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Allemann Evi · Nationalrat · 2008-03-06

Allemann Evi · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2008-03-06

Wortprotokoll

Die parlamentarische Initiative verlangt, dass wir einen autofreien Sonntag pro Kalenderjahr einführen und diesen im Rahmen eines Klimaschutzwochenendes umsetzen.

Auf den allerersten Blick mag man meinen, dass ein einziger Tag im Jahr nicht wirklich dazu beitragen kann, die globale Klimaproblematik zu lösen. Überlegt man sich aber die Sache ein bisschen genauer, kommt man rasch zum Schluss, dass es ein Vorschlag ist, der sich nahtlos in die ganze Reihe von Bemühungen einreiht, das Bewusstsein zum Thema Klimawandel, aber auch das Mobilitätsverhalten zu verändern. Wir müssen die Bevölkerung mit unterschiedlichen Massnahmen dazu bringen, sich Gedanken zu machen, welchen konkreten Beitrag sie selber leisten kann, um gegen den Klimawandel aktiv zu werden.

Einen ganz unmittelbaren Klimaschutzeffekt hat ein autofreier Sonntag pro Jahr natürlich nicht. Das streite ich gar nicht ab. Das Ziel ist aber, die Leute mindestens einmal im Jahr dazu anzuhalten, ihr Mobilitätsverhalten gerade im Freizeitbereich zu überdenken, zu reflektieren, und das kann durchaus eine Auswirkung auch auf die Gestaltung der Alltagsmobilität oder der Mobilität in der Freizeit während des Rests des Jahres haben.

Wir kennen ja heute die diversen Slow-ups. Sie wurden in der Kommission auch mehrfach als nicht so rühmliche Beispiele erwähnt. Ich pflichte dem bei. Diese Slow-ups sind regional organisiert. Sie sind national zu schlecht koordiniert, und es führt dazu, dass gewisse Leute, die ganz gerne an einem Slow-up teilnehmen, zum Beispiel ihr Fahrrad auf den Autogepäckträger montieren und so zum Slow-ups fahren. Das ist natürlich absurd. Genau das wollen wir nicht. Deshalb ist es wichtig, dass diese Slow-ups, wie sie heute heissen, in Zukunft national koordiniert werden und alle gleichzeitig an einem Wochenende stattfinden. So können diese negativen Auswirkungen, die diese Slow-ups neben allen positiven eben auch haben, verhindert werden.

Wir haben einen ähnlichen Vorschlag bereits einmal diskutiert, erst vor wenigen Jahren. Hier im Nationalrat konnten wir uns zu einem Kompromiss durchringen. Es wurde damals der Vorschlag gemacht und dann auch von der Mehrheit angenommen, dass der eidgenössische Bettag autofrei werden soll. Leider ist dieser Kompromiss dann im Ständerat gescheitert.

Die parlamentarische Initiative Bernhardsgrütter nimmt dieses Anliegen nun wieder neu auf, und ich bitte Sie im Namen der Minderheit, der Initiative Folge zu geben.