Gadient Brigitta M. · Nationalrat · 2010-09-15
Gadient Brigitta M. · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD · 2010-09-15
Wortprotokoll
Im Namen der BDP-Fraktion beantrage ich Ihnen, auf die Vorlage einzutreten.
Die Leistungen des Sports, sein Facettenreichtum und sein Nutzen für die Gesellschaft sind von grosser Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Gesundheit, ganzheitliche Bildung, soziale Kompetenz und Integration. Der Sport ist aber auch als Wirtschaftsfaktor relevant. Das vorliegende Gesetz ist ausgewogen und setzt unseres Erachtens die richtigen Schwerpunkte. Wir begrüssen seine Stossrichtung. Ich möchte die folgenden Punkte hervorheben:
1. Im Gesetz wird von einem modernen Sportbegriff ausgegangen. Sämtliche Akteure im Bereich des Sports, aber auch der Bewegungsförderung sollen einbezogen werden; das ist wichtig.
2. Das Programm "Jugend und Sport" als Sportförderungsmassnahme des Bundes bekommt grösseres Gewicht. Dies ist gerechtfertigt, nehmen doch über 550 000 Jugendliche an Aktivitäten mit Unterstützung des Bundesprogramms "Jugend und Sport" teil. In diesem Zusammenhang möchte ich noch meine Interessenbindung offenlegen: Ich bin selber als "Jugend und Sport"-Leiterin tätig gewesen.
3. Wir haben im Weiteren - das ist zentral - eine klare Kompetenzregelung für Bund, Kantone und Verbände festgelegt. Es ist unseres Erachtens allerdings wichtig und nötig, hier die Gemeinden nicht zu vergessen und auch einzubeziehen. Denn im Bereich des Sports spielen auch die Gemeinden eine entscheidende Rolle.
4. Den Kampf gegen Doping zu verstärken ist heute leider nötig. Das bedeutet einerseits Einsatz von mehr Finanzen, andererseits auch Schaffung griffigerer Mittel.
Im Hinblick auf die Umsetzung der Vorlage stehen für die BDP ganz klar das Miliz- und das Subsidiaritätsprinzip im Zentrum. So sollen die Aktivitäten des Bundes nur komplementär zu den Aktivitäten der Verbände stehen. Die Bedeutung der Verbände ist in unserem Land unglaublich gross. Breitensport wird in über 22 600 Vereinen ausgeübt. Besonders eindrücklich ist dabei - das möchte ich hier explizit festhalten - auch die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer; man geht von rund 350 000 aus. Mit dem neuen Bundesgesetz werden gute Rahmenbedingungen geschaffen, um den Breitensport wirkungsvoll zu unterstützen. Wichtig ist, wie in vielen anderen Bereichen, auch hier: keine Stop-and-go-Politik bei der Unterstützung; Nachhaltigkeit und Kontinuität ist gefragt.
Von besonderer Bedeutung ist nach Auffassung der BDP sodann die starke Gewichtung der Bewegungsförderung mit Blick auf die Gesamtbevölkerung. Zur Vermeidung vieler Gesundheitsrisiken und Kosten ist das das beste Mittel. Mit den vorgeschlagenen Bestimmungen wird den neuesten gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung getragen, das heisst dem leider verbreiteten Bewegungsmangel, insbesondere dem Bewegungsmangel und dem daraus folgenden Übergewicht von Kindern und Jugendlichen. Hier erfährt im Übrigen auch das neue Programm "J+S Kids" eine besondere Bedeutung. Der Einbezug von Sportangeboten für Fünf- bis Zehnjährige macht Sinn. Das wird natürlich auch etwas kosten. Da ist nicht nur der Bund gefordert. Aber verrechnet man die daraus folgenden Einsparungen im gesundheitlichen und sozialen Bereich damit, ist die Rechnung unter dem Strich zweifellos positiv.
Eine zentrale Rolle spielt heute mehr denn je der Schulsport; darauf werde ich bei Artikel 12 näher eingehen. Schliesslich geht es auch um Integration, um Rassismusbekämpfung, Ethik und Gewaltprävention. All das sind wichtige Anliegen, bei denen der Sport durch seine Grundsätze und seine Vermittlung von Fairplay einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leistet, sodass seine Förderung von besonderer Bedeutung ist.
In diesem Sinne beantragt Ihnen die BDP-Fraktion mit Überzeugung, auf die Vorlage einzutreten. Wir stimmen selbstverständlich auch der Vorlage 2 zu, dem Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport.