Brändli Christoffel · Ständerat · 2010-12-15
Brändli Christoffel · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-12-15
Wortprotokoll
Diese Frage des Zwanges wird meines Erachtens politisch enorm hochstilisiert. Das Ziel muss es sein, gute Netzwerke zu haben, damit Kranke in diese Netzwerke gehen. Wir können das mit der Differenzierung der Kostenbeteiligung und mit der Rabattierung erreichen. Das sind die Anreize, die wir anbieten. Für mich ist klar: Wenn ein Managed-Care-Modell ein attraktives Modell ist, muss doch jede Versicherung dieses Modell anbieten, sonst verliert sie Kunden. Der Markt regelt also dieses Problem.
Jetzt wollen wir sagen, die Versicherer müssten Verträge mit den Leistungserbringern abschliessen. Da ist einfach ein Denkfehler in der ganzen Konstruktion. Die Netzwerke werden durch die Leistungserbringer, also Ärzte und Spitäler, gebildet, und nun sagt man den Vertragspartnern, den Zahlenden, sie müssten mit diesen Netzwerken einen Vertrag machen. Das ist für den Geldempfänger eine feudale Angelegenheit, denn er kann 10 Prozent mehr verlangen, während der andere ausgeliefert ist und einen Vertrag abschliessen muss. Das macht keinen Sinn. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Markt dieses Problem löst; in letzter Zeit ist ja sehr viel in Bewegung gekommen. Wenn Sie Zwang ausüben möchten, müssen Sie sagen, dass die Ärzte und Spitäler Netzwerke bilden müssen; dann haben wir eine andere Situation, dann muss derjenige, der anbietet, das machen!
Man kann lange über diese Frage diskutieren. Ich spreche mich dafür aus, dass wir hier jetzt eine Differenz schaffen und der Nationalrat diese Frage noch einmal vertieft diskutiert, denn ich bin der festen Meinung, dass hier ein Konzeptionsfehler vorliegt. Schaffen Sie eine Differenz, dann kann der Nationalrat diese Frage nochmals klären. Am Schluss werden wir eine Lösung haben - hoffentlich eine gute und nicht eine schlechte.