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Verordnung über den Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung

451.35 · Systematische Sammlung des Bundesrechts

Versiun dals 1 mars 2015

https://lexipedia.io/rm/docs/ch/sr-rs-rs/451-35/de/verordnung-uber-den-schutz-der-moorlandschaften-von-besonderer-schonheit-und-von-nationaler-bedeutung

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451.35

Verordnung über den Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung (Moorlandschaftsverordnung)

vom 1. Mai 1996 (Stand am 1. März 2015)

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf die Artikel 23b Absatz 3 und 23c Absatz 1 des Bundesgesetzes vom1. Juli 19661 über den Natur- und Heimatschutz (NHG), verordnet:

Footnotes

  1. [1] SR 451

Art. 1 Bundesinventar

Das Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung (Moorlandschaftsinventar) umfasst die im Anhang 1 aufgezählten Objekte.

Das Inventar ist nicht abschliessend; es ist regelmässig zu überprüfen und nachzuführen.

Art. 2 Umschreibung der Objekte

Die Umschreibung der Objekte ist Gegenstand einer gesonderten Publikation. Sie bildet als Anhang 2 Bestandteil dieser Verordnung.

Die Publikation kann jederzeit beim Bundesamt für Umwelt2 (Bundesamt) und bei den Kantonen eingesehen werden.3 Die Kantone bezeichnen die entsprechenden Stellen.

Footnotes

  1. [3] Fassung gemäss Ziff. I 5 der V vom 15. Jan. 2003 über die Änderung der Einsichtnahmeregelung in den Biotopverordnungen nach Artikel 18a NHG, in Kraft seit 1. Febr. 2003 (AS 2003 249).

Art. 3 Abgrenzung der Objekte

Die Kantone legen den genauen Grenzverlauf der Objekte fest. Sie hören dabei an:

  1. die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer;

  2. die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter, insbesondere in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft;

  3. die Inhaberinnen und Inhaber von Konzessionen und Bewilligungen für Bauten und Anlagen;

AS 1996 1839

Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (SR 170.512.1) angepasst.

  1. die Gemeinden;

  2. 4 die nach Artikel 12 Absatz 3 NHG beschwerdeberechtigten Organisationen.

Im Bereich von Konzepten und Sachplänen des Bundes, die sich auf Bauten und Anlagen beziehen, hören die Kantone auch die zuständigen Bundesstellen an.

Ist der genaue Grenzverlauf noch nicht festgelegt, so trifft die zuständige kantonale Behörde auf Antrag eine Feststellungsverfügung über die Zugehörigkeit eines Grundstücks zu einem Objekt. Wer einen Antrag stellt, muss ein schutzwürdiges Interesse an der Feststellung nachweisen können.

Art. 4 Schutzziele

In allen Objekten:

  1. ist die Landschaft vor Veränderungen zu schützen, welche die Schönheit oder die nationale Bedeutung der Moorlandschaft beeinträchtigen;

  2. sind die für Moorlandschaften charakteristischen Elemente und Strukturen zu erhalten, namentlich geomorphologische Elemente, Biotope, Kulturelemente sowie die vorhandenen traditionellen Bauten und Siedlungsmuster;

  3. ist auf die nach Artikel 20 der Verordnung vom 16. Januar 19915 über den Natur- und Heimatschutz (NHV) geschützten Pflanzen- und Tierarten sowie die in den vom Bundesamt erlassenen oder genehmigten Roten Listen aufgeführten, gefährdeten und seltenen Pflanzen- und Tierarten besonders Rücksicht zu nehmen;

  4. ist die nachhaltige moor- und moorlandschaftstypische Nutzung zu unterstützen, damit sie so weit als möglich erhalten bleibt.

DieObjektbeschreibungen in Anhang 2 dienen den Kantonen als verbindliche Grundlage für die Konkretisierung der Schutzziele.

Footnotes

  1. [5] SR 451.1

Art. 5 Schutz- und Unterhaltsmassnahmen

Die Kantone treffen nach Anhören der Betroffenen (Art. 3 Abs. 1 und 2) die zum Erreichen der Schutzziele erforderlichen Schutz- und Unterhaltsmassnahmen.

