigentümer der betroffenen Standorte und Liegenschaften für Untersuchungen und Sanierungen aufkommen müssen. Die Formulierung lässt Spielraum für eine abgestufte Umsetzung. Bei einer leichten Überschreitung des Referenzwertes für die Radonkonzentration besteht beispielsweise eine Sanierungspflicht innerhalb von 10 Jahren. Bei ungenutzten oder nicht benutzten Liegenschaften kann dieser Zeitraum auch bis zu 30 Jahre betragen. Damit ist klar: Es besteht zwar eine Sanierungspflicht, sie ist aber an die Dringlichkeit angepasst und berücksichtigt jeweils auch die konkrete Situation. Letztlich ist das Ziel der Radonpolitik natürlich klar. Langfristig sollen durch Sanierung und Erneuerung des Gebäudeparks die Belastungen reduziert und bestehende Radonbelastungen in sämtlichen Gebäuden eliminiert werden.
Ebenso begrüssen wir die neue Bestimmung zur nicht natürlichen Radioaktivität, wonach die entsprechenden Gefährdungen ebenfalls sanierungspflichtig sind und die Kosten grundsätzlich bei der Eigentümerschaft liegen. Dass der Bundesrat die Schwellenwerte gestützt auf den Stand von Wissenschaft und Technik festlegt, stellt sicher, dass die Regelung flexibel, evidenzbasiert und verhältnismässig umgesetzt wird.
Ich komme nun zur verbleibenden Differenz bei Artikel 9a. Die Mehrheit will festhalten, dass Massnahmen verhältnismässig sein müssen und sich zusätzlich an technischer Machbarkeit sowie wirtschaftlicher Tragbarkeit orientieren sollen. Ich beantrage Ihnen im Namen der SP-Fraktion, der Minderheit zu folgen und die Bestimmung zu streichen, und zwar nicht, weil wir das Verhältnismässigkeitsprinzip infrage stellen, im Gegenteil: Es gilt bereits, es ist direkt in der Bundesverfassung beschrieben. Es gilt in jedem Verwaltungshandeln. Es gilt selbstverständlich auch im Strahlenschutzrecht. Es stellt sich jetzt nur die Frage, welchen zusätzlichen Nutzen dieser Artikel bringt. Die Antwort ist aus unserer Sicht ernüchternd: keinen. Die Bestimmung schafft keine neue Rechtssicherheit. Sie schafft keine neuen Pflichten. Sie wiederholt lediglich einen verfassungsrechtlichen Grundsatz, der ohnehin gilt.
Der Bundesrat hat im Ständerat klar dargelegt, dass die Verhältnismässigkeit bereits auf Verfassungsstufe verankert ist. Sie wird im geltenden Recht konkretisiert, insbesondere in der Strahlenschutzverordnung; Frau Masshardt hat es vorhin erwähnt. Die Massnahmen werden bereits heute abgestuft nach dem konkreten Risiko umgesetzt, entsprechend international anerkannten Standards. Artikel 9a bringt deshalb keinen zusätzlichen Regelungswert. Er wiederholt einfach geltendes Recht und schafft damit keine Klarheit, sondern im besten Fall Redundanz und Ärger bei den Juristinnen und Juristen. Wir sind der Auffassung, dass Gesetze Verfassungsrecht konkretisieren und nicht einfach nur wiederholen sollen.
Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Le président (Page Pierre-André, président): Le groupe libéral-radical et le groupe du Centre renoncent à prendre la parole et soutiendront la proposition de la majorité. Le groupe des Verts soutiendra la proposition de la minorité.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura
Les délibérations au Conseil des États ont donné lieu à trois divergences qui ont fait l'objet d'une discussion au sein de votre commission lors de sa séance du 30 mars.
