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Freizügigkeitsabkommen. Zusatzprotokoll

8159 · Amtliches Bulletin

Dals 17 dec. 2004

https://lexipedia.io/rm/docs/ch/ab-bo-bu/8159/de/freizugigkeitsabkommen-zusatzprotokoll

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Funtauna

Fatschenta parlamentara: Freizügigkeitsabkommen. Zusatzprotokoll (04.066)

04.066

Freizügigkeitsabkommen. Zusatzprotokoll

Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion

Wir beschliessen jetzt eine Vorlage von enormer Bedeutung für unser Land. Sie beinhaltet eine Öffnung gegenüber unseren wichtigsten Handelspartnern, eine Öffnung auch gegenüber Ländern, die wir nicht nur als neuen Markt erkennen, sondern auch als Teil unserer europäischen Kultur und Gesellschaft. Es liegt nun an unserer Wirtschaft, die neuen Möglichkeiten für unser Land nutzbringend auszuschöpfen.

Die Mehrheit unseres Parlamentes hat ihre Verantwortung wahrgenommen und hat den von den Sozialpartnern erarbeiteten Kompromiss bezüglich der flankierenden Massnahmen in die Gesetzgebung aufgenommen. Es ist auch gelungen, der heute real existierenden Arbeitssituation vor Ort, auf den Baustellen, im Gastgewerbe, beim Reinigungsdienst usw., Rechnung zu tragen und griffige Instrumente gegen Lohndumping und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu fixieren. Diese Massnahmen braucht es heute und nicht erst im Jahr 2011. Nun liegt es an den Kontrollorganen, den beschlossenen Massnahmen auch zum Durchbruch zu verhelfen. Dabei sind die Kantone aufgefordert, die gesetzlich vorgeschriebenen Inspektoren anzustellen und deren Aufgabenerfüllung zu unterstützen.

Wer heute Nein sagt zur Erweiterung der Personenfreizügigkeit und zu den flankierenden Massnahmen, schadet den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in unserem Land, aber auch den Gewerbebetrieben, dessen müssen Sie sich bewusst sein. Sie sind dann verantwortlich für Lohndrückerei und dafür, dass unsere anständigen KMU in diesem Land kürzere Spiesse und damit Wettbewerbsnachteile haben.

Die SP-Fraktion sagt Ja zu dieser Vorlage, auch deshalb, weil sie für die EU eine verlässliche Partnerin sein will und weil sie auf keinen Fall die bilateralen Abkommen I mit den wichtigsten Handels- und Gesellschaftspartnern gefährden will.

Cina Jean-Michel · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Christlichdemokratische Fraktion

Die CVP sagt Ja zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Mitgliedländer. Wir sind überzeugt, dass diese Ausdehnung insgesamt positive Auswirkungen auf die Schweiz haben wird. Mit dem Bundesratskollegium und mit Bundesrat Blocher empfehlen wir unserer Bevölkerung: Wagen wir es, packen wir die Chancen, die darin liegen, einen privilegierten Zugang zu schnell wachsenden osteuropäischen Märkten zu erhalten! Absatzchancen für Schweizer Unternehmen werden dadurch erhöht, die Rekrutierung von spezialisierten ausländischen Arbeitskräften wird erleichtert. Mögliche Nachteile sind auf dem Verhandlungsweg ausgeräumt und mit flankierenden Massnahmen reduziert worden. Davon zeugen die ausgehandelten Übergangsfristen, die eine unerwartete Immigration in Grenzen halten werden. Eine Ablehnung der Ausdehnung würde den Bilateralismus gefährden. Europa würde eine Zweiklassengesellschaft nicht akzeptieren und wohl nicht davor zurückschrecken, die Bilateralen I mit der Schweiz zu kündigen, was verheerende Folgen für unser Land haben würde. Diese Gefahr darf nicht einfach negiert werden. Die CVP sagt deshalb Ja zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Mitgliedländer, sagt Ja zum Bilateralismus und Ja zur Zukunft. Tun Sie dasselbe!

Schlüer Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Als die SVP-Fraktion auf die Personenfreizügigkeit eingetreten ist, hat sie klar gesagt, sie sei unter der Bedingung bereit, diese Vorlage mitzutragen, dass die flankierenden Massnahmen nicht zum Schaden des Arbeitsplatzes Schweiz ausgedehnt würden. Wir haben Ihnen zusätzlich vorgeschlagen, den definitiven Entscheid so zu treffen, wie er einst der Bevölkerung versprochen worden ist: So, dass die definitive Entscheidung zur Personenfreizügigkeit 2009 (Antrag Maurer) getroffen werden kann. Die SVP brachte in Vorschlag, mit Kontingentsfestlegungen Zwischenlösungen zu treffen, die keines der Partnerländer, mit denen verhandelt worden ist, in irgendeiner Weise benachteiligt hätten. Wir haben Ihnen diese Überlegungspause in der Hoffnung vorgeschlagen, Sie würden sie nutzen. Sie haben dazu pauschal Nein gesagt.

Sie haben - und da meine ich vor allem die Arbeitgeberseite und die Exponenten der Arbeitgeber im Parlament - mit einer Kopflosigkeit ohnegleichen in den sozialpartnerschaftlichen Verhältnissen eine Machtverschiebung zugunsten der Gewerkschaften bewerkstelligt, die unseren Arbeitsplatz Schweiz schwer benachteiligt. Wir wurden dabei mit der grotesken Situation konfrontiert, dass Gewerkschafter ihre Anträge zurückziehen konnten, weil jene des Freisinnigen Gysin weiter gingen als diejenigen der Gewerkschaften.

