741.091
Verordnung über Gebühren des Bundesamtes für Strassen (Gebührenverordnung ASTRA)
vom 19. Juni 1995 (Stand am 9. Mai 2006)
Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 4 des Bundesgesetzes vom4. Oktober 19742 über Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaushaltes, verordnet:
Art. 1 Geltungsbereich
Diese Verordnung regelt die Gebühren für Dienstleistungen und Verfügungen des Bundesamtes für Strassen (Bundesamt, ASTRA).3
Gebühren werden erhoben für:
4 Verfügungen des Bundesamtes;
die Ausstellung von Bescheinigungen nach dem Übereinkommen vom 1. September 19705 über internationale Beförderungen leicht verderblicher Lebensmittel und über die besonderen Beförderungsmittel, die für diese Beförderungen zu verwenden sind (ATP);
Dienstleistungen des Dokumentationsdienstes;
Gutachten;
6 Auskünfte der Eidgenössischen Fahrzeugkontrolle;
7 die Herausgabe der Fahrtschreiberkarten zum digitalen Fahrtschreiber nach den Artikeln 13a Absatz 1 und 24 Absatz 3 der Verordnung vom 19. Juni 19958 über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer und -führerinnen (ARV 1).
AS 1995 3991
In der AS nicht veröffentlicht. Der Text des Übereinkommens E/ECE 810, E/ECE/TRANS/563 Rev.1 kann beim Bundesamt für Strassen eingesehen werden.
Art. 2 Ausnahmen vom Geltungsbereich
Die Gebühren für das Typengenehmigungsverfahren für Fahrzeuge richten sich nach Artikel 32 und dem Anhang 3 der Verordnung vom 19. Juni 19959 über die Typengenehmigung von Strassenfahrzeugen.
Die Verkaufspreise für Drucksachen richten sich nach der Gebührenverordnung EDMZ vom 21. Dezember 199410.
Art. 3 Gebührenpflicht
Eine Gebühr muss bezahlen, wer eine Dienstleistung oder Verfügung nach Artikel 1 veranlasst. Auslagen werden gesondert berechnet.
Sind für eine Dienstleistung oder Verfügung mehrere Personen gebührenpflichtig, so haften sie solidarisch.
Art. 4 Gebührenfreiheit
Behörden und Institutionen des Bundes und – im Falle des Gegenrechts – der Kantone müssen keine Gebühr bezahlen, wenn sie die Dienstleistung oder Verfügung für sich selbst in Anspruch nehmen.
Art. 5 Gebührenbemessung
Die Gebühren werden nach Aufwand bemessen.
Für Dienstleistungen und Verfügungen nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstaben a, b, e und f sowie die Abfrage der Datenbank «DIRR» der Dokumentationsstelle werden die Gebühren nach dem Anhang festgelegt.11
Art. 6 Gebühren nach Aufwand
Die Gebühr beträgt je Arbeitsstunde 70–120 Franken. Sie richtet sich nach dem mit der Erbringung der Dienstleistung verbundenen Schwierigkeitsgrad.
Es wird nur der Aufwand für halbe und ganze Arbeitsstunden in Rechnung gestellt.
Art. 7 Gebührenzuschlag
Für Dienstleistungen oder Verfügungen, die auf Ersuchen hin dringlich oder ausserhalb der normalen Arbeitszeit erbracht oder erlassen werden, können Zuschläge bis zu
Prozent der Gebühr erhoben werden.
[AS 1995 153. AS 2005 5433 Art. 8 Abs. 1 Bst. a]. Siehe heute die Gebührenverordnung Publikationen vom 23. Nov. 2005 (SR 172.041.11).
Art. 8 Gebührenermässigung oder Gebührenerlass
Das Bundesamt12 kann eine Gebühr nach Aufwand oder nach Ziffer 5 des Anhangs aus wichtigen Gründen ermässigen oder erlassen, namentlich wenn:
die gebührenpflichtige Person wenig bemittelt ist;
die Dienstleistung die Erfahrung des Bundesamtes für zukünftige Arbeiten besonders zu fördern vermag;
die Dienstleistung vorwiegend im öffentlichen Interesse erbracht wird;
Personen oder private Institutionen ihre Dienstleistungen dem Bundesamt gegenüber unentgeltlich erbringen.
