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Riklin Kathy · Nationalrat · 2012-05-30

Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP · 2012-05-30

Wortprotokoll

Nachdem der Ständerat am 19. Dezember 2011 die Motion 11.4036, "Hochschulbildungsangebot in rätoromanischer Sprach- und Literaturwissenschaft", einstimmig angenommen hat, spricht sich die WBK Ihres Rates ebenfalls einstimmig für die Annahme der Motion aus. Die Motion geht auf einen Vorstoss des damaligen Ständerates Theo Maissen zurück.

Wir berufen uns bei der Unterstützung eines Hochschulangebotes in rätoromanischer Sprach- und Literaturwissenschaft auf die Förderung der institutionellen Mehrsprachigkeit, welche im neuen Bundesgesetz über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften, dem sogenannten Sprachengesetz, verankert wurde.

Die rätoromanische Sprache wird heute noch von ungefähr 60 000 Personen gesprochen. Fördermassnahmen sollen bei der Ausbildung der Lehrkräfte beginnen, denn nur so kann das Rätoromanische in der Schule adäquat unterrichtet und gepflegt werden. Für die Ausbildung der Pädagogen braucht es auch entsprechende Hochschulangebote in rätoromanischer Sprache und Literatur. Zurzeit gibt es Voll- und Teilzeitprofessuren in den Kantonen Genf, Zürich und Freiburg, die aber längerfristig nicht gesichert sind. Graubünden ist kein Universitätskanton und kann daher nicht selber aktiv werden.

Der Bund beteiligt sich heute an der Finanzierung, indem die ETH, welche ihren 50-Prozent-Lehrstuhl seit 2001 nicht mehr weiterführt, Mittel für einen rätoromanischen Lehrstuhl an der Universität Zürich zur Verfügung stellt. Diese Finanzierung ist aber langfristig nicht gesichert. Wenn es an den Universitäten und pädagogischen Hochschulen keine rätoromanischen Lehrstühle gibt, wird es bald an fachspezifisch ausgebildeten Rätoromanisch sprechenden Dozenten und Lehrkräften mangeln. Damit dieses Angebot auch weiterhin bestehen kann, sind nach Ansicht der WBK konkrete Massnahmen durch den Bund zu definieren. Dies soll, gemäss Bildungsartikel in der Bundesverfassung, in Zusammenarbeit mit den Kantonen erfolgen. Nur entschiedenes Handeln kann den Erhalt der rätoromanischen Sprache und Kultur längerfristig sichern.

Wir bitten Sie, der Kommission zuzustimmen, die ihren Beschluss einstimmig gefasst hat.