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Naef Martin · Nationalrat · 2014-06-10

Naef Martin · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-06-10

Wortprotokoll

Selbstverständlich bin ich als Befürworter der Personenfreizügigkeit gegen diese Initiative. Selbstverständlich betrachte ich Migration als kulturelle Bereicherung. Selbstverständlich weiss ich, dass die Migration die Grundlage unseres Wohlstandes ist. Aber hier geht es nicht nur um Wohlstand, um Freiheit und um Kultur, und es geht auch nicht um Wachstumskritik: Es ist nämlich, wie das Herr Gross einleitend gesagt hat, eine chauvinistische Initiative. Sie betrachtet Menschen, Migrantinnen und Migranten, als ökologisches Problem, als Umweltverschmutzung. Sie geht noch weiter und masst sich an, in eigenem Wohlstand den Ärmeren vorzuschreiben, wie viele Kinder sie haben sollten, und knüpft das absurderweise noch an die Entwicklungszusammenarbeitsgelder: Das ist Wohlstandsdekadenz! Mit Blick auf die Geschichte gäbe es noch andere Wörter für diese Initiative als "chauvinistisch".

Wenn wir wachstumskritisch, wenn wir ökologisch sein möchten, dann müssten wir damit bei uns selbst beginnen und nicht aus der Hängematte heraus moralisieren und andere ausgrenzen.