Fetz Anita · Ständerat · 2012-12-04
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-12-04
Wortprotokoll
Ich beantrage Ihnen die Annahme der Motion.
Reptilienleder ist im Moment in der Mode hip. Das heisst, seit zwei bis drei Jahren explodieren die Importzahlen bei Schuhen und Gürteln aus Schlangenleder, bei Handtaschen und Uhrenbändern aus Echsenleder. Der Hauptteil stammt aus Asien, vor allem aus Indonesien, und diese Häute werden zu einem rechten Teil von Tieren geschützter Arten gewonnen. Was aber noch viel schlimmer ist: Sie werden auf brutalste Art und Weise gequält und getötet. Wer das einmal gesehen hat, dem wird speiübel. Anders kann man es nicht sagen. Die Tiere werden mit Stricken verschnürt, noch lebend oft tagelang transportiert, in Säcken zwischengelagert, immer noch halb lebend, dann mit Stockhieben auf den Kopf bewusstlos geschlagen und noch bei lebendigem Leibe gehäutet. Es gibt Methoden, da werden Pythonschlangen mit Wasser aufgefüllt, aufgehängt - immer noch lebend -, bis die Haut platzt, damit das Leder bei lebendigem Leibe abgenommen werden kann, wodurch es schöner ist.
Diese unglaublichen Grausamkeiten verlangen einfach ein Importverbot. Ich kann nicht nachvollziehen, warum sowohl Bundesrat wie der grosse Teil der vorberatenden Kommission ein solches nicht wollen. Sie sagen zwar, dass in Indonesien damit kaum merkliche Verbesserungen bei Transport- und Tötungsmethoden bewirkt werden, aber da irren Sie sich! Da kann man etwas tun. Die Schweiz gehört mit ihrer grossen Uhrenindustrie und ihren Luxusmodehäusern zu den allergrössten Abnehmern dieser Reptilienhäute. Daher hat ein Importverbot eine sehr grosse Hebelwirkung. Es haben übrigens bereits namhafte Uhrenfirmen von sich aus auf den Import solcher "Brutalo-Tierhäute" verzichtet, unter anderem Swatch und Bucherer. Das ist anerkennenswert, sehr gut, aber reicht leider nicht, weil das nur einen kleinen Teil der Häute betrifft. Es braucht heute den Druck der Politik, also von unserem Rat und genauso vom Nationalrat. Der Nationalrat hat dieser Motion zugestimmt.
Parallel dazu soll und kann der Bundesrat in den entsprechenden internationalen Organisationen weiterverhandeln. Das unterstütze ich voll und ganz, denn ein isoliertes Importverbot ist keine Lösung. Das Ziel muss sein, dass es mittelfristig nur noch Reptilienleder aus tiergerechter Haltung gibt. Aber dazu brauchen wir ein Importverbot - um den Druck aufrechtzuerhalten.
Deshalb bitte ich Sie, der Motion zuzustimmen.