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24.3460 · Motion · 2024-04-17

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, das grosse Ausmass der Plastikverschmutzung durch Textilien anzuerkennen, eine Kommunikationskampagne zur Aufwertung der Schweizer Bekleidungs- und Textilindustrie zu lancieren und eine nationale Strategie zur Wiederverwertung von Kleidern umzusetzen.

Begründung

Die Plastikverschmutzung durch Textilien ist klar erwiesen. Sie wirkt sich auf alle Lebensräume der Erde aus. Die erwähnte Problematik wirdbeim Thema Plastikverschmutzung im Allgemeinen ebenso vernachlässigt wie bei anderen Umweltbelastungen im Zusammenhang mit Textilien (CO2-Emissionen, chemische Verschmutzung, Wasserverbrauch, schlechte Abfallverwertung). Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist weltweit für etwa 10 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Sie ist mittlerweile der Industriesektor mit dem drittgrössten Kunststoffverbrauch (14,2 % der Nachfrage). Kunstfasern machen zwei Drittel des Textilfasermarktes aus: 2019 wurden 66 Millionen Tonnen Kunstfasern produziert. Während die Baumwollproduktion seit 1980 stagniert, hat sich die Produktion von Kunstfasern mehr als verdreifacht. Die Verschmutzung durch Mikroplastikpartikel aus Textilien an sich und deren grosses Ausmass werden jedoch leider ignoriert.

Die kurzlebige Mode trägt massgeblich zu dieser Plastikverschmutzung bei. Die Verschmutzung nimmt zu, und es werden immer mehr Kleider gekauft. Die Lawine von Billigprodukten hat einen Namen: Fast Fashion. Diese Art Mode wird immer kurzlebiger; es kommen laufend neue Kollektionen auf den Markt, was den Kaufdruck erhöht: Prêt-à-porter verkommt immer mehr zur Wegwerfware.

Der Massenimport von Textilien aus Asien, insbesondere aus China, verschlimmert das Umweltproblem. Solche Produkte, häufig Fast Fashion, tragen dazu bei, dass nicht nachhaltig produziert und konsumiert wird. Die Umwelt- und Sozialstandards in den erwähnten Regionen sind weniger streng, was zu einem hohen CO2-Fussabdruck durch den Transport und einem erhöhten Einsatz natürlicher Ressourcen und schädlicher Chemikalien führt. Zudem ist es aufgrund der geografischen Distanz schwieriger, die Produkte zurückzuverfolgen und die Produzentinnen und Produzenten zur Rechenschaft zu ziehen. Wir müssen unbedingt eine heimische und nachhaltige Textilindustrie fördern, um unsere Abhängigkeit von diesen Importen zu verringern, und gleichzeitig für mehr Innovation und eine bessere Einhaltung ethischer Standards in der Schweiz sorgen.

Antrag des Bundesrates

Ablehnung

Stellungnahme des Bundesrates

In der Schweiz gibt es bereits ein gut funktionierendes Sammelsystem für Alttextilien. Gebrauchte Textilien werden gesammelt, nach Möglichkeit als Secondhand-Kleidung wieder getragen und schliesslich recycelt. Der Bundesrat erachtet es daher nicht als notwendig, eine nationale Strategie zur Wiederverwertung von Kleidern umzusetzen. Im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit des Textilsektors in der Schweiz ist die Initiative «Sustainable Textiles Switzerland 2030» zu erwähnen, die vom Staatssekretariat für Wirtschaft und vom Bundesamt für Umwelt unterstützt wird. Die Initiative trägt insbesondere durch die Förderung der Kreislaufwirtschaft dazu bei, dass die Akteure des Schweizer Textil- und Bekleidungssektors ihre gesamte Lieferkette sozial- und umweltverträglich gestalten. Allerdings werden in der Schweiz kaum noch Textilien für den Massenmarkt produziert; die Fast-Fashion-Kleidung, die schnell, in grossen Mengen und zu niedrigen Preisen hergestellt wird, stammt aus dem Ausland. Eine Kommunikationskampagne zur Aufwertung der Schweizer Bekleidungs- und Textilindustrie (Produktion) hätte daher kaum einen Einfluss auf die ökologischen Auswirkungen unserer Kleider.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.