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Jenny This · Ständerat · 2012-03-07

Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-03-07

Wortprotokoll

Ich habe leider auch kein Patentrezept. Aber eines ist ganz sicher, die Zukunft dürfte für unsere Bauern sehr, sehr hart werden. Diese Motionen, Herr Bundesrat, [PAGE 128] sind ernst zu nehmen. Frau Kollegin Fetz, es wäre ja schön, wenn die Konsumenten, ob in der Stadt oder auf dem Land, bereit wären, für unsere Produkte mehr zu bezahlen. Aber letztlich wird das nur sehr marginal eintreten. Die meisten kaufen dort, wo es am günstigsten ist, sonst würden nicht ganze Karawanen ins Ausland ausscheren. Man kann schon vom freien Markt sprechen, und ich bin ja sehr für den freien Markt, aber die Bauern sollten eben mit gleich langen Spiessen kämpfen können. Wenn ich auf dem Bau mit Pickel und Schaufel gegen jene antreten muss, die mit grossen Baumaschinen aufwarten, dann werde ich gewisse Schwierigkeiten haben, konkurrenzfähig zu sein. Das weiss Herr Bundesrat Schneider-Ammann als ehemaliger Baumaschinenhändler sehr wohl.

Das grosse Problem sehe ich auf die Bergbauern zukommen. Wie soll jemand, der mit zwei Personen zehn Hektaren Land bewirtschaftet, gegenüber denjenigen konkurrenzfähig sein, die mit gleich viel Personal das Dreissigfache bewirtschaften, notabene auf dem gleichen Markt? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich sehe die Existenz dieser Bergbauern bedroht, und das hat Auswirkungen auf die Landschaft, auf den Tourismus. Denn letztlich sind unsere Bergbauern unsere Landschaftsgärtner - das vergessen wir -, und diese müssen wir stützen, wie auch immer. Wenn ich mit meinem treuen Hund unterwegs bin, dann spreche ich mit Bauern, die 50, vielleicht 65 Jahre alt sind. Wenn ich sie frage, wie es mit Nachwuchs aussieht, dann sagen sie: Gibt es nicht, inexistent! Sie werden aufgeben müssen. Was heisst das? Die Landschaft vergandet, die Ställe verlottern, und ob das in unserem Sinn und Geist ist, das wage ich stark zu bezweifeln.

Diese Motionen haben ihre Berechtigung - wir müssen versuchen, die Landwirtschaft zu retten. Ich frage Sie, Herr Bundesrat: Was wollen Sie dem Ungleichgewicht wegen dieser ungleich langen Spiesse, die ich angesprochen habe, entgegenhalten? Ich habe diesbezüglich wirklich echte Sorgen, auch wenn ich sonst gar immer für den freien Markt und für die Liberalisierung bin.