Die Kantone sorgen insbesondere dafür, dass:

  1. Pläne und Vorschriften, welche die zulässige Nutzung des Bodens im Sinne der Raumplanungsgesetzgebung regeln, mit dieser Verordnung übereinstimmen;

  2. die Biotope nach Artikel 18 Absatz 1bis NHG, die sich innerhalb einer Moorlandschaft befinden, bezeichnet werden;

  1. die nach Artikel 23d Absatz 2 NHG zulässige Gestaltung und Nutzung der Erhaltung der für die Moorlandschaften typischen Eigenheiten nicht widersprechen;

  2. Bauten und Anlagen, die weder mit der Gestaltung und Nutzung nach Buchstabe c in Zusammenhang stehen, noch der Biotoppflege oder der Aufrechterhaltung der typischen Besiedlung dienen, nur ausgebaut oder neu errichtet werden, wenn sie nationale Bedeutung haben, unmittelbar standortgebunden sind und den Schutzzielen nicht widersprechen;

  3. die touristische Nutzung und die Nutzung zur Erholung mit den Schutzzielen in Einklang stehen;

  4. dort, wo eine Wiederherstellung nach Artikel 25a NHG nicht möglich oder für die Erreichung der Schutzziele unverhältnismässig ist, angemessener Ersatz oder Ausgleich erfolgt, insbesondere durch die Schaffung, Vergrösserung oder Revitalisierung von Biotopen, die Aufwertung von für die Moorlandschaft charakteristischen Elementen und Strukturen, die Verbesserung der nachhaltigen moor- und moorlandschaftstypischen Nutzung oder Massnahmen des ökologischen Ausgleichs nach Artikel 15 NHV6.

Footnotes

  1. [6] SR 451.1

Art. 6 Fristen

Die Massnahmen nach Artikel 3 Absatz 1 und Artikel 5 müssen innert drei Jahren getroffen werden.

Für die finanzschwachen und mittelstarken Kantone, die durch den Moorlandschaftsschutz stark belastet sind, beträgt die Frist für jene Objekte, die in ihrer Erhaltung nicht gefährdet sind, sechs Jahre. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation7 bezeichnet die betreffenden Kantone.

Art. 7 Vorsorglicher Schutz

Solange die Kantone keine Schutz- und Unterhaltsmassnahmen getroffen haben, sind in den Objekten jegliche Bauten, Anlagen und Bodenveränderungen sowie erhebliche Nutzungsänderungen verboten. Die Kantone können Ausnahmen bewilligen, sofern sie mit Artikel 5 vereinbar sind.

Art. 8 Behebung von Beeinträchtigungen

Die Kantone sorgen dafür, dass bestehende Beeinträchtigungen von Objekten bei jeder sich bietenden Gelegenheit soweit als möglich behoben werden.

Art. 9 Pflichten des Bundes

Die Behörden und Amtsstellen des Bundes sowie seiner Anstalten und Betriebe sind bei ihrer Tätigkeit zur Einhaltung der Schutzziele verpflichtet.

Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (SR 170.512.1) angepasst.

Sie treffen die Massnahmen nach den Artikeln5, 7 und 8 in den Bereichen, in denen sie nach der anwendbaren Spezialgesetzgebung des Bundes zuständig sind.

Art. 10 Berichterstattung

Solange die Kantone die nach Artikel 3 Absatz 1 und Artikel 5 erforderlichen Massnahmen nicht getroffen haben, erstatten sie dem Bundesamt jeweils am Jahresende Bericht über den Stand des Moorlandschaftsschutzes auf ihrem Gebiet.

Art. 11 Leistungen des Bundes

Der Bund berät und unterstützt die Kantone bei der Erfüllung ihrer Aufgaben nach dieser Verordnung.

Die Abgeltungen des Bundes für die Massnahmen nach den Artikeln3, 5 und 8 dieser Verordnung richten sich nach Artikel 22 NHV8.

Footnotes

  1. [8] SR 451.1

Art. 12 Änderung bisherigen Rechts

…9

Art. 1310

Footnotes

  1. [10] Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 25. Febr. 2004, mit Wirkung seit 1. Mai 2004 (AS 2004 1833).

Art. 14 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am1. Juli 1996 in Kraft.

Die Änderung kann unter AS 1996 1839 konsultiert werden.

