Trede Aline · Nationalrat · 2013-06-05
Trede Aline · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2013-06-05
Wortprotokoll
Wir haben schon viel gehört, ich werde mich deshalb kurzhalten.
Das Ziel der Initiative und des Gegenvorschlages Fabi ist klar: Es ist die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs, welche für die Zukunft gesichert werden muss. Die Pendlerströme haben jahrelang zugenommen, in jüngster Vergangenheit haben sie das erste Mal stagniert bzw. sogar ein bisschen abgenommen. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist also vonnöten, vor allem solange die Strasse weiterausgebaut wird. Die vorherigen Voten haben gezeigt, dass wir uns nicht einig werden, welches System jetzt ausgebaut werden soll und welches wirklich mehr ausgebaut wird. Die Frage, ob wir uns in Zukunft zwei parallele Systeme leisten können und ob wir das auch wollen, stellt sich zu Recht. Aber heute geht es einmal mehr nur um ein System. Wir haben ja dank der Mithilfe der Bürgerlichen einen ersten Schritt für weniger Strassenbau erreicht, indem das Referendum zum Vignettenbeschluss zustande gekommen ist - vielen Dank! Wir wissen aus Erfahrung, dass wir [PAGE 762] mit mehr Strassen auch mehr Verkehr generieren, was natürlich nicht in meinem und auch nicht im Sinne der Grünen ist.
Es zeigt sich mit dem Entscheid des Ständerates aber auch, dass die Kantone Fabi wollen und brauchen. Wir alle kennen die Situation in unseren Kantonen. Ich zum Beispiel lebe im Kanton Bern, und hier werden Projekte möglich wie zum Beispiel der Ausbau des Bahnhofs Bern, welcher auch Ihnen zugutekommen wird. Ich erwähne weiter den Ausbau des RBS-Bahnhofs oder auch der Linien zwischen den Agglomerationen und den Städten. Wir alle wissen, dass die Kantone all diese Projekte auch brauchen. Die Schweiz ist anscheinend momentan nicht bereit, auf das Pendeln zu verzichten, obwohl diese Diskussion eigentlich die wichtigste wäre. Wir haben momentan in Stosszeiten am Bahnhof Zürich vier Personen pro Quadratmeter, in Bombay sind es sechzehn, also das Vierfache. Das heisst, dass wir nach oben noch viel Luft haben, aber wir sollten uns doch einmal die Frage stellen, wie weit wir da noch gehen wollen.
Die Freiheit, dort zu wohnen, wo man will, dort zu arbeiten, wo man will, ist aber so gross, dass die Mobilität steigt. Diese Mobilität muss in unseren Augen so umweltfreundlich wie möglich gestaltet werden. Wir müssen versuchen, darauf hinzuwirken, dass diese Pendlerinnen und Pendler ein umweltfreundliches Verkehrsmittel brauchen.
Es ist mir aber auch klar, dass nicht alle auf ein Auto verzichten können, weil sie dieses beruflich brauchen. Die meisten jedoch arbeiten irgendwo mit einem Laptop und können gut am Morgen den Zug nehmen. So ist auch denen geholfen, die wirklich aufs Auto angewiesen sind und sonst auf der Strasse keine Ausweichmöglichkeiten haben und im Stau stecken bleiben.
Zum Schluss stelle ich fest, dass wir mit der Volksinitiative "für den öffentlichen Verkehr" einen innovativen Vorschlag und mit Fabi einen gutschweizerischen Kompromiss haben, der für unsere gutschweizerische Eisenbahn genau richtig ist.