Le Conseil des États propose d'introduire un nouvel article 9a qui vise à inscrire le principe de proportionnalité dans la loi, une proposition soutenue par la majorité de votre commission. La minorité Masshardt, de son côté, estime qu'il n'est pas nécessaire d'introduire une telle disposition au niveau de la loi, et le Conseil fédéral soutient cette proposition de la minorité. Le respect de la proportionnalité est un principe juridique supérieur à la loi, inscrit, par ailleurs, dans notre Constitution fédérale. Il s'applique dès lors à toute action de l'État, tant à la prise de mesures qu'à l'adoption de dispositions d'exécution. Dans le domaine de la radioprotection, il est déjà reconnu, tant en Suisse qu'au niveau international, que toute mesure prise doit être appropriée, nécessaire et raisonnable, compte tenu des possibilités techniques, opérationnelles et économiques des personnes ou des entreprises concernées.
Vu ces éléments, le Conseil fédéral estime, lui aussi, que l'introduction de l'article 9a n'est pas nécessaire. Il vous invite dès lors à suivre la proposition de la minorité Masshardt.
La seconde divergence porte, cette fois-ci, sur des mesures et des assainissements liés à la radioactivité d'origine naturelle. Le projet du Conseil fédéral prévoyait une base légale permettant de fixer des limites d'exposition à partir desquelles l'assainissement d'un site ou d'un bien-fonds serait obligatoire, et permettant de régler la prise en charge des coûts. Le Conseil des États a proposé de réglementer dans la loi uniquement la radioactivité d'origine artificielle telle que le radium, et de supprimer les dispositions concernant la radioactivité d'origine naturelle telle que le radon. De l'avis du Conseil fédéral, renoncer à une base légale pour la radioactivité d'origine naturelle limiterait fortement les possibilités d'action des cantons dans le domaine du radon, notamment pour ordonner des assainissements dans les écoles ou les jardins d'enfants. La proposition de compromis adoptée par votre commission, avec son nouvel article 24b, permet au Conseil fédéral de fixer le niveau d'exposition à partir duquel des mesures de protection sont appropriées, sans pour autant inscrire dans la loi une obligation d'assainir au-delà d'une limite stricte. Par ailleurs, elle règle la prise en charge des frais liés aux examens et aux assainissements selon la volonté des cantons. La proposition de la commission, bien que plus modérée, est compatible avec la pratique actuelle et conserve la possibilité d'agir des cantons.
Pour ces différentes raisons, le Conseil fédéral soutient la proposition de votre commission.
Weiter hat sich Ihre Kommission gegen den Beschluss des Ständerates ausgesprochen, der die Abschaffung der Strafbarkeit für fahrlässig begangene Übertretungen zur Reduktion des Verwaltungsaufwands fordert. Mit dieser isolierten Abschaffung entstehen Lücken, die das Aufsichtssystem im Strahlenschutz als Ganzes erheblich schwächen. Die Aufsichtsbehörden sind darauf angewiesen, dass Verstösse gegen gesetzliche Vorschriften geahndet werden können, um einerseits den gesetzlichen Zustand wiederherzustellen und andererseits die Missachtung von Sorgfaltspflichten zu sanktionieren. Da viele Pflichtverletzungen im Strahlenschutz ihre Ursache in Fahrlässigkeit - zum Beispiel in Unaufmerksamkeit oder in organisatorischen Mängeln - und nicht in vorsätzlichem Handeln haben, würde die Abschaffung der Strafbarkeit für fahrlässig begangene Übertretungen die Aufsichtsbehörden weitgehend entwaffnen. Für die betroffenen Akteure würde der Anreiz zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten sinken.
Die Abschaffung würde zudem den Verwaltungsaufwand kaum senken. Ob vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt wurde, wird von der Verwaltung als Strafverfolgungsbehörde erst während eines Verfahrens geprüft. Die vom Bundesrat vorgesehene Bagatellklausel hingegen erlaubt es den Behörden, bei Fällen mit geringem Gefährdungspotenzial gänzlich auf eine Strafverfolgung zu verzichten. Somit ist das gewünschte Ziel einer Fokussierung der Verfahren auf die wichtigsten Fälle bereits erreicht. Der Bundesrat begrüsst daher den Antrag Ihrer Kommission, die Strafbarkeit der Fahrlässigkeit beizubehalten.
