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Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz

170.321 · Systematische Sammlung des Bundesrechts

Versiun dals 1 mars 2005

https://lexipedia.io/rm/docs/ch/sr-rs-rs/170-321/de/verordnung-zum-verantwortlichkeitsgesetz

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170.321

Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz

vom 30. Dezember 1958 (Stand am 8. März 2005)

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 24 des Verantwortlichkeitsgesetzes vom14. März 1958 (im folgenden Gesetz genannt)2 und Artikel 4 des Bundesgesetzes vom4. Oktober 19743 über Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaushaltes,4 verordnet:

I. Haftung für Schaden

Footnotes

  1. [14] Fassung gemäss Anhang Ziff. II 1 der V vom 23. Febr. 2005 über die Fahrzeuge des Bundes und ihre Führer und Führerinnen (SR 514.31).
  2. [2] SR 170.32
  3. [4] Fassung gemäss Ziff. I der V vom 12. Febr. 1986, in Kraft seit 1. April 1986 (AS 1986 354).
  4. [3] SR 611.010

Art. 1

Die Begehren auf Schadenersatz oder Genugtuung, die auf Grund des Verantwortlichkeitsgesetzes gegenüber dem Bund erhoben werden, sind dem Eidgenössischen Finanzdepartement5 schriftlich, begründet und mindestens im Doppel einzureichen.

Das Eidgenössische Finanzdepartement leitet die Begehren an die zur Anerkennung oder Bestreitung zuständige Stelle weiter, soweit es nicht selbst zuständig ist.

Sämtliche Amtsstellen sind gehalten, Begehren, zu deren Behandlung sie nicht zuständig sind, unverzüglich an die zuständige Stelle weiterzuleiten.

Art. 26

Zuständig für den Erlass von Verfügungen nach Artikel 10 Absatz 1 des Gesetzes ist das Eidgenössische Finanzdepartement. Dieses holt vorgängig eine Vernehmlassung der Amtsstelle ein, in deren Geschäftsbereich sich der anspruchsbegründende Sachverhalt ereignet hat.7 AS 1958 1421

Bezeichnung gemäss nicht veröffentlichtem BRB vom19. Dez. 1997. Diese Änd. ist im ganzen Erlass berücksichtigt.

Die Eidgenössische Zollverwaltung ist in ihrem Geschäftsbereich zuständig für Verfügungen über Ansprüche unter 10 000 Franken.

Verfügungen nach Artikel 10 Absatz 1 und Artikel 19 Absatz 3 des Gesetzes unterliegen der Beschwerde an die Rekurskommission für die Staatshaftung.8

Footnotes

  1. [6] Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51).
  2. [7] Fassung gemäss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2847).
  3. [19] Fassung gemäss Anhang Ziff. II 2 der Inkraftsetzungsverordnung BPG für die Bundesverwaltung vom 3. Juli 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (SR 172.220.111.2).
  4. [8] Eingefügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2847).

Art. 3

Zu Begehren auf Schadenersatz und Genugtuung gegen den Bund aus der Amtstätigkeit von Personen im Sinne von Artikel 1 Absatz 1 Buchstaben a–c des Gesetzes hat der Bundesrat innert drei Monaten seit der Geltendmachung schriftlich Stellung zu nehmen (Art. 10 Abs. 2 des Gesetzes); das Eidgenössische Finanzdepartement bereitet die Stellungnahme vor.9

Sofern der Bundesrat einen Anspruch nur teilweise anerkennt, hat er genau anzugeben, in welchem Umfange das Begehren anerkannt wird.10

Mit der Stellungnahme ist dem Ansprecher, dessen Begehren ganz oder teilweise abgelehnt wird, mitzuteilen, dass die Frist zur Einreichung einer Klage beim Bundesgericht bei Folge der Verwirkung sechs Monate seit Empfang der Stellungnahme beträgt (Art. 20 Abs. 3 des Gesetzes).

Footnotes

  1. [9] Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51).
  2. [10] Eingefügt durch Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51).

Art. 411

Sobald ein Begehren auf Schadenersatz oder Genugtuung gegen den Bund eingegangen ist, hat die nach Artikel 2 oder 3 Absatz 1 zuständige Behörde dem Beamten, auf den ein Rückgriff in Frage kommen kann, von diesem Begehren sofort Kenntnis zu geben.

Footnotes

  1. [11] Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51).

Art. 512

Über den Rückgriff auf einen Angestellten (Art.7 des Gesetzes) und über die Haftung eines Angestellten für einen Schaden (Art.8 des Gesetzes) erlässt die nach dem Bundespersonalgesetz vom24. März 200013 (BPG) und den Ausführungsbestimmungen zuständige Stelle eine Verfügung. Bei Schadenfällen im Zusammen- hang mit Bundesfahrzeugen entscheidet das Generalsekretariat des Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Schadenzentrum).14

Die Verfügung unterliegt der Beschwerde an die Eidgenössische Personalrekurskommission.

Über die Erhebung der verwaltungsrechtlichen Klage für streitige Schadenersatzansprüche des Bundes im Sinne von Artikel 8 des Gesetzes gegen Personen im Sinne von Artikel 1 Absatz 1 Buchstaben a–c des Gesetzes und für streitige Regressansprüche des Bundes im Sinne von Artikel 7 des Gesetzes gegen solche Personen befindet die Behörde, welcher die Person angehört oder angehörte.

Soll ein Angestellter belangt werden, so ist ihm dies schriftlich und unter Angabe der Gründe mitzuteilen. Dem Angestellten ist Einsicht in die Akten zu gewähren. Ferner ist ihm eine angemessene Frist zur schriftlichen Stellungnahme anzusetzen.15

Footnotes

  1. [12] Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51).
  2. [24] SR 312.0
  3. [13] SR 172.220.1
  4. [15] Fassung gemäss Anhang Ziff. II 2 der Inkraftsetzungsverordnung BPG für die Bundesverwaltung vom 3. Juli 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (SR 172.220.111.2).

Art. 6

In den Verfahren nach Artikel 10 Absatz 2 des Gesetzes wird der Bund vor dem Bundesgericht durch das Eidgenössische Finanzdepartement vertreten.16

In besonderen Fällen kann der Bund im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement durch eine andere Behörde vertreten werden.17

...18 II. Strafrechtliche Verantwortlichkeit

Footnotes

  1. [16] Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51)
  2. [17] Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 der V vom 3. Febr. 1993 über Vorinstanzen des Bundesgerichts und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (SR 173.51)
  3. [18] Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000 (AS 2000 2847).

Art. 719

Zuständig für den Entscheid über die Ermächtigung zur Strafverfolgung (Art. 15 des Gesetzes) von Angestellten des Bundes ist die Bundesanwaltschaft.20 Diese holt vor dem Entscheid die Stellungnahme der Amtsleitung oder der entsprechenden Oberbehörde ein. Die Bundesanwaltschaft stellt dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement Antrag, wenn:

  1. ...21

  2. ...22

  3. das Ermittlungsverfahren durch die Bundesanwaltschaft durchgeführt werden soll;

  4. die Ermächtigung verweigert werden soll;

  5. ...23.

Wenn bei einem politischen Delikt eines Angestellten der Bundesrat nach Artikel 105 des Bundesstrafrechtspflegegesetzes vom15. Juni 193424 die Strafverfolgung beschliesst, so gilt auch die Ermächtigung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements nach Verantwortlichkeitsgesetz als erteilt.

Wer mutwillig ein Verfahren nach Artikel 7 veranlasst hat, kann verpflichtet werden, die dem Bund erwachsenen Kosten ganz oder teilweise zu ersetzen. Für die Festsetzung der Kosten gilt sinngemäss Artikel 13 der Verordnung vom10. September 196926 über Kosten und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren.

III. Schlussbestimmungen

Footnotes

  1. [20] Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 der V vom 19. Dez. 2003, in Kraft seit 1. Febr. 2004 (AS 2004 433).
  2. [21] Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der V vom 19. Dez. 2003, mit Wirkung seit 1. Febr. 2004 (AS 2004 433).
  3. [22] Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der V vom 19. Dez. 2003, mit Wirkung seit 1. Febr. 2004 (AS 2004 433).
  4. [23] Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 der V vom 19. Dez. 2003, mit Wirkung seit 1. Febr. 2004 (AS 2004 433).
  5. [26] SR 172.041.0

Art. 8

Diese Verordnung tritt am1. Januar 1959 in Kraft.

Auf diesen Zeitpunkt werden alle widersprechenden Bestimmungen aufgehoben, so insbesondere:

  1. die Artikel 21, 23 Absatz 3 und 36 Absatz 5 der Verordnung vom26. September 195227 über das Dienstverhältnis der Beamten der allgemeinen Bundesverwaltung (Beamtenordnung I);

  2. die Artikel 17, 18 Absatz 3 und 29 Absatz 4 der Verordnung vom26. September 195228 über das Dienstverhältnis der Beamten der Schweizerischen Bundesbahnen (Beamtenordnung II);

[AS 1952 659 822, 1956 776, 1958 239. AS 1959 1103 Art. 83 Abs. 1]

[AS 1952 700 822, 1956 779, 1958 240. AS 1959 1147 Art. 71 Abs. 1]

  1. die Artikel 28, 29, 32 Absatz 2 und 41 der Verordnung vom26. September 195229 über das Dienstverhältnis der Angestellten der allgemeinen Bundesverwaltung (Angestelltenordnung);

  2. die Artikel 29, 30, 33 Absatz 2 und 42 der Verordnung vom 28. Dezember 195030 über das Dienstverhältnis der Arbeiter der allgemeinen Bundesverwaltung (Arbeiterordnung).

[AS 1952 729 822, 1955 995, 1956 782, 1958 241. AS 1959 1181 Art. 84 Abs. 1]

[AS 1950 II 1549, 1952 770 822, 1954 428, 1956 785. AS 1959 1225 Art. 89 Abs. 1]

Footnotes

  1. [1] Fassung gemäss Ziff. I der V vom 12. Febr. 1986, in Kraft seit 1. April 1986 (AS 1986 354).

Footnotes

  1. [25] Eingefügt durch Ziff. I der V vom 12. Febr. 1986, in Kraft seit 1. April 1986 (AS 1986 354).