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Gadient Brigitta M. · Nationalrat · 2010-09-15

Gadient Brigitta M. · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD · 2010-09-15

Wortprotokoll

Ich habe es bereits beim Eintreten dargelegt: Der Schulsport spielt eine zentrale Rolle, heute wohl mehr denn je. Die BDP-Fraktion will deshalb mit der Kommissionsmehrheit ganz klar daran festhalten, dass einerseits der Bund - natürlich nach Anhörung der Kantone - die Mindestzahl an Lektionen sowie auch qualitative Grundsätze für den Sportunterricht an Volks- und Mittelschulen festlegt und dass andererseits der Schulsport bis zur Stufe Sek I obligatorisch ist und bleibt, und zwar weiterhin mit einer Vorgabe von mindestens drei Lektionen pro Woche.

Es ist unseres Erachtens nicht einzusehen, gerade auch angesichts der von vielen hier dargelegten Bedeutung des Sports, dass hier Tür und Tor geöffnet werden, die Gefahr geschaffen wird, dass es zu Kürzungen kommt. Der Schulsport geniesst im politischen Alltag leider keine hohe Priorität und ist stets gefährdet. Aber ein mögliches Kürzen gerade hier auch nur in Kauf zu nehmen, wäre völlig verfehlt. Dass angesichts der finanziellen Probleme vielerorts diese Gefahr besteht, ist offensichtlich.

Es wird sodann das Argument des Eingriffs in die kantonale Schulhoheit vorgebracht. Aber solche Eingriffe hat es schon immer gegeben, und sie werden auch in Zukunft nötig sein, wenn das Anliegen so wichtig ist, dass eine verbindliche Regelung auf Bundesebene Sinn macht. Beim Sport besteht eine solche deshalb seit Jahren. Man kann jetzt natürlich sagen: Sie besteht seit Jahren, die Kantone haben ja auch in Zukunft die Möglichkeit, diese drei Schulsportstunden pro Woche vorzuschreiben. Aber diese Bestimmung jetzt plötzlich aus dem Bundesgesetz zu streichen und damit von der ausdrücklichen Verpflichtung der Kantone abzukommen, wäre ein negatives Signal, das zudem völlig in die falsche Richtung gehen würde. Das wollen, ja dürfen wir nicht. Wir können nicht einerseits von der Bedeutung von Sport und Bewegung für unzählige Bereiche unserer Gesellschaft und insbesondere für die Kinder und Jugendlichen in unserem Land sprechen und dann, wenn es um die konkreten Massnahmen geht, völlig anders handeln, und das noch mit einem Rückschritt im Vergleich zur heutigen Gesetzgebung.

Die BDP-Fraktion wird deshalb bei allen Absätzen mit der Kommissionsmehrheit stimmen.

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