En résumé et en conclusion, le Conseil fédéral vous prie de soutenir la minorité Masshardt à l'article 9a et soutient, à l'article 24b, la proposition de votre commission concernant la réglementation de la radioactivité naturelle, donc du radon, et salue également sa décision de maintenir la punissabilité en cas d'infractions commises par négligence à l'article 44 alinéa 2.
de Montmollin Simone · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe libéral-radical
Notre conseil examine pour la deuxième fois cet objet qu'il avait adopté il y a une année exactement, c'est-à-dire le 3 juin 2025, par 125 voix contre 66. Si la révision de cette loi porte principalement sur la distribution de pastilles d'iode et sur la clarification de son financement, elle visait également à apporter des adaptations et clarifications sur des questions liées à la présence de radioactivité dans l'environnement et l'environnement bâti.
Le Conseil des États a adopté le projet le 2 mars dernier, mais en apportant trois divergences concernant, en particulier, la question des assainissements.
D'abord, il ajoute un article 9a consacré au principe de proportionnalité. Il apporte une modification aux articles 24 et 24a relatifs à l'examen et à l'assainissement des sites et des biens-fonds. Enfin, à l'article 44, il supprime les cas de négligence relatifs aux contraventions.
Notre commission a examiné cet objet en date du 30 mars dernier. S'agissant de la première divergence, l'article 9a, soit l'ajout d'un principe de proportionnalité, la commission constate que ce principe figure déjà dans la Constitution fédérale ainsi qu'à l'article 8 de l'ordonnance sur la radioprotection, qui impose une approche graduée consistant à concentrer les ressources là où le risque est le plus élevé. Une inscription dans la loi est donc superfétatoire et n'apporte pas de valeur ajoutée particulière, sans toutefois poser de problèmes fondamentaux non plus. Néanmoins, par 11 voix contre 11 et 1 abstention, avec la voix prépondérante du président, cette disposition a été maintenue. Une minorité propose de la supprimer.
Aux articles 24 et 24a, le Conseil des États accepte les dispositions relatives à la radioactivité non naturelle, comme celle provenant du radium utilisé dans l'horlogerie, par exemple, mais renonce à une base légale formelle pour la radioactivité d'origine naturelle, comme le radon. Selon la majorité de la commission, cette distinction risque d'affaiblir la pratique actuelle en matière de radioactivité naturelle et, en particulier, de protection de la population. Pour rappel, le radon constitue un véritable enjeu de santé publique. Il représente la principale source d'exposition de la population suisse. Ce gaz radioactif naturel est présent dans le sol, en particulier dans les Alpes et dans l'Arc jurassien. Il peut s'accumuler dans les bâtiments et exposer durablement leurs occupants. Or, le radon est classé cancérigène pulmonaire avéré par l'OMS, en classe 1. Il est responsable en Suisse, chaque année, de 200 à 300 décès par cancer du poumon, soit près de 10 pour cent des cas. Inutile de dire qu'il est donc impératif de pouvoir prendre des mesures proportionnées. C'est ce que la Confédération peut faire aujourd'hui à la faveur de l'ordonnance sur la radioprotection, qui fixe des mesures relatives au radon. Il s'agit notamment de mesures de prévention dans les nouvelles constructions, d'assainissement des bâtiments concernés, ainsi que de la protection des enfants dans les écoles et jardins d'enfants. Cette ordonnance repose actuellement sur l'article 24 du droit en vigueur, dont la disposition est potestative et très générale. Le projet du Conseil fédéral visait précisément à combler cette lacune.
Pour la commission, exclure la radioactivité naturelle de la loi en cours de révision donnerait un signal négatif, qui laisserait supposer que la réglementation spécifique n'est pas nécessaire en la matière. Cela restreindrait les possibilités du Conseil fédéral de fixer des valeurs de référence et limiterait la marge d'action des cantons, notamment pour les assainissements dans les écoles et les jardins d'enfants. La majorité propose donc un compromis : maintenir la reformulation proposée par le Conseil des États aux articles 24 et 24a, et ajouter un article 24b consacré à la radioactivité d'origine naturelle. Cette solution permet de faire une distinction claire entre la radioactivité naturelle et non naturelle, tout en permettant au Conseil fédéral de fixer, pour chaque situation, selon l'état des connaissances scientifiques et en fonction du risque réel, des seuils à partir desquels des mesures sont appropriées. Cette solution différenciée est plus ciblée que le projet du Conseil fédéral. Elle comble les lacunes du droit actuel en matière de radioactivité naturelle tout en préservant la marge d'appréciation nécessaire aux autorités. Elle a été acceptée, par 14 voix contre 9 et 1 abstention.
