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Amherd Viola · Nationalrat · 2013-04-17

Amherd Viola · Nationalrat · Wallis · Fraktion CVP-EVP · 2013-04-17

Wortprotokoll

Die Motion Häberli-Koller, welche von mir übernommen wurde, beauftragt den Bundesrat, Massnahmen zur Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen für Ausbildungsplätze vorzulegen. Das Ziel liegt darin, in der Schweiz genügend Fachkräfte auszubilden und den Schweizer Nachwuchs in allen wissenschaftlichen Disziplinen langfristig zu fördern.

Der Schweizer Wirtschaft fehlt es in verschiedenen Bereichen, insbesondere in den Bereichen Medizin, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, an Fachkräften. Gleichzeitig gibt es in unserem Land viele junge Leute, die durchaus geeignet wären und auch gewillt sind, in diesen Berufen erfolgreich zu arbeiten, junge Leute, die aber aufgrund von Zulassungsbeschränkungen wegen mangelnder Studienplätze nicht die Chance bekommen, ihren Berufswunsch, oft sogar ihre Berufung, zu realisieren. Der Fachkräftemangel muss durch ausländische Berufsleute ausgeglichen werden. So verwundert es nicht, dass praktisch jeder zweite Assistenzarzt sein Diplom im Ausland gemacht hat. Der Spitalverband H plus geht davon aus, dass die Schweiz gut doppelt so viele Ärztinnen und Ärzte braucht, wie derzeit ausgebildet werden. Nichts gegen ausländische Fachleute, die bei uns arbeiten - für mich ist es aber unverständlich, dass die Wirtschaft Stellen nicht mit eigenen Leuten besetzen kann, auch wenn es genügend junge Leute gibt, welche die erforderliche Ausbildung machen möchten und auch dazu fähig wären.

Für einen Schweizer ist es schwieriger, den Arztberuf zu wählen, als für ausländische Studierende. Unsere jungen Menschen werden damit unnötigerweise ein Stück weit in ihrer beruflichen Perspektive eingeschränkt. Der Numerus clausus ist kein geeignetes Steuerungsinstrument, sondern eher eine inländerdiskriminierende Hürde. Selbstverständlich soll die Aufhebung der Zulassungsbeschränkung nicht zu einem Qualitätsverlust führen. Ich bin überzeugt, dass dies nicht der Fall sein wird, ist die Qualität doch weniger von der Zahl der Studierenden als vielmehr von der Organisation und der Ausgestaltung der Ausbildungsgänge abhängig. Seien wir ehrlich: Haben wir einen Einfluss auf die Qualität der ausländischen Ausbildung? Dazu kommt, dass die gängigen Zulassungstests nur begrenzt dazu geeignet sind, [PAGE 691] die effektive Eignung der Studienanwärterinnen und -anwärter für einen Studiengang zu überprüfen.

Ich bitte Sie, unseren fähigen und willigen jungen Leuten die Lebensperspektive nicht unnötig einzuschränken und die Motion anzunehmen.