Leuthard Doris · Bundesrat · 2014-09-15
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2014-09-15
Wortprotokoll
Im Rahmen des Revisionsstillstands 2014 hat das Kernkraftwerk Mühleberg vertikale Risse im Kernmantel entdeckt und dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) gemeldet. Diese Risse stellen die Sicherheit im laufenden Betriebszyklus, der rund ein Jahr dauern wird, nicht infrage. Die während der Revision 2014 festgestellten vertikalen Risse im Kernmantel des Kernkraftwerks Mühleberg sind neu. Diese Art Risse wurde erstmals 2011 im Kernmantel einer vergleichbaren Anlage in den USA beobachtet.
Der Kernmantel ist eine nichtdruckführende Einbaute des Reaktors. Deshalb kann der Betrieb selbst mit einem Kernmantel, der Rissbefunde aufweist, ohne Beeinträchtigung der Sicherheit weitergeführt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Risse nicht ein Ausmass erreichen, das die mechanische Stabilität oder die Wasserniveauhaltung bei einem Störfall mit grossem Kühlmittelverlust gefährdet. Deshalb muss der Kernmantel regelmässig materialtechnisch geprüft und sicherheitstechnisch beurteilt werden.
Die BKW Energie AG hat Ende Juni 2014 im Rahmen des Konzepts für die Restlaufzeit ihrer Anlage bis 2019 ein Instandhaltungskonzept für den Kernmantel eingereicht. Das Ensi hat aufgrund der neuen Erkenntnisse von der BKW verlangt, dass sie bis Ende Oktober 2014 ein erweitertes Instandhaltungskonzept für den Kernmantel einreicht. Das Ensi wird die Anpassung anschliessend beurteilen. Das Ensi beurteilt die Integrität des Kernmantels in Mühleberg überdies mit international anerkannten Verfahren.