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Hurter Thomas · Nationalrat · 2012-05-03

Hurter Thomas · Nationalrat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-05-03

Wortprotokoll

Bei meinem Postulat zur internationalen Förderung des Schweizer Weins geht es darum, einerseits die internationale Absatzförderung zu überprüfen und anderseits die regionalen Weinmarken und Weinproduzenten besser einzubeziehen.

Mein Postulat stammt wohl aus dem Jahr 2010, aber ich denke, dass es noch an Aktualität gewonnen hat. Der Absatz in der Schweiz, aber auch im Ausland ist leider rückläufig. Dabei könnte man ja die Erfolgsgeschichte des Schweizer Käses auch auf den Schweizer Wein übertragen.

Viele Regionen und Produzenten in der Schweiz produzieren heute Wein von guter Qualität. Vorbei sind die Zeiten, als man in der Schweiz eigentlich nur den Säuregehalt der Schweizer Weine kannte. Heute haben wir in der Schweiz eine Vielfalt, die sich sehen lassen kann.

Wir haben aber ein grundsätzliches Problem. Der Bundesrat unterstützt zurzeit die Bewerbung des Schweizer Weins nur in bescheidenem Masse. Generell passiert im Ausland viel zu wenig. Nur die Spitzenweine werden im Ausland akzeptiert. Weine des mittleren Segments werden von den ausländischen Kundinnen und Kunden als zu teuer empfunden. Dies hat sich natürlich mit der Frankenstärke noch akzentuiert.

Auf der anderen Seite steht die touristische Situation; das Weinland Schweiz könnte vermehrt als Werbeplattform für die Touristen genutzt werden. Neben unseren Alpen, der Natur und dem Wasser könnten nämlich auch die Schweizer Winzer, die Rebberge, die Kellereien oder auch unsere Gastronomie beworben werden.

Die Schweizer Weinwerbung muss vermehrt mit Schweiz Tourismus zusammenarbeiten. Oder anders gesagt: Die Schweizer Weinwerbung sollte ein Teil von Schweiz Tourismus sein; dies würde die Vermarktung im In- und Ausland verstärken. Warum neben einem "Wetterschmöcker" nicht auch eine "Weinnase"?

Daneben braucht es auch Kommunikationsmittel, in denen die Schweizer Winzer und deren Produkte in Erscheinung treten können. Schliesslich kaufen Sie auch nicht nur Schweizer Käse, sondern Sie kaufen Emmentaler, Gruyère, Appenzeller usw. So sollten auch beim Schweizer Wein die Region und der Produzent vermehrt im Vordergrund stehen.

Der Bund sollte von seiner subsidiären Rolle wegkommen und aktiver werden. Wie aus der Stellungnahme des Bundesrates ersichtlich ist, engagiert sich der Bund nur in beschränktem Masse. Die Zeiten, in denen Fachmessen genügten, sind tatsächlich vorbei. Es müssen moderne Kommunikationsmittel verwendet werden. Ich denke zum Beispiel an die Social Media, aber auch an Plattformen in Key Cities wie London, New York, Berlin, Schanghai, Moskau usw.

Mir schweben Degustationsveranstaltungen unter dem Patronat von Schweiz Tourismus mit Schweizer Topgastronomen, die Schweizer Spezialitäten mit Schweizer Weinen anbieten, vor. Die Message, die im Ausland und im Inland vermittelt werden muss, sollte heissen: Schweizer Weine sind von höchster Qualität, bieten einen einmaligen Genuss und stammen aus einer landschaftlich einzigartigen Region. Mit den öffentlichen Geldern zugunsten des Schweizer Weins bietet es sich direkt an, dass man auch im Ausland mit den regionalen Weinproduzenten und Weinmarken zusammenarbeitet.

Entgegen der Auffassung des Bundesrates geht es mir nicht darum, dass öffentliche Gelder dazu benutzt werden, ein privatwirtschaftliches Unternehmen zulasten eines anderen zu bevorzugen. Vielmehr strebe ich an, dass die Förderungsmittel effizienter verwendet werden, was durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen Schweiz Tourismus und den einzelnen Weinproduzenten erreicht werden könnte.

Ich bitte Sie deshalb, mein Postulat zu unterstützen.