Reduktion von Dienstleistungen der Briefpost vermeiden durch gezielten Einsatz älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht mehr voll leistungsfähig sind (Wiedereinführung der "Alterstouren")
21.1050 · Anfrage · 2021-06-17
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
Bei der Briefzustellung gab es offenbar bis vor kurzer Zeit sog. Alterstouren. Das sind Pensen für Mitarbeitende, die wegen des Alters oder während längerer Rekonvaleszenz nicht voll leistungsfähig sind. Sie blieben aber im Anstellungsverhältnis. Offenbar gibt es diese Form des flexiblen Arbeitseinsatzes bei der Briefpost nicht mehr.
In jüngster Zeit hat die Post ihre Dienstleistungen reduziert indem Briefkästen in gewissen Regionen wie Basel-Stadt und Umgebung abends nicht mehr geleert werden. Private und Firmen sind von dieser Reduktion der Dienstleistungen stark betroffen.
Wäre der Bundesrat als Eigner und Aktionär der Post bereit, darauf hinzuwirken, dass ältere Mitarbeitende und solche, die dauernd oder vorübergehend leistungsschwächer sind, eingesetzt werden können, um diese Lücken im Dienstleistungsangebot zu schliessen? Daraus würde eine mehrfach-win-Situation enststehen; die Kundschaft, die Mitarbeitenden und die Post würden profitieren.
Stellungnahme des Bundesrates
Sogenannte "Alterstouren" sind der Schweizerischen Post gemäss eigenen Angaben nicht bekannt. Früher kam es vor, dass ältere Zustellboten eine fixe Zustelltour hatten und nicht in mehreren Bezirken eingesetzt wurden, was aber in keinem Zusammenhang mit irgendwelchen leistungsmässigen Einschränkungen stand. Der Einsatz von rekonvaleszenten oder gesundheitlich beeinträchtigten Personen wäre aus Sicht der Post auch nicht sinnvoll, da auch die Leerungstouren körperlich anstrengend sind und im hektischen Abendverkehr stattfinden.
Der Bundesrat steuert die Post mit der Vorgabe von strategischen Zielen. Auf das operative Geschäft nimmt er grundsätzlich keinen Einfluss.
Die Organisation von Zustell- und Leerungstouren ist eine operative Angelegenheit der Post. Wie auch andere Unternehmen entscheidet die Post nach unternehmerischen Gesichtspunkten, wie sie ihre Tätigkeiten organisiert und welche personellen Ressourcen sie wo und wie einsetzt. Die Post bezweckt mit der Harmonisierung der Zustell- und Leerungszeiten die Nutzung von Synergien und damit letztlich wirtschaftlichere Touren. Ein ausreichend dichtes Netz an bedienten und unbedienten Annahmestellen für Postsendungen wie von der Postgesetzgebung vorgegeben ist nach wie vor sichergestellt. Die Anpassungen betreffen hauptsächlich diejenigen Briefeinwürfe, die schwach frequentiert werden. Ortschaften, die über eine Abend- und Wochenendleerung verfügten, behalten diese auch weiterhin.
Antwort des Bundesrates.