Theiler Georges · Ständerat · 2012-12-13
Theiler Georges · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion · 2012-12-13
Wortprotokoll
Wie Sie gehört haben, verlangt die Motion, dass die zweiachsigen Busse mit einem Gewicht bis 19 Tonnen - heute sind es 18 Tonnen - auch in der Schweiz zum Verkehr zugelassen werden.
Die Entwicklung bei den Bussen macht Fortschritte: Die Busse werden bequemer, sie werden besser ausgestattet, sie werden komfortabler - das ist schön und gut, hat aber den grossen Nachteil, dass damit mehr Gewicht in die Busse eingebaut wird. Das führt zu höheren Lasten und indirekt dann zu einer Reduktion der Nutzlast, der Anzahl Passagiere.
In verschiedenen Ländern der EU hat man dieser Entwicklung Rechnung getragen und das Gesetz bezüglich des zulässigen Gesamtgewichts entsprechend angepasst. Diese Tatsache bestreitet auch die Verwaltung so weit nicht; dass diese Entwicklung stattgefunden hat, ist auch in der Kommission bestätigt worden.
Die Argumentation, dass nun die zulässige Achslast von 8,5 Tonnen plus noch 2 Prozent Toleranz in Zukunft mit 19 Tonnen Gesamtgewicht überschritten würde, ist meiner Meinung nach nicht stichhaltig. Die Achslast hängt wesentlich von der Art der Beladung ab: Lädt man alle schweren Lasten, seien es die schweren Koffer oder die schweren Typen, auf die letzte Bank, dann wird man sehr schnell die zulässige Achslast überschreiten. Das ist aber heute schon so. Wenn man dumm lädt, wird man entsprechend die Achslast überschreiten, sodass man bei einer Kontrolle entsprechend gebüsst wird. Der Chauffeur ist für das richtige Laden verantwortlich; er bekommt bei falschem Laden Probleme mit der Steuerung des Fahrzeugs.
Auch das Argument der zu starken Belastung der Strassen wurde in der Kommission angeführt. Dieses Argument ist ebenfalls nicht stichhaltig. Unsere Strassen sind für weit höhere Lasten gebaut als für die Achslasten oder Gesamtgewichte, die hier zur Diskussion stehen. Es ist aber insgesamt doch weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll, wenn wir hier einer Entwicklung, die nun einmal stattfindet, nicht stattgeben. Ansonsten könnten nämlich weniger Leute pro Bus transportiert werden, sodass unter Umständen mehr Fahrzeuge eingesetzt werden müssten, damit all die Leute transportiert werden können. Alternativ dazu würden ansonsten entsprechend grössere Fahrzeuge verkehren, was ja ökologisch und ökonomisch nicht unbedingt das Sinnvolle wäre. [PAGE 1225]
Der Nationalrat hat die Motion angenommen. Ich bitte Sie, dasselbe zu tun und dem Antrag der Kommissionsminderheit zuzustimmen.