Semadeni Silva · Nationalrat · 2012-09-12
Semadeni Silva · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-09-12
Wortprotokoll
Dal 2009 ad oggi ovvero da quando l'iniziativa parlamentare Favre Laurent è stata inoltrata sono cambiate le premesse per lo sfruttamento e la protezione di questi preziosi ambienti naturali chiamati "pâturages boisés", "Wytweiden" o "pascoli alberati". La procedura proposta dall'autore dell'iniziativa parlamentare risulta perciò inappropriata e vi prego di non sostenerla.
Ich möchte vier Gründe nennen, die gegen die Initiative sprechen:
1. Ein erster Grund ist die Flexibilisierung der Waldflächenpolitik, die vom Parlament in diesem Frühjahr beschlossen worden ist. Sie sorgt dafür, dass sich die Waldfläche nicht auf unerwünschte Weise ausdehnen kann. Die Kantone können die Verwaldung verhindern. Dies gilt selbstverständlich auch für die bestockten Weiden. Damit ist das Hauptanliegen der parlamentarischen Initiative erfüllt.
2. Es ist auch zu beachten, dass ein Überführen der bestockten Weiden vom Waldareal in die Landwirtschaftszone Folgen hätte für die internationale Verpflichtung der Schweiz im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Die Fläche der Wytweiden, es sind rund 87 000 Hektaren, wie Laurent Favre gesagt hat, müsste als entwaldete Fläche angesehen werden, und somit käme es zu einer Anrechnung als CO2-Quelle. Die notwendige Kompensation mittels Kauf von CO2-Zertifikaten würde die Schweiz Millionen kosten. Die Umsetzung der Initiative würde also teuer zu stehen kommen.
3. Als weiterer Grund sind die Anreize zur Pflege der Wytweiden für die Landwirte zu nennen. Für Wytweiden bekommen die Bauern Flächenbeiträge sowie Beiträge für die biologische Qualität und Vernetzung gemäss Ökoqualitätsverordnung. Auch Sömmerungsbeiträge sind möglich. Wytweiden sind zudem als ökologische Ausgleichsfläche anrechenbar. Somit sind die Anreize gross genug, um das Interesse der Landwirte an der Bewirtschaftung der Wytweiden zu erhalten.
4. Würden die Wytweiden anstatt dem Wald der Landwirtschaftszone zugewiesen, wäre der Schutz der Wytweiden nicht mehr gewährleistet. Die Umzonung hätte negative Nebenwirkungen für die wertvolle Kulturlandschaft. Denkbar sind eine Entfernung der Bäume, eine Intensivierung der Nutzung oder sogar eine Erstellung von landwirtschaftlichen Bauten in der Landwirtschaftszone.
Eine Umzonung ist also weder nötig noch sinnvoll. Sie würde aber teuer und für die Wytweiden, die wir alle erhalten wollen, gefährlich. Darum bitte ich Sie im Namen der Kommissionsminderheit, der parlamentarischen Initiative Favre Laurent keine Folge zu geben.