20.3818 · Interpellation · 2020-06-19
Finanzdepartement
Erledigt
Wortlaut
Die Finanzmarktaufsicht identifiziert finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel, als Teil der bedeutendsten längerfristigen Risiken (Risikobericht Finma 2019). Der 2020 erschienene "Global Risks Report" des WEF zeigt jedoch, dass nebst dem Klimawandel auch der Biodiversitätsverlust erhebliche Risiken für das globale Wirtschaftswachstum bergen. Der am WEF, Davos veröffentlichte Bericht "Nature is too big to fail" von PwC bilanziert, dass der Artenschwund und der Verlust von Ökosystemen finanziellen Risiken gleichzusetzen sind. Gemäss PwC gibt es vier verschiedene Risikokategorien: Physische, Transitions-, Litigations- und systemische Risiken aufgrund des Biodiversitätsverlustes. Der Bericht fordert alle Finanzmarktregulatoren auf, Biodiversitätsverluste und die einhergehenden finanziellen Risiken als Teil ihres mikroprudentiellen Auftrages wahrzunehmen.
Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:
1. Was macht die Finma bezüglich finanzieller Risiken im Zusammenhang mit Biodiversitätsverlust?
2. Wurde der Zusammenhang zwischen Biodiversitätsverlust und finanziellen Risiken schon durch die Finma analysiert?
3. Basierend auf dem aktuellen Mandat der Finma, müssten die finanziellen Risiken des Biodiversitätsverlustes eigentlich überprüft werden. Gedenkt die die Finma dies zu tun?
Stellungnahme des Bundesrates
1-3 Entsprechend ihrem Mandat befasst sich die FINMA grundsätzlich mit allen potenziellen Risiken für Finanzinstitute und das Finanzsystem. Im Bereich der Umweltrisiken stehen für die FINMA aktuell die klimabezogenen Finanzrisiken im Vordergrund. Der Biodiversitätsverlust wird jüngst aber auch vermehrt als Umweltrisiko thematisiert, das möglicherweise auch bei Finanzinstituten finanzielle Risiken hervorrufen kann. Wie in der Ip. Andrey 20.3660 (Finanzielle Risikokategorien für Biodiversitätsverluste) festgehalten, erachtet es der Bundesrat als sinnvoll, wenn diese Biodiversitätsrisiken durch die Finanzinstitute auf ihre Wesentlichkeit geprüft werden. Entsprechend verfolgt die FINMA die Diskussionen über mögliche finanzielle Risiken in diesem Zusammenhang. Als Mitglied des Networks for Greening the Financial System (NGFS) ist sie auch Teil des Austausches unter Aufsichtsbehörden und Zentralbanken über mögliche Umweltrisiken, darunter auch Biodiversitätsverlust. Eigene Analysen zu diesem Thema wurden bisher nicht gemacht.
Antwort des Bundesrates.