Riklin Kathy · Nationalrat · 2001-09-18
Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-09-18
Wortprotokoll
Die Zeit ist reif! 189 Länder sind Mitglieder der Uno, nur die Schweiz, neben dem Vatikan, ist nicht Mitglied. Die Uno ist das einzige Gremium, in dem sich alle Nationen treffen. Warum sollten wir eine Sonderstellung haben? Die Uno ist nicht perfekt - das wurde hier schon einige Male gesagt -, wie auch wir Schweizer nicht perfekt sind. Die Uno aber braucht die Schweiz, ein Land mit humanitärer Tradition und grossem Verantwortungssinn.
Bei unserem Besuch mit der Aussenpolitischen Kommission bei der Uno in New York haben uns viele Ländervertreter gesagt, die Schweiz werde als wichtige und besonnene Stimme gebraucht. Wir Schweizerinnen und Schweizer können in der Uno weit mehr Gewicht erhalten als es unseren 7 Millionen Einwohnern entspricht.
Wir konnten in New York wahrnehmen, mit welchem Engagement die Mitarbeiter der Uno die wichtigen und brennenden Probleme der heutigen Zeit wie Aids, Kinderarbeit, Rechte der Frauen, Hunger, Wassernot, Kleinwaffen und Personenminen angehen. Aber auch Probleme wie den Schutz der Ozonschicht und die drohende Klimaerwärmung packt die Uno an. Dem Kampf gegen den Terrorismus hat sich die Uno seit 1972 immer wieder angenommen.
Die Ziele in der Charta der Vereinten Nationen lauten folgendermassen: "Wir, die Völker der Vereinten Nationen - fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geissel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob gross oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in grösserer Freiheit zu fördern ...."
Können wir das nicht auch unterzeichnen? Gehören wir denn nicht dazu? Wir können alle Ziele und Aufgaben der Vereinten Nationen voll und ganz unterstützen. Warum sollen wir dann nur als stille Beobachter teilnehmen? Das wäre so, wie wenn im Nationalrat eine Person kein Stimmrecht hätte - Herr Schlüer beispielsweise.
Die Uno ist ein Weltparlament, und ein Parlament ist nie perfekt. Die Uno setzt sich ein für eine bessere Welt im positiven Sinne des Wortes. Wir wollen nicht "Lobbyisten" in der [PAGE 1010] "Wandelhalle" sein, und wir wollen nicht nur, wie noch vor 30 Jahren die Frauen in der Schweiz, ohne Stimmrecht sein.
Daher stimmen wir entschlossen Ja zum Beitritt zur Uno.