Lexipedia

Nordmann Roger · Nationalrat · 2012-05-31

Nordmann Roger · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-05-31

Wortprotokoll

Madame la conseillère fédérale, je m'exprime au sujet de ma proposition de minorité concernant le projet de Morges. Je voudrais m'assurer qu'à Morges, une nouvelle autoroute se substituera à une autoroute existante et non pas s'y ajoute. Exceptionnellement, je vais expliquer ce point en allemand pour les collègues alémaniques et Messieurs Français et Voruz l'expliqueront en français tout à l'heure.

Es geht um Folgendes: Vor rund fünfzig Jahren wurde die Stadt Morges durch den Bau der ersten schweizerischen Autobahn zweigeteilt. Das war anlässlich der Landesausstellung 1964. Seitdem leidet die Stadt unter der steigenden Verkehrsmenge. Es ist Ihnen allen wohl klar, dass man heute nie mehr eine solche Trassierung vornehmen würde. Morges wurde eigentlich das Opfer eines historischen Fehlers.

Als allmählich die Idee entstand, die Stadt durch den Bau einer Umfahrung von der Autobahn zu befreien, haben sich viele gefreut. Denn die Lage in Morges wird immer unerträglicher, und das seit fünfzig Jahren. Das Astra und der Kanton haben Studien erarbeitet, wie man das Problem lösen könnte. Die Palette reicht von einem kurzen Umfahrungstunnel bis zum Bau einer neuen, langen Autobahn, die westlich von Morges die aktuelle Autobahn verlässt und in das Autobahnkreuz in Villars-Sainte-Croix mündet, samt Viadukt, Tunnel usw. Die Arbeit wurde unter dem Titel "Umfahrung von Morges" gemacht. Jetzt stellt sich heraus, dass es keine Umfahrung mehr sein soll, sondern eine zusätzliche [PAGE 809] Autobahn. Seit das Astra allein zuständig ist, haben diese Arbeiten tatsächlich eine erstaunliche Wendung erfahren. Das Astra propagiert nur noch die längste Variante; es hat die kürzere Variante und die Etappierung für untauglich erklärt. Zudem - das ist wichtig - will das Astra diese Autobahn im Hinterland von Morges zusätzlich zur aktuellen Autobahn bauen, um die Kapazität zu erhöhen. Die Stadt Morges würde also gar nicht von der bestehenden Autobahn befreit. Am Ende würde es in Morges zwei Autobahnen geben, die den Verkehr von Westen nach Lausanne führen.

Dies ist in mehrfacher Hinsicht ein Nonsens:

Erstens ist nur ein Konsens möglich, wenn das Problem von Morges gelöst wird. Ein solcher Konsens ist absolut notwendig, wenn man diese lange Umfahrungsstrasse im Hinterland von Morges bauen will; denn dieses Vorhaben ist sowohl technisch wie politisch sehr anspruchsvoll. Die neue Strecke würde neben mehreren Dörfern entlangführen und zudem ein Viadukt über das Venogetal bei Bussigny überqueren - notabene ein ökologisch sensibles Gebiet. Die Venoge im Tal, in dem das Viadukt gebaut würde, ist aber nicht irgendein Bach, sondern der waadtländische Bach schlechthin. Er wurde von Jean Villard, genannt Gilles, in einem Lied besungen, das erstmals 1954 in Paris erschien. 1990 gab es sogar eine Volksabstimmung über die Vorlage "Sauvons la Venoge", die angenommen wurde. Ohne Konsens kann kein Projekt vorwärtskommen.

Zweitens kann die aktuelle Umfahrungsautobahn um Lausanne den zusätzlichen Verkehr, den eine zweite Autobahn aus dem Westen bringen würde, gar nicht aufnehmen; schon jetzt stehen die Autos vor den Ausfahrten in Lausanne auf gefährliche Art und Weise Schlange.

Drittens gibt es ein Problem mit dem Vertrauen. Bisher war in der Region immer klar, dass es um die Befreiung von Morges geht, und plötzlich soll dieses zentrale Anliegen aufgegeben werden. So kommt man nicht zum Ziel; so bekommt man mit allen Beteiligten Krach.

Mein Antrag hat nicht den Anspruch, die Frage des richtigen Transits um Morges zu lösen, sondern er stellt eine einfache und logische Bedingung, um das Vertrauen in das Vorhaben wiederherzustellen. Ist die neue Autobahn einmal gebaut, soll die aktuelle Strecke durch die Gemeinde Morges keine Nationalstrasse mehr sein, sondern eine städtische Hauptstrasse. Damit ist die Region wieder bereit, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken. Der Antrag ermöglicht es auch, wieder eine billigere oder etappierte Lösung in Betracht zu ziehen. Mein Antrag ist moderater und konstruktiver als der Antrag der Minderheit Grossen Jürg, weil er verschiedene Lösungen und auch einen Neubau zulässt.

Ich bitte Sie also um Unterstützung unseres Antrages zur Übergangsbestimmung Artikel 1a. Die anderen Waadtländer werden den Antrag nachher auf Französisch präsentieren.