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17.4001 · Interpellation · 2017-11-30

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:

1. Ist er bereit, die Unternehmen in die Verantwortung einzubinden, um ein Aktionsversprechen für ein positives Körperbild (Healthy Body Image) bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beiderlei Geschlechts in die Initiative Actionsanté aufzunehmen?

2. Ist er bereit, weitere Massnahmen in Betracht zu ziehen, welche die Unternehmen - wie im Ausland - in die Verantwortung für ein positives Körperbild einbinden?

Begründung

Ein positives Körperbild steht in engem Zusammenhang mit einem gesunden Körpergewicht und der psychischen Gesundheit. Leider sind Mädchen und Jungen aktuell zunehmend unzufrieden mit ihrem Aussehen, wie wissenschaftliche Erhebungen belegen. In der Schweiz zeigte eine Studie der ZHAW, dass nahezu die Hälfte der männlichen Jugendlichen in der Romandie nicht ihr Wunschgewicht haben und abnehmen möchten. Nur rund ein Drittel der weiblichen Jugendlichen in der Deutsch- und Westschweiz ist mit ihrem Körpergewicht zufrieden.

Ein negatives Körperbild führt zu einer massgeblichen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit: Die Betroffenen sind beispielsweise anfälliger für Depressionen. Einen grossen Einfluss üben bewusst und unbewusst Darstellungen der Mode-, Fitness- und Schönheits-/Pflegebranche in Medien und Werbung aus. In anderen Staaten werden die Urheber solcher Darstellungen bereits in die Pflicht genommen.

Bei der Initiative für einen gesunden Lebensstil Actionsanté hat der Bund erste positive Erfahrungen mit der Einbindung der Wirtschaft gesammelt. Seit zehn Jahren werden in den Kantonen im Bereich Ernährung und Bewegung Programme erfolgreich umgesetzt. Die Einbindung der Wirtschaft zur Stärkung eines positiven Körperbildes (Healthy Body Image) könnte die Wirksamkeit dieser Programme weiter erhöhen.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat ist sich der Relevanz des Themas Healthy Body Image bewusst. Er unterstützt entsprechende Massnahmen in diesem Bereich im Rahmen der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie; www.bag.admin.ch/ncd), welche gemeinsam von Bund, Kantonen und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) umgesetzt wird. Die Massnahmen für ein gesundes Körperbild werden in den kantonalen Aktionsprogrammen (KAP) von GFCH koordiniert und zusammengefasst (siehe auch Stellungnahme des Bundesrates zum Postulat Feri Yvonne 15.3155, "Selbst- und Körperbild von Jugendlichen. Lancierung von Programmen").

Die von der Interpellantin genannte Initiative Actionsanté des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zielt darauf ab, dass sich Unternehmen freiwillig engagieren, um im Bereich Ernährung und Bewegung ein gesünderes Angebot zu schaffen. Die aktuellen Engagements fokussieren vor allem auf die Reduktion des Salz- und Zuckergehalts in Lebensmitteln. Die Erfahrungen des BLV haben gezeigt, dass Aktionsversprechen im Ernährungsbereich im Rahmen von Actionsanté zielführender sind, wenn sich im Vorfeld die wichtigsten Partner einer Branche auf gemeinsame Ziele geeinigt haben.

Neben der Weiterverfolgung der Aktivitäten im Ernährungsbereich wird im Rahmen der NCD-Strategie zukünftig auch stärker auf den Bereich der Förderung der Alltagsbewegung fokussiert. Dazu werden gegenwärtig Grundlagen erarbeitet, um vermehrt Unternehmen aus verschiedenen Branchen für Aktionsversprechen zur Bewegungsförderung zu gewinnen.

1. Aufgrund der Schwerpunktsetzung und der Ausrichtung der Initiative Actionsanté im Rahmen der NCD-Strategie und des Aktionsplans Ernährung und der daraus resultierenden Ressourcenbindung sieht der Bundesrat zum heutigen Zeitpunkt nicht vor, das Thema Healthy Body Image bei Actionsanté aufzunehmen.

2. Andere Massnahmen für ein freiwilliges Engagement der Wirtschaft im Themenfeld positives Körperbild sind denkbar, falls die aktuellen Abklärungen von GFCH Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Ein Erfahrungsaustausch zum Thema Wirtschaftsvereinbarungen auf freiwilliger Basis mit GFCH und verschiedenen Bundeseinheiten ist in Planung.

Antwort des Bundesrates.