Girod Bastien · Nationalrat · 2013-09-26
Girod Bastien · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2013-09-26
Wortprotokoll
Das Anliegen meines Vorstosses ist, dass der Bundesrat ein Konzept für die Durchführung von nachhaltigen Olympischen Winterspielen erarbeitet und dass er insbesondere prüft, ob es nicht möglich wäre, Olympische Winterspiele statt an einem einzigen Austragungsort in einem ganzen Land oder sogar in einem Verbund von Ländern durchzuführen, wie es auch bei der Euro 2008 der Fall war.
Grund für diesen Vorstoss ist auch die Erfahrung, die wir in Graubünden gemacht haben, dass es verschiedene Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn man eine Konzentration auf einen einzigen Austragungsort hat. Denn man ist eigentlich immer in einem Dilemma: Entweder baut man vor Ort zusätzliche Wohnungen für Sportler und Unterkünfte für alle Leute, die die Spiele besuchen, oder man hat ein Transportproblem, weil die Leute dann zu den Sportstätten zu bringen sind. Wenn man die Spiele nur an einem Ort austragen muss, hat man natürlich auch das Problem, dass die erforderliche Infrastruktur entweder temporär gebaut wird, was ja nicht unbedingt nachhaltig ist, oder dann für langfristiges Bestehen gebaut wird, aber später nicht mehr voll genutzt wird. Deshalb wäre es sinnvoller, man könnte die Olympischen Spiele in einem ganzen Land durchführen. Dann könnte man die verschiedenen Sportstätten, aber auch die Unterkünfte gut über das Land verteilen und hätte bei der Infrastruktur somit eine nachhaltige Wirkung.
Der Bundesrat lehnt den Vorstoss leider ab, vielleicht auch noch etwas aus Verärgerung über die Ablehnung von Olympischen Spielen in Graubünden. Er verweist auf die Statuten des Olympischen Komitees, dort stehe, dass die Spiele an einem einzigen Austragungsort stattfinden müssten. Das war mir schon klar, als ich den Vorstoss eingereicht habe. Anlass für den Vorstoss war ja aber gerade, dass mit einem solchen Konzept auch das Olympische Komitee angeregt werden könnte, seine Statuten zu überdenken. Das Olympische Komitee hat ja immer wieder geäussert, dass es lernfähig sei und dass diese Statuten nicht einfach in Stein gemeisselt seien. Wenn eine solche Änderung der Statuten vorgenommen würde, wäre das für die Schweiz von Vorteil, weil eine Bewerbung der Schweiz dann viel einfacher wäre.
Der Vorstoss wurde von Ratsmitgliedern aus unterschiedlichen Parteien unterstützt und ist eigentlich eine Art Kompromissvorschlag, wie man in der Schweiz Olympische Spiele durchführen könnte, denn die Grünen sind nicht gegen Olympische Spiele. Wichtig ist einfach, dass bei den Olympischen Spielen dem Kriterium der Nachhaltigkeit Rechnung getragen wird. Die einzige Möglichkeit ist, dass man es nach dem Vorbild der Fussballspiele - Stichwort Euro 2008 - macht, dass man die Infrastrukturen etwas über das Land verteilt. So wäre es möglich, in der Schweiz Olympische Spiele durchzuführen.
Ich bitte Sie deshalb, dieses Postulat anzunehmen und somit auch die Chancen zu erhöhen, dass es wieder einmal möglich sein wird, in der Schweiz Olympische Spiele durchzuführen.