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Müller Geri · Nationalrat · 2010-06-18

Müller Geri · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2010-06-18

Wortprotokoll

Es lohnt sich jetzt, bei diesem Minderheitsantrag ganz gut aufzupassen, weil es sich damit ein bisschen anders verhält, als es vorhin beschrieben worden ist. Es geht ganz konkret um zwei Anlagen. Die eine Anlage steht in Othmarsingen und die andere auf dem Monte Ceneri. Bei beiden finden in der nächsten Zeit Umbauten statt.

Die Anlage in Othmarsingen ist eine Anlage mit Satteldächern, wobei der eine Teil des Daches gegen Süden ausgerichtet ist. Alle diese Dächer müssen gemäss Botschaft abgerissen werden, und es wäre ein Leichtes, aus diesen Satteldächern Pultdächer zu machen und somit die Fläche gegen Süden zu verdoppeln. Und es wäre ein Einfaches, jemanden zu finden, der auf diesen Dächern dann in irgendeiner Form Solaranlagen einrichtet, sei es für Warmwasser, sei es für Fotovoltaik.

Wenn wir die Botschaft so, wie sie vorliegt, verabschieden, wird es schwieriger sein, das zu realisieren. Es wäre sehr schade, die halbe Fläche dort zu verlieren und diese Energie nicht zu gewinnen. In dem Sinne geht es nicht um eine Verzögerung des Vorhabens. Die Dächer müssen sowieso abgerissen werden, es muss sowieso ein neues Dach gemacht werden. Gemäss Bauingenieuren ist ein Pultdach nicht teurer als ein Satteldach. Wenn Sie also dieser Minderheit zustimmen, erteilen Sie den zusätzlichen Auftrag, dass das Dach in dieser Art und Weise ausgebaut wird.

Genau derselbe Sachverhalt ist beim Monte Ceneri anzutreffen. Dort geht es um die Frage des Betriebs der Heizung. Der Betrieb sollte möglichst öl- und gasunabhängig erfolgen. Warum? Es gäbe die Möglichkeit, dort mit Geothermie zu arbeiten. Das ist einmal der energetische Bereich. Wenn Sie jetzt noch Argumente hinsichtlich des Sicherheitsbereichs haben möchten: Warum sollte man auch hinsichtlich dieses Bereichs zustimmen? Erstens sind es einheimische erneuerbare Energien. Die Sicherheit ist infrage gestellt, wenn Sie weiterhin auf Öl und auf Gas setzen, auf Energien, von denen die Schweiz bekanntlich nicht sehr viel hat - ausser ein wenig Pommes-frites-Öl. Das heisst, Sie könnten die Anlagen mit erneuerbaren Energien gerade im Krisenfall unabhängig vom Ausland betreiben. Es gibt noch einen zweiten Grund, und zwar hinsichtlich Image: Die Schweizer Armee hat in den letzten Monaten nicht gerade grossartige Schlagzeilen gemacht. Es wäre eine Möglichkeit zu zeigen, dass die Armee bereit ist, in die Verwendung von erneuerbaren Energien einzusteigen; das ist das, was auch der Gesamtbundesrat fordert.

Basierend auf dieser Minderheit entstand auch noch eine Kommissionsmotion, die dieses Anliegen generalisiert. Über diese Kommissionsmotion werden wir auch abstimmen. Der Minderheitsantrag und die Motion stehen aber nicht in Konkurrenz zueinander, die Kommissionsmotion würde für die beiden Standorte sowieso zu spät kommen. Deshalb ist dieser Minderheitsantrag sehr wichtig; unterstützen Sie ihn, damit die Armasuisse den Auftrag hat und auch legitimiert ist, aus diesen Satteldächern Pultdächer zu machen und diese energetisch zu betreiben. Ich stehe in regem Kontakt mit Armasuisse. Sie ist dabei, einen Contractor zu finden. Es gibt tatsächlich Interessierte; aber das Interesse wird noch steigen, wenn die Fläche grösser ist, was die Effizienz und die Betriebskosten senkt.

Daher bitte ich Sie sehr, einerseits den Minderheitsantrag - spezifisch für die beiden Anlagen - und andererseits auch die Kommissionsmotion zu unterstützen, wozu die Leute aus allen Parteien sagten: Generell sollte man bei den riesigen Armeeanlagen mit erneuerbarer Energie arbeiten.