Lexipedia

Schmid Martin · Ständerat · 2014-03-13

Schmid Martin · Ständerat · Graubünden · FDP-Liberale Fraktion · 2014-03-13

Wortprotokoll

Um den Stau - nicht den Autostau am Gotthard, sondern den Rednerstau in unserem Rat - rasch abbauen zu können, werde ich mich kurz fassen, d. h. zumindest einen Versuch starten, dies zu tun.

Ich glaube, dass der Bundesrat dem Parlament eine sehr ausgewogene Vorlage unterbreitet hat, die ich unterstützen werde. Ich bringe hier den Gesichtspunkt einer Region ein, die von den Entscheidungen, die den Gotthard angehen, auch betroffen ist. Es geht um die Anwohnerinnen und Anwohner, welche an der A13-Achse bzw. an anderen Ausweichachsen wohnhaft sind.

Ich selbst komme aus Splügen und habe da als Polizeidirektor die Phasen miterlebt, während denen der Gotthard-Strassentunnel teilweise kurzzeitig, teilweise über mehrere Monate geschlossen gewesen ist. Das hat mich geprägt. Wenn eine solch wichtige Nord-Süd-Achse geschlossen ist, dann verlagert sich der Verkehr auf andere Achsen. Ich glaube auch nicht, dass eine Rola für die Autos und Lastwagen die Lösung wäre. Die Realität war nämlich auch schon in der Vergangenheit eine ganz andere. Bei der Schliessung des Gotthardtunnels im Jahr 2006 beispielsweise hat sich der Personenwagenverkehr allein auf der A13 verdoppelt, und der Schwerverkehr hat um den Faktor 2,4 zugenommen. Die Konsequenzen waren, dass auf der A13 ein Verkehrsregime mit Warteplätzen im Domleschg, im Schams oder im Rheinwald und weiter bis ins Tessin eingeführt werden musste, dass Lastwagenparkplätze geschaffen werden mussten, dass der innerregionale Verkehr zusammenbrach. Man hat wirklich einen hohen Preis bezahlen müssen, weil eben keine Lösung zur Verfügung stand. Die Bevölkerung auch in unseren Teilen des Landes befürchtet, dass genau [PAGE 209] das Gleiche wieder passieren wird, wenn der Gotthardtunnel für drei Jahre geschlossen wird.

Ich meine, dass es nur eine sinnvolle Variante gibt, um das Problem zu lösen. Zumindest bei uns im Kanton Graubünden sehe ich keine Bevölkerungsteile, die bereit sind, die notwendigen Lastwagenparkplätze zur Verfügung zu stellen, damit ein Dosiersystem implementiert und so der Verkehr auf der A13 aufrechterhalten werden kann.

Ich glaube, auch unter diesem vielleicht ein bisschen spezielleren Gesichtspunkt betrachtet, ist der Entwurf des Bundesrates die ausgewogenste Lösung. Ich werde diesen unterstützen.