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preparatory:AB 155278

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-06-16

Wortprotokoll

Herr Stöckli, wir sind uns sicherlich einig, dass die KMU das Rückgrat der schweizerischen Volkswirtschaft sind. Ich erlaube mir die Feststellung, dass die schweizerischen KMU vor allem innovativ sind, weil sie sich mit ihren Spitzenleuten, mit ihren Inhabern täglich direkt im Markt bewegen. So gesehen ist das Innovationspotenzial der KMU-Community in diesem Land äusserst wichtig, auch äusserst erfolgreich, und die KMU stehen bei mir zumindest in meiner Eigenschaft als Innovationsminister und als Wirtschaftsminister ganz zuoberst auf der Liste der Marktteilnehmer, die Unterstützung finden sollen.

Wenn ich mir bei dieser Gelegenheit erlauben darf, Innovation zu definieren: Innovation ist, wenn ein Kunde kauft. Wir haben vorhin beim Bericht zum ETH-Bereich über den Wissens- und Technologietransfer gesprochen. Ich habe dort gesagt, dass im Prozess des Wissens- und Technologietransfers vor allem die Forschungsanstalten äusserst wichtig sind. Ich sage hier das Gleiche für die Kombination von Fachhochschulen und KMU. Da werden Wissen und Technologie entwickelt und dann eben auch in den Markt transferiert, bis jemand dafür bezahlt - dann ist es Innovation gewesen.

Ich verstehe natürlich Ihre Besorgnis. Ich glaube, Ihre Besorgnis ist berechtigt, aber ein Stück weit ist sie eigentlich unbegründet. Wir haben den Kantonen Kriterien und Grundsätze dafür vorgegeben, dass sie ihr Konzept erstellen und dann in einer Woche dem Bund abliefern. Ich kann jetzt schon sagen, dass bei jedem in der VDK präsentierten Netzwerkstandort die Fachhochschulen mitberücksichtigt werden. Es gibt übrigens zwei Netzwerkstandorte, die in der ersten Evaluation mit ihren Eingaben als völlig genügend bewertet wurden, und sechs weitere, die jetzt die Tage noch nutzen konnten, um nachzubessern. Es ist also nicht etwa so, dass sich der VDK-Vorschlag dann nur auf die zwei in der ersten Runde bestqualifizierten Netzwerkstandorte konzentrieren wird; ganz abgesehen davon, dass die ETH und die EPFL die Hub-Standorte sind. Die Fachhochschulen, ich habe es gesagt, werden bei allen Netzwerkstandorten berücksichtigt.

Die Idee des Innovationsparks Schweiz ist natürlich schon, dass wir vor allem eine Wissens- und Technologie-Öffnungsstrategie verfolgen. Je besser es gelingt, international attraktiv zu sein, Forschungsakteure anzuziehen und diese dann in Verbindung mit KMU zu bringen - z. B. über fachhochschulbegleitete Forschungsprojekte -, umso mehr können wir die KMU-Innovationskapazität in diesem Land stärken. Also bitte keine Angst, wenn wir das Projekt öffnen. Die Öffnung ist der Motor; das kommt letztlich sicher auch den KMU zugute.

Eine letzte Bemerkung: Es gibt für mein Verständnis keine Spitzenforschung nur in Grossunternehmungen; da sind immer und überall irgendwelche KMU mit von der Partie. Wenn ich vorhin gesagt habe, man solle nicht in irgendeiner Form eine Abgrenzung zwischen inländischen und ausländischen Akteuren machen, dann will ich mit dieser Bemerkung noch einmal deutlich zum Ausdruck bringen, dass man auch nicht grosse und kleine voneinander trennen, sondern sie aufeinander zuführen sollte. Die Fachhochschulen soll man einbeziehen; diese haben vor allem auch eine katalytische Funktion. Wir sind gut unterwegs, und wir haben das dargelegte Prinzip mit dem Innovationsparkprojekt sicher weiterzuführen. [PAGE 581]