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Bürgi Hermann · Ständerat · 2010-12-08

Bürgi Hermann · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-12-08

Wortprotokoll

Ich muss Ihnen sagen, dass ich sehr viel Verständnis für den Antrag Büttiker habe. Aber ich bitte ihn, doch noch Folgendes zu überlegen: Es ist dies im Grundsatz eine Frage der Konzeption, die darin besteht, dass man sagt, dass man das Umfeld strafrechtlich verfolgt, während der Sportler, dem ein Dopingverstoss zur Last gelegt wird, in die Zuständigkeit des Verbandes fällt. Das ist das Konzept, das wir jetzt haben. Wir haben hierüber nicht intensiv diskutiert. Bei allem Verständnis, das ich habe, wenn Sie sagen, dass die Sache wahrscheinlich zu heikel sei, als dass man sie den Verbänden überlassen könne - das ist Ihre Interpretation, die hat wahrscheinlich etwas -, denke ich, man müsste, ehe man Ihnen folgen würde, diese Fragen schon noch etwas vertiefter behandeln. So muss man prüfen, wie das ist, wenn ein Sportler beispielsweise an der Tour de France einen Verstoss begeht; dann ist das Delikt ja nicht in der Schweiz begangen worden. Da kommen wir in internationale Dimensionen hinein, was eben schon auch Probleme ergibt.

Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, Herr Bundesrat, ob man seitens der Öffentlichkeit in Bezug auf die Unterstützung durch Geld nicht mehr Druck auf die Sportverbände ausüben könnte. Das würde beispielsweise auch Sport-Toto-Gelder betreffen. Wie geht man da mit Sportverbänden um?

Der langen Rede kurzer Sinn: Es gibt nun einmal diese Konzeption, und die Schweiz fährt da kein Sonderzüglein. Vielmehr wird es in vielen Staaten ähnlich gehandhabt. Persönlich bin ich der Meinung, dass man versuchen müsste, diesen Sportverbänden ins Gewissen zu reden, damit sie ihrer Pflicht tatsächlich nachkommen. Und in einem Punkt teile ich die Auffassung des Kommissionsreferenten klar: Wenn Sie als Spitzensportler während zweier Jahre gesperrt sind, ist diese Strafe, wenn sie angewendet wird, wesentlich härter und wesentlich wirkungsvoller als eine andere Strafe, weil sie Ihnen die Existenzgrundlage entzieht. Denn wer im Bereich des Spitzensports während zweier Jahre weg vom Fenster ist, für den wird es schwierig werden. Ich muss Ihnen sagen, ich habe hier zwei Seelen in meiner Brust.