Anhang 111 (Art. 1) Liste der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung Nr. Lokalität Kanton(e) Gemeinde(n) Aufnahme Revisionen

Rothenthurm ZG, SZ Einsiedeln, Feusisberg, 1996 2004 Oberägeri, Rothenthurm

Les Ponts-de-Martel NE Brot-Plamboz, Les Ponts- 1996 de-Martel, Noiraigue, Travers

Schwantenau SZ Einsiedeln 1996

Pfäffikersee ZH Fehraltorf, Pfäffikon, 1996 Seegräben, Wetzikon

Zugerberg ZG Walchwil, Zug 1996 2004

Etang de la Gruère JU, BE Le Bémont, Montfaucon, 1996 Saignelégier, Tramelan

Hinter Höhi SG Amden, Nesslau 1996

La Vraconnaz VD Sainte-Croix 1996

Breitried/Unteriberg SZ Einsiedeln, Unteriberg 1996

Chaltenbrunnen BE Meiringen, Schattenhalb 1996

La Chaux-des- JU, BE La Chaux-des-Breuleux, 1996 Breuleux Mont-Tramelan, Saignelégier, Tramelan

Habkern/Sörenberg LU, BE Beatenberg, Eriz, Flühli, 1996 2007 Habkern, Horrenbach- Buchen, Niederried bei Interlaken, Oberried am Brienzersee, Schangnau

Glaubenberg OW, LU Alpnach, Entlebuch, 1996 Flühli, Giswil, Hasle, Sarnen, Schüpfheim, Schwarzenberg

Bellelay BE Châtelat, Saicourt 1996 2007

Lauenensee BE Gsteig, Lauenen 1996

Vallée de Joux VD L’Abbaye, Le Chenit 1996 2001

Gamperfin SG Grabs 1996

Ibergeregg SZ Alpthal, Einsiedeln, 1996 2007 Oberiberg, Schwyz, Unteriberg

Les Pontins BE Saint-Imier, Sonvilier 1996 2007 Nr. Lokalität Kanton(e) Gemeinde(n) Aufnahme Revisionen

Les Gurles FR Grangettes, Marsens, 1996 Maules, Riaz, Romanens

La Chaux-d’Abel BE, JU Le Noirmont, Les Bois, 1996 Muriaux, Saint-Imier, Sonvilier

Hirzel ZH Hirzel, Horgen, Schönen- 1996 berg, Wädenswil

Rotmoos/Eriz BE Eriz, Horrenbach-Buchen, 1996 Schangnau, Sigriswil

Lac de Lussy FR Châtel-Saint-Denis, 1996 2004 Remaufens wald St. Moritz

San Bernardino GR Hinterrhein, Mesocco 1996

Schwändital GL Näfels, Oberurnen 1996

Alp Nadéls GR Trun 1996

Wolzenalp SG Ebnat-Kappel, Nesslau 1996

Schwägalp SG, AR, Alt St. Johann, Gonten, 1996 2004 AI Hundwil, Krummenau, Nesslau, Schwende, Stein, Urnäsch

Chellen SG Ebnat-Kappel, Hemberg, 1996 Krummenau, Wattwil

Creux du Croue VD Arzier 1996

Le Niremont FR Châtel-Saint-Denis, 1996 Semsales

La Brévine NE La Brévine, 1996 La Chaux-du-Milieu, Le Cerneux-Péquignot

Klein Entlen LU Entlebuch, Flühli, Hasle, 1996 Schüpfheim

Col des Mosses/ VD Château-d’Oex, 1996 2001 La Lécherette Ormont-Dessous 105 Unterägeri ZG Unterägeri, Zug 1996 2004 106 Wetzikon/Hinwil ZH Dürnten, Gossau, Hinwil, 1996 2015 Wetzikon 109 Furner Berg GR Furna, Jenaz, Schiers 1996 110 Fulensee UR Erstfeld 1996 118 Sparenmoos/ BE Boltigen, Zweisimmen 1996 Neuenberg 119 Haslerberg/Betelberg BE Lauenen, Lenk 1996 132 Unter Hüttenbüel SG Ebnat-Kappel, Gommis- 1996 wald, Rieden, Wattwil 163 Gurnigel/Gantrisch BE Blumenstein, Guggisberg, 1996 Rüeggisberg, Rüschegg, Rüti bei Riggisberg Nr. Lokalität Kanton(e) Gemeinde(n) Aufnahme Revisionen 189 Lucomagno/Dötra TI Olivone 1996 204 Göscheneralp UR Göschenen 1996 217 Alp Flix GR Sur 1996 226 Val Fenga GR Ramosch, Sent 1996 227 Faninpass GR Fideris, Jenaz, Peist 1996 232 Oberbauen/Scheidegg NW, UR Emmetten, Seelisberg 1996 235 Sägel/Lauerzersee SZ Arth, Lauerz, Steinen 1996 251 Maschwander ZG, ZH Cham, Hünenberg, 1996 2004 Allmend Maschwanden, Obfelden 260 Piano di Magadino TI Cadenazzo, Cugnasco, 1996 Giubiasco, Gordola, Gudo, Locarno, Magadino, S.

