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Strahm Rudolf · Nationalrat · 2003-12-11

Strahm Rudolf · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2003-12-11

Wortprotokoll

Ich gestehe Herrn Vaudroz zu, dass die Randregionen nicht einfach rasch Ausweichmöglichkeiten haben. Sie haben diese strukturschwache Branche. Da sehe ich die Probleme, dass es Jahre, Jahrzehnte, dauert, bis diversifiziert sein wird. Das sehe ich ein. Ich sehe auch ein, dass die Tourismusbranche, die Hotellerie sehr viele Leute beschäftigt. Das gebe ich zu. Wenn Sie es vom Wachstumsstandpunkt anschauen, so sehen Sie Folgendes: Die Hotellerie hat eine Wertschöpfung pro Vollzeitbeschäftigten von 50 000 Franken. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 110 000 Franken, und in der Chemie sind es 240 000 Franken. Wenn Sie Wachstum wollen, dürfen Sie nicht nur die schwächsten Branchen stützen. Die haben natürlich die stärkste Lobby, und wir stützen immer nur die Schwächsten.

Noch etwas: Die Hotellerie hat in den Achtziger- und Neunzigerjahren am meisten unqualifiziertes Personal im Ausland rekrutiert. Da wurden buchstäblich Bauernsöhne aus jugoslawischen Dörfern in Dreisternhotels angestellt. Jetzt haben wir die Strukturschwäche. Die ist selbst verursacht, und die ist hausgemacht! Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht. Deswegen ist es falsch, mit Streusubventionen jetzt etwas zu machen. Wenn Sie etwas machen wollen, muss es in die Qualifizierung des Personals und die Strukturverbesserung gehen. Mit dem machen Sie Strukturerhaltung und nicht -verbesserung. Voilà! Das ist unser Credo.

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