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23.1024 · Anfrage · 2023-05-04

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Das ASTRA hat die Verkehrsführung während der Sperrung der talwärts führenden Spur der A16 zwischen La Heutte und Biel-Nord von Ende Mai 2023 bis Sommer 2024 vorgestellt. Viele Verkehrsteilnehmende sind sehr besorgt über die Erreichbarkeit des Berner Juras während dieser Arbeiten und erstaunt über einige der gewählten Lösungen, die bestimmte Ortschaften und Kategorien von Verkehrsteilnehmenden offensichtlich benachteiligen werden.

So muss der Langsamverkehr zwischen der Ausfahrt Péry und dem Gelände der Firma Vigier an einer Baustellenampel warten, um auf die neue, für diesen Verkehr reservierte Spur zu gelangen. Angesichts der Länge der betroffenen Strecke und der Geschwindigkeit der Traktoren und Velos, die diese Strecke befahren, ist es klar, dass es zu langen Wartezeiten kommen wird.

Zudem werden die Verkehrsteilnehmenden, die von Sauge kommen und nach Biel wollen, gezwungen sein, in Frinvillier die A16 zu nehmen und in La Heutte zu wenden, um nach Biel zu gelangen. Dieser Umweg erscheint völlig unlogisch, wäre aber gerechtfertigt, wenn die Strasse in der Nähe des Steinbruchs Vorberg gesperrt und für den öffentlichen Verkehr reserviert würde.

Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:

1. Wurde die Möglichkeit geprüft, den Langsamverkehr talwärts von der Verzweigung La Heutte über die Waldstrasse zum Ausgang des neuen Sicherheitsstollens von Tunnel 8 ins Industriegebiet Vigier und durch dieses hindurch auf die neue Spur für den Langsamverkehr zu führen?

2. Wurde diesbezüglich Kontakt mit der Firma Vigier aufgenommen? Wenn nein, warum nicht?

3. Da relativ wenige Busse verkehren werden, stellt sich die Frage, ob es nicht möglich ist, den von Sauge kommenden Verkehr Richtung Biel über den Vorberg und die Route des Romains zu lenken, um so den Umweg über La Heutte zu vermeiden?

4. Ist es nicht generell notwendig, die talwärts führende Spur längerfristig doppelt zu führen und den Rückweg bergwärts auf der Kantonsstrasse vorzusehen, damit die nächsten Sanierungsarbeiten nicht zu einer Reduktion auf nur zwei Spuren führen? So würden immer vier Spuren zur Verfügung stehen.

5. Warum werden diese Arbeiten gleichzeitig mit den Arbeiten in Orvin und an den Bahnhöfen durchgeführt, was den unangenehmen Eindruck eines isolierten Berner Jura erweckt?

Stellungnahme des Bundesrates

1./2. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat diese Variante bereits untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht umsetzbar ist. Der Zugang zu diesem Weg würde über ein Tor erfolgen, das nach jedem Passieren wieder geschlossen werden müsste, damit kein Wild auf die N16 gelangen kann. Das Unternehmen Vigier möchte es aus Sicherheitsgründen nicht gestatten, dass weitere Dritte sein Produktionsareal als Durchgang nutzen können.

3. Auch diese Option hat das ASTRA geprüft. Die Sperrung der Römerstrasse ist eine flankierende Massnahme im Rahmen der Bauarbeiten an der N16. Dadurch soll die Durchfahrt der Busse ermöglicht und somit die Einhaltung des Fahrplans der Linie 71 gewährleistet werden. Andernfalls müssten sich die Busse auf einer Strasse kreuzen, die dafür zu schmal wäre.

Solange die tatsächlichen Auswirkungen der Bauarbeiten auf den Verkehrsfluss noch nicht bekannt sind, wird der Vorbergweg vorerst nicht gesperrt. Sollte der Busverkehr allerdings doch behindert werden, würde als erste Massnahme der Vorbergweg in eine Einbahnstrasse umgewandelt werden. So könnte der von Sauge herkommende Verkehr nach Biel hinunterfahren und gleichzeitig eine Zunahme des Pendleraufkommens Richtung Jura in den Abendstunden vermieden werden.

4. Sind erst einmal die umfangreichen Arbeiten abgeschlossen, die in den nächsten Jahren in diesem Abschnitt geplant sind, werden die nachfolgenden Unterhalts- und Sanierungsmassnahmen deutlich weniger einschneidend sein. Diese Eingriffe können nämlich nachts und ausserhalb der Spitzenzeiten durchgeführt werden, wodurch die Auswirkungen auf den Verkehr verringert werden. Die in der Anfrage vorgeschlagene Massnahme ist daher aus Sicht des ASTRA nicht notwendig.

5. Die Koordination unter den verschiedenen Verwaltungseinheiten verlief bestmöglich, dennoch bleibt sie eine komplexe Aufgabe. Technische Studien, Plangenehmigungen im Rahmen von ASTRA-Projekten, der Zustand der Infrastrukturen und die Verfügbarkeit finanzieller Mittel sind Parameter, die den Zeitpunkt der Durchführung der Arbeiten beeinflussen und bisweilen dazu führen, dass diese nahezu gleichzeitig realisiert werden.