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Hess Hans · Ständerat · 2011-03-07

Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-03-07

Wortprotokoll

Wald und Holz sind für die Diskussion rund um die Emissionsreduktion von sehr grosser Bedeutung. In diesem Zusammenhang lege ich meine Interessen offen: Ich bin Präsident der Lignum Holzwirtschaft Schweiz. Wald und Holz sind ein Thema, das bis jetzt nicht gestreift wurde, Herr Präsident, Herr Berichterstatter. Deshalb erlaube ich mir, dieses Thema ein bisschen vertiefter anzugehen, zumal ich die letzte Woche kein Votum gehalten und den Rat damit nicht strapaziert habe.

Unsere Wälder sind als CO2-Senke im Gespräch. Bäume binden mit ihrem Wachstum Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Unser bewirtschafteter Wald absorbiert bereits heute Jahr für Jahr einen gewichtigen Teil der gesamtschweizerischen CO2-Emissionen. Ich erinnere daran, dass in den aktuellen Rechnungen des Bundes der Wald immer einen wichtigen Beitrag für die Erreichung der Emissionsziele zu leisten hat; zurzeit ist es die Absorption von rund 0,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Der dauerhafteste Kohlendioxidsenker heisst jedoch nicht Wald, sondern Holz. Wird das Holz, das bei uns in der Schweiz in einer traditionellen nachhaltigen Waldwirtschaft heranwächst, in langlebige Produkte wie Häuser verwandelt, so bleibt der einmal vom Baum gebundene Kohlenstoff dem natürlichen Kreislauf für Jahrzehnte, im besten Fall gar für Jahrhunderte, entzogen, denn aus Holz erstellte Bauwerke bilden Kohlenstoffdepots. Während diese das Treibhausgas langfristig binden, wird beim Wachstum der Bäume laufend neuer Kohlenstoff absorbiert. So entsteht ein maximaler Effekt aus Wald und Holz zugunsten des Klimas.

Wir haben es heute in der Hand, Weichen zu stellen, damit wir in Zukunft auf diesen wichtigen Beitrag der Wald- und Holzwirtschaft bauen können. Wald und Holz können aber auch dazu beitragen, weitere wichtige Ziele der heute zur Diskussion stehenden Vorlage zu erreichen. So kann die Verwendung von Holz dazu beitragen, das Ziel einer Emissionsreduktion um 20 Prozent im Inland zu erreichen, insbesondere durch die weitere Steigerung der Energieeffizienz beim Gebäudepark.

Ganz generell wird es sich für unsere Wirtschaft lohnen, wenn wir uns der Herausforderung stellen, unsere Emissionen im Inland zu reduzieren. Alle Untersuchungen zeigen, dass Emissionsreduktionen im Inland sich volkswirtschaftlich lohnen, weil nur so teure Importe von fossilen Energien entfallen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich erinnere daran, dass unter dem Stichwort "Cleantech" - es wurde bereits darauf hingewiesen - gezeigt worden ist, wie gross die Chancen und Potenziale für unsere Wirtschaft sind, wenn sie sich in diesem Feld engagiert. Es ist die Rede davon, dass etwa 11 000 Arbeitsplätze geschaffen werden können. Im Bewusstsein, dass fast die Hälfte der heute verbrauchten Energie für Bau und Betrieb des Gebäudeparks der Schweiz eingesetzt wird - Frau Forster hat bereits darauf hingewiesen -, muss die Energieeffizienz im Bauwesen, insbesondere bei den Sanierungen, mit höchster Priorität gefördert werden. Die heute bekannten Instrumente wie das Gebäudeprogramm sind erfolgreich und zeigen Wirkung. Dieses Programm müssen wir weiter unterstützen und sogar stärken. Investitionen in diesem Bereich sind sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll und können mit ihrer langfristigen, kumulativen Wirkung massgeblich zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Hinzu kommt, dass sie an die inländische Reduktion angerechnet werden.

Ich bitte Sie deshalb, auf die Vorlage einzutreten. Ich werde mich dann bei den einzelnen Artikeln, bei denen ich Anträge gestellt habe, nochmals zu Wort melden.