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AS 2005 1139

Übereinkommen über die Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen

Übereinkommen vom 18. März 1970 über die Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen

SR 0.274.132; AS 1994 2824

I

Geltungsbereich des Übereinkommens am 22. November 20041 Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N)

Argentinien* a 8. Mai 1987 B 13. Januar 1995 Australien* a 23. Oktober 1992 B 13. Januar 1995 Barbados* a 5. März 1981 B 13. Januar 1995 Belarus* a 7. August 2001 B 12. März 2002 Bulgarien* a 23. November 1999 B 12. März 2002 China* a 8. Dezember 1997 B 12. März 2002 Hongkong* b 16. Juni 1997 1. Juli 1997 Macau* c 16. Dezember 1999 20. Dezember 1999 Dänemark* 20. Juni 1972 7. Oktober 1972 Deutschland* 27. April 1979 26. Juni 1979 Estland* a 2. Februar 1996 B 11. Juli 1998 Finnland* 7. April 1976 6. Juni 1976 Frankreich* 7. August 1974 6. Oktober 1974 Israel* 19. Juli 1979 17. September 1979 Italien* 22. Juni 1982 21. August 1982 Lettland* a 28. März 1995 B 11. Juli 1998 Litauen* a 2. August 2000 B 12. März 2002 Luxemburg* 26. Juli 1977 24. September 1977 Mexiko* a 27. Juli 1989 B 13. Januar 1995 Monaco* a 17. Januar 1986 B 13. Januar 1995 Niederlande* 8. April 1981 7. Juni 1981 Aruba* 28. Mai 1986 27. Juli 1986 Norwegen* 3. August 1972 7. Oktober 1972 Polen* a 13. Februar 1996 B 11. Juli 1998 Portugal* 12. März 1975 11. Mai 1975 Russlanda 1. Mai 2001 B 12. März 2002 Schweden* 2. Mai 1975 1. Juli 1975 Schweiz* 2. November 1994 1. Januar 1995 Singapur* a 27. Oktober 1978 B 13. Januar 1995

1 Diese Veröffentlichung ersetzt die frühere in AS 2001 1928.

2004-2461 1139

Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen AS 2005

Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N)

Slowakei* 26. April 1993 N 1. Januar 1993 Sloweniena 18. September 2000 B 12. März 2002 Spanien* 22. Mai 1987 21. Juli 1987 Sri Lanka* a 31. August 2000 B 12. März 2002 Südafrika* a 8. Juli 1997 B 11. Juli 1998 Tschechische Republik* 28. Januar 1993 N 1. Januar 1993 Türkei* 13. August 2004 12. Oktober 2004 Ukraine* a 1. Februar 2001 B 12. März 2002 Venezuela* a 1. November 1993 B 11. Juli 1998 Vereinigte Staaten* 8. August 1972 7. Oktober 1972 Amerikanische Jungferninseln 9. Februar 1973 B 10. April 1973 Guam 9. Februar 1973 B 10. April 1973 Puerto Rico 9. Februar 1973 B 10. April 1973 Vereinigtes Königreich* 16. Juli 1976 14. September 1976 Akrotiri und Dhekelia* 25. Juni 1979 B 24. August 1979 Anguilla* 3. Juli 1986 B 1. September 1986 Falkland-Inseln und abhängige Gebiete (Südgeorgien und Südliche Sandwich-Inseln)* 26. November 1979 B 25. Januar 1980 Gibraltar* 21. November 1978 B 20. Januar 1979 Guernsey* 19. November 1985 B 18. Januar 1986 Insel Man* 16. April 1980 B 15. Juni 1980 Jersey* 6. Januar 1987 B 7. März 1987 Kaimaninseln* 16. September 1980 B 15. November 1980 Zypern* a 13. Januar 1983 B 13. Januar 1995 * Vorbehalte und Erklärungen Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internet-Seite der Haager Konferenz: http://hcch.e-vision.nl/index_fr.php eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. a Der Beitritt unterliegt dem Annahmeverfahren. Das Datum des In-Kraft-Tretens ist jenes zwischen der Schweiz und diesem Vertragsstaat, bzw. Hoheitsgebiet. b Bis zum 30. Juni 1997 war das Übereinkommen auf Grund einer Ausdehnungserklärung des Vereinigten Königreiches in Hong Kong anwendbar. Seit dem 1. Juli 1997 bildet Hong Kong eine Besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Auf Grund der chinesisch-britischen Erklärung vom 19. Dezember 1984 bleiben diejenigen Abkommen, welche vor der Rückgabe an die Volksrepublik China in Hong Kong anwendbar waren, auch in der SAR anwendbar. c Auf Grund einer Erklärung der Volksrepublik China vom 16. Dezember 1999 ist das Übereinkommen seit dem 20. Dezember 1999 auf die Besondere Verwaltungsregion (SAR) Macau anwendbar.

Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen AS 2005

II

Vorbehalte und Erklärungen Schweiz

1. Zu Art. 1

Bezugnehmend auf Artikel 1 erachtet die Schweiz das Übereinkommen unter den Vertragsstaaten als ausschliesslich anwendbar. Überdies ist sie bezugnehmend auf die Schlussfolgerungen der Haager Sonderkommission vom April 1989 der Ansicht, dass, ungeachtet der Auffassung der Vertragsstaaten über den ausschliesslichen Charakter des Übereinkommens, bei Ersuchen um Beweisaufnahme im Ausland den vom Übereinkommen vorgesehenen Verfahren der Vorzug zu geben ist.

2. Zu den Art. 2 und 24

Gemäss Artikel 35 Absatz 1 bezeichnet die Schweiz als Zentralbehörden im Sinne von Artikel 2 und 24 des Übereinkommens die nachstehend genannten kantonalen Behörden. Ersuchen und Beweisaufnahme oder Vornahme einer anderen gerichtli- chen Handlung werden nebst den genannten Zentralbehörden auch vom Eidgenössi- schen Justiz- und Polizeidepartement in Bern entgegengenommen und an die im Einzelfall zuständigen Zentralbehörden weitergeleitet.

3. Zu Art. 4 Abs. 2 und 3

Gemäss den Artikeln 33 und 35 erklärt die Schweiz, was Artikel 4 Absätze 2 und 3 betrifft, dass die Rechtshilfeersuchen und deren Beilagen in der Sprache der ersuch- ten Behörde, d. h. auf deutsch, französisch oder italienisch abgefasst oder mit einer Übersetzung in eine dieser Sprachen versehen sein müssen, je nachdem, in welchem Teil der Schweiz die Ersuchen zu erledigen sind. Die Erledigungsbestätigung wird in der Sprache der ersuchten Behörde abgefasst (s. nachstehende Liste der schweize- rischen Behörden).

4. Zu Art. 8

Gemäss Artikel 35 Absatz 2 erklärt die Schweiz, was Artikel 8 betrifft, dass Mit- glieder der ersuchenden gerichtlichen Behörde, die am Verfahren eines Vertrags- staates beteiligt sind, bei der Erledigung des Rechtshilfeersuchens anwesend sein können, sofern sie die vorherige Genehmigung der mit der Erledigung betrauten Behörde erhalten haben.

5. Zu den Art. 15, 16 und 17

Gemäss Artikel 35 erklärt die Schweiz, dass die Beweisaufnahme im Sinne der Artikel 15, 16 und 17 eine vorherige Genehmigung voraussetzt, die vom Eidgenössi- schen Justiz- und Polizeidepartement erteilt wird. Das Gesuch ist an die Zentralbe- hörde desjenigen Kantons zu richten, in dem die Beweisaufnahme stattfinden soll.

Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen AS 2005

6. Zu Art. 23

Gemäss Artikel 23 erklärt die Schweiz, dass Rechtshilfeersuchen, die ein «pre-trial discovery of documents»-Verfahren zum Gegenstand haben, abgelehnt werden, wenn: a) das Ersuchen keine direkte und notwendige Beziehung mit dem zugrunde- liegenden Verfahren aufweist; oder b) von einer Person verlangt wird, sie solle angeben, welche den Rechtsstreit betreffenden Urkunden sich in ihrem Besitz, ihrem Gewahrsam oder ihrer Verfügungsgewalt befinden oder befunden haben; oder c) von einer Person verlangt wird, sie solle auch andere als die im Rechtshilfe- begehren spezifizierten Urkunden vorlegen, die sich vermutlich in ihrem Besitz, ihrem Gewahrsam oder ihrer Verfügungsgewalt befinden; oder d) schutzwürdige Interessen der Betroffenen gefährdet sind.

Liste der schweizerischen Behörden a) kantonale Zentralbehörden Eine aktualisierte Liste der kantonalen Zentralebehörden mit den vollständigen Adressen ist im Internet an folgender Adresse abrufbar: http:/www.ofj.admin.ch/rhf/d/service/recht/Kantonale-Zentralbehoerden.pdf Die örtlich zuständige schweizerische Behörde kann im Internet auf der Orts-und Gerichtsdatenbank Schweiz ermittelt werden: http:/www.elorge.admin.ch b) Bundesbehörden Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement, EJPD, Bundesamt für Justiz,

3003 Bern.