Enfin, la troisième divergence concerne les contraventions. À l'article 44 alinéa 2, le Conseil des États supprime les sanctions pour les infractions commises par négligence. Celles-ci ne pourraient donc plus être poursuivies pénalement alors qu'elles représentent, selon les informations reçues par l'administration, près de 95 pour cent des cas. Cette position du Conseil des États s'inscrit dans une réflexion plus large menée sur la question du droit pénal accessoire et n'est donc pas particulièrement dirigée sur cette loi. C'est une discussion plus générale. Toutefois, la commission estime que la négligence doit demeurer punissable et soutient, par 15 voix contre 7, le maintien de l'alinéa 2.
Il faut rappeler que les cas de faible gravité sont déjà couverts par la clause bagatelle à l'alinéa 4, de sorte qu'une marge d'appréciation existe.
En conclusion, la majorité de la commission vous invite à soutenir ses propositions. En renforçant la proportionnalité et en permettant une différenciation entre les diverses situations, ces modifications répondent aux préoccupations du Conseil des États tout en garantissant une base légale claire, suffisamment solide pour assurer la protection de la population.
Müller-Altermatt Stefan · Mit-M · Conseil national · Soleure · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Die Teilrevision des Strahlenschutzgesetzes hat zum Ziel, verschiedene Bestimmungen im Bereich des Strahlenschutzes auf Gesetzesstufe zu verankern oder zu präzisieren. Wir befinden uns in der ersten Differenzbereinigungsrunde und haben als Erstrat drei gewichtige Differenzen zum Ständerat zu behandeln.
Es beginnt mit Artikel 9a, der vom Ständerat neu eingefügt wurde. Er will damit dem Verhältnismässigkeitsprinzip Nachdruck verleihen. Die Mehrheit Ihrer Kommission, die mit Stichentscheid des Präsidenten zustande kam, kann das unterstützen, mit dem Hinweis, dass es sich um sehr kostspielige Massnahmen handelt, die dieses Gesetz nach sich zieht - wir reden beispielsweise über die Sanierung belasteter Liegenschaften - und die deshalb die explizite Erwähnung der Verhältnismässigkeit verdienen. Die Minderheit sieht keinen Mehrwert in dem Artikel, der letztlich ein Verfassungsprinzip wiederholt.
In den Artikeln 24, 24a und 24b geht es um die Kostentragung im Bereich der Sanierungsmassnahmen kontaminierter Standorte. Bei den kontaminierten Standorten ist zwischen natürlichen und nicht natürlichen Quellen der radioaktiven Kontamination zu unterscheiden. Besonders strittig ist der Punkt mit den natürlichen Quellen. Der Bundesrat hatte in seinem Entwurf eine Sanierungspflicht in Abhängigkeit von einer gewissen Strahlenexposition vorgesehen. Der Ständerat hat diese für natürliche Radioaktivität gestrichen. Ihre Kommission beantragt Ihnen nun, bei natürlichen Quellen keine explizite Sanierungspflicht ins Gesetz zu schreiben, sondern einfach zu erwähnen, dass der Bundesrat festlegt, ab welcher Strahlenexposition Massnahmen angemessen sind. Dadurch soll eine gewisse Flexibilität bei der Anordnung einer Sanierung erreicht werden.
So oder so ist zu erwähnen, dass basierend auf der Strahlenschutzverordnung bereits heute Sanierungen verlangt werden. Ihre Kommission und der Bundesrat möchten also nichts anderes als eine gesetzliche Grundlage dafür schaffen, sprich: Wir möchten die geltende Praxis gesetzlich verankern. Die Zuständigkeit für die Umsetzung dieser Praxis ist und bleibt bei den Kantonen.
