Noser Ruedi · Nationalrat · 2010-09-15
Noser Ruedi · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2010-09-15
Wortprotokoll
Den vorliegenden Gesetzentwurf unterstützen wir, und wir sind sehr zufrieden mit dem, was uns jetzt vorliegt. Die FDP ist auch der Ansicht, dass der Sport eine wichtige Aufgabe hat und dass diese für die Gesellschaft wichtige Aufgabe vom Bund gefördert werden können soll. Ich möchte aber auch hinsichtlich der vielen Eintretensvoten, die gehalten wurden, darauf hinweisen, dass man mit diesem Gesetz nicht alle Bewegungsprobleme in unserer Gesellschaft lösen kann. Sollte jemand der Ansicht sein, dass dies möglich sei, dann bitte ich ihn, einmal das Förderbudget, das wir haben, anzuschauen. Wir haben für den Bereich "Jugend und Sport" etwa 60 bis 70 Millionen Franken zur Verfügung und nicht mehr.
Unserer Ansicht nach ist es etwas vom Wichtigsten, dass der Sport eine bedeutende Integrationsleistung in unserer Gesellschaft erbringt. Insbesondere Spitzensportler sind Vorbilder für Jugendliche und Kinder; Spitzensportler sind Leute, die oftmals bewirken, dass sich Kinder an ihnen orientieren, dass Kinder akzeptieren, sich Ziele zu setzen, dass Kinder auch lernen und akzeptieren, diese Ziele dann vielleicht nicht zu erreichen und mit Niederlagen zu leben. Das sind ganz wichtige gesellschaftliche Aufgaben, die man im Sport lernen, dank denen man sich selber motivieren und an denen man weiterwachsen kann.
Ebenso wichtig ist uns, dass der Sport einen bedeutenden Beitrag zur Vermischung der sozialen Schichten leistet. Im Sport rückt die soziale Herkunft in den Hintergrund. Denn Sport hat messbare Ziele, und im Sport kann sich jedes Kind, das Talent hat, profilieren, unabhängig davon, welches seine soziale Herkunft ist. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Schweizer U-17-Fussballnationalmannschaft, die 2009 bewiesen hat, dass man mit einem multikulturell zusammengesetzten Team auch Weltmeister werden kann, aus Vertretern von zwölf Nationen bestand und dreizehn Spieler ausländischer Herkunft hatte.
Der FDP geht es bei diesem Gesetz um drei zentrale Punkte, die zu diskutieren wichtig ist. Der erste betrifft die Miliz, der zweite das Doping und der dritte das Turnstundenobligatorium.
1. Zur Miliz: Wir müssen uns bewusst sein, dass der Sport in unserem Lande über die Milizen geleistet wird. Es sind die Vereine, wie das mein Vorredner vom Eishockeyclub klar gesagt hat, die den Sport in der Schweiz vorwärtstreiben. Es sind auch die Vereine, die die Jugendförderung tragen, und es ist ein zentraler Baustein unseres Landes, dass diese Milizvereine optimal in das ganze System der Sportförderung integriert sind.
Da ist es auch wichtig, dass wir das im Sportförderungsgesetz gut einbinden. Wir finden es gut, dass der Bund mit den Verbänden, den Gemeinden und den Kantonen zusammen ihre Bemühungen unterstützen muss, wir finden es gut, dass auch die Verantwortung für Sportanlagen von nationaler Bedeutung in Zusammenarbeit mit den Verbänden wahrgenommen wird, und wir finden es gut, dass die Sportanlässe von internationaler Bedeutung jetzt eine Gesetzesgrundlage bekommen und so gefördert werden. Nicht zuletzt ist "Jugend und Sport" für mich der Inbegriff der Förderung des Milizsystems. Wir finden es gut, dass man jetzt eine Ausweitung auf die Kinder ab fünf Jahren vornimmt. Ich möchte betonen, dass wir auch die entsprechende Budgetausweitung unterstützen.
2. Zum Doping: Aus Sicht der FDP-Liberalen Fraktion ist es nicht Aufgabe des Staates, den Vereinen Dopingregeln vorzuschreiben. Jeder von uns hat ja das Recht, sich im täglichen Leben zu dopen. Falls Sie heute Morgen irgendein Medikament eingenommen haben, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine Substanz eingenommen haben, mit der Sie im Sport auf eine Dopingliste gesetzt würden. Hingegen soll das Gesetz dazu beitragen, dass die Verbände und Kantone dort unterstützt werden, wo Substanzen nicht in offiziellen Kanälen gehandelt werden, sprich wo es Dealer gibt und wo die Substanzen in die Schweiz hineinkommen, im Zollbereich.
Wir möchten noch anfügen, dass der Ständerat dort eventuell noch eine Aufgabe hat. Darüber haben wir bei den Artikeln 18 und 19 in der Kommission nicht allzu viel diskutiert. Es scheint, dass es dort noch Handlungsbedarf gibt. Ich [PAGE 1249] wäre froh, wenn der Ständerat das dann noch einmal anschauen würde.
3. Zum Turnstundenobligatorium - wir werden noch darauf zurückkommen -: Ich bitte einfach alle Verfechter von drei Turnstunden, daran zu denken, dass es Bewegungskonzepte braucht, die man mit verschiedenen Modellen erreichen kann. Selbstverständlich kann man mit drei Turnstunden alles abhaken. Aber wenn zum Beispiel Kantone mit ehrenamtlichen Vereinen sehr eng zusammenarbeiten und die Betreuung in Blockzeiten nicht nur in Schulzimmern als Beschäftigung gilt, sondern wenn den Vereinen ermöglicht wird, diese Betreuungszeiten für den Sport zu nutzen, ist eventuell für die Bewegung der Kinder ebenso viel getan, wie wenn man drei Turnstunden vorschreibt.
Wir bitten Sie, auf das Gesetz einzutreten.