Antonino, Sementina 263 Val da Sett GR Bivio 1996 265 Tamangur GR Scuol, Valchava 1996 268 Grimsel BE Guttannen 2004 2007 275 Petersinsel BE Erlach, Twann 1996 280 Aare/Giessen BE Allmendingen, Belp, Muri 1996 bei Bern, Rubigen 289 Les Grangettes VD Noville 1996 2004 296 Le Marais des Monod VD Apples, Ballens, Mollens, 1996 Montricher, Pampigny 302 Val de Réchy VS Nax 1996 315 Maighels GR Tujetsch 1996 319 Riet/Tamons SG Mels 1996 320 Tratza-Pany GR Luzein 1996 322 Albrun VS Binn 1996 324 Vorder Höhi SG Alt St. Johann, Amden 1996 325 Alpe di Chièra TI Osco, Quinto 1996 326 Monti di Medeglia TI Isone, Medeglia, 1996 Robasacco 336 Amsoldingen BE Amsoldingen, Höfen, 1996 2004 Thierachern, Uebeschi 339 Albrist BE St. Stephan 1996 347 Alpe Zaria TI Fusio 1996 351 Frauenwinkel SZ Freienbach 1996 357 Urnerboden UR, GL Linthal, Spiringen 1996 359 Plaun Segnas Sut GR Flims 1996 364 Alp da Stierva GR Mon, Salouf, Stierva 1996 365 Alp Anarosa GR Casti-Wergenstein 1996 368 Buffalora GR Tschierv 1996 369 Plan da San Franzesch GR Poschiavo 1996 370 Hilferenpass LU Escholzmatt, Flühli, 1996 Marbach Nr.

Lokalität Kanton(e) Gemeinde(n) Aufnahme Revisionen 378 Neeracher Ried ZH Dielsdorf, Hochfelden, 1996 Höri, Neerach, Niederglatt, Niederhasli, Stadel, Steinmaur 385 Lützelsee ZH Bubikon, Gossau, 1996 Grüningen, Hombrechtikon, Stäfa 387 Gräppelen SG Alt St. Johann 1996 390 Bachsee BE Grindelwald 1996 391 Grosse Scheidegg BE Grindelwald 1996 414 Durannapass GR Conters im Prättigau, 1996 Langwies 416 Grande Cariçaie VD, FR, Chabrey, Cheseaux-Noréaz, 1996 2001/ BE, NE Chevroux, Cheyres, 2007 Châbles, Cudrefin, Delley- Portalban, Estavayer-le- Lac, Font, Gampelen, Gletterens, Haut-Vully, Ins, Marin-Epagnier, Vernay, Yverdon-les-Bains, Yvonand 419 Steingletscher BE Gadmen 1996 420 Fänerenspitz AI, SG Altstätten, Oberriet, Rüte 1996 2004 421 Val da Campasc/ GR Poschiavo 1996 Passo del Bernina Anhang 212 (Art. 2 und 4) Umschreibung der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung

Der Anhang und seine Änd. werden in der AS nicht veröffentlicht (AS 2001 1894, 2004 1833, 2007 2655, 2015 433). Der Text kann nach Art. 2 Abs. 2 jederzeit unentgeltlich beim Bundesamt für Umwelt unter www.bafu.admin.ch > Themen > Schutzgebiete & Biotopinventare > Moore und Moorlandschaften > Moorlandschaften > Objektbeschreibungen und bei den zuständigen kantonalen Stellen eingesehen werden.

Anhang 313

Footnotes

  1. [4] Fassung gemäss Ziff. II der V vom 19. Sept. 2008, in Kraft seit 1. Dez. 2008 (AS 2008 4635).
  2. [11] Fassung gemäss Ziff. I Abs. 1 der V vom 16. Mai 2007 (AS 2007 2655). Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 28. Jan. 2015, in Kraft seit 1. März 2015 (AS 2015 433).
  3. [13] Aufgehoben durch Ziff. II Abs. 3 der V vom 25. Febr. 2004, mit Wirkung seit 1. Mai 2004 (AS 2004 1833).