Schliesslich haben wir noch eine Differenz zum Ständerat in Artikel 44, wo es um die Strafen bei Übertretungen dieses Gesetzes geht. Der Bundesrat sieht vor, dass auch die fahrlässige Tatbegehung strafbar sein soll. Er hat aber eine Bagatellklausel eingeführt, um leichte Fälle abzufedern. Ihre Kommission betrachtet dies nach wie vor als zielführend. Der Ständerat ist hier seiner generellen Linie gefolgt, im Nebenstrafrecht sämtliche fahrlässig begangenen Delikte abzuschaffen. Er ist dabei davon ausgegangen, dass in diesem Fall nur 2 Prozent der Fälle fahrlässig begangen werden. In der Kommission haben wir dann aber von der Verwaltung vernommen, dass es genau umgekehrt sei: Rund 95 Prozent der Verstösse gegen dieses Gesetz werden fahrlässig begangen, nur ein paar wenige Fälle pro Jahr betreffen tatsächlich vorsätzliche Übertretungen. Schlussendlich haben diese Zahlen dazu geführt, dass Ihre Kommission den Entwurf des Bundesrates befürwortet und auch kein Minderheitsantrag eingereicht worden ist. Gleiches gilt für die Bestimmungen zu den Sanierungsmassnahmen. Auch da gibt es keine Minderheit. Diese beiden Differenzen werden wir ohne Gegenantrag aufrechterhalten.
Abstimmen werden wir einzig über Artikel 9a zur Verhältnismässigkeit. Ich bitte Sie, dort der Kommissionsmehrheit zu folgen und sich dem Ständerat anzuschliessen.
Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Art. 9a
Antrag der Mehrheit
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Antrag der Minderheit
(Masshardt, Candan Hasan, Clivaz Christophe, de Montmollin, Docourt, Friedl Claudia, Pult, Schlatter, Trede, Vincenz, Wasserfallen Christian)
Streichen
Art. 9a
Proposition de la majorité
Adhérer à la décision du Conseil des États
Proposition de la minorité
(Masshardt, Candan Hasan, Clivaz Christophe, de Montmollin, Docourt, Friedl Claudia, Pult, Schlatter, Trede, Vincenz, Wasserfallen Christian)
Biffer
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 122 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 70 Stimmen
(2 Enthaltungen)
Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Art. 24 Abs. 2; 24a Abs. 1, 3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 24 al. 2 ; 24a al. 1, 3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des États
Angenommen - Adopté
Art. 24b
Antrag der Kommission
Titel
Untersuchungen und Sanierungen bei Radioaktivität natürlicher Herkunft
Abs. 1
Geht von Standorten und Liegenschaften eine Gefährdung von Mensch und Umwelt durch ionisierende Strahlung natürlicher Herkunft aus, so sind diese durch den Eigentümer zu sanieren. Der Bundesrat legt nach dem Stand von Wissenschaft und Technik fest, ab welcher Strahlenexposition Massnahmen angemessen sind.
Abs. 2
Die Kosten für Untersuchungen von Standorten und Liegenschaften auf Radioaktivität natürlicher Herkunft sowie für notwendige Massnahmen zur Sanierung trägt der Eigentümer.
Art. 24b
Proposition de la commission
Titre
Examens et assainissements en cas de radioactivité d'origine naturelle
Al. 1
Si un site ou un bien-fonds présente un danger pour l'homme et pour l'environnement dû au rayonnement ionisant d'origine naturelle, le propriétaire est tenu de l'assainir. Le Conseil fédéral fixe, en tenant compte de l'état de la science et de la technique, à partir de quelle exposition aux radiations des mesures sont adéquates.
Al. 2
Le propriétaire prend en charge les frais relatifs aux examens liées à la radioactivité d'origine naturelle menées sur les sites et biens-fonds ainsi qu'aux mesures nécessaires à leur assainissement.
Angenommen - Adopté
Art. 44 Abs. 2
Antrag der Kommission
Festhalten
Art. 44 al. 2
Proposition de la commission
Maintenir
Angenommen - Adopté
Le président (Page Pierre-André, président): L'objet retourne au Conseil des États.