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Wyss Brigit · Nationalrat · 2010-09-30

Wyss Brigit · Nationalrat · Solothurn · Grüne Fraktion · 2010-09-30

Wortprotokoll

Die Zukunft gehört klarerweise der intelligenten Mobilität. Intelligente Mobilität bedeutet mehr Qualität statt Quantität; es bedeutet kürzere Wege und effizientere Transportmittel. Heute legt jeder und jede von uns durchschnittlich 50 Kilometer pro Tag zurück, und es werden immer mehr. Innerhalb von nur drei Generationen hat sich auch in meiner Familie die Mobilität grundlegend geändert. Meine Grossmutter verliess ihren Hof ein paarmal pro Jahr, meine Mutter dagegen ging schon wöchentlich in die nahegelegene Stadt, und ich pendle nun täglich von Solothurn nach Bern, Basel oder Zürich. Wie der Mobilitätsalltag meiner Kinder aussehen wird, weiss ich nicht. Eventuell werden sie nach Rom, Paris oder Berlin pendeln. Ich weiss nicht, ob ich ihnen das tatsächlich wünschen soll.

Oft sind wir freiwillig unterwegs. Mobilität gehört unbestritten zu unserer Lebensqualität. Aber mindestens die Hälfte der zurückgelegten Kilometer legen wir nicht ganz freiwillig zurück, beispielsweise als Pendler und Pendlerinnen, die immer häufiger im Zug und im Stau stehen.

Das ist heute weitgehend unbestritten. Mit einer besseren Raumplanung werden wir Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit wieder näher zusammenbringen müssen. Die Wege werden wieder kürzer werden, wir sparen Zeit, und das ist eine wesentliche Steigerung unserer Lebensqualität. Gleichzeitig senken wir damit den Bodenverbrauch und vermindern die Luft- und Lärmbelastung. In diesen Bereichen sind wir daran, bessere Lösungen zu suchen.

Auch bei der Offroader-Initiative geht es um Qualität statt Quantität. Auf den Verkehrssektor entfallen rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs und 37 Prozent der CO2-Emissionen, und der Verkehr wächst wie gesagt weiter. Wenn wir unseren Lebensstandard mindestens halten wollen, heisst das, die Mobilität zwar weiter zu ermöglichen, aber gleichzeitig ihre negativen Begleiterscheinungen zu verringern oder zu vermeiden. Mit der Initiative werden diese negativen Auswirkungen auf die Umwelt weiter verringert, weil die Effizienz gesteigert wird, und das ist dringend nötig. Wir alle wissen, dass wir im Verkehrssektor einen enormen Nachholbedarf in Sachen Effizienz haben.

Es macht einfach keinen Sinn, 2,5 Tonnen Blech und Metall zu bewegen, um ein Paket Zigaretten zu kaufen oder einen Kaffee trinken zu gehen. Das ist falsch im Zusammenhang mit der Verknappung der natürlichen Ressourcen; das ist falsch im Zusammenhang mit den CO2-Emissionen; und es ist auch falsch, weil es zeigt, dass wir nicht bereit sind, genügend Innovationskraft in eine zukunftsfähige Mobilität zu investieren. Mit der Unterstützung der Offroader-Initiative sorgen Sie dafür, dass diese Fahrzeuge genau dort eingesetzt werden, wo sie Sinn machen, und das ist bestimmt nicht in der Stadt und auch nicht in der Agglomeration. Gleichzeitig bestellen Sie bei der Autoindustrie eine neue Generation effizienterer Fahrzeuge für eine intelligentere Mobilität.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung der Initiative.