Art. 9 Auslagen
Als Auslagen gelten die Kosten, die für einzelne Dienstleistungen oder Verfügungen zusätzlich anfallen, namentlich:
Kosten, die für die Beschaffung der notwendigen Informationen, insbesondere von Unterlagen, verursacht werden;
Kosten, die für die Beanspruchung fremder Datenbanken verlangt werden;
Porti, Telephon-, Telegramm-, Telefax- und Telexkosten;
Reise- und Transportkosten.
Sie können zusammen mit den Gebühren erhoben werden.
Art. 10 Voranschlag
Das Bundesamt unterrichtet bei aufwendigen Dienstleistungen die gebührenpflichtige Person vorgängig über die voraussichtlichen Gebühren.
Art. 11 Vorschuss
Das Bundesamt kann für Dienstleistungen und Verfügungen von der gebührenpflichtigen Person in begründeten Fällen (z. B. bei Wohnsitz im Ausland, Zahlungsrückstände) einen angemessenen Vorschuss verlangen. Wird der Vorschuss nicht geleistet, so unterbleibt die Dienstleistung oder Verfügung.
Art. 12 Gebührenverfügung; Rechtsmittel
Das Bundesamt verfügt die Gebühr in der Regel unmittelbar nachdem es die Dienstleistung ausgeführt hat.
Ausdruck gemäss Art. 1 Ziff. 3 der V vom 22. Juni 1998, in Kraft seit1. Jan. 1998 (AS 1998 1796). Diese Änd. ist im ganzen Erlass berücksichtigt.
Gegen die Gebührenverfügung kann innert 30 Tagen Beschwerde an das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation 13 erhoben werden. Die Bestimmungen der Bundesverwaltungsrechtspflege sind anwendbar.
Art. 13 Fälligkeit und Zahlungsfrist
Die Gebühr wird fällig:
mit der Mitteilung an die gebührenpflichtige Person;
im Falle der Anfechtung mit der Rechtskraft des Beschwerdeentscheides.
Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage vom Eintritt der Fälligkeit an. Artikel 14 Absatz 3 bleibt vorbehalten.
Art. 14 Inkasso
Das Bundesamt setzt die Zahlungsweise fest.
Die Gebühr für eine in den Ziffern 1–4 des Anhangs aufgeführte Ausnahmebewilligung kann zum voraus verlangt werden. Die Erteilung der Ausnahmebewilligung unterbleibt in diesem Fall, solange die Gebühr nicht bezahlt ist. Es erfolgt keine Rückvergütung, wenn die Ausnahmebewilligung nicht benützt wird.
Die Gebühren nach den Ziffern1 und 2 des Anhangs sind unter Vorbehalt von Absatz 2 bei der Einfahrt in die Schweiz dem Zollamt zu bezahlen.
Die Gebühren nach den Ziffern7 und 8 des Anhangs können zum Voraus oder per Nachnahme verlangt werden.14
Art. 15 Verjährung
Die Gebührenforderung verjährt fünf Jahre nach Eintritt der Fälligkeit.
Die Verjährung wird durch jede Verwaltungshandlung unterbrochen, mit der die Gebührenforderung bei der gebührenpflichtigen Person geltend gemacht wird.
Art. 16 Übergangsbestimmung
Für Dienstleistungen, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung noch nicht abgeschlossen sind, gilt die bisherige Regelung.
Art. 17 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am1. Oktober 1995 in Kraft.
Ausdruck gemäss Art. 1 Ziff. 3 der V vom 22. Juni 1998 (AS 1998 1796).
Anhang15 (Art. 5 Abs. 2, Art. 8 und 14 Abs. 2 und 3) Gebühren für besondere Dienstleistungen und Bewilligungen
Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen für Übermasse und Übergewichte im grenzüberschreitenden Verkehr (Art. 78 Abs. 2, 79 Abs. 3 und 80 Abs. 4 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. Nov. 196216, VRV) Für eine Einfahrt ins Landesinnere mit einem Ausnahmefahrzeug oder mit unteilbarem Ladegut: Bis zu einem Betriebsgewicht von 40 t oder einer Breite von 80.––
m oder einer Länge von 30 m Bei Mass- oder Gewichtsüberschreitungen in mehrfacher 120.–– Hinsicht, jedoch innerhalb der in Ziffer 1.1.1 erwähnten Grenzen Über 40 t Betriebsgewicht oder 3 m Breite oder 30 m 160.–– Länge oder 4 m Höhe Bei Mass- oder Gewichtsüberschreitungen in mehrfacher 200.–– Hinsicht, sobald mindestens eine der in Ziffer 1.1.3 erwähnten Grenzen überschritten wird Die Ansätze nach Ziffer 1.1 gelten sinngemäss für Bewilligungen bei einer Einfahrt ins grenznahe schweizerische Gebiet mit einem Ausnahmefahrzeug oder mit unteilbarem Ladegut, wenn die Länge 30 m, die Breite3 m oder das Betriebsgewicht 40 t oder 44 t im kombinierten Verkehr übersteigt. Dauerbewilligung für Überlänge 400.––
Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen für Sonntags- und Nachtfahrten im grenzüberschreitenden Verkehr (Art. 92 Abs. 2 VRV) Bewilligung für höchstens zwei Fahrstrecken (Hin- und 60.–– Rückfahrt)
Erteilung und Verweigerung von Bewilligungen nach der Verordnung vom 29. November 200217 über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (SDR) Für Ausnahmen in besonderen Fällen (Art. 5 Abs. 2) 100.––
Bereinigt gemäss Art. 29 Abs. 2 Ziff. 3 der V vom 29. Nov. 2002 über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (SR 741.621), Ziff. II der V vom3. Sept. 2003 (AS 2003 3369) und 29. März 2006, in Kraft seit1. Nov. 2006 (AS 2006 1673).
Ausstellen oder Verweigern von ATP-Bescheinigungen 4.1 Pro Bescheinigung 100.––
Weitere Bewilligungen und Verfügungen 5.1 Übrige Verfügungen nach Bedeutung der Sache und bis Umfang 5000.––
Dokumentation 6.1 Abfrage der Datenbank der «Documentation Internationale 150.–– de Recherche Routière» (DIRR)
Eidgenössische Fahrzeugkontrolle 7.1 Halterangaben im Ordnungsbussenverfahren, –.50 pro Adressangabe 7.2 Abklärung Immatrikulationsüberprüfung Nach Aufwand (Art. 6) 7.3 Datenauszug für die Wiederimmatrikulation von 18.–– Fahrzeugen ab MOFIS 7.4 Datenauszug für die Wiederimmatrikulation von 28.–– Fahrzeugen ab Mikro-Film 7.5 Geschichte von Fahrzeugen 23.–– 7.6 Halter-Auskunft an Banken 18.–– 7.7 Auskunft an Versicherungsexperten (FAX-Formular) 10.–– 7.8 Fahrzeuggeschichte an Versicherungsexperten 20.–– (FAX-Formular) 7.9 Sperrung/Löschung von Leasing-Fahrzeugen 2.–– 7.10 Meldung von Mutationen über gesperrte/geleaste 8.–– Fahrzeuge 7.11 Auszug M0 16/17 über gesperrte geleaste Fahrzeuge 8.–– 7.12 Halter-Auskunft über gesperrte geleaste Fahrzeuge 18.–– 7.13 Fahrzeuggeschichte über gesperrte geleaste Fahrzeuge 18.–– 7.14 Fahrzeugrückruf aus Sicherheitsgründen 2500.–– 7.15 Auswertung über eine KAFO/FARTA (Papier, Diskette) 100.–– 7.16 Auswertung über mehrere KAFO/FARTA 425.–– (Papier, Diskette) 7.17 Auswertung MOFI N60 auf Datenträger 2100.–– (CD-Rom, Diskette, Kassette, Band)
Herausgabe der Fahrtschreiberkarten 8.1 Fahrerkarte (Anteil des ASTRA) 65.–– 8.2 Werkstattkarte (Anteil des ASTRA) 70.–– 8.3 Unternehmenskarte (Anteil des ASTRA) 65.–– 8.4 Kontrollkarte (Anteil des ASTRA) 65.––