Schwaller Urs · Ständerat · 2011-12-08
Schwaller Urs · Ständerat · Freiburg · Fraktion CVP-EVP · 2011-12-08
Wortprotokoll
Die beiden Interpellationen 11.3933 und 11.3934 wie die Motion 11.3930 - ich danke dem Bundesrat für seinen Antrag, sie anzunehmen - gründen alle auf der Sorge, dass wir in der Schweiz in zehn, zwanzig Jahren nicht mehr genügend Hausärzte haben werden. Wenn der Bundesrat feststellt, dass im heutigen Zeitpunkt noch keine gravierenden Lücken im Versorgungsnetz bestehen, so ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass in den letzten Jahren sehr viele Ärztinnen und Ärzte im Ausland rekrutiert werden konnten. Müsste oder sollte das heute vorhandene Arbeitsvolumen vollständig mit in der Schweiz ausgebildeten Ärzten bewältigt werden, so müssten, unter Berücksichtigung der Abgänge und auch des abnehmenden Beschäftigungsgrades insbesondere der Frauen mit Teilzeitpensen, in Zukunft zwischen 1200 und 1300 Ärztinnen und Ärzte pro Jahr ausgebildet werden. Es wäre dies gegenüber den heutigen Abschlusszahlen eine Zunahme von 50 Prozent.
In seinen drei Antworten weist der Bundesrat auf verschiedene kürzlich präsentierte, ausführliche Berichte hin und ebenfalls auf die Möglichkeit der Kantone, sich finanziell zu engagieren: im Steuerbereich, im Infrastrukturbereich, in der Weiterbildung, in Hausarztpraxen, mit der Verpflichtung zur Bereitstellung von Assistenzarztstellen in den Leistungsverträgen mit den Leistungsspitälern und mit der Abgeltung von Weiterbildungsleistungen. Ich bin mit diesen Stossrichtungen einverstanden und meine, dass das wahrscheinlich auch die beste Antwort sein wird auf die Hausarzt-Initiative, mit der wir uns noch auseinanderzusetzen haben werden.
Mit dem Antrag auf Annahme der Motion wie ebenfalls mit den ausführlichen Antworten auf die Interpellationen zeigt der Bundesrat, dass er die Anliegen der Hausärzte ernst nimmt, dass er der medizinischen Grundversorgung quasi als Service public einen hohen Stellenwert beimisst und dass er schliesslich die Notwendigkeit von verschiedenen Förderungsmassnahmen bejaht.
Ich danke Ihnen, wenn Sie mit der Annahme der Motion diesen auch bundesrätlichen Weg unterstützen.