Walter Hansjörg · Nationalrat · 2011-12-23
Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2011-12-23
Wortprotokoll
Bevor wir zu den Schlussabstimmungen kommen, möchte ich noch eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter der Parlamentsdienste verabschieden.
Frau Claudia Martin Stern trat am 1. Dezember 2003 als Dolmetscherin der frisch gegründeten italienischen Kabine in die Parlamentsdienste ein. Sie verlässt uns heute, um in Pension zu gehen.
Als ausgebildete Dolmetscherin hat sich Frau Martin Stern stets sehr für ihren Beruf eingesetzt. Sie hat an der Universität Genf, in Sommerkursen in Cambridge sowie in den letzten Jahren auch an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur unterrichtet. Ihre Studentinnen und Studenten lud sie regelmässig ins Bundeshaus ein, um ihnen die höchst spannende Tätigkeit einer Dolmetscherin schmackhaft zu machen.
Jetzt wird Frau Martin Stern vermehrt Gelegenheit haben, Zeit mit ihrem Mann zu verbringen und mit ihrem Hund lange Spaziergänge zu unternehmen. Ausserdem wird sie sich ihrem grössten Interesse, der Kultur in allen Formen, ausgiebig widmen können; dies vermehrt auch in Kanada, wo ihr Ehemann seine Wurzeln hat.
Ich danke Frau Martin Stern für ihre kompetente Mitarbeit im Nationalrat. Im Namen des Rates wünsche ich ihr für den wohlverdienten Ruhestand alles Gute, vor allem gute Gesundheit und Wohlergehen. (Stehende Ovation; der Präsident überreicht Frau Martin Stern einen Blumenstrauss)
Nun möchte ich die Verdienste eines langjährigen Mitarbeiters der Parlamentsdienste würdigen, der auf den kommenden 1. Februar in den Ruhestand treten wird. Es ist dies Hans Peter Gerschwiler, stellvertretender Generalsekretär der Bundesversammlung und Leiter des Bereiches Ressourcen, Sicherheit und Logistik.
Als Hans Peter Gerschwiler am 1. Februar 1989 seine Arbeit im Parlamentsgebäude begann, war das damalige Sekretariat der Bundesversammlung im Begriff, zu einem professionelleren, auf moderne Anforderungen ausgerichteten Dienstleistungsbetrieb für das Parlament zu werden. Das Parlament stützte sich mehr und mehr auf eigene Dienste und wollte nicht länger von den dem Bundesrat unterstellten Dienststellen der Bundesverwaltung abhängig sein.
Eine der ersten Aufgaben von Hans Peter Gerschwiler als damaligem Personalchef war es, sämtliche Stellen neu zu beschreiben und einzuordnen - ein aufwendiger Prozess, der die historisch gewachsene und teilweise überholte frühere Situation in ein geordnetes Gefüge brachte. Es ist nicht so einfach - Sie kennen das vielleicht aus Ihrem Personalbereich -, wenn man Leute neu einstuft und ihnen Funktionen zuweist, die nicht mehr so sind, wie sie früher waren. Ausserdem wurden sehr viele neue Dienste geschaffen.
Ein solcher neuer Dienst war der Informatikdienst. Als Hans Peter Gerschwiler kam, gab es noch praktisch keine Computer im Parlamentsgebäude. Er baute sukzessive die IT in den Parlamentsdiensten auf. Und weil die beiden Räte beschlossen hatten, dass jedes Mitglied des National- und des Ständerates über einen persönlichen Computer und Zugang zu den Programmen verfügen müsse, wurden unter der Ägide von Hans Peter Gerschwiler auch alle Ratsmitglieder mit Informatikmitteln ausgerüstet. Mehr und mehr Informationen wurden in der Folge in Datenbanken abgelegt und elektronisch zur Verfügung gestellt. Damals hat begonnen, was man heute immer noch sagen kann: Die Bundesversammlung erhält Informatikdienstleistungen, welche im Vergleich zu anderen Parlamenten der Welt zu den besten gehören.
Auch im Bereich der Sicherheit hat Hans Peter Gerschwiler Aufbauarbeit geleistet. Während man vor 1989 noch mit einem freundlichen Gruss, ohne jeden Ausweis, mit einer [PAGE 2277] Zigarette oder Zigarre im Mund, sogar mit einem Hund an der Leine ins Parlamentsgebäude spazieren konnte, mussten ab 2001 als Folge des Attentats im Parlament von Zug die Sicherheitsvorkehrungen markant verschärft werden. Hans Peter Gerschwiler hat sich mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik um bauliche Massnahmen gekümmert sowie mit Erfolg die Zusammenarbeit mit dem Bundessicherheitsdienst in die Wege geleitet.
Auch das Wohlbefinden der Ratsmitglieder im Parlamentsgebäude war Hans Peter Gerschwiler wichtig. Auf seine Initiative geht zurück, dass in den Sitzungszimmern Mineralwasser zur Verfügung steht und in den Korridoren Wasserspender stehen.
Das Meisterstück von Hans Peter Gerschwiler war der Umbau des Parlamentsgebäudes in den Jahren 2006 bis 2008. Er war als Oberprojektleiter dafür verantwortlich, die Interessen aller Benutzer - nämlich der Organe des Parlamentes, der Ratsmitglieder und der Parlamentsdienste - in den Prozess einzubringen. Wer je gebaut hat, weiss, dass Konflikte, Verzögerungen und Budgetanpassungen unvermeidlich sind. Da brauchte es ein hohes Mass an Einsatz, an Verhandlungsgeschick, an Durchsetzungskraft, um das Projekt zu einem so guten Ende zu bringen, wie dies glücklicherweise gelungen ist.
Herr Gerschwiler war auch die treibende Kraft bei der Einrichtung der Galerie des Alpes und damit einer eigenen Gastronomie im Bundeshaus; das ist für uns sehr wichtig. Auch hier besten Dank.
Verbunden mit dem Umbau des Parlamentsgebäudes und früheren Teilrenovationen der Ratssäle waren die drei Sessionen der Bundesversammlung, welche in den Jahren 1993, 2001 und 2006 in Genf, Lugano und Flims durchgeführt wurden. Auch hier war Herr Gerschwiler jeweils Projektleiter. Alle von uns, die bei einer oder mehreren Sessionen extra muros dabei waren, wissen, wie viele kleine und grössere Probleme zu lösen waren. Auch dieser Auftrag wurde erfüllt. Kurz: Mit Hans Peter Gerschwiler hat's immer geklappt.
Ich danke Hans Peter Gerschwiler im Namen des Nationalrates für seine kompetente Arbeit und für die ausgezeichnete und vertrauensvolle Zusammenarbeit während vieler Jahre.
Herr Gerschwiler wird sich vom Februar des nächsten Jahres an anderen Projekten widmen: zum Beispiel, sein Handicap als Golfer verbessern, der Lektüre von Kriminalromanen, dem Sammeln von Pilzen oder dem Reisen.
Wir wünschen Hans Peter Gerschwiler für die kommenden Jahre von Herzen viel Glück, alles Gute und vor allem gute Gesundheit und danken ihm nochmals für seinen grossen, tollen Einsatz für die Bundesversammlung. Danke für die Zusammenarbeit! (Stehende Ovation; der Präsident überreicht Herrn Gerschwiler einen Blumenstrauss)