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Jenny This · Ständerat · 2001-09-25

Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-09-25

Wortprotokoll

Ich wollte zu diesem Thema eigentlich nichts sagen. Nachdem Herr Kollege Leuenberger aber die [PAGE 554] Lohnverhandlungen bereits vorgezogen hat - nach den gewerkschaftlichen Tiraden von dieser Seite -, muss man dazu etwas sagen: Was ist denn überhaupt mit diesen Reformen passiert? Die Post, die Swisscom, die SBB sind nach wie vor vorzügliche Arbeitgeber. Es hat praktisch noch kein einziger seine Stelle verloren. Es muss niemand zu weniger Lohn arbeiten. Bereits aber werden diese Reformen derart gegeisselt, und der Teufel wird an die Wand gemalt.

Herr Bundespräsident, ich muss Ihnen sagen: Gehen Sie weiter, beschreiten Sie den Weg weiter! Politiker können nicht Unternehmen erfolgreich führen. Für die Führungskräfte ist es auch unmöglich, auf alle Wünsche der Politikerinnen und Politiker einzugehen. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die ganze Seilschaft auf den Gipfel zu bringen. Sie können bei einem Unternehmen auswählen: Entweder 90 Prozent auf den Gipfel bringen - oder das ganze Unternehmen ist in zwei bis drei Jahren bankrott; das ist die Tatsache.

Die Post wie auch die Swisscom und die SBB haben immer sozialverträgliche Lösungen gesucht. Dass von SBB-Leuten nun sehr viele politische Mandate wahrgenommen werden - ich weiss nicht, ob das der Ausweis schlechthin ist; ich könnte mir in der Unternehmung jedenfalls keinen zusätzlichen This Jenny leisten, das kann ich Ihnen versichern. In dieser Hinsicht spielt es überhaupt keine Rolle, ist es kein Schaden, wenn da ein bisschen mehr auf die Effizienz und die Effizienzsteigerung geschaut wird. Wenn gesagt wird, die Effizienz lasse sich nicht unendlich steigern: Die Produktivität lässt sich steigern!

Irgendwo sind wir an der Grenze angelangt - aber das wissen die Führungsverantwortlichen weiss Gott selber. Diese Leute sind bis jetzt nicht überfordert worden, überhaupt nicht - sie sind dort, wo sie hingehören, dort, wo sie Spass haben, Leute, die Leistung erbringen, die mit Freude und Engagement in einer Unternehmung schaffen, Herr Kollege Leuenberger!

Vertrauen sei nicht mehr vorhanden: In jeder Unternehmung, die Reformen vornehmen muss, schwindet einen Moment, eine Zeit lang das Vertrauen. Das Vertrauen muss man sich erschaffen. Diese Führungskräfte sind da weiterhin gefordert, und sie sind auf dem besten Weg. Dass hier wieder die Topleute angesprochen werden, musste ja kommen. Aber wenn Sie nun einmal gute Leute rekrutieren müssen, dann müssen Sie eben marktgerechte Löhne bezahlen! Überbewerten dürfen wir die Kritik von dieser Seite also nicht. Machen Sie so weiter, gehen Sie den Weg, den Sie bis jetzt beschritten haben - allen können Sie es unmöglich recht machen!