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Föhn Peter · Nationalrat · 2011-03-17

Föhn Peter · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2011-03-17

Wortprotokoll

Als Inhaber einer Kleinunternehmung frage ich mich schon, was diese Initiative, diese Vorstösse und diese Anträge bezwecken. Klar, wir alle würden sehr gerne all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - oder sogar der ganzen Welt - mehr Ferien gönnen. Die Frage ist einzig: Leisten wir damit dem Werkplatz Schweiz und somit allen Arbeitnehmern nicht gerade einen Bärendienst? Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass diese Ferien-Initiative einem Arbeitsplatzabbau gleichkäme. Wollen die Initianten dies? Nein. Wir müssten, wennschon, versuchen - zumindest versuchen -, Arbeitsplätze zu erhalten oder gar auszubauen. Also richte ich meinen Appell an die linke Seite: Sie haben immer tolle Ideen, wie dem Arbeitnehmer entgegengekommen werden könnte, und ich sage hier und jetzt: Wir - auf jeden Fall ich - möchten das auch. Jedem und jeder meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen würde ich mehr Ferien gönnen. Ich möchte ihnen auch einen viel höheren Lohn bezahlen. Ihre stetigen Forderungen liegen mir in den Ohren, ich fordere jetzt auch einmal: Treten Sie den Beweis an, dass Ihnen diese Forderungen ernst sind! Einfach schwatzen, fordern und dann die Arbeitgeber verunglimpfen ist äusserst einfach. Also fordere ich Sie auf: Schwatzen Sie nicht nur, sondern setzen Sie Ihre stetigen Forderungen auch einmal in glaubwürdige Taten um! Beweisen Sie, dass es Ihnen ernst ist! Denn täglich sind KMU-Betriebe ausgeschrieben, welche einen Nachfolger, einen neuen Inhaber suchen. Übernehmen Sie einen solchen Betrieb! Die Angestellten wären Ihnen äusserst dankbar. Wenn Sie dann Ihren Mitarbeitern sofort 6 Wochen Ferien geben und Ihre immerwährenden Forderungen umsetzen würden, wären Ihre Mitarbeiter noch viel dankbarer.

Hier in diesem Saal Forderungen zu stellen und gar selber zu profitieren, ohne jeglichen Tatbeweis zu erbringen, das ist einfach, das reicht mir nicht, nein! Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung, in Ihrer Heimat, um, übernehmen Sie einen Betrieb, der einzugehen droht oder bei dem die Nachfolge nicht geregelt ist. Setzen Sie sofort um, was Sie hier ständig [PAGE 486] fordern, geben Sie unter anderem sofort 6 Wochen Ferien! Erst so treten Sie den Beweis an, dass es Ihnen mit Ihren Forderungen und mit Ihrer politischen Arbeit ernst ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden in die Hände klatschen und wären Ihnen äusserst dankbar. So würden Sie eben den Tatbeweis erbringen.

Als Inhaber eines kleinen Produktionsbetriebes weiss ich, was es heisst, konkurrenzfähig zu sein, bestehen zu können, Arbeitsplätze zu erhalten. Ich weiss, was es heisst, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht zu werden. Ich weiss aber auch, was Sie als Kunden vom arbeitenden Volk erwarten. Denken Sie nur an die täglichen Bedürfnisse, oder denken Sie an Ihre Anforderung an einen Handwerker, z. B. in Ihrer Wohnung, wenn etwas sofort geflickt werden muss. Sind Sie bereit, z. B. bei einem Wasserschaden 6 Wochen zu warten? Sie sind dann die ersten, die ausrufen oder gar ausländische Produkte einkaufen, ohne zu hinterfragen, wie, von wem und mit welchen Auflagen diese Produkte hergestellt wurden. Wichtig ist Ihnen in diesem Moment dann einzig, dass Ihre persönlichen Bedürfnisse gestillt werden.

Seien Sie bitte ehrlich mit sich selber und mit all jenen, die Sie hier drin vertreten. Übertreiben Sie nicht. Gefährden Sie bitte den bestaufgestellten Werkplatz, jenen der Schweiz, nicht mit übertriebenen Forderungen. Schicken Sie die Ferien-Initiative in die Welt der Fantasten. Bleiben Sie vernünftig und realistisch. Empfehlen Sie die Initiative zur Ablehnung!