Es gibt zwar flankierende Massnahmen, die dem Schweizer Arbeitsplatz helfen, die ihn begünstigen würden - sofern dieses Parlament geschlossen, in einer Front dafür eintreten würde -: erstens tiefere Steuern, also Beschränkung der Ausgaben; zweitens verbesserte Arbeitsbedingungen durch Realisierung aller Massnahmen, die den Arbeitsmarkt flexibler gestalten. Auf diese Weise würden wir Arbeit bei uns in der Schweiz behalten.

Sie haben anders entschieden. Sie geben vor, die Utopie zu bewahren, dass man gleichzeitig Löhne hochhalten und hohe Preise bekämpfen könne. Wer das tut, vertreibt die Arbeit aus der Schweiz! Diesen Weg gehen wir, geht die SVP nicht mit; wir wollen die Arbeitsplätze hier behalten und die dafür erforderlichen Bedingungen schaffen. Wir bedauern, dass Sie diesen Weg nicht gegangen sind, er hätte die Schweiz gestärkt. Jetzt wird der Arbeitsplatz Schweiz geschwächt.

Rennwald Jean-Claude · Mit-M · Nationalrat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion

Je ne pensais pas prendre la parole aujourd'hui, mais je ne peux pas laisser passer n'importe quoi.

Monsieur Schlüer, ces mesures d'accompagnement sont d'abord évidemment dans l'intérêt des salariés, parce qu'elles permettront de lutter contre les dumpings salarial et social et les prévenir; elles sont dans l'intérêt des entreprises, parce qu'elles contribueront à éviter une concurrence déloyale; et enfin, elles sont dans l'intérêt du pays, parce que toute pression à la baisse sur les salaires se répercute négativement sur les rentrées fiscales.

Je vous prie d'en prendre bonne note.

Recordon Luc · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion

Cet accord sur l'extension à l'Est de la libre circulation des personnes a une portée symbolique toute particulière pour notre pays, probablement davantage que l'accord bilatéral II. En effet, il est tout à fait important pour un pays, d'autant plus qu'il ne fait pas partie de l'Europe, de donner un signe positif à cette oeuvre de paix qu'est la construction européenne, au-delà même de ce qu'avaient espéré pendant longtemps ses promoteurs, c'est-à-dire aux confins de l'Europe traditionnelle, touchant par exemple le monde slave et le monde balte. Nous nous y associons aujourd'hui et, à ce titre-là, nous montrons que nous sommes véritablement partie largement prenante de ce travail de construction.

Par ailleurs, il est clair que, sur les critères spécifiques du développement durable, ce travail est méritoire. Toute oeuvre de paix a sa valeur environnementale, il est à peine besoin de le démontrer, puisqu'il évite à terme d'immenses destructions, d'immenses gaspillages de ressources. Le résultat économique est lui aussi extrêmement clair: des marchés vont s'ouvrir pour nous, comme pour nos pays partenaires et, sur le plan culturel - parlons ici pendant cette session une fois de culture sur un autre plan! -, nous nous engageons également vers une forme d'ouverture, notamment des esprits, dont nous avons montré que nous avions bien besoin!

Sur le plan social, enfin, cette ouverture à l'Est s'accompagne d'un progrès qui dépasse largement le seul caractère d'accompagnement des mesures que nous avons votées. En effet, notamment en matière de conventions collectives de travail, mais aussi de réglementation sur les travailleurs détachés et d'engagement d'inspecteurs destinés à faire appliquer les règles du droit du travail, nous avons fait oeuvre en faveur de la paix sociale. Je crois que c'est un travail qui doit aussi être salué.

C'est donc avec énormément de détermination et de satisfaction - une fois n'est pas coutume! - que le groupe des Verts prend acte de ce qu'a fait le Parlement sur ce dossier. Nous nous en félicitons. Nous le voterons avec beaucoup de conviction et vous invitons à faire de même.

Pelli Fulvio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion

Permettete anche a una voce che viene da una regione di frontiera di segnalare l'appoggio a questo passaggio, a questa estensione della libera circolazione al di là delle frontiere della "piccola" Europa verso l'Europa più grande. Per le regioni di frontiera questo accordo rappresenta un passo importante, ma anche un sacrificio importante. Sono le regioni di frontiera quelle che più delle altre hanno bisogno di periodi di adattamento per accettare il nuovo sistema, che è stato scelto alcuni anni or sono e che viene oggi confermato. È un sistema che si basa sulla libertà e non più su regole di polizia; è un sistema dal quale la Svizzera trarrà benefici a medio e lungo termine anche se dovrà iniziare con un periodo difficile.

Questo accordo rappresenta anche un ritorno ad una collaborazione intensa ed intelligente fra i partner sociali, fra gli imprenditori e i sindacati. Il gruppo radicale-liberale apprezza gli sforzi che sono stati fatti dal mondo imprenditoriale e dal mondo sindacale per tornare ad una collaborazione, che ha garantito il successo della Svizzera nel passato e che garantirà il successo della Svizzera del futuro.

Maitre Jean-Philippe · 1VP-M · Nationalrat · Genf · Christlichdemokratische Fraktion

Bundesbeschluss über die Genehmigung und Umsetzung des Protokolls zur Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die neuen EG-Mitgliedstaaten zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits sowie über die Genehmigung der Revision der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit

Arrêté fédéral portant approbation et mise en oeuvre du protocole relatif à l'extension de l'accord entre la Confédération suisse, d'une part, et la Communauté européenne et ses Etats membres, d'autre part, sur la libre circulation des personnes aux nouveaux Etats membres de la CE et portant approbation de la révision des mesures d'accompagnement concernant la libre circulation des personnes

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Entwurfes .... 142 Stimmen

Dagegen .... 40 Stimmen