20.5560 · Fragestunde. Frage · 2020-09-09
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Die saisonale Grippe verursacht laut BAG in der Schweiz jährlich bis zu 275 000 Arztkonsultationen, mehrere tausend Hospitalisationen und mehrere hundert Todesfälle. Die Wirksamkeit der Grippeimpfung beträgt zwischen 20 und 80 Prozent.
- Ist der Bundesrat bereit, im laufenden Jahr die Kosten sämtlicher Grippeimpfungen zu übernehmen?
- Sind zusätzliche Massnahmen zur Förderung der Grippeimpfung geplant?
- Wie sieht die Risikoanalyse beim Zusammenfallen von Pandemie und saisonaler Grippe aus?
Stellungnahme des Bundesrates
Die Kosten der Grippeimpfung werden auch dieses Jahr gemäss Empfehlungen des BAG und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen für diejenigen Personen mit einem erhöhten Risiko von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen, abzüglich Franchise. Die empfohlene Impfung für Kontaktpersonen dieser Risikogruppe geht weiterhin zu Lasten der Geimpften. Der Bund hat dieses Jahr schon im ersten Quartal auf die erhöhte Nachfrage reagiert und die verschiedenen Hersteller aufgefordert, mehr Impfdosen als bisher üblich dem Schweizer Markt zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren wird der empfohlene Zeitpunkt dieses Jahr verlängert. Er beginnt wie gewohnt Mitte Oktober und dauert dieses Jahr statt bis Mitte November bis zum Beginn der Grippewelle, was normalerweise im Januar/Februar der Fall ist. Ein Zusammenfallen einer Grippewelle mit einer Covid-19-Welle ist nicht ausgeschlossen. Dies würde die Spitäler, aber auch die Grundversorger zusätzlich stark belasten und stellt für die besonders gefährdeten Personen ein zusätzliches Risiko dar. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die empfohlenen Hygiene- und Verhaltensmassnahmen sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch präventiv auf die Übertragung der Grippeviren auswirken kann.