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Schenk Simon · Nationalrat · 2011-09-26

Schenk Simon · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2011-09-26

Wortprotokoll

Mit meinem Minderheitsantrag möchte ich erreichen, dass vom gesamten Betrag, den Pro Helvetia ausrichtet, ein Anteil von mindestens 4 Prozent für die Volkskultur eingesetzt wird. Hier können jetzt - das ist so kurz vor den Wahlen empfehlenswert - all jene Kolleginnen und Kollegen, denen die Volkskultur ein ehrliches Anliegen ist, ein wichtiges Zeichen für die Volkskultur setzen. Ich weiss, dass es gewissen Leuten hier im Rat schwerfällt, meine Minderheit zu unterstützen, wohl weil sie aus der falschen Ecke kommt. Es ist halt einfacher, am Unspunnenfest, an einem Jodlerfest oder an einem anderen Volkskulturanlass in der Tracht auf Stimmenfang zu gehen, als dann hier im Rat auch zur Volkskultur zu stehen. Dabei könnten hier im Rat von links bis rechts problemlos alle zustimmen. Mein Minderheitsantrag verursacht überhaupt keine zusätzlichen Kosten. Ich möchte einzig den Anteil von 4 Prozent für die Volkskultur in diesem Bundesbeschluss festgeschrieben haben. [PAGE 1667]

Ich kenne die Argumente der Gegner. Sie sagen immer wieder, dass die Volkskultur gar nicht auf die Bundesbeiträge angewiesen sei, weil sie einen derart grossen Zuspruch aus dem Volk habe. Aber das - bitte sehr - ist absolut kein Argument, die Volkskultur bei der Verteilung der Geldmittel stiefmütterlich zu behandeln. Der grosse Zuspruch zur Volkskultur erklärt sich eben damit, dass sie etwas anbietet, was im Volk ankommt und beliebt ist - dies ganz im Gegensatz zu gewissen anderen Sachen, die uns unter dem Deckmantel der Kultur gelegentlich angeboten und zugemutet werden; ich möchte hier nicht noch speziell Namen erwähnen. Ich behaupte sogar, dass die Volkskultur wesentlich mehr als nur 4 Prozent des gesamten Zahlungsrahmens bekommen würde, wenn der Verteilschlüssel der Pro-Helvetia-Gelder nach dem Volksinteresse gemacht würde.

Die Argumente des Bundesrates gegen meinen Antrag kenne ich schon zum Voraus: Der Aufwand für die Volkskultur sei auch, ohne dass es im Gesetz festgeschrieben sei, gewährleistet und deshalb nicht nötig. Es kann ja sein, dass unter Bundesrat Burkhalter dieses Versprechen eingehalten wird. Aber was ist nachher? Es wäre nicht das erste Mal, dass gewisse Versprechungen des Bundesrates oder der Verwaltung nicht ganz eingehalten werden.

Deshalb halte ich an meinem Antrag fest und möchte diesen Anteil im Bundesbeschluss festgeschrieben haben. Setzen Sie heute ein Zeichen für die Volkskultur! Sie dürfen dann beim nächsten Anlass, zu dem Sie eingeladen werden, erhobenen Hauptes mit den Jodlern, Musikanten, Sängern, Schwingern, Hornussern, Fahnenschwingern und Alphornbläsern beim Apéro anstossen und auf die Stimmen dieser grossen Bevölkerungsgruppe hoffen!

Ich bitte Sie im Namen der Freunde der Volkskultur um Zustimmung zu meinem Minderheitsantrag.