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Baumann J. Alexander · Nationalrat · 2005-03-01

Baumann J. Alexander · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2005-03-01

Wortprotokoll

Der Ansatz muss auf einer anderen Ebene laufen. Bewusstseinsbildung steht im Zentrum. Genau dazu dienen übrigens auch diese Initiative von heute bzw. die parlamentarische Initiative Teuscher, die wir behandelt haben. Das Bewusstsein, dass wir aus verschiedenen Gründen auf Frauen in den obersten Leitungsorganen nicht verzichten sollten, muss sich durchsetzen. Gleichermassen durchsetzen muss sich auch die Erkenntnis, dass es nicht reicht, die sogenannten anderen Fähigkeiten als Hefe zu akzeptieren und wirken zu lassen. Das sind Prozesse, die nicht nur immer einfach sind. Durchsetzen muss sich auch das Bewusstsein, dass Frauen sehr oft Doppelbelastungen ausgesetzt sind, sei es durch die Verantwortung für die Kinder, einen Haushalt oder die Betreuung von anderen Familienangehörigen. Nicht zu vergessen ist dabei, dass in sehr vielen Fällen auch die Männer für Topkaderpositionen nicht ausschliesslich zur Verfügung stehen. Durch politische, verbandspolitische, militärische Verpflichtungen sowie die Pflege des eigenen Netzwerkes kann sich ihre Präsenz für die Unternehmen - aus der Sicht derselben - auf eine Teilzeitbeschäftigung reduzieren.

Mit einer Quotenregelung würde den Frauen eine Sonderrolle zugeschoben. Frauenförderung hat oftmals auch folgenden Unterton: Die brauchen eine spezielle Behandlung, sonst würden sie es nicht schaffen. Aus diesem Grund lehnen viele Kaderfrauen wie auch Gleichberechtigungsspezialistinnen jede Quotenregelung ab. Ich vergesse nicht den Ausspruch einer Personalberaterin, die es für unvorstellbar [PAGE 46] hält, einem Unternehmen eine Frau zu vermitteln, nur weil es die Quote verlangt und nicht weil sie die besten Voraussetzungen für die Aufgabe mitbringt.

Schärfen Sie Ihr Bewusstsein für das Anliegen, aber geben Sie einer Quotenlösung keine Folge!