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Hess Hans · Ständerat · 2011-09-19

Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-09-19

Wortprotokoll

Ich ersuche Sie, meinem Antrag zuzustimmen.

Ich glaube, es ist unbestritten, dass Schweiz Tourismus in den letzten Jahren sehr wertvolle und sehr gute Arbeit geleistet hat. Verschiedene Erhebungen zeigen, dass sich sämtliche Involvierte, Branchenpartner und neutrale Gutachter auf europäischer Ebene und die Eidgenössische Finanzkontrolle positiv über die Arbeit von Schweiz Tourismus äussern. Der Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle attestiert Schweiz Tourismus gute Arbeit und nachhaltiges Wirken. Im Bericht wird festgehalten, Schweiz Tourismus hinterlasse bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle den Eindruck einer zukunftsorientierten und zielstrebigen Organisation.

Schweiz Tourismus zeigt auf, dass die beantragten 239 Millionen Franken - das ist auch der von mir beantragte Betrag - erforderlich sind, damit Schweiz Tourismus die Aufgaben auch in den nächsten vier Jahren zumindest im bisherigen Umfang erfüllen und das bisher gute Marketing auch in Zukunft sicherstellen kann. Der Vorstand von Schweiz Tourismus beantragt daher für die Periode 2012-2015 eine jährliche Zusatzinvestition von 9 Millionen Franken, um die Chancen der Wachstumsmärkte zu nutzen und um den Gästemix zu optimieren. Es geht hier um eine Risikodiversifikation und um die Reduktion der Frankenabhängigkeit.

Auf die Leistungen von Schweiz Tourismus sind wir in den Tourismus- und Randregionen stark angewiesen. Das ist kein Jammern, das sind Fakten. Der Tourismus ist in unserer Gegend eine der wenigen Branchen mit einer grossen Wertschöpfung. Studien, wie beispielsweise diejenige über die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in der Region Engelberg, belegen das. Dort wird klar aufgezeigt, dass der Tourismus eine ausgeprägte Querschnittbranche ist und dass die eigentlichen Leistungsträger wie Hotellerie oder Bergbahnunternehmen nur rund 40 Prozent der Bruttowertschöpfung erzielen, währenddem der Hauptanteil auf die anderen Wirtschaftsbranchen entfällt, so z. B. auf den Detailhandel oder auf die Finanzinstitute. Somit erzielt der Tourismus als Ganzes eine überaus hohe volkswirtschaftliche Wertschöpfung. Nochmals: Für uns ist klar, dass Schweiz Tourismus im Ausland unser einziger Türöffner ist. Wenn ich von "uns" rede, meine ich den Kanton Obwalden und insbesondere Engelberg, wo ich Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG bin; damit habe ich auch meine Interessenbindung offengelegt.

Ohne Schweiz Tourismus haben wir überhaupt keine Chance, an die grossen "tour operators" heranzukommen, vor allem im asiatischen Raum. Schweiz Tourismus sorgt vor Ort dafür, dass die Gäste die Schweiz als Reisedestination buchen und in die Schweiz kommen. Die regionalen und lokalen Organisationen sind dann - wenn ich das so sagen darf - für die Feinverteilung in der Schweiz zuständig. Schweiz Tourismus ist aber nicht nur mit Blick auf die Zentralschweiz für einen einheitlichen Auftritt und für die Herstellung von Kontakten im Ausland sehr wichtig, sondern mit Blick auf die gesamte Schweiz. Das sind Aufgaben, die nicht einfach von einzelnen Tourismusdestinationen übernommen werden können; das würde diese überfordern und sie von dringend notwendigen Investitionen und Dienstleistungen vor Ort abhalten. In diesem Sinne wird auch kein Staatsinterventionismus betrieben, sondern Chancengleichheit gewährleistet. Was die einzelnen Regionen daraus machen, bestimmt die Konkurrenzfähigkeit bzw. der Wettbewerb. Es braucht sowohl die nationale Organisation als auch die regionalen und lokalen Organisationen. So weit meine Ausführungen zu meinem Antrag.

Ich erlaube mir nun noch eine zusätzliche Bemerkung: In der Tourismusbranche ist man sehr beunruhigt darüber, dass Schweizer Konsulate in Asien offenbar nicht in der Lage sind, allen, die als Touristen einreisen wollen, das notwendige Visum auszustellen. In der Schweizer Tourismusbranche herrscht deshalb, Herr Bundesrat, Unzufriedenheit. Ausgerechnet jetzt, wo die Gäste aus Europa wegen der [PAGE 828] Franken-Hausse immer zahlreicher ausbleiben, ist im Geschäft mit den hochwillkommenen Kunden aus Asien Sand im Getriebe. Die Visa-Anträge von Reisewilligen würden von den Mitarbeitern der Schweizer Konsulate in Asien nur schleppend behandelt oder gar "versenkt". Gründe dafür seien zu wenig Personal in den Botschaften und zu viel Bürokratie; so auch nachzulesen in "Swissinfo" vom 13. September 2011.

Ich bitte Sie, Herr Bundesrat, dieser Sache nachzugehen und dafür zu sorgen, dass dieser Missstand behoben wird. Wir können auf diesen Missstand hier und jetzt wenig Einfluss nehmen. Was wir aber können, ist, Schweiz Tourismus das nötige Geld zu sprechen, damit Schweiz Tourismus die sehr gute Arbeit fortsetzen kann.

Ich bitte Sie deshalb, meinem Antrag zuzustimmen. Kollege Freitag hat Recht gehabt, wir waren letzte Woche nicht sehr grosszügig mit der Tourismusbranche; es rechtfertigt sich hier, die 239 Millionen Franken zu sprechen.

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