AS 2007 1793
Verordnung über die Strafkompetenzen der Eidgenössischen Zollverwaltung
Verordnung über die Strafkompetenzen der Eidgenössischen Zollverwaltung
vom 4. April 2007
Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 47 Absatz 2 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 19971 und auf Artikel 130 Absatz 2 des Zollgesetzes vom 18. März 20052 (ZG), verordnet:
Art. 1 Allgemeine Zuständigkeiten
1 Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ist befugt zur Verfolgung und Beurtei-
lung von Widerhandlungen nach: a. Artikel 128 Absatz 2 ZG; b. Artikel 32 Absatz 2 des Tierschutzgesetzes vom 9. März 19783; c. Artikel 36 Absatz 2 des Waffengesetzes vom 20. Juni 19974; d. Artikel 88 Absatz 2 des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. September 19995; e. Artikel 43 Absatz 2 des Tabaksteuergesetzes vom 21. März 19696; f. 7 Artikel 67 Absatz 2 der Vollziehungsverordnung vom 27. November 19348 zum Bundesratsbeschluss vom 4. August 1934 über die eidgenössische Getränkesteuer; g. Artikel 40 Absatz 2 des Automobilsteuergesetzes vom 21. Juni 19969; h. Artikel 42 Absatz 2 des Mineralölsteuergesetzes vom 21. Juni 199610; i. Artikel 14 Absatz 2 des CO2-Gesetzes vom 8. Oktober 199911;
SR 631.09 7 Mit Inkrafttreten des Biersteuergesetzes vom 6. Okt. 2006 (SR 641.411; AS 2007 …; BBl 2006 8403) am 1. Juli 2007 wird Bst. f durch folgenden Wortlaut ersetzt: Art. 42 Abs. 2 des Biersteuergesetzes vom 6. Okt. 2006. 8 SR 641.411.1 9 SR 641.51 10 SR 641.61 11 SR 641.71
2007-0458 1793
Strafkompetenzen der Eidgenössischen Zollverwaltung AS 2007
j. Artikel 22 Absatz 2 des Schwerverkehrsabgabegesetzes vom 19. Dezember 199712; k. Artikel 56 der Alkoholverordnung vom 12. Mai 199913; l. Artikel 12 der Nationalstrassenabgabe-Verordnung vom 26. Oktober 199414; m. Artikel 61a Absatz 3 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 198315; n. Artikel 50 Absatz 2 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 199216; o. Artikel 175 Absatz 2 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 199817; p. Artikel 52 Absatz 2 des Tierseuchengesetzes vom 1. Juli 196618.
2 Die Oberzolldirektion ist zuständig zum Erlass der Entscheide der EZV im
Zusammenhang mit der Strafbeurteilung, soweit diese Verordnung sie nicht einer anderen Stelle der EZV überträgt.
Art. 2 Zuständigkeit im ordentlichen Verfahren Zum Erlass von Strafbescheiden und selbstständigen Einziehungsbescheiden sind die Zollkreisdirektionen zuständig: a. sofern der vorgesehene Bussenbetrag 5000 Franken nicht übersteigt:
1. bei Hinterziehung oder Gefährdung der Zollabgaben, der Mehrwert-
steuer, der Tabaksteuer, der Biersteuer, der Automobilsteuer, der Mine- ralölsteuer, der Schwerverkehrsabgabe, der CO2-Abgabe, der Len- kungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), auf «Heizöl Extraleicht» mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,1 Pro- zent, sowie auf Benzin und Dieselöl mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,001 Prozent bis zu einem hinterzogenen oder gefährdeten Abgabenbetrag von 4000 Franken,
2. bei Bannbruch oder Zollpfandunterschlagung bis zu einem Inlandwert
von 4000 Franken,
3. in Fällen, die Grenzübertritte ausserhalb von Zollstrassen mit nicht ver-
anlagten Fahrzeugen oder Inlandtransporte mit solchen Fahrzeugen oder irrtümlich nicht veranlagte Auslieferungen von Waren im gemein- samen Versandverfahren betreffen; b. bei Hinterziehung oder Gefährdung der Zollabgaben, der Mehrwertsteuer, der Tabaksteuer, der Biersteuer, der Automobilsteuer, der Mineralölsteuer, der Schwerverkehrsabgabe, der CO2-Abgabe, der Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), auf «Heizöl Extraleicht» mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,1 Prozent sowie auf Benzin und Dieselöl mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,001 Prozent, die im Han-
12 SR 641.81 13 SR 680.11 14 SR 741.72 15 SR 814.01 16 SR 817.0 17 SR 910.1 18 SR 916.40
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delswarenverkehr von Personen, die gewerbsmässig Zollanmeldungen aus- stellen, und von Berufschauffeuren begangen werden, bis zu einem hinter- zogenen oder gefährdeten Abgabenbetrag von 20 000 Franken, sofern nicht gleichzeitig Bannbruch vorliegt und dieser schwerer wiegt; c. bei Ordnungswidrigkeiten bis zu einem Bussenbetrag von 2000 Franken; d. bei Widerhandlungen gegen das Alkoholgesetz vom 21. Juni 193219 im Rahmen von Artikel 56 der Alkoholverordnung vom 12. Mai 199920; e. bei Widerhandlungen gegen die Nationalstrassenabgabe-Verordnung vom 26. Oktober 199421; f. bei Widerhandlungen gegen das Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 199222 bis zu einem Warenwert von 4000 Franken; g. bei Widerhandlungen gegen das Tierseuchengesetz vom 1. Juli 196623 durch Einfuhr von Fleisch und Fleischerzeugnissen (inkl. Fisch) in Mengen bis 100 kg sowie Haushunden und Hauskatzen, sofern an diesen nicht gleichzeitig verbotene Handlungen im Sinne des Tierschutzgesetzes vom 9. März 197824 vorgenommen wurden.
Art. 3 Zuständigkeit im abgekürzten Verfahren Zum Erlass von Strafbescheiden im abgekürzten Verfahren nach Artikel 65 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 22. März 197425 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) sind zuständig: a. die Oberzolldirektion und die Zollkreisdirektionen für alle Übertretungen, die im abgekürzten Verfahren erledigt werden können; b. die Zollstellen bei Hinterziehung oder Gefährdung der Zollabgaben, der Mehrwertsteuer, der Tabaksteuer, der Biersteuer, der Automobilsteuer, der Mineralölsteuer, der Schwerverkehrsabgabe, der CO2-Abgabe, der Len- kungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), auf «Heizöl Extraleicht» mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,1 Prozent sowie auf Benzin und Dieselöl mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,001 Prozent, die im Handelswarenverkehr von Personen, die gewerbsmässig Zollanmel- dungen ausstellen, sowie von Berufschauffeuren begangen wird; c. die Zollstellen bei Übertretungen in den übrigen Fällen, sofern der vorge- sehene Bussenbetrag 500 Franken nicht übersteigt.
19 SR 680 20 SR 680.11 21 SR 741.72 22 SR 817.0 23 SR 916.40 24 SR 455 25 SR 313.0
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Art. 4 Zuständigkeit zur Behandlung von Revisionsgesuchen Zur Behandlung von Revisionsgesuchen betreffend Strafbescheide der Zollstellen sind die Zollkreisdirektionen zuständig.
Art. 5 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Mai 2007 in Kraft.
4. April 2007 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Die Bundespräsidentin: Micheline Calmy-Rey Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz